Millionen Menschen lassen sich heutzutage vorrangig in jungen Jahren tätowieren, um in bestimmten Lebensphasen ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen, ein bedeutendes Symbol auf der Haut zu tragen, einfach trendig zu sein oder dem Lieblingsstar nachzueifern. Längst sind Tattoos aus der zwielichtigen Ecke der Häftlinge und kriminellen Gangmitglieder gerückt und gesellschaftsfähig geworden.

Trotzdem kann manche Tattoowierung nach Jahren durch eine Veränderung der Modetrends, der beruflichen Situation oder einfach durch einen anderen persönlichen Geschmack als störend und sogar äußerst einschränkend empfunden werden. Viele Menschen spielen deshalb mit dem Gedanken, die Jugendsünde auf der Haut entfernen zu lassen. Waren die schönheitsmedizinischen Techniken bis vor kurzem noch mit unangenehmen optischen Nebenwirkungen verbunden, garantieren moderne Geräte heute eine nahezu gänzliche Entfernung der Tattoowierung.

Die Entfernung: Um ein Vielfaches teurer als das ursprüngliche Tattoo

Wer sich ein Tattoo stechen lässt, denkt in den seltensten Fällen zukunftsorientiert darüber nach, dass das gewählte Motiv die unterschiedlichsten Lebensphasen und Modetrends überdauert und später als unerwünschte Modesünde empfunden werden kann. Vor allem an freiliegenden Körperstellen wie Unterarmen, Händen oder Hals ist eine Tattoowierung ihrem Träger später oft peinlich, mit beruflichen Einschränkungen verbunden und kann in besonders schweren Fällen zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Selbstbewusstseins und der Körperwahrnehmung führen. Wer mit dem Gedanken spielt, das unliebsam gewordene Motiv loszuwerden, muss sich darüber im Klaren sein, dass eine Entfernung mit einem hohen Aufwand an Zeit und Geld verbunden ist. Je nach Technik und Größe der Tattoowierung sind mehrere Sitzungen notwendig, die je bis zu 300 Euro kosten können. Für ein mittelgroßes Tattoo muss daher mit einem Endbetrag von etwa 1500 bis 2000 Euro gerechnet werden.

Die Laserentfernung: Ständiger Fortschritt in der Dermatologie

Von veralteten Methoden der Entfernung wie operativen Eingriffen, Blitzlampen oder Abschleifungen, die in jedem Fall schwere Schädigungen der Haut hinterlassen, ist die Schönheitsmedizin in den letzten Jahren allmählich abgekommen. Die meisten Dermatologen, seriösen Kosmetikinstitute oder Tattoo-Studios entfernen das ungeliebte Hautmotiv heute mit modernen Lasergeräten, die bei fachgerechter Anwendung eine hohe Sicherheit, geringe Schmerzbelastung und kaum ästhetische Risiken mit sich bringen. Der Erfolg der Entfernung mit herkömmlichen Lasergeräten ist jedoch maßgeblich von der Größe, Farbzusammensetzung, Hautbeschaffenheit und der Tiefe der Tattoowierung abhängig.

Einfarbige oder dunkle Tattoos gelten als vergleichsweise einfach in der Entfernung. Durch konventionelle Lasergeräte werden die Pigmente mit Komplementärfarben behandelt und verblassen dadurch allmählich. Farben wie Schwarz, Rot oder Blau lassen sich durch diese Technik in wenigen Sitzungen leicht und rückstandslos entfernen. Problematisch können allerdings bunte und großflächige Tattoos sein, da einzelne Farben auf konventionelle Laser unterschiedlich reagieren und daher das Risiko besteht, dass das Resultat unregelmäßig ausfällt. Während Orange und Violett sich nicht immer vollständig entfernen lassen, gelten helle Farben wie Gelb, Grün oder Weiß in der herkömmlichen Laserbehandlung als besonders hartnäckig. Je mehr Sitzungen nötig sind, desto höher ist auch das Risiko, dass die Haut durch die wiederholten kleinen Verletzungen, die im Zuge der Entfernung entstehen, dauerhaften Schaden davonträgt. Die Eingriffe verursachen oft Schürfwunden, Bläschen oder Verbrennungen. So ist es möglich, dass auch bei gewissenhafter Nachpflege und Desinfektion der betroffenen Hautstelle sowie konsequentem Schutz vor Sonnenlicht sichtbare Veränderungen der Hautoberfläche zurückbleiben. Diese können sein:

  • Narben
  • Veränderungen der Hautbeschaffenheit
  • Pigmentstörungen wie Hypopigmentierung
  • Negativabdrücke
  • Unauffällige, aber fühlbar erhabene Stellen auf der Hautoberfläche

Neue High-Tech-Laser: Effektive Entfernung aller Farben in wenigen Sitzungen

Mit hochmodernen Lasergeräten wie beispielsweise dem neuen Picosure-Laser lassen sich auch Farben entfernen, die konventionelle Geräte nicht erfassen können. High-Tech-Laser erwärmen die Farbpigmente und zertrümmern sie anschließend in winzige Staubkörner, die von den Fresszellen des Körpers erfasst und später über die Lymphflüssigkeit abgebaut werden. Dies garantiert eine gleichmäßige Entfernung aller Farben und dadurch ein wesentlich besseres Resultat. Auch bunte Tattoos lassen sich durch diese Technik in vielen Fällen vollständig und rückstandslos entfernen. Ein weiterer Vorteil der High-Tech-Laser besteht darin, dass durch diese hocheffiziente und schnelle Methode wesentlich weniger Sitzungen erforderlich sind, was die Haut schont und dadurch das Risiko einer Narbenbildung oder anderen Schädigung der Haut drastisch reduziert.

Gesundheitliche Risiken der Tattooentfernung

Lange Zeit existierten keine behördlichen Kontrollen der Tinten und Farbstoffe in der Tattoo-Kunst. Deshalb wurden in der Vergangenheit oft Industriefarben verwendet, die Lacke, Schwermetalle und andere toxische oder krebserregende Substanzen enthielten. In den letzten Jahren wurden die Kontrollen verschärft und nach regelmäßigen chemischen Analysen immer wieder Farbstoffe vom Markt genommen. Je nach Alter des Tattoos kann es daher sein, dass sich die durch den Laser zertrümmerten, toxischen Pigmentteile in den Lymphknoten und Organen wie Leber oder Niere anreichern und später Erkrankungen oder Allergien auslösen. Es existieren keine wissenschaftlichen Studien darüber, wie die chemischen Inhaltsstoffe der alten Tattoo-Farben auf Laserbehandlungen reagieren und welche gesundheitlichen Folgen dadurch entstehen können. Experten geben jedoch zu bedenken, dass schon beim Auftragen der Tattoowierung bis zu 80 Prozent der Inhaltsstoffe der verwendeten Farbe nicht auf der behandelten Hautpartie selbst verbleiben, sondern in den Organismus gelangen. Dadurch ist das Risiko, dass es im Zuge der Entfernung zu einer weiteren Verteilung der Substanzen im Körper kommt, vergleichsweise gering.

Effiziente Entfernung ohne Laser

Manche Kosmetikinstitute bieten seit einigen Jahren auch eine patentierte Technologie zur Tattoentfernung an, die ohne den Einsatz von Lasergeräten auskommt. Laut Hersteller hat diese Methode gegenüber dem Laser den Vorteil, dass die Pigmente nicht über die Lymphe, sondern direkt über die Oberfläche der behandelten Hautstelle abgebaut werden und daher nicht in den Organismus gelangen. Mit einem speziellen Gerät wird im Zuge der Behandlung eine dünne Schicht der Oberhaut punktuell abgetragen, um eine Oberflächenspannung der Haut und damit Narbenbildung zu verhindern. Anschließend wird eine Entfernungsflüssigkeit auf Basis von Milchsäure appliziert, die in die Tattoowierung eindringt und die Fresszellen daran hindert, die Farbpigmente zu binden. Diese werden vom Organismus als Fremdkörper erkannt und über die Hautoberfläche nach und nach abgestoßen. Die körperähnliche Flüssigkeit löst sich, ohne Rückstände zu bilden in Glukose auf. Die Farbpartikel der Tinte befinden sich auf der Oberfläche der Wunde und fallen im Zuge des Wundheilungsprozesses schließlich ab. Diese Methode eignet sich besonders für empfindliche Körperstellen wie Hals oder Gesicht, da sie im Gegensatz zu Laserbehandlungen wesentlich weniger Schmerzen verursacht als die ursprüngliche Tattoowierung.

Egal, für welche Methode man sich entscheidet, um sich vom ungeliebten Hautmotiv zu trennen, die Behandlung sollte immer von einem Profi durchgeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich die Schmerzen während der Behandlung in Grenzen halten und das Resultat die hohen Kosten und den intensiven Zeitaufwand wert ist.

 

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