Anämie ist die Bezeichnung für einen Mangel beim Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) Anteil im Blut oder/und einen verminderten Anteil an Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut. Die landläufige Bezeichnung für die Anämie ist Blutarmut. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) haben die Aufgabe, den Sauerstoff zu den Körpergeweben zu transportieren. Der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin, ist der eisenhaltige Blutfarbstoff.

Ursachen der Anämie

Die Ursachen für eine Anämie können unterschiedlich sein. Dazu gehören häufige oder anhaltende innere Blutungen im Magendarmbereich, hoher Blutverlust als Verletzungs/Krankheits/Geburtsfolge, Störung der Erythrozytenreproduktion oder deren Zerstörung, Eisen- und Folsäuremangel, langzeitig einseitige Ernährung. Bei Frauen ist oft eine verlängerte oder besonders starke Regelblutung ursächlich. In der Schwangerschaft stellt sich häufig ein Eisen- und Folsäuremangel ein.

Weitere Mangelanämien sind: Vitamin-B-12-Anämie, Vitamin-B6-Anämie, Proteinanämie, Mangel-Vitamin-C-Anämie. Im europäischen Raum ist die Eisenmangelanämie die häufigste Form. Seltenere Formen der Anämie sind die Anämien mit erblichen Ursachen, Sphärozytose, Sichelzellenanämie oder Thalassämie.

Weitere Ursachen können Rheuma-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Tumoren schwere Infektionserkrankungen sein.

Symptome bzw. Anzeichen von Anämie

Bei Anämie erstmal Blutwerte prüfen

Bei Anämie erstmal Blutwerte prüfen (© luchshen – Fotolia.com)

Jede Art der Anämie hat eine behinderte Sauerstoffversorgung des Organismus zur Folge. Die Betroffenen sind sehr blass, wobei auch die roten Schleimhäute blasser sind. Spürbare Symptome sind starker Leistungsabfall, schnelle Ermüdung, Schwindelgefühl, manchmal auch Atemnot. Begleiterscheinungen können Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen sein. Symptomatische Empfindungen sind Lustlosigkeit, Antriebsschwäche, Appetitverlust, Verstimmungen. Viele der genannten Symptome müssen nicht zwingend auf eine Anämie hindeuten. Aufschluss gibt erst die Laboruntersuchung der Blutwerte.

Diagnose und Verlauf bei Anämie

Liegt der Verdacht auf eine Anämie nahe, so wird der Arzt ein Blutbild veranlassen. Die ermittelten Laborwerte geben dann Aufschluss über den Anteil des Hämoglobins, der Erythrozyten und vom Hämatokrit (feste Blutbestandteile) im Blut. Liegen die Werte unter dem Normalwert, wird eine Anämie unterschiedlicher Schweregrade diagnostiziert.

Der Verlauf ist von der Ursache der Anämie abhängig. Sind Erkrankungen und Verletzungen ursächlich, so wird sich das anämische Krankheitsbild mit deren Behandlung verbessern. Bei nicht behandelter Eisenmangelanämie kann es zu bei Kindern zu Entwicklungsstörungen, bei Schwangeren zu Fehl- und Totgeburten kommen.

Behandlung und Therapie von Anämie

Die Therapie einer Anämie ist immer ursachenabhängig. Ist eine Eisenmangeltherapie ernährungsbedingt oder tritt sie während der Schwangerschaft auf, so werden entsprechende eisen- und folsäurehaltige Medikamente verordnet. Bei ernährungsbedingtem Mangel, z.B. bei einseitigen langen Diäten wird eine sofortige Ernährungsumstellung bei anfänglicher Medikamentengabe empfohlen. Bei inneren Blutungen (Magenblutungen) muss die Ursache, z.B. Magengeschwür behandelt werden. Ernährungsmangel kann durch Ernährungsumstellung und anfangs zusätzliche Eisenpräparate behandelt werden. Während der Behandlung werden die Blutwerte regelmäßig kontrolliert.

Vorbeugung gegen Anämie

Beschwerden, die auf innere Erkrankungen, Magen-Darm, Nierenkrankheiten usw., hinweisen, sollten sofort diagnostiziert und behandelt werden. Die Behandlung beinhaltet auch regelmäßige Blutuntersuchungen. Einseitige Diäten sind zu vermeiden oder nur kurzfristig durchzuführen. Eine ausgewogene Ernährung verhindert Ernährungsmängel. Schwangere sollte alle Vorsorgeuntersuchungen einhalten.

Medikamente und Hausmittel gegen Anämie

Medikamente gegen die Anämie sind die so genannten blutbildenden Mittel. Dazu gehören unter anderem Eisenpräparate, Eisen-Folsäure, Vitamin-B12-Präparate und weitere. Medikamente gegen Anämie sollten nur eingenommen werden, wenn auch eine Anämie durch den Laborbefund diagnostiziert wurde. Bei einem Verdacht auf Anämie, bzw. wenn Erkrankungen vorliegen, die eine solche begünstigen könnten oder bei Schwangerschaft und extrem langen und starken Regelblutungen sollte der Arzt aufgesucht werden.

Eine wirksame Vorbeugung gegen Mangelanämien und die vorherrschende Eisenmangelanämie ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit ausreichend Frischkost, wie Obst, Gemüse und frischen Säften. Eine gute Vitamin-C-Versorgung verbessert die Aufnahmefähigkeit für Eisen. Hohe Eisenwerte enthalten ebenfalls Nahrungsmittel, wie Leber und rotes Fleisch, Rote Beete, Erdbeeren, Sonnenblumenkerne, alle Hülsenfrüchte. Auch Kräuter- und Früchtetees gehören zu den bewährten Hausmitteln.