Wie der Name Haarausfall schon sagt, ist diese Krankheit durch ein vermehrtes Ausfallen der Haare gekennzeichnet, d.h. die Diagnostik ist einfach zu stellen. Es ist normal, dass der Mensch bis zu 100 Haare täglich verliert. Hiermit sind nur die Kopfhaare und nicht etwa die sonstige Körperbehaarung gemeint. Von einer Alopezie spricht man, wenn deutlich mehr Haare ausfallen.

Ursachen für den Haarausfall

Mit Cortison gegen kreisrunden Haarausfall

Mit Cortison gegen kreisrunden Haarausfall (© detailblick – Fotolia.com)

Die Ursachen können vielfältig sein. Handelt es sich um eine adrogenetische Alopezie, so ist die Rede vom sogenannten anlagebedingten Haarausfall. Die Haarwurzeln der Betroffenen reagieren hierbei empfindlich auf das Hormon DHT, so wird die Wachstumsphase der Haare verkürzt und sie fallen schneller aus. Hinzu kommt, dass Haarwurzeln bei den Betroffenen eine größere Anzahl des Enzyms 5-alpha-Reduktase aufweisen, wodurch insgesamt mehr DHT produziert wird. Die Veranlagung für diese Prozesse, die sich im Körper abspielen, sitzt in den Genen. Da es sich jedoch um verschiedene Gene handelt, die nicht alle zwangsweise weitervererbt werden, kann das Auftreten einer Alopezie bei der nächsten Generation nicht hundertprozentig vorausgesagt werden.

In vielen Familien tritt auch der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) auf. Die genaue Ursache hierfür ist unbekannt. Bestimmte Ärzte gehen von einer Fehlreaktion des Immunsystems aus, die eine Entzündung an den Haarwurzeln hervorruft und die Haare anschließend dadurch ausfallen. Andere behaupten, dass eine erbliche Veranlagung dafür verantwortlich ist. Häufig tritt diese Art der Alopezie mit anderen Autoimmunkrankheiten auf, so zum Beispiel einer Schilddrüsenerkrankfung oder der Weißfleckenkrankheit.

Die Ursache für den diffusen Haarausfall ist möglicherweise neben einer hormonellen Störung, auf eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Eisenmangel, Nährstoffmangel, auf bestimmte Medikamente oder Therapiemaßnahmen (z. Bsp. Chemotherapie), Vergiftungen, eine Schwangerschaft oder auch auf eine Hormoneinnahme zurückzuführen. Mechanische Ursachen können haarstrapazierende Kopfbedeckungen, bestimmte Frisuren (zum Beispiel Pferdeschwanz) oder Bettlägerigkeit über einen langen Zeitraum sein. Auch Hautkrankheiten oder Pilzinfektionen sowie eine Infektion mit Bakterien und Viren (wie zum Beispiel Schuppenflechte, Ekzeme oder Herpes Zoster) können für die Alopezie verantwortlich sein.

Hinzu kommen Stress oder andere psychische Ursachen, die die Alopezie auslösen können.

Symptome bei Haarausfall

Beim androgenetischen Haarausfall fallen die Haare zunächst im Stirn- und Schläfenbereich aus. Die Geheimratsecken werden größer und eine Stirnglatze entsteht. Auch die Haare am Hinterkopf werden dünner, so dass eine Tonsur entsteht. Letztendlich bleibt nur noch ein Haarkranz am Hinterkopf und den Schläfen übrig.

Bei Frauen kommt es zumeist zur verstärkten Haarlichtung im Scheitelbereich. Handelt es sich um den diffusen Haarausfall, so werden die Haare auf dem ganzen Kopf, d.h. gleichmäßig an verschiedenen Stellen, dünner. Beim kreisrunden Haarausfall bilden sich haarlose Flecken an verschiedenen Stellen auf dem Kopf. Hautkrankheiten oder Pilzinfektionen lösen häufig haarlose Herde an verschiedenen Stellen der Kopfhaut aus. Beim diffusen Haarausfall ist der gesamte Haarwuchsbereich auf dem Kopf betroffen, nicht nur einzelne Stellen.

Behandlung bei Haarausfall

Obwohl es auf dem Markt zahlreiche Produkte gibt, die den Haarwuchs anregen und somit den Haarausfall stoppen, sollten der oder die Betroffene zunächst zum Arzt und die Diagnose abklären, bevor eine Behandlung folgt. Je früher der Arztbesuch, desto mehr Haare können eventuell gerettet werden.

Beim androgenetischen Haarausfall wird häufig Minoxidil gegeben, das auf die Kopfhaut aufgetragen wird, damit neue Haare wachsen und so den Haarausfall bremsen. Es handelt sich jedoch um eine eventuell langwierige Therapie, die mit einem Arzt abgesprochen werden sollte. Ein weiteres Mittel ist Finasterid, das den männlichen Hormonhaushalt beeinflusst. Doch auch hier ist Geduld gefragt. Zudem ist der Wirkstoff verschreibungspflichtig und es sollte auch hier zuvor eine ausführliche Beratung durch den Arzt erfolgen. Für Frauen ist die Therapie mit diesem Mittel nicht möglich. Sie können stattdessen auf eine Anti-Baby-Pille mit antiandrogener Wirkung zurückgreifen. Andere Möglichkeiten bieten östrogenhaltige Tinkturen, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden und den weiteren Haarausfall verhindern sollen.

Wenn der kreisrunde Haarausfall nach einiger Zeit nicht von selbst verschwindet ist eine Therapie mit Kortison notwendig. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht durch Dicyclopropyphenon (DCP). Ein Wirkstoff, der das Immunsystem ablenken soll und so den Haarausfall im Idealfall stoppt.

Beim diffusen Haarausfall richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Ist zum Beispiel die Einnahme von Medikamenten schuld, so kann der Arzt ein anderes Präparat verschreiben. Besteht Eisenmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung, so verschaffen die Einnahme von entsprechenden Medikamenten Abhilfe, die auch den Haarausfall beseitigen. Durch Chemotherapie bedingter Haarausfall verschwindet nach der Behandlung und die Haare können wieder normal nachwachsen.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei androgentetischem Alopezie ist eine Haarverpflanzung. Hierbei werden Haarwurzeln vom noch bestehenden Haarkranz am Hinterkopf an andere Stellen verpflanzt.