Jeder spricht vom Blutdruck. Aber was ist das eigentlich? Wann ist er zu hoch, wann ist er zu niedrig? Damit kennt sich kaum jemand aus, wir wissen nur, dass er bei Stress steigt und das zu hoher Blutdruck gefährlich ist. Bei bestimmten Stress-Situationen und bei körperlicher Beanspruchung steigt nun einmal der Druck des Blutes an und das ist auch gut so. Er ist eine dynamische Größe, der sich an die unterschiedlichsten Anforderungen anpasst. Also steigt er bei extremer Belastung, denn jetzt muss das Herz zu höherer Leistung angetrieben werden und die Muskeln müssen besser durchblutet werden, als das im Normalfall zu erwarten ist. Tritt dann wieder die Entspannungs-Phase ein, sinkt er wieder. Das ist völlig normal. Er unterliegt auch unter normalen Umständen Schwankungen. So ist er am Morgen etwas höher als in der Nacht.

Wie wird der Blutdruck beeinflusst?

Es ist ein recht ausgeklügeltes System, das den Blutdruck steuert. Der Sympathikus ist zum Beispiel ein Teil des vegetativen Nervensystems und steigert bei Bedarf die Frequenz des Herzschlags. Im gleichen Moment verengen sich aber die Blutgefäße und in kürzester Zeit wird hier Bluthochdruck entstehen. Der Parasympathikus ist der Gegenpol zum Sympathikus, er senkt den Druck. Durch Hormone wird er auch gesteuert, sie werden in den Nieren und den Nebennieren hergestellt. Die Nieren produzieren das Enzym Renin und geben es ins Blut ab. Daraus entwickelt sich dann das gefäßverengende Hormon Agiotensin II. Die Nebennieren erhöhen ebenfalls den Druck, Stoffe wie Adrenalin, Noradrenalin und Aldosteron werden ausgeschüttet. Die Hauptschlagader (Aorta) und die Halsschlagader sind mit sogenannten Messfühlern ausgestattet und überprüfen und regulieren den Druck des Blutes.

Blutdruck-Werte nach den Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation):

systolisch (mmHg) diastolisch (mmHg)
optimaler Blutdruck < 120 < 80
normaler Blutdruck 120-129 80-84
hoch-normaler Blutdruck 130-139 85-89
milde Hypertonie (Stufe 1) 140-159 90-99
mittlere Hypertonie (Stufe 2) 160-179 100-109
schwere Hypertonie (Stufe 3) >= 180 >= 110

Hypertonie = Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit

Erhöhter Blutdruck wird Hypertonie genannt und rund 20 Millionen Deutscher leiden unter dieser Volkskrankheit. Bei Patienten über 65 liegt die Zahl wahrscheinlich deutlich höher, aber verlässliche Zahlen gibt es hierzu nicht. Zu niedriger Druck ist weniger verbreitet, die Zahl der Patienten dürfte deutlich darunter liegen. Davon können junge Menschen genauso betroffen sein, wie ältere Patienten. Ältere Menschen können leicht Probleme bekommen, wenn sie die Haltung ändern. Denn vom Liegen zum Stehen oder Sitzen zu kommen, kann Blutdruck-Attacken auslösen.
Wird der Druck nicht sofort reguliert, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen. Schwarzwerden vor den Augen, Kopfschmerzen, starker Schwindel und sogar ein Kollaps ist möglich.Bei einem gesunden Menschen wird sich ein Wert von 120/80 mmHg messen lassen. Dabei bezeichnet die erste Zahl systolischen Druck, die zweite Zahl den diastolischen Druck. Als Systole wird in der Medizin die Auswurf-Phase des Herzens bezeichnet. Die linke Herzkammer zieht sich also zusammen und das Blut wird in die Aorta gepumpt. Gleichzeitig versorgt die rechte Herzkammer den Lungenkreislauf mit Blut. Zu diesem Zeitpunkt ist der Druck des Blutes recht hoch. Die Diastole bezeichnet aber die Entspannungsphasen des Herzens, die Herzkammern erweitern sich und neues Blut kann hineinströmen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Blutdruck sehr niedrig. Ist der erste Wert dauerhaft über 140 bis 159 mmHg angesiedelt und der zweite Wert liegt über 90 bis 99 mmHg, spricht man von einer leichten Hypertonie. Bei einer schweren Hypertonie liegt der systolische Wert bei 180 mmHg, der diastolische Wert ist größer als 110 mmHg.

Hoher Druck ist gefährlich

Den Blutdruck regelmäßig kontrollieren ist nicht nur bei älteren Menschen sinnvoll!

Den Blutdruck regelmäßig kontrollieren ist nicht nur bei älteren Menschen sinnvoll!

Ist der Blutdruck zu hoch, sind viele Folgeerkrankungen zu erwarten. Wenn die linke Herzkammer dauernd unter starkem Druck arbeiten muss, können sich die Wände des Herzens verdicken. Das kann bis zu einer Herzschwäche führen. Zudem wird auch die Gefäßverkalkung gefördert und dadurch wiederum steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Bluthochdruck kann aber auch andere Organe betreffen, die Nieren und die Augen beispielsweise. Die Nieren können so geschädigt werden, dass ein Nierenversagen nicht auszuschließen ist. Doch Schäden an den Nieren gehen auf den gesamten Blutkreislauf zurück, die erhöhte Ausschüttung von Hormonen erhöht wiederum den Druck. So entsteht ein Teufelskreis, aus dem unbedingt herausgefunden werden muss. An den Augen kann die Netzhaut geschädigt werden und somit wird das Sehvermögen beeinträchtigt. Zu niedriger Blutdruck verursacht hingegen keine ernst zu nehmenden Krankheiten, allerdings sind Schwindelgefühle und unangenehme, dauerhafte Müdigkeit sehr oft Begleiterscheinungen. Manchmal kann die Hypotonie auch zu einem Kollaps führen. Das kann eine krankhafte Hypotonie ausdrücken und muss in jedem Fall behandelt werden.

Blutdruck messen ist eine der wichtigsten Aufgaben bei fast jeder Patientenaufnahme im Krankenhaus.

Blutdruck messen ist eine der wichtigsten Aufgaben bei fast jeder Patientenaufnahme im Krankenhaus.

Was führt zu hohem Blutdruck?

Der Bluthochdruck kann verschiedene Ursachen haben. So sind oft Stress und Übergewicht die Ursache, aber auch zu wenig Bewegung, Nikotin und Alkohol kann eine Hypertonie auslösen. Aber auch das muss nicht zwingend zu einem Bluthochdruck führen, nicht bei jedem Menschen ist automatisch Bluthochdruck angezeigt. Auch Kochsalz gilt als Risikofaktor, wobei eine normale Menge an Salz gut vertragen wird. Wer aber sowieso zu Bluthochdruck neigt, wird mit Kochsalz dieses Risiko noch verstärken. Natürlich kann auch eine genetische Veranlagung vorhanden sein und bestimmte Erkrankungen können zu einem erhöhten Blutdruck führen. Mit Medikamenten ist aber der Blutdruck zu beeinflussen, sie kommen einzeln oder in Kombination zum Einsatz. Sehr bedeutsam ist allerdings der Lebensstil, wenn Übergewicht der Grund ist, heißt es abnehmen. Wer aber Sport treibt und sich ausgewogen ernährt, hat diese Erkrankung meist nicht zu fürchten. Die sogenannte „Mittelmeer-Küche“ beugt dieser Krankheit vor, viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch, dafür Fisch und pflanzliche Fette sind Gold wert.

Bluthochdruck stellt eine schleichende Gefahr dar, denn die Folgekrankheiten zeigen sich erst später. Er selbst bleibt lange Zeit unbehandelt, weil einfach keine Beschwerden da sind. Aber ein auf Dauer zu hoher Druck im Blutkreislauf belastet das Herz und andere Organe. Die natürliche Gefäßalterung setzt bedeutend früher ein und schreitet schnell fort.

Symptome bei erhöhten Blutdruck

Ganz am Anfang sind überhaupt keine Beschwerden zu verzeichnen. Später stellen sich dann allgemeine Beschwerden ein, wie etwa Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Nervosität. Auch Kurzatmigkeit bei Belastung kann auf Bluthochdruck hindeuten und wenn noch Schlafstörungen hinzukommen, sollte der Arzt aufgesucht werden. Er wird den Bluthochdruck feststellen und gute Tipps geben, wie der Bluthochdruck vermieden werden kann. Es kommt auf eine salzarme, ausgewogene Ernährung an, dazu kommt regelmäßige Bewegung. Auch die seelische Verfassung ist ein ausschlaggebender Punkt, Stress, Alkohol und Nikotin muss weitgehend vermieden werden. So wird der Bluthochdruck wenigsten im grünen Bereich gehalten und wenn das nicht hilft, gibt es sehr verträgliche Medikamente. Meist müssen aber diese Tabletten dauerhaft eingenommen werden und die Therapie wird durch eine gesunde Ernährung nur noch unterstützt.
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