Ein Schienbeinkopfbruch ist eine sehr schwere Verletzung, die berufliche Pläne zerstören kann. Der Schienbeinkopf ist der oberste Teil des Unterschenkels, er dient als Abstützfläche des Kniegelenks. Er trägt die Hauptlast. Bei einer Verletzung an dieser Stelle können so genannte Impressions-, d.h. Stanzverletzungen und Spaltbrüche, einzeln oder auch kombiniert, auftreten. Die Verletzungen können sehr vielfältig sein. Die Gelenkfläche des Schienbeins kann beteiligt sein, es kann eine Fraktur in Y- oder T-Form vorliegen oder der Schienbeinkopf kann vollständig zertrümmert sein. Wenn auch Bänder und der Meniskus betroffen sind, und das ist meistens der Fall, spricht man von einer Luxationsfraktur. Dabei können auch Gefäße und Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden. Es gibt etwa 16 verschiedene Gruppen solcher Brüche. Wichtig ist nur die Frage, ob der Bruch in das Gelenk ragt und ob sich die Gelenkfläche verschoben hat. Eine Begleitverletzung kann sich in Form des so genannten Kompartment-Syndroms zeigen, das ist eine akute Störung der Durchblutung, die im ungünstigen Fall nicht nur chronische Formen annehmen sondern auch mit weitreichenden Folgen verbunden sein kann. Die Behandlung muss deshalb so schnell wie möglich erfolgen.

Selbstredend sind Schienbeinkopfbrüche sehr schmerzhaft

Einen Schienbeinkopfbruch sollte man nicht unterschätzen, denn er kann für das Kniegelenk eine Katastrophe sein. Wenn zum Beispiel ein 20 Jahre alter Bauarbeiter oder Sportler einen schweren Bruch des Schienbeinkopfes erleidet, dann kann es sein, dass er 10-20 Jahre später eine Prothese des Knies benötigen wird. Die Schäden sind am Knorpel und an der Knochenstruktur so hoch, dass sie nur noch bedingt behandelbar sind. Den Schaden am Knie muss man sich leider so vorstellen wie ein Auto mit einem Totalschaden. Man kann Versuche unternehmen, das Auto bzw. das Knie zu reparieren, doch die Sruktur ist nicht mehr komplett rekonstruierbar.

Wer behandelt einen Schienbeinbruch?

Wenn man einen Schienbeinbruch erlitten hat, dann begibt man sich am besten in ein Krankenhaus oder zu einem Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Die erste Maßnahme nach der Verletzung ist, den Patienten unbedingt ruhig zustellen. Die Durchblutung muss auf jeden Fall sichergestellt sein, da an der Rückseite des Schienbeins die Arterie verläuft. Durch den Druck der Knochenteile auf die Arterie können Folgeschäden für den Nerv und die Arterie auftreten. Das muss verhindert werden. Dann muss das Knie ruhig gestellt und die Schwellung beseitigt werden. Denn erst dann ist eine Operation möglich. Bei einem schweren Bruch muss dazu das Knie aufgeschnitten werden. Bei der Untersuchung wird der Arzt meist eine deutliche Schwellung der Weichteile vorfinden, meist mit Wunden und Prellungen. Auch ein blutiger Erguss, der das Knie stark anschwellen lässt, ist üblich bei solchen Brüchen. Für die Diagnose wird der Bereich geröntgt und evtl. mit einer Computertomographie in zwei Ebenen dargestellt. Das Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung der Gelenkfläche, um ein späteres Risiko einer Gelenkserkrankung so niedrig wie möglich zu halten. Wenn der Patient Glück hat, kann der Bruch ohne Folgen ausheilen. Es gibt aber auch Fälle, und das sind leider die meisten, die die Gelenkfläche in Mitleidenschaft gezogen haben. Diese neigen dazu, später Probleme durch Arthrose zu verursachen. Das Knie wird bei dieser Verletzung leider meist in Mitleidenschaft gezogen.

Schienbeinkopfbruch – welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Therapiemethode bei einem Schienbeinkopfbruch ist im Normalfall die Operation. Nur Brüche, die sich nicht verschoben haben, nicht achsabweichend und ohne so genannte Gelenkstufe sind, können mit Hilfe eines Oberschenkelgipses konservativ behandelt werden. Eine Operation jedoch ist eine besonders komplizierte Aufgabe in diesem Fall. Da bei dem Bruch Hohlräume im Gelenk entstehen, müssen diese mit Knochen aufgefüllt werden, die sich der Chirurg aus anderen Teilen des Körpers beschafft, zum Beispiel aus dem Beckenkamm. Der Bruch wird dann verschraubt oder mit Metallverbindungen behoben. Auch eventuelle Läsionen an den Bändern mussen rekonstruiert werden. Das geschieht normalerweise in derselben OP.

Das Ziel ist natürlich die stabile Rekonstruktion der Gelenke

Normalerweise wird im Anschluss an eine Operation eine so genannte frühfunktionelle Therapie eingeleitet. Praktisch heißt das, dass das Knie gleich nach der OP bewegt wird. Dann erfolgt eine die aktive Bewegungstherapie. Außerdem werden manuelle Lymphdrainage in den Therapieplan aufgenommen, die die Weichteilschwellung abbauen und den Schmerz lindern sollen. Damit das Ergebnis befriedigend wird, müssen umfangreiche physiotherapeutische Behandlungen erfolgen. Das Bein wird 8 bis 12 Wochen ruhen müssen, nachdem die Operation vorgenommen wurde. Stufenweise wird die Belastung gesteigert, die der Patient mit dem Bein wieder tragen darf. Der Chirurg legt den Zeitplan fest. Das Metall wird nach frühestens einem Jahr entfernt.

Fußballplätze, Buckelpisten und Baustellen sind prädestiniert für einen Schienbeinkopfbruch

So ein Unfall passiert häufig auf dem Bau und/oder beim Fußball. Beispielsweise durch ein Foul des Gegners, wodurch man auf das Knie fällt bzw. so fällt, dass das Knie verletzt wird. Bei der WM 2014 musste Italien deswegen auf einen seiner Top-Spieler verzichten. Riccardo Montolivo zog sich einen Schienbeinbruch in einem Testspiel gegen Irland zu. Dabei hatte er im Zweikampf einen harten Schlag auf das linke Schienbein hinnehmen müssen und begab sich sofort in ein Krankenhaus. Es ist gerade bei Sportlern oft das Aus der Karriere. Das Tückische an diesen Brüchen ist, dass zunächst eine Heilung als erfolgreich angesehen wird. Spätfolgen können sich jedoch auch erst nach 10 Jahren und mehr zeigen. Beispielsweise in Form von verfühten Arthrosen.

Auch Skifahrer sind besonders stark gefährdet, durch neue Carving-Ski ist eine wesentlich höhere Geschwindigkeit als früher möglich. Die einwirkende Kraft bei einem Unfall ist dadurch größer. Auch ein Pferdetritt kann einen Schienbeinbruch verursachen.

Sehr gefährdet sind auch Bauarbeiter. Vor allem ein Sturz vom Gerüst kann zu einem Schienbeinkopfbruch führen – gerade auf dem Bau eine Verletzung mit weitreichenden Folgen. Der Bruch kann auch nach sonstigen Stürzen auf das Knie auftreten, z.B. in Folge eines Verkehrsunfalls. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Mittel, mit dem man im Nachhinein finanziell ausgesorgt hat. Das ist gerade bei Bauarbeitern wichtig, aufgrund des Verdienstes. Informationen zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherungen sind hier zu finden: www.berufsunfaehigkeitsversicherung-test-vergleich.com/

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