Viele Frauen nutzen die Pille. Nicht nur, da sie als eines der sichersten Verhütungsmittel gilt, sondern ebenso, um eine regelmäßige Regelblutung zu ermöglichen. Doch dies ist nicht immer der Fall. Manchmal kommt es zu einer Zwischenblutung trotz Pille. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Meist sind hormonelle Umstellungen der Grund, doch auch eine Schwangerschaft oder eventuelle Erkrankungen kommen als Ursachen infrage. Nicht nur Schwangere, sondern alle Frauen sollten Zwischenblutungen grundsätzlich ernst nehmen, da sie ebenso das Anzeichen einer Krebserkrankung sein können. Der folgende Beitrag erläutert alles Wissenswerte rund um die Schmierblutung: Die Ursachen und Anzeichen, welche Symptome für eine Schwangerschaft sprechen und welche Möglichkeiten der Vorbeugung oder Behandlung es gibt. 

Warum kann es zu einer Zwischenblutung trotz Pille kommen? Ursachen und Symptome

Im Allgemeinen treten Zwischenblutungen häufiger bei einem natürlicherweise unregelmäßigen Zyklus auf, beispielsweise in sehr jungen Jahren, wenn die Geschlechtsreife eingetreten ist oder vor den Wechseljahren. Die häufigsten Ursachen sind Veränderungen der Hormone. Während des Eisprungs kann die Ovulationsblutung auftreten. Dabei handelt es sich um eine leichte, kurze Blutung, die zur Zeit des Eisprungs stattfindet. Viele Frauen sind bei Zwischenblutungen verunsichert. Dies ist nicht verwunderlich, da sich hinter der häufig harmlosen Blutung ebenso Infektionen des Genitalbereichs oder sogar Tumore verbergen können. Folgende Ursachen kommen für die Zwischenblutung infrage:

  • Hormonelle Ursachen
    Beim Eisprung kommt es zur Erniedrigung des Östrogens sowie zur Erhöhung des Progesterons. Dies kann mittig des Zyklus eine kurze, harmlose Zwischenblutung hervorrufen.
  • Hormonelle Empfängnisverhütung
    Die Hormone (Östrogen oder Gestagen) führen vor allem am Anfang der Einnahme zu einer Zwischenblutung trotz Pille. Mit der Zeit stellt sich dies meist ein.
  • Einnistungsblutung
    Beim Einnisten der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut ist eine Verletzung der kleinen Gefäße möglich. Dies kann zu einer kurzen, hellroten Blutung führen.
  • Pubertät und Wechseljahre
    Da sich die Hormone während der Pubertät erst einpendeln müssen, kann es nicht nur zu Zwischenblutungen, sondern ebenso zu starken Zyklusschwankungen bei den jungen Frauen kommen. Das Gleiche gilt für die Wechseljahre. Auch hier herrscht ein hormonelles Durcheinander, wodurch häufig eine Zwischenblutung trotz Pille verursacht wird. Treten Zwischenblutungen erst lange nach den Wechseljahren auf, deutet dies auf einen bösartigen Tumor hin.
  • Entzündungen
    Weitere schwerwiegende Ursachen sind Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke, wovon vorwiegend junge und sexuell aktive Frauen im Alter von 25 bis 40 betroffen sind. Die Symptome dieser Erkrankungen sind starke Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Zwischenblutungen, Fieber und Erbrechen. Sogar eine Unfruchtbarkeit kann als Spätfolge drohen. Daher ist eine schnelle Behandlung sehr wichtig. Auch Entzündungen an der Gebärmutter und Scheide können die Ursachen für Zwischenblutungen sein. Dies führt neben den Schmierblutungen zu Unterleibsschmerzen, einem Juckreiz in der Scheide und einem übel riechenden Ausfluss.
  • Krebserkrankung
    Ein nicht zu unterschätzendes Risiko, das ebenfalls der Auslöser für eine Zwischenblutung trotz Pille sein kann, sind Krebserkrankungen, beispielsweise des Gebärmutterhalses. Auch hier ist eine schnelle Erkennung und Behandlung unverzichtbar. Im Frühstadium wird das betroffene Gewebe ausgeschnitten, doch im fortgeschrittenen Stadium muss die komplette Gebärmutter entfernt werden sowie eine Strahlen- und/oder Chemotherapie erfolgen.
  • Psyche
    Die emotionalen Schwankungen, beispielsweise durch Stress, Trauer, aber ebenso Freude, können sich ebenfalls in Zwischenblutungen zeigen.

Können die Zwischenblutungen ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein?

Eine Schmierblutung kann ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein

Eine Schmierblutung kann ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein

Bei manchen Frauen, bei denen eine Zwischenblutung trotz Pille auftritt, liegt eine Schwangerschaft vor. Hierbei handelt es sich allerdings um keine gewöhnliche Menstruationsblutung, sondern sie entsteht beispielsweise beim Einnisten der Eizelle. Sehr viele Frauen leiden vor allem in den ersten Wochen unter immer wieder auftretenden Zwischenblutungen. Die Frage, ob eine Schwangerschaft trotz Periode vorliegt, kann dennoch nie pauschal beantwortet werden. Folgende Anzeichen sprechen dafür:

 

  • Anschwellen oder Spannungsgefühl der Brüste
  • Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Heißhungerattacken
  • Häufiger Harndrang
  • Verändertes Geruchsempfinden

Nicht nur bei diesen Anzeichen, sondern generell, wenn die Frage nach einer eventuellen Schwangerschaft im Raum steht, sollte ein Schwangerschaftstest erfolgen, denn nur dies bringt Klarheit. Auch ein Gynäkologe sollte aufgesucht werden, da sich hinter der Zwischenblutung möglicherweise ernste Gefahren verbergen, wodurch die Schwangerschaft gefährdet werden könnte.

Kann die entsprechende Pille zu Zwischenblutungen führen?

Auch die eingenommene Pille kann der Auslöser der Zwischenblutungen sein. Die Hormondosierung ist eventuell zu niedrig. In diesem Fall setzen sich die körpereigenen Hormone durch. Dies kann zu einer Zwischenblutung trotz Pille führen und auch der Empfängnisschutz ist hier unzureichend. In Absprache mit dem Gynäkologen kann zum Beispiel von der Minipille zum Kombinationspräparat gewechselt werden. Des Weiteren ist das Gestagen als alleiniger Wirkstoff häufig der Grund für Zwischenblutungen. Bei östrogenfreien Pillen, die den Gestagen-Wirkstoff Desogestrel enthalten, verändert sich das Blutungsmuster bei sehr vielen Frauen. Die Pille muss generell auf den Körper optimal abgestimmt sein. Wenn eine Zwischenblutung trotz Pille über zwei Monate lang auftritt, sollte das Präparat gewechselt werden. Vor allem bei jüngeren Frauen oder vor den Wechseljahren sind Blutungen aufgrund der hormonellen Veränderungen keine Seltenheit. Halten sie jedoch länger an, wiederholen sich häufig und treten zusätzlich starke Schmerzen auf, sollte die Ursache unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Möglichkeiten der Behandlung von Zwischenblutungen

Bei einer Zwischenblutung trotz Pille entscheidet grundsätzlich die Ursache über die Therapie und die Möglichkeiten. Daher sollte als Erstes stets der Frauenarzt aufgesucht werden. Abhängig davon, ob der Auslöser hormonell oder organisch bedingt ist, kann entsprechend mit Medikamenten oder Hormonpräparaten behandelt werden. In manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich, beispielsweise bei Wucherungen oder Tumoren. Mögliche Infektionen mit Pilzen oder Bakterien können mit Antibiotika ausgeheilt werden. Wucherungen, Polypen, Myome und bösartige Tumore werden meist chirurgisch entfernt. Zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten sind die Strahlen- und Chemotherapie. Aufgrund der zahlreichen Ursachen, die als Auslöser für die Zwischenblutungen infrage kommen, sind pauschale Lösungsvorschläge nicht möglich.

Wann ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen?

Ein Arztgespräch sollte bei Beschwerden immer in Betracht gezogen werden

Ein Arztgespräch sollte bei Beschwerden immer in Betracht gezogen werden

Es ist nicht erforderlich, bei jeder Zwischenblutung sofort einen Arzt zu konsultieren. Wenn allerdings die folgenden Faktoren eintreten, ist es wichtig, dass die Ursache abgeklärt wird:

  • Häufige oder mehrere Zwischenblutungen hintereinander
  • Starke oder lang anhaltende Blutungen
  • Zwischenblutung nach dem Ende der Wechseljahre
  • Zwischenblutung während der Schwangerschaft
  • Starke Schmerzen
  • Schwächegefühl
  • Ohnmacht

Der Frauenarzt wird nach einer ausführlichen Befragung die gynäkologische Untersuchung durchführen. Durch ein Abtasten der Vagina sowie eine Ultraschalluntersuchung können eventuelle Veränderungen erkannt werden, welche als Auslöser für die Zwischenblutung trotz Pille in Betracht kommen.

Ist ein Vorbeugen von Zwischenblutungen möglich?

Um einer Zwischenblutung trotz Pille oder Infektionen vorzubeugen, ist eine stabile Psyche unerlässlich. Daher ist es wichtig, die Seele zu stärken. Die Psyche spielt hinsichtlich des Wechselspiels der Geschlechtshormone eine entscheidende Rolle. Zu wenig positive Stimmungshormone können den Menstruationszyklus negativ beeinflussen und somit zu Beschwerden führen. Daher sollte im Alltag für genügend Entspannungsphasen gesorgt, Sport getrieben und auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Übergewicht gilt es zu vermeiden. Zudem ist es ratsam, auf Nikotin und Alkohol zu verzichten. Regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt sind zudem hilfreich, um krankhafte Veränderungen frühzeitig zu diagnostizieren und eine passende Therapie einzuleiten. Grundsätzlich ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 20. Lebensjahr ratsam. Zudem sollten sich schwangere Frauen, die unter Zwischenblutungen leiden, schonen und Stress vermeiden.

Gibt es Medikamente oder Hausmittel, um Zwischenblutungen zu verhindern?

Die Naturapotheke kann bei einer Zwischenblutung trotz Pille helfen, beispielsweise das Hirtentäschel. Die darin enthaltenen Eiweißstoffe sind in der Lage, Zwischenblutungen zu stoppen. Daher

Mönchspfeffer ist ein beliebtes Hausmittel

Mönchspfeffer ist ein beliebtes Hausmittel

wird die Heilpflanze gern bei Zwischenblutungen sowie starken Monatsblutungen eingesetzt. Auch der Mönchspfeffer kann helfen, denn in dieser Heilpflanze ist ein Phytohormon enthalten, wodurch die Produktion des körpereigenen Progesterons gefördert wird. Der Mönchspfeffer reguliert den Zyklus auf eine sanfte Weise. Die Tendenz geht allgemein wieder hin zu den Hausmitteln, da sie über viele positive Aspekte verfügen. Zu den bewährten Mitteln zur Therapie gegen Zwischenblutungen gehören beispielsweise:

  • Hirtentäschelkraut
  • Mönchspfeffer
  • Eichenrinde
  • Moor
  • Taubnessel

Diese Mittel können zum Beispiel als Wickel, warme oder kalte Anwendung, zum Einreiben oder Baden, als Aufguss oder in Kompressen angewendet werden.

 

 

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