Das lebenspendende Organ der Gebärmutter ist mit seinen Nebenorganen ein äußerst komplexes und kompliziertes Gebilde mit einzigartigen Strukturen. Ebenso kompliziert ist die physiologische Steuerung dieses Gesamtsystems, das einzig dazu dient neues Leben zu schenken. Hormone, Nerven, Muskeln, Schleimhäute und Blut sind in der Regel so aufeinander eingespielt, dass der Empfängnis, dem Heranreifen und der Geburt eines Erdenbürgers optimale Voraussetzungen geboten werden. Läuft in diesem gigantischen System etwas nicht ganz nach Plan, so kommt es häufig zu Beschwerden, deren Ursache nicht immer leicht zu ermitteln ist.

Warum verursacht die Periode Bauchschmerzen?

Bei manchen Frauen sind Bauchschmerzen vor Periode oder Eisprung die Regel. Bei ihnen geht auch regelmäßig die Menstruation mit Bauchschmerzen einher. Bedingt ist dies zumeist durch eine wenig entspannte Gebärmutter und teilweise auch bedingt durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Zu Beginn des Monatszyklus bereitet die Gebärmutter alles vor, um ein befruchtetes Ei aufnehmen zu können. Kommt es nicht zur Befruchtung, so wird alles wieder zurückgefahren, weshalb sich die Gebärmutter verkleinert und Schleimhäute abgebaut werden.

Beim Ablösen der Schleimhäute, was mit der Blutung einher geht, kann es zu Schmerzen kommen, ist diese zu fest an der Gebärmutterwand verhaftet oder zu trocken. So entstehen Bauchschmerzen bei Periode oder auch Menstruation, denen meist schon mit der altbewährten Wärmflasche oder einem angewärmten Kornkissen beizukommen ist, wobei zeitgleich viel Flüssigkeit aufgenommen werden sollte. Zudem lassen sich Bauchschmerzen bei Menstruation und im gesamten Zyklus verhindern oder weniger stark aufkommen lassen, wird rechtzeitig vorgebeugt. Dazu empfiehlt sich eine entspannende Gymnastik, eine ausgewogene gesunde Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und viel frische Luft. Bei den Getränken sollte im Vorfeld, also bevor Bauchschmerzen im Unterleib überhaupt entstehen, auf Tees zugegriffen werden, die eine Muskelentspannende und beruhigende Wirkung haben, beispielsweise Fencheltee. Er hat zudem den Vorteil, dass er die oftmals begleitenden Blähungen beseitigen kann. Im Falle einer geplanten Schwangerschaft sollte hier aber eine besondere Vorsicht walten. Einige dieser Tees führen können mit ihrer entspannenden Wirkung eine Fehlgeburt bedingen.

Leidgeprüfte Frauen wissen, dass Bauchschmerzen und Tage oft miteinander verbunden sind und zudem nicht selten der sogenannte Mittelschmerz auftritt. Wie der Name schon sagt, ist dieser Schmerz etwa in der Mitte des Monatszyklus angesiedelt. Der Bauchschmerz beim Eisprung, manchmal auch Bauchschmerz vor dem Eisprung oder erst danach ist bis heute in seiner Ursache nicht geklärt. Vermutlich entsteht er beim Aufplatzen des Follikels, in dem sich das Ei befindet. Dabei entweicht ein hoher Druck und zudem eine Flüssigkeit, was beides die empfindliche Gebärmutterschleimhaut reizen kann und so zu Bauchschmerzen im Unterleib führt, außerhalb der Monatsblutungen. Insbesondere die Bauchschmerzen nach dem Eisprung scheinen sich auf diese Erklärung zurückführen zu lassen. So belastend Bauchschmerzen beim Eisprung auch sind, sie können hilfreich bei der Familienplanung sein, treten sie regelmäßig auf. Dabei ist zu beachten, dass der Eisprung Bauchschmerzen etwa zwei bis drei Tage vor dem Aufplatzen des Follikels verursacht. Der Mittelschmerz ist somit kein verlässliches Anzeichne für Fruchtbarkeit oder eine sichere Empfängnis oder ein sicheres Zeichen zu Verhütung einer Befruchtung der Eizelle.

Bauschmerzen bei der Schwangerschaft

Während der gesamten Zeit einer Schwangerschaft kann es aus unterschiedlichsten Gründen zu Schmerzen kommen. So sind Bauchschmerzen bei der Einnistung des befruchteten Eis in die Gebärmutter nicht ungewöhnlich. Mit der festen Verankerung in der Schleimhaut sorgt das Ei dafür, einen sicheren Halt zu haben und nicht versehentlich ausgespült zu werden. Bei Frauen, bei denen eine Gelbkörperschwäche vorliegt, kommt es nicht zur Einnistung. Dieser Hormonmangel kann mit geeigneten Medikamenten behoben werden.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich (Bildquelle: BigStock-ID-7628280-Blaj-Gabriel)

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich (Bildquelle: BigStock-ID-7628280-Blaj-Gabriel)

Besondere Vorsicht ist in den ersten drei Monaten geboten, sobald sich in dieser Zeitspanne ein Ziehen im Unterleib oder Schmerzen im Rücken oder Bauchbereich einstellen sollten. Verursacht die Frühschwangerschaft Bauchschmerzen, kann dies einen ernsten Hintergrund haben, der bis zum Abort führen kann, also der frühen Fehlgeburt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn wehenartige Bauchschmerzen bis zur 14. Schwangerschaftswoche (SSW) eintreten. Nach der 14. SSW sind Bauchschmerzen bei gesunder werdender Mutter und Baby meist auf Aktivitäten des Ungeborenen im Mutterleib zurückzuführen.

Ist eine erfolgte Empfängnis der werdenden Mutter unbekannt, so können erste Schwangerschaftsanzeichen Bauchschmerzen sein, die ihr in dieser Form zuvor unbekannt waren, denn nicht immer bleibt die erste Regel nach der Befruchtung aus, insbesondere dann nicht, wenn zuvor die Pille als Verhütungsmittel eingenommen wurde. Inzwischen ist es bei Frauen mit einem unregelmäßigen Monatszyklus nicht ungewöhnlich, dass dieses Verhütungsmittel zur Regulation und gleichzeitig zur Verhütung eingesetzt wird. Dabei kann es in Einzelfällen aufgrund des komplizierten Ablaufs im Hormonhaushalt zu einer Befruchtung kommen, obwohl die Pille regelmäßig verwendet wurde. Obendrein passiert es nicht selten, dass eine Frau während der Einnahme der Pille Bauchschmerzen aus krankheitsbedingten Gründen bekommt, dann erbrechen muss und so ungewollt eine Schwangerschaft entstehen kann. Im Allgemeinen sind Bauchschmerzen als Schwangerschaftssymptom also nicht ungewöhnlich, denn der Körper muss sich auf die neuen Vorgänge einstellen, was sehr häufig mit einem Ziehen im Unterleib oder eben Schmerzen im Bauchbereich einher gehen kann.

Der Hormonhaushalt

Ursache für die Kombination von Schwanger und Bauchschmerzen ist während der ersten Schwangerschaftswochen vor allem das ungenügende Vorkommen des Schwangerschaftshormons β-HCG. Es dauert eine Weile, bis der Körper der Frau dieses Hormon in ausreichender Menge produzieren kann. Bis dahin bedingt dieser Hormonmangel Kontraktionen der Gebärmutter, was durch deutliches Ziehen oder krampfartige Schmerzen wahrgenommen wird. Zudem ist die ungewohnte Belastung oftmals für starke Unterleibsschmerzen verantwortlich. So werden Bauchschmerzen während der Schwangerschaft verursacht, weil sich die Bänder dehnen, Muskeln sich der neuen Belastung anpassen müssen, die Bauchdecke beansprucht wird und die Bodenbeckenmuskulatur ein höheres Gewicht zu tragen hat. Daneben treten in der Schwangerschaft Bauchschmerzen überaus häufig zusammen mit einem Unwohlsein auf, was besonders in den ersten SSW zum dem gefürchteten morgendlichen Erbrechen führen kann. Auch dies sind normale Vorgänge im Körper der Frau, bedingt durch den anwachsenden Druck, der sich auch auf den Verdauungstrakt auswirkt, insbesondere auf den Magen.

Treten Bauchschmerzen in der Schwangerschaft, begleitet von Ausfluss oder Blutungen auf, oder sind Schwangerschaft und Bauchschmerzen gepaart mit starken Krämpfen und heftigem Erbrechen, so sollte unbedingt umgehend ein Arzt konsultiert werden, auch dann, wenn die Bauchschmerzen in der Frühschwangerschaft auftreten, während der die werdende Mutter teilweise mit erheblichen Schmerzbelastungen rechnen muss.

Bauchschmerzen und Schwangerschaft sind kaum voneinander zu trennen

Als Kardinalregel zur Erkennung gelten neben den Bauchschmerzen als Anzeichen der Schwangerschaft zudem das Ausbleiben der Regel und Verspannungen im Brustbereich. Treten diese Anzeichen bei ganz jungen Frauen auf, sollten die Bauchschmerzen bei Mädchen abgeklärt werden. Zumeist liegt hier keine Schwangerschaft vor, denn gerade bei ganz jungen Frauen zeigt der monatliche Zyklus teilweise gravierende Schwankungen und es können Bauchschmerzen bei der Menstruation auftreten, die ohne eine Blutung erfolgt. Hier versucht der junge Körper das komplizierte Hormonsystem einzupendeln und eine optimale Regulierung zu finden, weshalb Bauchschmerzen und Brustschmerzen bei Mädchen, einhergehend mit einer ausbleibenden Monatsblutung kein Grund zur Panik sind. Fast immer sind dies in diesen Fällen keine Anzeichen einer beginnenden Schwangerschaft.

Die werdende Mutter sollte sich zudem in Erinnerung behalten, dass Bauchschmerzen Schwangerschaftsanzeichen sind, schwanger und Bauchschmerzen kaum voneinander zu trennen sind aber auch Bauchschmerzen in der Schwangerschaft auftreten können, die aus ganz anderem Grunde entstehen. Auch eine werdende Mutter kann erkranken. So können Unterleibsschmerzen Hilfe erfordern, weil eine Blinddarmentzündung vorliegt, eine Magenschleimhautentzündung plagt oder schlicht der ungewohnte Appetit auf unterschiedlichste Speisen zu einer Übelkeit mit Schmerzen im Bauchbereich geführt hat. Häufigster Grund für derartige Bauchschmerzen sind Blähungen, entstanden durch die unterschiedlichsten Nahrungsmittel, die schwangere Frauen in ungewohnten Kombinationen gerne aufnehmen.

Das Absetzen der Pille kann Bauchschmerzen auslösen

Hat sich eine Frau dazu entschieden schwanger zu werden und setzt sie die Verhütungsmittel deshalb ab, kommt es in beständiger Regelmäßigkeit ebenfalls zu schmerzhaften Veränderungen im Unterleib. Wird die Pille abgesetzt und Bauchschmerzen treten ein, ist dies mit dem veränderten Hormonspiegel zu erklären. Nun entstehen nicht nur während der Tage Bauchschmerzen, dieses Symptom kann während des gesamten Monatszyklus auftreten. Verantwortlich hierfür sind wiederum die Schwierigkeiten, die der Körper hat, ohne chemische Unterstützung den Hormonhaushalt und die damit verbundenen Vorgänge regulieren zu müssen. So sind Kontraktionen der Gebärmutter, unregelmäßige starke Menstruation mit Bauchschmerzen oder Zwischenblutung mit Bauschmerzen nicht ungewöhnlich, sollten aber zur Vorstellung beim Arzt führen.

Nach der 18. SSW Bauchschmerzen zu haben ist für die meisten Frauen eine tagtägliche unangenehme Empfindung, die trotzdem ihre positive Seite hat. Ab der 18., spätestens ab der 20. SSW sind Bauchschmerzen ein Zeichen dafür, dass das neue Leben sich im Körper der Frau entwickelt und mit ersten Bewegungen davon kund tut. Ab etwa der 30. SSW sind Bauchschmerzen kaum mehr aus dem Alltag der Schwangeren wegzudenken. Ab der 40. SSW werden Bauchschmerzen zuweilen so heftig, dass Übelkeit auftreten kann, denn jetzt werden die Hiebe und Tritte des Babys dermaßen kräftig, dass schon einmal ein Boxhieb in den Magen erfolgen kann. Das neue Leben zeigt nun deutlich seine Existenz an.

Während der Phase der Geburt hat die werdende Mutter die stärksten Bauchschmerzen der gesamten Schwangerschaft zu ertragen. Für gewöhnlich beginnt dieser Schwangerschaftsabschnitt mit den ersten Übungswehen, wenn der Unterleib, insbesondere die Gebärmutter und die angrenzende Muskulatur, sich auf die Geburt vorbereitet. So können nach der 38. SSW Bauchschmerzen auftreten, die der Empfängnisvorbereitung des Körpers anzulasten sind. So verursachen Babys Bauschmerzen schon vor der Geburt, die während des Geburtsvorgangs ihren Höhepunkt finden. Bauchschmerzen nach der Geburt eines Kindes sind immer vorhanden, werden aber von den jungen Müttern meist kaum wahrgenommen, zu groß ist das Glück über den neuen Erdenbürger, verbunden mit einem stark erhöhten Adrenalinspiegel, der dabei hilft das Schmerzempfinden zu senken. Bauchschmerzen nach Kaiserschnitt sind ebenso vollkommen normal, beschränken sich zumeist auf den Wundschmerz und sind stark gedämpft durch das noch wirkende Anästhetikum, dass vor dem Eingriff verabreicht wurde.

Weitere Gründe für Bauchschmerzen bei Frauen

Bauchschmerzen als Schwangerschaftsanzeichen und Bauschmerzen in der Periode werden ergänzt durch Bauchschmerzen nach einer Insemination, also der künstlichen Befruchtung. Die Bauchschmerzen nach Befruchtung unterscheiden sind nur dann von den Bauchschmerzen bei der Einnistung, wenn es bei der Einführung der benutzten Instrumente zu Verletzungen an der Gebärmutter oder dem Gebärmutterhals gekommen ist. Ansonsten sind kaum Unterschiede feststellbar. Ebenso entstehen durch den Wundschmerz Bauchschmerzen nach einer Ausschabung, was zu den ganz normalen Nebenwirkungen eines solchen Eingriffs zählt. Sollten hier die Bauchschmerzen zur Regel über einen längeren Zeitraum werden, sich die Bauchdecke stark anspannen, Fieber auftreten oder zu heftigen Krampfanfällen führen, ist unbedingt sofort ein Arzt zu konsultieren. Es kann in seltenen Fällen nach einer Ausschabung zu einer Wundinfektion kommen, die lebensbedrohlich werden kann oder eine zukünftige Empfängnis unmöglich werden lässt.

Obendrein sind beim Einsetzten der Wechseljahre Bauchschmerzen nicht ungewöhnlich. Die komplette Umstellung des weiblichen Körpers auf die neue Situation bedingt, dass häufig Bauschmerzen die Wechseljahre einleiten und auch über einen längeren Zeitraum begleiten können, bis der Körper sich auf die neuen Gegebenheiten komplett umgestellt hat.

Was tun bei Unterleibsschmerzen?

Hilfe bei Unterleibsschmerzen bieten oft schon einfache Hausmittel wie die Wärmflasche oder das erwärmte Kornkissen, die beide durch die Wärmezufuhr dafür sorgen, dass sich die Muskulatur besser entspannen kann und Kontraktionen der Gebärmutter weniger stark wahrgenommen werden. Tabletten gegen Unterleibsschmerzen sollten nur genommen werden, wenn unumgänglich und unbedingt nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Diese Medikamente verbieten sich von allein, sind Anzeichen einer Schwangerschaft für Bauchschmerzen aller Wahrscheinlichkeit nach verantwortlich oder ist bereits erwiesen, dass die Patientin schwanger ist und Bauschmerzen darauf zurückzuführen sind. Grund dafür ist die Wirkungsweise dieser Medikamente. Neben dem schmerzstillenden Effekt enthalten diese Präparate zudem Muskelentspannungsmittel, was bei einer Schwangerschaft auch zur Entspannung der Gebärmuttermuskulatur führt, was wiederum einen Abort, also eine Fehlgeburt einleiten kann.

Zudem gibt es einige, meist sehr wirkungsvolle Hausmittel, die gut helfen bei starken Bauchschmerzen. Allerdings sind auch diese meist natürlichen Hausmittel mit großer Sorgfalt anzuwenden, denn einige von Ihnen werden im Allgemeinen unterschätzt, weil ja natürlichen Ursprungs, können aber ebenso zu einer Fehlgeburt führen. Verschiedene Kräuter besitzen eine so intensive Wirkungsweise, dass sie wie einige Medikamente zu einer starken Muskelentspannung führen, was einen Abort auslösen kann. Im Zweifelsfall sollte immer ein fachkundiger Arzt oder Heilpraktiker zumindest beratend hinzugezogen werden. Eine Schwangerschaft und damit die Verantwortung über ein neues Leben ist kein geeigneter Zeitpunkt für selbsttherapeutische Experimente.

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