Das Prinzip der Trennkost ist im Grunde ganz einfach: Man darf fast alle Lebensmittel in den gewünschten Mengen essen; es kommt allein auf die Zusammensetzung der einzelnen Mahlzeiten an. Täglich gibt es zwei Mahlzeiten, die auf der ersten Lebensmittelkategorie – Kohlenhydrate – beruhen (80%), und eine Mahlzeit aus der zweiten Kategorie – den Eiweißen (20%).

Mit Trennkost erfolgreich abnehmen

Mit Trennkost erfolgreich abnehmen
(© emmi – Fotolia.com)

Die sogenannten neutralen Lebensmittel aus der dritten Kategorie können bei allen Mahlzeiten gegessen werden. Verboten sind einzig und allein raffinierte Nahrungsmittel und Zwischenmahlzeiten. Einige strenge Trennkost-Anhänger verzichten zudem auf Schweinefleisch.

Dies sind die drei Kategorien der Trennkost im Überblick:

  • Kohlenhydrate, bzw. basische Lebensmittel (Kartoffeln, Nudeln, Reis…)
  • Eiweiße, bzw. saure Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Ei, Milchprodukte…)
  • die „neutralen“ Lebensmittel

Diese Einteilung erscheint zwar auf den ersten Blick recht kompliziert und schwer umsetzbar, aber in Wirklichkeit hat man ein recht breites Spektrum an Kombinationsmöglichkeiten. So gelten laut Trennkost zum Beispiel die meisten Salate, Nüsse, Milchprodukte, Kräuter und Gewürze als neutrale Lebensmittel, sodass die Mahlzeiten sehr abwechslungsreich gestaltet werden können.

Und wer glaubt, ein Gericht aus der Eiweiß-Kategorie bestünde nur aus Fleisch und Magerquark, der irrt sich: Auch zahlreiche Früchte, Getränke und sämtliche Sojaerzeugnisse können miteinander kombiniert werden.

Informationen zu den einzelnen Kategorien sowie Listen und Tabellen, die einem die Einordnung erleichtern, sind ganz einfach in verschiedenen Einsteiger-Büchern oder auf spezialisierten Internetseiten erhältlich. Außerdem gibt es zahlreiche Kochbücher speziell für die Trennkost, damit die Diät auf die Dauer nicht langweilig wird.

Trennkost in der Praxis

Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Unterscheidung der drei Gruppen nicht auf den reinen Kohlenhydrat- bzw. Eiweißgehalt bezieht. Bei der Trennkost geht es vielmehr darum, ob das Lebensmittel überwiegend basisch oder sauer ist. Wenn man erst einmal gelernt hat, die verschiedenen Lebensmittel ihrer entsprechenden Gruppe zuzuordnen, fällt es einem gleich viel leichter, seine Mahlzeiten gezielt zusammenzustellen.

Da Eiweiße täglich in nur einer einzigen Mahlzeit vorkommen dürfen, essen strenge Anhänger der Trennkost sehr viel Pflanzliches, was sowohl für den Körper als auch für Umwelt und Geldbeutel Vorteile hat. Die Folgen sind fast automatisch Entschlackung, Abbau von Fettreserven und ein Gewinn an Vitalität.

Zu Gewichtsverlust kommt es bei der Trennkost aber auch dadurch, dass insgesamt Kalorien gespart werden. Indem man zum Beispiel auf Kartoffeln als Beilage verzichtet und stattdessen Salat, Kräuter und Gewürze verwendet, fallen die Mahlzeiten meist leichter aus, ohne dass der Geschmack beeinträchtigt wird.

Im Gegensatz zu anderen Diäten lässt sich Trennkost sogar relativ leicht im Alltag umsetzen. Man muss nur darauf achten, dass die Zusammenstellung der Mahlzeit stimmt. Im Restaurant zum Beispiel kann man meist problemlos darum bitten, den Reis als Fleischbeilage wegzulassen. Die Freude am Essen bleibt – laut Trennkost-Anhängern – dennoch erhalten. Das ist auch der Grund, warum die Trennkost-Diät leichter durchzuhalten ist als andere.

Wie funktioniert Trennkost?

Das Grundprinzip der Trennkost wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von dem amerikanischen Dr. Howard Hay entwickelt. Er vertrat die Hypothese, dass Eiweiße und Kohlenhydrate nicht zusammen verdaut werden können, da es sonst zu Übersäuerung des Körpers und Folgekrankheiten kommt.

Diese These wurde jedoch inzwischen widerlegt. Wissenschaftlich gesehen gibt es keinen Grund, Kohlenhydrate und Eiweiße zu trennen. Dennoch entwickelten sich in den letzten Jahren moderne Diäten, die auf dem Prinzip der Trennkost beruhen und große Erfolge feiern.

Ist Trennkost gesund?

Was für die Trennkost spricht, ist der hohe Anteil an Obst und Gemüse, sowie der erfolgreiche Gewichtsverlust, der bei den meisten eintritt. Zudem erlernt man das Essen dank der Trennkost neu und isst bewusster.

Allerdings besteht die Gefahr, dass es zu einem Mangel an Eiweiß, Kalzium, Jod, Eisen und wichtigen Fettsäuren kommt. Da bei der Trennkost nur wenig Getreide auf dem Speiseplan steht, kann außerdem ein Mangel an Ballaststoffen und Vitamin B eintreten. Deshalb ist es wichtig, sich einen festen Essensplan zu erstellen und möglichst regelmäßig einen Arzt aufzusuchen.

Im Großen und Ganzen lohnt es sich also, die Trennkost-Diät einfach mal auszuprobieren, gerade wenn man leichtes Übergewicht hat und ein paar Kilo abnehmen möchte. Allerdings sollte man sich der Gefahren bewusst sein und auf keinen Fall ein Wunder erwarten. Zu einer gesunden Lebensweise gehört schließlich mehr als das, was auf den Tisch kommt: Genügend Bewegung und ausreichend Schlaf sind ebenso wichtig für den Körper.