Der Ausdruck Hornhaut kommt aus dem Lateinischen und leitet sich von „Stratum corneum“ ab. Spricht man von Hornhaut, sind damit die verdickten Bereiche der Haut gemeint. Am häufigsten betroffen sind die Fersen und die Fußballen. Aber auch in den Handinnenflächen und an den Fingern kann Hornhaut entstehen. Dort äußert sie sich als gelbliche Verdickung. Ist die Haut längere Zeit über Druck und Reibung ausgesetzt, so reagiert die Epidermis (äußerste Hautschicht) darauf und bildet die Hornhaut.

Wie entsteht die Hornhaut?

Die Haut besteht aus drei Schichten, die Unterhaut (Subcutis), die Lederhaut (Dermis) und die Oberhaut (Epidermis). Die Epidermis wiederum besteht ebenfalls aus mehreren Schichten. Verdickt sich die Epidermis, so spricht man von Hornhaut. In der untersten Schicht produzieren die Zellen das Keratinozyten, welches stetig an die Hautoberfläche geschoben wird. Auf dem Weg dahin verändern sich die Keratinozyten in Korneozyten, den eigentlichen Hornzellen. Durch die Produktion von Keratin verhornen sie zunehmend und verlieren den Zellkern, wodurch sie flacher werden. Die abgestorbenen Zellen lösen sich selbst von der gesunden Haut ab. Die Hornhaut kann unterschiedlich dick sein. Die dauernde Belastung der Haut steht damit eng im Zusammenhang. Demnach sind die Handflächen und Fußsohlen am häufigsten von diesen Verdickungen betroffen. Die Bildung der Hornhaut wird als das häufigste Fußproblem angegeben. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Die trockene Haut und eine gestörte Hautbarriere begünstigen das Wachstum. Das Tragen von zu engen Schuhen, vor allem, wenn sie lange getragen werden, ist eine vermehrte Ursache bei der Hornhautbildung. Betroffene Stellen sind:

  • die Fersen
  • die seitlichen Fußränder
  • die Ballen

Positiver Effekt der Hornhaut, oder doch nur ein lästiges Problem?

Eigentlich ist die Hornhaut nur eine Schicht von abgestorbenen Hautzellen, die es alleine nicht schaffen, sich von der gesunden Haut abzuschuppen. Sie wird auch als Schutz der Epidermis angesehen. Sie bildet nämlich die Barriereschicht, die die Haut gegen äußere Faktoren schützen soll. Außerdem schützt sie die Haut vor ihrem natürlich einsetzenden Feuchtigkeitsverlust.
Der Körper weiß aber nicht, wie viel Hornhaut gesund ist. So kann eine zu dicke Schicht bis in die Unterhaut einreißen und Schmerzen verursachen. Auch wenn die Hornhaut eine Schutzfunktion der Haut einnimmt, ist sie ein lästiger Nebeneffekt. Durch die unterschiedliche Dicke der Hornhaut ist sie in ganz besonders hartnäckigen Fällen eine Belastung. Sie erschwert das Gehen und verursacht Schmerzen. Oft sind unangenehme Gerüche ein zusätzliches Problem, die sich durch Bakterieneinlagerungen in der Hornhautschicht bilden. In diesen Fällen ist es ratsam, die Hornhaut entfernen zu lassen.

Wie schnell wächst Hornhaut?

Im Kinder- und Jugendalter kann man beobachten, dass die Haut fast gänzlich ohne Hornhaut geschützt ist. Erst im Alter bildet sich diese. Generell benötigt die Haut exakt 28 Tage, um sich neu zu bilden. In dieser Zeit werden abgestorbenen Hautzellen abgestoßen und die Hautzellen erneuert. Eine Beschleunigung für das Wachstum von Hornhaut gibt es nicht. Oft ist es hilfreich, viel barfuß zu laufen. Dadurch baut die Haut ihren natürlichen Schutzwall auf. Es gibt den Mythos, dass, wenn man in kurzen Abständen die Hornhaut entfernen lässt, diese schneller und dicker nachwächst. Das ist aber ein Irrglaube. Wenn wir öfter zum Friseur gehen, um uns die Haare schneiden zu lassen, wachsen sie diese auch nicht schneller nach, die Veränderung an  sich fällt einem nur schneller auf. Wie viel Hornhaut jeder tragen möchte ist Geschmackssache. Es gibt aber auch krankhafte Bildung von Hornhaut, die Keratose. Bei der Keratose spricht man von einer Verhornungsstörung. Hier verdickt die oberste Hornhautschicht überdurchschnittlich.

Entfernung von Hornhaut

Regelmäßige Fußpflege minimiert das Risiko an überschüssiger Hornhaut. Egal ob zu Hause oder bei der Fußpflege. Ein Fußbad mit Kamille, australischem Teebaumöl oder nur in einer Salzlauge erweicht die Hornhaut. Nach dem Erweichen kann man die Hornhaut entfernen, entweder durch Abrubbeln oder sie fällt, je nach Hausmittel, von alleine ab.
Wenn der Salzgehalt des Fußbades hoch ist, bringt es auch natürliche Feuchtigkeit in die Haut. Ist die Haut sehr trocken, sollte dem Wasser ein ölhaltiger Zusatzstoff beigegeben werden. Hier empfiehlt sich Urea. Generell sollen die Füße nicht länger als 15 Minuten und bei Diabetikern 5 Minuten, im Fußbad verweilen. Die Haut wird schrumpelig und beim Entfernen der Hornhaut spürt der Mensch nicht mehr den Übergang zwischen den Hautschichten. Und genau das ist wichtig, um nicht zu viel Hornhaut zu entfernen. Es gibt auch zahlreiche Hilfsmittel, die einen hohen Marktwert haben und beim Hornhaut entfernen behilflich sind:

  • Bimssteine
  • Hornhautschwämme
  • Feilen
  • Raspeln
  • Hornhauthobeln
  • Muschelschalen, – kalk

Das am häufigsten verwendete Hilfsmittel ist der Bimsstein. Er ist sanft und schonend zur Haut und lässt die Hornhaut leicht entfernen. Bei Hornhautfeilen ist besondere Vorsicht geboten, vor allem bei Diabetikern, da die Gefahr besteht, dass beim Entfernen zu tief in die Haut geschnitten wird. Leidet man unter sehr empfindlicher Haut, gibt es Hornhautschwämme, die mit feinem Schmirgelpapier beschichtet sind. Es sollte nur so viel Hornhaut entfernt werden, dass sich die Haut beweglich anfühlt. Hat man zu viel Hornhaut entfernt, schmerzt die betroffene Stelle. Nach der Hornhautentfernung sollte eine Fußcreme aufgetragen werden. Hier eignet sich eine Creme mit Lipiden (Fette) sehr gut und auch Aloe vera ist zu empfehlen, da diese Pflanze eine Heilwirkung besitzt. Lavendel und Rosmarin sind häufig Bestandteile von Fußcremes.

Hornhaut entfernen nur mit Salbe?

Alternativen zum Einsatz von Bimsstein und Hobel sind die unzähligen Salben, die es auf den Markt geschafft haben. Eine Schrundensalbe verspricht, die Hornhaut zu minimieren und zu entfernen. Aber schafft eine Salbe diesen Effekt wirklich? Eigentlich muss nur der gesunde Menschenverstand eingeschaltet werden, um zu erkennen, dass das nicht möglich ist. Schließlich können diese Salben nicht zaubern. Der Vorteil bei dieser Anwendung ist, dass keine Verletzungsgefahr besteht. Das Ergebnis bleibt jedoch ernüchternd. Vor allem Frauen greifen auch auf elektronische Hornhautentferner zurück. Aber diese teuren Produkte erzielen den gleichen Effekt wie eine Behandlung mit Bimsstein oder Hornhautfeile. Hier ist es einfach Geschmackssache, für welche Methode man sich entscheidet. Um aber wirklich sicherzugehen, dass man die richtige Methode und Mittel verwendet und nicht zu viel Hornhaut entfernt, ist ein Gang zur Fußpflege oder sogar zu einer medizinischen Fußpflege zu empfehlen, gerade bei Hühneraugen und Co..

 

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