Schlägt das Wetter um, dann fühlen sich viele Menschen krank. Sie bekommen Kopfschmerzen, der Kreislauf spielt verrückt und sie schlafen schlecht. Das Phänomen wird als Wetterfühligkeit bezeichnet.

Das unfreundliche Wetter und der Körper

Als ein Bestandteil der natürlichen Entwicklung, reagiert jeder Mensch auf das Wetter und seine Ausprägungen. Insbesondere das zentrale Nervensystem sowie das menschliche Gehirn werden durch klimatische Bedingungen beeinflusst. Jedoch nimmt nicht jeder Mensch Umwelteinflüsse auch aktiv wahr. Während der Frühling sowie der Sommer mit warmen Temperaturen wie eine Entspannungskur auf die menschliche Seele wirken können, ist die Wetterfühligkeit im Herbst und Winter bei vielen Menschen eine echte Belastungsprobe. Wind, Regen oder Schnee trüben die Stimmung jedes Fünften, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage ergeben hat. 17 % der Befragten haben bei der von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegebenen Umfrage geäußert, dass sich das Wetter insbesondere dann auf die Gemütslage auswirken kann, wenn der Körper ohnehin schon einem hohen Maß an Stress ausgesetzt ist. Aus der Befragung geht des Weiteren hervor, dass Frauen sensibler auf das Klima reagieren als Männer. Die kurzen Tage des Jahres lösen bei 26 % der weiblichen Teilnehmerinnen Unwohlsein aus, während es bei den Männern 18 % sind. Außerdem hat die Umfrage gezeigt, dass die Auffassungen im Hinblick auf das Wetter regional unterschiedlich ausfallen können. Während sich die Menschen in Norddeutschland während der Wintertage sehr wohl fühlen, wobei ein beachtlicher Prozentsatz das nass-kühle Klima sogar genießt, wird diese Einschätzung von den Einwohnern Bayerns in der Regel nicht geteilt. Neben der klassischen Wetterfühligkeit wirkt sich insbesondere die Vorweihnachtszeit auf den menschlichen Körper aus. Zusätzlicher Stress und das kalte Wetter bringen den Körper an seine Belastungsgrenze. Dadurch fühlt sich der Betroffene nicht nur unwohl, sondern ist auch anfälliger für grippale Infektionen.

<h2>Die unterschiedlichen Erscheinungen der Wetterfühligkeit</h2>

Vor allem das unfreundliche Wetter kann unterschiedliche Symptome beim Menschen auslösen. Betroffene klagen häufig über Antriebslosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Unkonzentriertheit sowie über eine ausgeprägte Gereiztheit. Die Wetterfühligkeit, die in der Fachsprache auch als Biotropie bezeichnet wird, kann in schlimmeren Fällen sogar zu Depressionen, allgemeiner Lebensunlust und Schlaflosigkeit führen. Zwar ist es wissenschaftlich erwiesen, dass auch unfreundliche Wetterperioden nicht krank machen können. Das Wetter kann jedoch bereits vorliegende oder im menschlichen Körper versteckte Erkrankungen fördern. In der Wissenschaft werden unterschiedliche Schweregrade unterschieden.

  •  Wetterreagierend sind alle Menschen. Dies gilt auch für diejenigen, die sich damit gar nicht auseinandersetzen möchten. Allerdings ist die Laune bei Kälte und Regen spürbar schlechter als dies im Sommer der Fall ist.
  • Bei der Wetterfühligkeit reagiert das vegetative Nervensystem, das nicht beeinflussbar ist, empfindlich auf die Ausprägungen des Klimas. Sowohl die Temperatur- als auch die Luftdruckschwankungen lösen im Körper Beschwerden wie zum Beispiel Arbeitsunlust, Abgeschlagenheit oder Müdigkeit aus.
  • Menschen, die über Wetterempfindlichkeit klagen, bemerken jedwede Wetterveränderung im Körper. Bei bereits vorliegenden Krankheiten, exemplarisch Rheuma, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Arteriosklerose werden die damit verbundenen Symptome verstärkt. Ebenso reagieren auch bereits abgeheilte Verletzungen, beispielhaft verheilte Knochenbrüche, besonders intensiv auf schlechtes Wetter, so dass Betroffene Schmerzen in dem entsprechenden Körperbereich haben.

<h3>Die gesundheitlichen Folgen beim Temperatursturz</h3>

Sobald das Land im Winter von einem Kälteeinbruch heimgesucht wird, steigt der innere Blutdruck an. Sowohl die Venen als auch die Adern sind deutlich verengt. Der Körper reagiert auf die kalten Einflüsse der Umwelt, um die innere Temperatur konstant zu halten. Dadurch nimmt das potentielle Risiko für einen Schlaganfall, eine Thrombose oder einen Herzinfarkt deutlich zu, da die Blutgerinnungsfaktoren aufgrund der erhöhten Belastung verstärkt werden. Studien haben gezeigt, dass sich der Mitteleuropäer bei einem gemäßigten Temperaturbereich von etwa 20-25 °C am wohlsten fühlt. Solange die Sonne am Himmel scheint und das Klima unter einem Hochdruckeinfluss steht, ist die körperliche Belastung vergleichsweise gering. Verstärkt werden können die Symptome darüber hinaus durch Stress, der sich insbesondere in der Vorweihnachtszeit flächendeckend ausbreitet. Neben den alltäglichen Belastungen sind Menschen auf der Suche nach dem passenden Geschenk für ihre Liebsten. Zudem füllen sich die meisten Innenstädte mit überdurchschnittlich vielen Besuchern, da die Weihnachtsmärkte ihren Reiz ausgestrahlt haben. Dadurch kann sich der als Stadtbummel geplante Besuch schnell zu einer Geduldsprobe entwickeln. Und wo viele Menschen miteinander in Kontakt stehen, ist die Gefahr einer Grippewelle ebenso nicht weit entfernt.

<h4>Tipps gegen das nasse und kalte Schmuddelwetter</h4>

Zwar kann der Mensch das Wetter nur bedingt beeinflussen, jedoch gibt es einige Möglichkeiten, um auch bei unschönem Wetter ein positives Wohlbefinden beizubehalten:

  • Das sogenannte Biowetter sollte auch während der kalten Jahreszeit regelmäßig abgerufen werden. Die Informationen sind nicht nur auf die tatsächlichen Verhältnisse beschränkt, sondern bieten auch wertvolle Empfehlungen für ein optimales Verhalten.
  • Wer sich bewusst und regelmäßig Wetterreizen aussetzt, härtet den eigenen Körper ab. Dadurch wird die Intensität der Reize in Zukunft abgemildert. Besonders hilfreich sind lange Spaziergänge an der frischen Luft, auch wenn diese mit Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts lauert. Dadurch passt sich der Körper sukzessive an und wird nebenbei mit wertvollem Sauerstoff versorgt.
  • Ähnlich wirken auch Klimareize, so dass sich regelmäßige Fahrten in ein Gebirge oder ans Meer anbieten, um mit den Veränderungen zurechtzukommen.
  • Regelmäßiger Sport ist empfehlenswert, um die persönliche Anpassungsfähigkeit des Körpers zu trainieren. Vor allem Schwimmen oder rasches Gehen wirken sich nachhaltig und positiv auf den menschlichen Organismus aus.
  • Wellnesstherapien wirken ebenfalls positiv auf den menschlichen Körper. Massage, Gymnastik, Sauna, Thermalbäder oder auch Wechselduschen, wobei die Temperatur abwechselnd von warm auf kalt gestellt wird, heben die Reizschwelle im Hinblick auf negative Wettereinflüsse an.
  • Wer unter Beschwerden wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Nervosität leidet, sollte die persönliche Lebensweise kontrollieren. Eine gesunde Ernährung ist insoweit förderlich, wohingegen der Konsum von Nikotin, Koffein und Alkohol schädliche Auswirkungen hat. Darüber hinaus ist ausreichender Schlaf notwendig, um die Strapazen, die durch das Wetter ausgelöst werden besser kontrollieren zu können.
  • Menschen, die über psychische Verstimmungen klagen, finden die Ursache häufig in der Überlastung, die durch den Beruf oder die Familie gefördert wird. Ist der Betroffene nunmehr Klimareizen ausgesetzt, können sich die Symptome verstärken. Um die innere Balance wiederzufinden, sollten regelmäßig Entspannungsübungen gemacht werden. Dazu zählen insbesondere Yoga, Tai Chi oder autogenes Training.
  • Es mag zunächst seltsam klingen, aber das Führen eines Tage Buches hilft Betroffenen, diejenigen Wetterlagen zu filtern, auf die besonders drastisch reagiert wird. Auf diese Weise werden solche Dinge sichtbar, die ihrerseits zu einer Verstärkung der Wetterfühligkeit beitragen.
  • Der Körper sollte vor allem an kalten Tagen mit ausreichend Wasser versorgt werden. Mindestens 2 l Wasser ohne Kohlensäure sollten konsumiert werden, damit der Körper die ihn belastenden Stoffe besser ausscheiden kann. Dadurch wird die körpereigene Energie ideal ausgeglichen.

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