Im Allgemeinen bezeichnen wir eine Entzündung der Leber als Hepatitis. Diese kann durch Viren oder durch ungesunde Lebensweise hervorgerufen werden. Hepatitis A ist nicht gefährlich und heilt in der Regel von selbst aus. Die Erkrankung wird vom gleichnamigen Virus (HAV) verursacht. Die Krankheit kommt bei uns selten vor und tritt hauptsächlich in Ländern mit niedrigen Hygienestandards auf. Die Ansteckungsgefahr ist im Urlaub in Risikoländern besonders groß. Nicht umsonst erhielt Hepatitis A den Beinamen „Reisehepatitis„.

Wie kann man sich mit Hepatitis A anstecken?

Die Infektion wird durch Viren verursacht, die hauptsächlich in den Ausscheidungen vorzufinden sind. Erkrankte infizieren sich zum Beispiel über belastetes Leitungswasser beim Zähneputzen oder mit kontaminierten Lebensmitteln. Das können mit Fäkalien gedüngte Gemüse oder Muscheln sein. Auch Oberflächen von Gebrauchsgegenständen, die von infizierten Personen benutzt werden, können zur Ausbreitung der Infektion führen. Ein weiterer Infektionsweg sind sexuelle Kontakte. Insbesondere homosexuelle Männer haben ein höheres Risiko, an Hepatitis A zu erkranken.Besonderheiten des Hepatitis-A-Virus
Das Virus ist ein RNA-Virus, besitzt also ein Erbgut aus Ribonukleinsäure. Dieses macht den Erreger sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse, chemische Reinigungsmittel und hohe Temperaturen. Es ist also nicht einfach, das Virus mit Seifen oder Säuren zu bekämpfen. Die akute Hepatitis A heilt relativ schnell aus und verläuft, anders als Hepatitis B und Hepatitis C, selten schwerwiegend. Das Virus kommt verstärkt in Entwicklungsländern vor, wo die hygienischen Verhältnisse schlecht sind. Diese Bedingungen erhöhen die Ansteckungsgefahr. Durch Optimierung der Hygienezustände hat sich das Virus in Industrieländern in den vergangenen Jahrzehnten kaum ausgebreitet. Erkrankt ein Mensch an Hepatitis A, erhält er dadurch lebenslange Immunität. Weil die Zahl der Erkrankungen in Deutschland stark abgenommen hat, ist zwangsläufig die Zahl der Menschen größer, die keinen natürlichen Schutz besitzen. Dadurch haben sie wiederum auf Urlaubsreisen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Mit einer vorbeugenden Hepatitis A Impfung lässt sich dieser Schutz wieder herstellen.

Die Mindeststandards an Hygiene sollten von Reisenden überall eingehalten werden

Die Mindeststandards an Hygiene sollten von Reisenden überall eingehalten werden

Wer ist von Hepatitis A vorrangig betroffen?

Grundsätzlich kann sich jeder anstecken, der mit kontaminierten Stoffen in Berührung kommt. Die Infektion über das Blut ist zwar möglich, aber anders als bei Hepatitis B und C, äußerst selten. In Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika und einigen Mittelmeerländern ist das Risiko einer Erkrankung hoch. Ab den 2.000er Jahren wurden beim Robert Koch Institut nach Reiseaufhalten in Ägypten mehr Hepatitis-A-Fälle registriert. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission am RKI (STIKO) eine Indikationsimpfung vor Reisen in Gebiete mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz. Sie spricht außerdem Empfehlungen für bestimmte Berufsgruppen aus. Hierzu gehören Mitarbeiter von Krankenhäusern und medizinischen Laboren und Mitarbeiter von Abwasseranlagen und ähnlichen Betrieben. Auch über 50-Jährigen sowie Menschen mit chronischen Lebererkrankungen wird die Hepatitis A Impfung empfohlen.

Unterschiede zu Hepatitis B und Hepatitis C

  • Hepatitis B wird nur von Mensch zu Mensch über Blut, Speichel und Vaginalsekret übertragen. Das Virus ist extrem ansteckend. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit kann ein halbes Jahr vergehen. Hepatitis B zeigt sich mit grippeähnlichen Symptomen, typische Gelbsucht tritt jedoch selten auf. Zu 95 % heilt die Krankheit innerhalb einiger Wochen von selbst aus.
  • Das Hepatitis C Virus wird durch Blut und Blutprodukte übertragen. Die meisten Erkrankten haben gar keine Beschwerden, nur 5 % klagen über Übelkeit, Bauchschmerzen und zeigen die gelbliche Verfärbung der Haut. Auch erhöhte Leberwerte lassen sich selten feststellen. Mehr als 50 % der Infizierten entwickeln eine chronische Leberentzündung. Die Leber vernarbt und es bildet sich eine Zirrhose aus. Allerdings entsteht daraus nicht zwangsläufig Leberkrebs. Davon sind nur 4 % betroffen.

Diagnose, Symptome und Verlauf der Hepatitis A

Leberschäden können im Zusammenhang mit einer Hepatitis-Erkrankung einhergehen

Leberschäden können im Zusammenhang mit einer Hepatitis-Erkrankung einhergehen

Eine Leberentzündung tritt mit charakteristischen Merkmalen wie der Gelbfärbung der Haut auf. Dieses Symptom ist jedoch nicht nur typisch für Hepatitis A, sondern auch andere Lebererkrankungen. Nur eine Blutuntersuchung kann genauen Aufschluss über das Ausmaß der Leberschädigung geben. Die Leberfunktion lässt sich anhand bestimmter Blutparameter feststellen, zum Beispiel, wenn Abbauprodukte des roten Blutfarbstoffs und eine erhöhte Anzahl an Transaminasen gefunden werden. Auch Antikörper für das Hepatitis-A-Virus weisen auf eine akute Infektion hin.
Die Krankheit beginnt mit allgemeiner Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber und Leibschmerzen. Übelkeit und Erbrechen kommen hinzu, außerdem die Gelbfärbung der Haut und Augen. Stuhl und Harn verfärben sich dunkel. In einer Laboruntersuchung kann festgestellt werden, dass die Leberfunktionsparameter SGOT (Serum-Glutamat-Oxalacaetat-Transaminase), SGPT(Serum-Glutamat-Pyruvat-Transferase) und Bilirubin deutlich erhöht sind. Bei Kindern zeigt sich die Krankheit häufig ohne jede Form von Gelbsucht, sondern ähnlich wie eine Grippe. Die Krankheit dauert mehrere Wochen an und verläuft niemals chronisch. Dennoch kann sie bei Menschen in höherem Alter gefährlich werden und zu akutem Leberversagen mit Todesfolge führen.

Behandlung und Vorsorge vor Hepatitis A

Für virusbedingte Leberentzündungen gibt es keine spezifische Therapie. Erkrankte müssen sich schonen, viel schlafen und eine fettarme Diät einhalten. Nach einiger Zeit klingen die Symptome von selbst wieder ab. Aus der Hepatitis A entwickelt sich keine chronische Lebererkrankung. Die Beschwerden sind jedoch sehr unangenehm, deshalb ist eine Hepatitis A Impfung als Reisevorsorge überaus sinnvoll. Eine Hepatitis A Impfung bietet optimalen Schutz vor Ansteckung. Reisende, die in bedenkliche Länder möchten, sollten sich aber nicht nur impfen lassen. Sie müssen zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:

  • Im Urlaubsland sollten Sie sich häufig und gründlich die Hände waschen
  • Beim Zähneputzen kein Leitungswasser verwenden, es nicht trinken und nicht zur Zubereitung von Speisen nutzen.

Im Umgang mit Hepatitis-A-Kranken ist das Tragen von Handschuhen wichtig. Oberflächen, die möglicherweise mit dem Virus kontaminiert sind, sollten gründlich desinfiziert werden. Eine Infektion mit Hepatitis A ist meldepflichtig.

Was bewirkt eine Hepatitis A Impfung?

Die aktive Hepatitis A Impfung erfolgt mit einem Impfstoff, der abgetötete Hepatitis-A-Viren enthält. Sie ist die häufigste Form der Impfung und wird auch bei anderen Infektionskrankheiten verwendet. Der Anteil der Viren ist so gering, dass keinerlei Gefahr für einen Krankheitsausbruch besteht. Der Körper bildet Antikörper, die bei einer späteren Infektion die Viren bekämpfen, sodass die Krankheit nicht zum Ausbruch kommt.
Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und chronischen Erkrankungen verwenden die Mediziner menschliche Antikörper. Dann spricht man von einer passiven Impfung. In diesem Fall hält die Schutzwirkung nur einige Monate an. Nach etwa einem halben Jahr wird eine Zweitimpfung notwendig. Dann hat der Betroffene eine Grundimmunisierung und einen kompletten Impfschutz für wenigstens zwölf Jahre.
Die Hepatitis A Impfung wird gut vertragen und zeigt selten Nebenwirkungen. Der Impfstoff wird in die Muskulatur gespritzt, vorzugsweise in Po, Oberarm oder Oberschenkel. An der Einstichstelle kann es zu einer leichten Rötung oder Schwellung kommen. Es gibt Kombinationsimpfstoffe gegen:

  • Hepatitis A und Hepatitis B
  • Hepatitis A und Typhus
  • Hepatitis A und FSME

Bei der Impfung gegen Hepatitis A und B erfolgen zwei Einzelimpfungen im Abstand von vier Wochen und eine dritte Impfung nach einem halben Jahr.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Kostenübernahme einer Hepatitis A Impfung ist nicht einheitlich geklärt und sollte mit der eigenen Krankenkasse direkt abgeklärt werden

Die Kostenübernahme einer Hepatitis A Impfung ist nicht einheitlich geklärt und sollte mit der eigenen Krankenkasse direkt abgeklärt werden

Wenn die Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts eine Impfung für das betreffende Reiseland empfiehlt, übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten. Das Robert Koch Institut (RKI) gibt außerdem Empfehlungen zum Umgang mit Erkrankten, zur Prävention und zu Bekämpfungsmaßnahmen. Es klärt über die Bedeutung von Impfungen, ihre Nebenwirkungen, Impfquoten, Forschungsprojekte und vieles mehr auf. Das RKI empfiehlt Hepatitis A Impfungen sowie Impfungen gegen Hepatitis B, FSME, Gelbfieber, Cholera, Influenza, Meningokokken, Typhus und Tollwut. Die gesetzlichen Krankenkassen sind nur verpflichtet, medizinisch notwendige Impfungen zu bezahlen, also Schutzimpfungen vor Diphtherie, Tetanus, Röteln und Polio (Kinderlähmung). Die Impfdosen gegen Hepatitis A und B können für Selbstzahler teuer werden, denn sie kosten über 200 Euro. Wer eine Reise in ein Risikoland plant, sollte vorher mit seiner Krankenkasse sprechen.

 

 

 

 

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