Bei der Achalasie handelt es sich um eine seltene und häufig unentdeckte Erkrankung der Speiseröhre. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Verdauungsorgan jedoch nicht um eine Röhre, sondern um einen schlauchförmigen Muskel, der die Aufgabe hat, die Nahrung in den Magen zu transportieren.

Für diesen Vorgang ist es essentiell, dass der Muskelschlauch kontrahiert, also die Fähigkeit besitzt, zu erschlaffen, um durch die dabei entstehenden Pumpbewegungen den Nahrungsbrei in den Magen zu befördern. Bei der Acahalasie ist eben diese Motilität dadurch gestört, dass der Muskel ständig angespannt ist.

Ursachen der primären Achalasie

Bei der Achalasie sterben die Nervenzellen der glatten Muskulatur in den Wänden dieses Teiles des Verdauungstraktes aus bisher unerklärlichen Gründen ab. Für die Annahme, dass es sich bei der Achalasie um eine sogenannte Autoimunerkrankung handelt, spricht die Tatsache, dass man bei einigen Patienten eine erhöhte Anzahl an Antikörpern feststellen konnte. Diese Antikörper erkennen in körpereigenen Strukturen irrtümlich einen Feind und richten sich in diesem Fall gegen das autonome Nervensystem.

Die These, dass virale Erreger die Krankheit auslösen könnten, hat sich nach neueren Studien nicht erhärten lassen. Ein Zusammenhang von psychischen und erblichen Faktoren wird noch diskutiert.

Symptome

Da die Symptome der Achalasie anfangs recht unspezifisch sein können, liegt hinter den Patienten oft ein jahrzehntelanger Leidensweg, ehe es zur richtigen Diagnosestellung kommt.

Das ist für die Patienten nicht nur deshalb schlimm, weil ihre Beschwerden nicht selten in einen psychosomatischen bzw. einen psychischen Zusammenhang gestellt werden und sie deshalb beginnen an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Unerkannt schreitet die Krankheit schleichend fort und die Speiseröhre ist, nach dem relativ harmlosen Anfangsstadium, im 3. Stadium vollkommen defekt.

Die Anfangssymptome der Achalasie sind meist Schluckbeschwerden („der Bissen bleibt einem im Halse stecken“) und die sogenannte Regurgitation. Darunter versteht man das Phänomen, dass der Speisebrei nicht wie gewohnt den Weg nach unten nimmt, sondern wieder zurück in die Mundhöhle befördert wird.

Im weiteren Verlauf treten Husten und retrosternaler Schmerz auf. Dieser Brustschmerz wird fälschlicherweise häufig mit Herzproblemen in Verbindung gebracht, rührt aber daher, dass der Druck, der in der Speisröhre entsteht, auf dem Brustbein lastet.

Komplikation: Aspriationspneumonie und Retentionsösophagitis

Infolge der oft nächtlich auftretenden Regurgitation kann es dazu kommen, dass Speisreste in die Atemwege gelangen und dadurch eine Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) ausgelöst wird. Aber auch die Tatsache, dass der Speisebrei aufgrund der mangelhaften Weiterleitung übermäßig lange in der Speiseröhre verweilt, kann zu riskanten Komplikationen führen. Eine Entzündung der Speisröhre, die Retentionsösophagitis, kann zur Verkürzung der Speisröhre führen und gilt als Vorstufe für Speisröhrenkrebs.

Diagnose und Therapiemöglichkeiten der Achalasie

Mit der Manometrie, der Druckmessung in der Speisröhre lässt sich die Erkrankung bereits im Frühstadium diagnostizieren, während sich mit der Magenspiegelung und dem Röntgenbefund erst später zuverlässige Aussagen treffen lassen.

Alle Therapiemaßnahmen haben zum Ziel, den Mageneingangspförtner zu erweitern. Zur Verfügung stehen hierfür folgende Verfahren:

  1. Die medikamentöse Therapie: Die Mittel, die hier zum Einsatz kommen sind dieselben, die auch bei Bluthochdruck und Herzkrankheiten Verwendung finden. Calciumantagonisten und Nitrate bewirken, dass sich die glatten Muskelzellen entspannen und sorgen dafür, dass die Speiseröhre durchlässiger wird und der Druck abnimmt.
  2. Die Pneumatische Ballondilatation: Ein ebenso einfaches, wie wirkungsvolles Verfahren, das aber leider meist nur zeitlich begrenzte Abhilfe schafft. Mittels eines eingeführten Ballons wird die Speisröhre erweitert. Die Schluckbeschwerden werden dadurch bei fast allen Behandelten über Monate oder gar Jahre hin gebessert.
  3. Injektion von Botulinustoxin: Botox, das meist eher in Zusammenhang mit Jugendwahn gebracht wird, kann auch sinnvoll zum Einsatz kommen. Auch dieses Verfahren bewirkt eine Entspannung des Speiseröhrenschließmuskels und erleichtert dadurch die Passage der Nahrung in den Magen.
  4. Operative Therapie: Mittels einer minimal invasiven Operation wird der Schließmuskel durchtrennt. Dieser Eingriff ist bei 95 Prozent der Fälle dauerhaft erfolgreich.

Die Speiseröhre

Die Speiseröhre, lat. Ösophagus, ist der Teil des Verdauungsapparates, der die Verbindung zwischen Schlund und Magen herstellt.

Anatomie und Histologie

Die Speiseröhre ist ein schlauchförmiges Hohlorgan und ca. 25-28 cm lang. Sie liegt im Mediastinum zwischen Aorta und Luftröhre. Auch zum linken Vorhof des Herzens besteht eine enge räumliche Beziehung. Nach hinten wird der Verlauf des Ösophagus durch die Wirbelsäule begrenzt.

Im Ösophagus gibt es drei natürliche Engstellen:

  • Der sogenannte Ösophagusmund, die obere Enge der Speiseröhre
  • Eine Einengung durch Luftröhre und Aortenbogen, die mittlere Enge der Speiseröhre
  • Eine Einengung am unteren Ende der Speiseröhre, bedingt durch den Durchtritt durch das Zwerchfell. Hier befindet sich auch ein Schließmuskel.

Die Speiseröhre besteht wie die übrigen Abschnitte des Magen-Darm-Traktes aus einer innen gelegenen Schleimhaut und einer darunter gelegenen Schicht von submukösem Bindegewebe. Daran schließt sich eine Schicht glatter Muskulatur an. In den oberen Abschnitten des Ösophagus gibt es zusätzlich noch quergestreifte Muskulatur.

Funktionsweise

Beim Erbrechen können Teile über die Atemwege in die Lunge gelangen und so eine Entzündung auslösen – Achalasie © Fotolia.com

Beim Erbrechen können Teile über die Atemwege in die Lunge gelangen und so eine Entzündung auslösen – Achalasie
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Die Muskelschicht der Speiseröhre ist für den Transport der Nahrung in den Magen verantwortlich. Dies entspricht der physiologischen Funktionsweise des Ösophagus. Kommt es dagegen zum Erbrechen, wird entgegen dem Muskeltonus der Inhalt von Öspophagus und Magen schwallartig wieder zurückbefördert. In diesem Fall können die Teile des Erbrochenen über die Atemwege in die Lunge gelangen und so eine Entzündung, eine sog. Aspirationspneumonie auslösen.

Erkrankungen

Eine sehr häufig vorkommende Erkrankung ist die Refluxösophagitis, deren Leitsymptom das Sodbrennen ist. Durch eine Fehlfunktion des Schließmuskels kommt es hier zum Rückfluss des sauren Magensaftes in die Speiseröhre.

Von Störungen der Motilität spricht man, wenn die Funktion der Ösophagusmuskulatur gestört ist. Ein Beispiel ist die Achalasie, bei der der Muskeltonus am Schließmuskel zu hoch ist und der Transport der Nahrung in den Magen somit wird behindert.

Wird ein Gegenstand geschluckt, der wegen seiner Größe oder Beschaffenheit nicht transportiert werden kann, spricht man von einem Ösophagusfremdkörper. Als Beispiele für solche Fremdkörper sind Fischgräten oder Zahnersatz zu nennen. Bei Kindern können auch verschluckte Spielzeuge oder Münzen einen Ösophagusfremdkörper darstellen.

Auch Krebserkrankungen der Speiseröhre sind keine Seltenheit. Hier sind sowohl gutartige als auch bösartige Tumoren beschrieben.

Erfährt die Wand der Speiseröhre eine Ausstülpung, spricht man von einem Ösophagusdivertikel. Diese Erkrankung kommt v.a. bei älteren Patienten vor.

Schließmuskel

Ein Schließmuskel sorgt dafür, dass Flüssigkeiten oder feste Substanzen nicht zurückfließen oder unkontrolliert austreten. Viele Menschen denken in diesem Fall sofort an den Schließmuskel im Analbereich. Tatsächlich verhindert dieser Schließmuskel, dass der Kot unkontrolliert den Darm verlässt.

Kann ein Patient den Stuhlgang nicht mehr von selbst halten, so sprechen die Mediziner von einer Darminkontinenz. Einige der Patienten können eine Windel für Erwachsene verwenden, andere Personen gehen fast gar nicht mehr aus dem Haus. Diesen Menschen kann mit einem elektronisch gesteuerten Schließmuskel geholfen werden. Eine Elektrode wird in die Pobacke an dem Nervenstrang implantiert, welcher für das Öffnen und Schließen des Muskels verantwortlich ist. 80 Prozent der Patienten, welche Probleme mit dem Schließmuskel hatten, konnte auf diesem Weg geholfen werden. Übrigens wird diese Behandlung von den Krankenkassen übernommen.

Die Mediziner haben einen allgemeinen Begriff für die Bereiche, wo die Verschlussfunktionen fehlerhaft arbeiten. Hier wird von der Achalasie gesprochen. In diesen Bereich fällt auch das fehlerhafte Arbeiten der Muskeln am Ende der Speiseröhre.

Viele Menschen müssen häufig unter Sodbrennen leiden, was sich in der Form äußert, als wurde in der Speiseröhre ein Feuer lodern. Der Grund ist, dass der Schließmuskel am Mageneingang die Säure nicht zurückhalten kann. Diese Flüssigkeit gelangt in die Speiseröhre und verursacht das unangenehme Brennen. Die Mediziner sprechen in diesem Fall auch von einem Reflux, was auch als Zurückfließen bezeichnet werden kann.

Wenn der Schließmuskel am Mageneingang die Säure nicht zurückhalten kann, kommt es zu Sodbrennen. © Fotolia.com

Wenn der Schließmuskel am Mageneingang die Säure nicht zurückhalten kann, kommt es zu Sodbrennen.
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Für dieses Problem gibt es verschiedene Medikamente, welche die brennende Magensäure wieder neutralisieren und dadurch lassen die Schmerzen nach. Die Ursache des Problems liegt oft in der falschen Ernährung oder es wird übermäßig hochprozentiger Alkohol getrunken. Wird die Lebensweise geändert, so verschwinden häufig die Beschwerden sehr schnell.

Eine Aspirationspneumonie äußert sich darin, dass Fremdkörper, Lebensmittelreste oder etwas vom Mageninhalt in die Lunge gerät. Diese fremden Materialien können die Lunge verletzen oder es kann zu einer Verstopfung führen. Normalerweise dürfte so etwas nicht passieren, denn der Schließmuskel am Eingang zur Lunge muss das Eindringen von Fremdkörpern verhindern.

Im Normalfall wird durch Husten die fehlgeleitete Nahrung oder ein Fremdkörper wieder ausgespuckt. Als weiter Notmaßnahme kann das Absaugen der Lunge erforderlich sein und im schlimmsten Fall ist eine künstliche Beatmung erforderlich.

Als Motilität wird ein ungenügendes Arbeiten einiger Muskelgruppen bezeichnet. So kann es zum Beispiel zu einer verminderten Beweglichkeit der Augen kommen, was das Sehfeld enorm einschränkt. Sehr häufig ist auch der Sehnerv geschädigt.

In diesem Fall ist umgehend ein Augenarzt aufzusuchen, welcher die richtige Diagnose stellt und eine entsprechende Behandlung einleitet.

Aspirationspneumonie

Funktioniert der angeborene Schutzreflex beim Verschlucken oder Erbrechen nicht und es gelangen Essensteilchen zusammen mit oder auch ohne Magensaft in die Lunge, kann dadurch in der Lunge eine Entzündung ausgelöst werden, die Aspirationspneumonie genannt wird. Sie wird oftmals auch als „eingeatmete Lungenentzündung“ bezeichnet.

Die Ursachen

Normalerweise verhindert ein angeborener Schutzreflex, dass beim Erbrechen oder Verschlucken Fremdkörper über die Atemwege in die Lunge gelangen können. Passiert es doch einmal, dass Essensteilchen in die Atemwege gelangen, werden diese durch einen Hustenreflex wieder hinaus befördert, ehe sie in die Lunge gelangen können.

Durch eine Funktionsstörung der Speiseröhrenmuskulatur, auch Achalasie genannt, wird dieser natürliche Schutzmechanismus außer Kraft gesetzt und es kann passieren, dass Fremdkörper und Magensäure in die Lunge gelangen. Erreger aus dem Magen können so eine Entzündung des Lungengewebes verursachen, welches zusätzlich durch den sauren Magensaft gereizt wird.

Eine so entstandene Lungenentzündung wird als Aspirationspneumonie bezeichnet. Eine Achalasie tritt meist als Störung der Motilität im unteren Abschnitt der Speiseröhre auf. Meist sind ältere Menschen oder Patienten mit schweren Erkrankungen sowie Bewusstlose und Personen mit Medikamenten- oder Alkoholvergiftungen von einer Funktionsstörung des Schließmuskels betroffen und erleiden infolgedessen nicht selten eine Aspirationspneumonie.

Symptome

Eine Aspirationspneumonie ist die Entzündung des Lungengewebes. © Fotolia.com

Eine Aspirationspneumonie ist die Entzündung des Lungengewebes.
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Die ersten Symptome einer Aspirationspneumonie treten im Normalfall erst mit einiger Verzögerung ein. Einige Stunden oder auch Tage nachdem ein oder mehrere Fremdkörper in das Lungengewebe eingedrungen sind, zeigen sich die typischen Anzeichen einer beginnenden Aspirationspneumonie. Dazu gehören:

  • eine zum Teil sehr ausgeprägte Atemnot
  • Husten mit Auswurf
  • erhöhte Körpertemperatur

Therapie

Die Behandlung einer Aspirationspneumonie kann aus verschiedenen Maßnahmen bestehen. Die Wahl der richtigen Behandlungsmethoden richtet sich letztendlich immer nach der Schwere der Erkrankung.

Um die Schwere der Aspirationspneumonie und die notwendigen Therapieanwendungen zu bestimmen, helfen dem Arzt neben einer Untersuchung mit dem Stethoskop, Röntgenuntersuchungen, eine Untersuchung des Blutbildes und unter Umständen auch eine Brochoskopie (Lungenspiegelung).

Als Erstmaßnahme kann zunächst einmal versucht werden, den oder die Fremdkörper aus der Lunge abzusaugen. Gelingt dies nicht können atemwegserweiternde Medikamente das Abhusten der Fremdkörper erleichtern.

Die eigentliche Aspirationspneumonie – die Entzündung des Lungengewebes – wird mit Antibiotika behandelt. Zur Linderung der Atemnot kann eine Nasenmaske zur Beimengung von Sauerstoff eingesetzt werden.

Bei schweren Fällen von Atemnot kann auch eine künstliche Beatmung der Patienten notwendig werden.

Motilität

Die Motilität (aus dem lateinischen: motus = Bewegung) ist ein Synonym für Bewegungsfähigkeit. Der Begriff wird hauptsächlich in der Medizin gebraucht und meist bezeichnet er eine eher unwillkürliche Bewegung. Er ist nicht zu verwechseln mit der Mobilität, die eher in Zusammenhang mit passiver Beweglichkeit steht.

Der Begriff der Motilität wird unter anderem im Zusammenhang mit der Beweglichkeit des Darms oder der Spermien verwendet. In letzterem Bezug spielt er eine wichtige Rolle für die Spermaqualität.

In der Neurologie werden Erkrankungen im Nervensystem nach Motilität gegliedert. Im Zusammenhang mit den Augen wird der Begriff Motilität auch als deren Beweglichkeit verwendet.

Das Gegenteil zur Motilität ist die Amotilität, somit die Unbeweglichkeit. Eine gesteigerte Beweglichkeit wird Hypermotilität genannt und die verminderte Beweglichkeit wird als Hypomotilität bezeichnet.

Unterschieden kann außerdem zwischen der viszeralen und der zellulären Motilität werden. Die Darmmotilität zählt hier beispielsweise zu den viszeralen Motilitäten, ein Beispiel für die zelluläre Motilität ist die Spermienmotilität.

Motilität wird oft im Zusammenhang mit der Begewlichkeit des Darms oder der Spermien verwendet. © Fotolia.com

Motilität wird oft im Zusammenhang mit der Begewlichkeit des Darms oder der Spermien verwendet.
© Fotolia.com

Im Zusammenhang mit der menschlichen Speiseröhre spielt die Motilität ebenfalls eine wichtige Rolle. In der Speiseröhre kann die Bewegungsfähigkeit des unteren Ösophagussphinkters beeinträchtigt oder gestört sein. Der untere Ösophagussphinkter ist der Schließmuskel, der die Speiseröhre vom Magen trennt.

Ist die Funktion des Muskels gestört kann sich dieser eventuell nicht ausreichend öffnen und Bissen des Essens können nicht in den Magen transportiert werden. Eine solche Störung einer Schließmuskelfunktion wird als Achalsie bezeichnet. Die Ursache dieser Erkrankung ist bisher unbekannt.

Eine Vermutung verschiedener Mediziner ist, dass Zusammenhänge mit dem Immunsystem oder auch dem Nervensystem bestehen. Die üblichen Symptome im Anfangsstadium der Krankheit sind Schluckbeschwerden und Gewichtsverlust.

Während des Krankheitsverlaufs kommt es schließlich zu Aspirationen, das heißt, dass Speisebrei in die Luftröhre übertritt. Als eine Folge der Achalsie kann im schlimmsten Fall eine besondere Art einer Lungenentzündung entstehen.

Diese Lungenentzündung wird durch erbrochenen Mageninhalt, Speisebrei oder andere Stoffe wie Magensäure ausgelöst, die in die Luftröhre und Lunge gelangen.

Eine Lungenentzündung, die auf diese Art und Weise entsteht wird Aspitationspneumonie genannt.