Kreislaufprobleme sind ein weitverbreitetes Symptom. Schwindel, Schweißausbrüche, Schwarzwerden vor Augen – fast jeder hat vermutlich schon einmal eines dieser Anzeichen am eigenen Leib erfahren. Hinter den Kreislaufbeschwerden können sich verschiedene Erkrankungen verbergen.

Kreislaufprobleme durch niedrigen Blutdruck

Ursache der Symptome bei Kreislaufproblemen ist eine mangelnde Durchblutung des Gehirns. Diese Minderdurchblutung wird meist durch einen zu niedrigen Blutdruck hervorgerufen. Der Blutdruck kann dauerhaft erniedrigt sein oder plötzlich absacken.
Ist der Blutdruck dauerhaft zu niedrig, spricht man von einer Hypotonie. Eine Hypotonie liegt vor, wenn der systolische Blutdruck niedriger als 110 mmHG ist. Der Grenzwert des National Heart Lung and Blood Institute in den USA gibt einen Grenzwert von 90/60 mmHg an. Eine dauerhafte Hypotonie ohne erkennbare Ursache findet sich häufig bei Jugendlichen oder bei schlanken Frauen. Obwohl der Blutdruck dauerhaft erniedrigt ist, zeigen sich die Kreislaufbeschwerden nicht ständig. Vielmehr treten sie in Zusammenhang mit Belastungen wie Stress oder körperlicher Anstrengung auf.
Zu einer vorübergehenden Hypotonie mit Kreislaufbeschwerden kann es bei Überhitzung kommen. Eine Überhitzung kann beispielsweise durch heiße Außentemperaturen oder zu langes Baden in heißem Wasser ausgelöst werden. Nach einer Abkühlung steigt der Blutdruck wieder an und die Kreislaufprobleme verschwinden. Bei einer Unterkühlung kommt es allerdings ebenfalls zu Kreislaufproblemen.
Ist der niedrige Blutdruck die Folge einer anderen Erkrankung, spricht man von einer sekundären Hypotonie. Eine sekundäre Hypotonie kann die Folge eines reduzierten Blutvolumens sein. Dieses kann durch eine zu geringe Trinkmenge, Blutverlust, Durchfall, Erbrechen oder eine Nebennierenrindeninsuffizienz verursacht werden. Auch ein verminderter Blutrückstrom zum Herzen führt zu einem niedrigen Blutdruck und verursacht damit Kreislaufprobleme. Der Rückstrom kann durch Krampfadern, eine Lungenembolie oder das Vena-cava-Kompressionssyndrom behindert sein. Das Vena-cava-Kompressionssyndrom ist die häufigste Ursache für Kreislaufprobleme bei Schwangeren. Generell sind Schwangere häufiger von Kreislaufbeschwerden betroffen.
Aus einer reduzierten Pumpfunktion des Herzens resultiert ebenfalls ein verminderter Blutdruck. Häufige Ursachen dafür sind Herzinsuffizienz, eine Stenose der Hauptschlagader oder ein Erguss im Herzbeutel.

Sonderform orthostatische Hypotonie

Die orthostatische Hypotonie verursacht Kreislaufprobleme beim Wechsel vom Liegen in die aufrechte Körperlage. Beim Aufstehen versackt ein erheblicher Teil des Blutes in den Beinen. Normalerweise steuert der Körper dem mit einer sogenannten Orthostase-Reaktion entgegen. Bei einer orthostatischen Hypotonie funktioniert diese Gegenregulation nicht. Es kommt zu Kreislaufbeschwerden bis hin zur Ohnmacht.

Wie äußern sich Kreislaufprobleme?

Ein akuter Blutdruckabfall äußert sich durch Symptome wie Augenflimmern, Schweißausbrüche, Schwindel oder in schweren Fällen auch Ohnmacht.
Die Kreislaufprobleme bei chronischer Hypotonie sind vielfältiger und uncharakteristischer. Neben Schwindel und Unwohlsein sind weitere Anzeichen:

  • ständige Müdigkeit
  • Appetitmangel
  • Depressionen
  • Antriebslosigkeit
  • Wetterfühligkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Libidoverlust

Die Therapie von Kreislaufproblemen

Ziel der Therapie ist eine Stabilisierung des Kreislaufs und eine Steigerung der Durchblutung. Liegt dem niedrigen Blutdruck eine bekannte Ursache zugrunde, sollte diese natürlich behandelt werden. Je nach Ursache wären Stützstrümpfe, Krampfaderoperationen oder Herzschrittmacher mögliche Therapien. Bei einem sehr niedrigen Blutdruck kann der Arzt blutdrucksteigernde Medikamente (Antihypotonika) verordnen. Kinder und Schwangere können allerdings nur bedingt mit diesen Medikamenten behandelt werden.
Bei akuten Kreislaufproblemen sollten die Beine der betroffenen Person hochgelagert werden. Einzige Ausnahme sind Kreislaufprobleme, die im Rahmen einer Herzschwäche auftreten. Hier würde das Herz durch das rückfließende Blut aus den Beinen zu sehr belastet werden.

Kreislaufprobleme – harmlos oder ein Fall für den Arzt?

Bei jungen Menschen ist ein dauerhaft leicht erniedrigter Blutdruck in der Regel harmlos. Ein Besuch beim Arzt und / oder eine Therapie sind in dem Fall nicht nötig. Treten neben den Kreislaufbeschwerden weitere Symptome wie Atemnot oder Stiche in der Herzgegend auf, sollte hingegen zwingend ein Arzt aufgesucht werden. Mithilfe von verschiedenen Untersuchungen wie Langzeit-Blutdruckmessung, Elektrokardiogramm (EKG), Belastungs-EKG, Langzeit-EKG und Blutlabor kann der Arzt abklären, was hinter den Kreislaufbeschwerden steckt. Bei Verdacht auf eine orthostatische Hypotonie kann der Schellong-Test durchgeführt werden.

Allgemeinmaßnahmen und Hausmittel bei Kreislaufproblemen

Zur Stärkung des Kreislaufs sollte generell auf Genussgifte wie Alkohol oder Nikotin verzichtet werden. Regelmäßige Bewegung regt den Kreislauf ebenso an wie Wechselduschen oder Bürstenmassagen. Besonders empfehlenswert sind Wasseranwendungen nach Pfarrer Kneipp. Einige dieser Anwendungen lassen sich ohne großen Aufwand zuhause durchführen. So fördert das kalte Armbad nicht nur die Blutzirkulation in den Armen, es sorgt auch für eine Durchblutungsförderung im Herzmuskel und regt den gesamten Stoffwechsel an. Das Armbad sollte idealerweise gegen Mittag oder am frühen Nachmittag durchgeführt werden. Dafür einfach das Waschbecken mit 12 bis 18 °C kaltem Wasser füllen und die warmen Arme eintauchen. Die Arme verbleiben für etwa 30 bis 40 Sekunden in dem kalten Wasser. Anschließend die Arme sanft abtrocknen und zur Wiedererwärmung bewegen.
Für eine gute Kreislauffunktion ist zudem eine ausreichende Trinkmenge unerlässlich. Mindestens anderthalb Liter sollten kreislaufschwache Menschen pro Tag trinken.
Langes Stehen oder schnelles Aufstehen sollten insbesondere bei orthostatischen Regulationsstörungen vermieden werden.
Ein pflanzliches Mittel gegen Kreislaufbeschwerden aufgrund von zu niedrigem Blutdruck ist Rosmarin. Die ätherischen Öle der Pflanze wirken kreislaufanregend und erfrischend. Ätherisches Rosmarinöl kann zur Inhalation in die Duftlampe gegeben werden. Anregend wirkt auch ein lauwarmes Bad mit Rosmarinöl. Bei akuten Kreislaufbeschwerden kann ein Tropfen ätherisches Rosmarinöl unverdünnt eingenommen werden. Dabei ist aber auf eine gute Qualität des Öls zu achten. Die regelmäßige Verwendung von frischem Rosmarin in der Küche kann den Kreislauf ankurbeln und niedrigem Blutdruck vorbeugen.