Unter Analkrebs (Analkarzinom) versteht man einen bösartigen Tumor, der am Afterrand oder im dahinter liegenden Analkanal auftritt.

Die Tumore des Afterrands zählt man zu den Hautkarzinomen, während die Tumore im Analkanal dem Enddarmkrebs ähneln und daher auch unterschiedlich behandelt werden. Analkarzinome sind relativ selten und betreffen hauptsächlich Frauen ab dem 60. Lebensjahr, obwohl auch eine Zunahme bei Männern beobachtbar ist.

Ursachen Analkrebs

Analrandkarzinom

Analrandkarzinom bei einer 66-jährigen Frau
(© de.wikipedia – Kuebi)

Analkrebs wird durch eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) verursacht. Diese Viren werden sexuell übertragen und können zu Feigwarzen führen.

Feigwarzen sind gutartige Gewebswucherungen, die aber in eine Vorstufe eines Analtumors übergehen können.

Weitere Faktoren sind ein geschwächtes Immunsystem, Rauchen, passiver Analsex, häufig wechselnde Sexualpartner bzw. ein vorgeschädigter Analbereich durch Fisteln, Fissuren oder chronische Infektionen.

Symptome bzw. Anzeichen von Analkrebs

Ein Analkarzinom kann folgende Symptome zeigen:

Werden solche Beschwerden festgestellt, sollten diese von einem Facharzt abgeklärt werden.

Diagnose und Verlauf bei Analkrebs

Neben der Schilderung der Beschwerden gibt eine Sexualanamnese erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung. Im Anschluss daran folgt eine genaue körperliche Untersuchung, bei der der Analkanal und der Anus abgetastet werden. Durch die Tastuntersuchung kann bereits ein Großteil der Tumoren entdeckt werden. Danach wird eine Gewebeprobe entnommen, die man im Labor untersucht. Handelt es sich um ein Analkarzinom, muss die Größe des Tumors festgestellt werden und ob eventuell auch bereits Metastasen bestehen. Das passiert mit Hilfe eines Ultraschalls der Leistenlymphknoten und des Analkanals, einer Enddarmspiegelung, einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztomographie. Mit Hilfe des Befundes erfolgt die Klassifikation des Tumors und die weitere Therapie.

Wird ein Analkarzinom rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Von entscheidender Bedeutung ist auch die Nachbehandlung, denn häufig kann innerhalb von zwei Jahren ein weiterer Tumor auftreten.

Behandlung bzw. Therapie von Analkrebs

Analrandtumore können in den meisten Fällen im Rahmen einer Operation entfernt und geheilt werden. Bei den anderen Formen empfiehlt sich eine kombinierte Radiochemotherapie, wobei sowohl der Tumor als auch die Lymphknoten in der Leisten- und Beckenregion bestrahlt werden. Gleichzeitig erhalten die Patienten auch eine Chemotherapie, die auf die Krebszellen wirkt.

Die Operation hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab und kann von der Entfernung des Tumors bis zur Entfernung des Enddarms reichen. Wird der gesamte Enddarm entfernt, so erhalten die Patienten einen künstlichen Darmausgang, wobei der After entfernt und die Haut verschlossen wird.

Für die Planung der Behandlung muss der Arzt auch die einzelnen Stadien der Krankheit kennen. Beim Analkarzinom werden diese folgendermaßen eingeteilt:

  • Stadium O: Der Tumor befindet sich nur in der äußersten Hautschicht.
  • Stadium I: Das Karzinom ist tiefer eingedrungen, aber kleiner als zwei Zentimeter.
  • Stadium II: Der Krebs hat eine Größe von mehr als zwei Zentimeter, hat sich aber noch nicht auf die Lymphknoten oder umliegenden Organe ausgebreitet.
  • Stadium III-A: Der Tumor hat sich auch auf umliegende Organe oder Lymphknoten ausgebreitet.
  • Stadium III-B: Das Karzinom hat sich auf Organe und Lymphknoten ausgebreitet.
  • Stadium IV: Der Krebs hat sich auch auf entfernter liegende Lymphknoten oder Organe ausgebreitet.
  • Rezidiv: Auftreten des Tumors nach einer Therapie

Analkrebs vorbeugen

Eine empfohlene Schutzmaßnahme ist die Verwendung von Kondomen, da die Papillomaviren an der Übertragung beteiligt sind. Für Frauen gibt es in der Zwischenzeit auch einen Impfschutz gegen bestimmte HPV-Typen, daher besteht auch die Hoffnung, diesen Impfstoff auch in der Prävention von Analkrebs einsetzen zu können.

Medikamente & Hausmittel gegen Analkrebs

Analkarzinome werden wie bereits erwähnt mit Hilfe einer kombinierten Radiochemotherapie sowie einer zusätzlichen Chemotherapie behandelt. Die Chemotherapie wird vorwiegend mit den Wirkstoffen Mytomicin C und 5-Flourouracil durchgeführt. Diese zellwachstumshemmenden Medikamente wirken sehr gut gegen Krebszellen und zielen darauf ab, sie im Körper abzutöten.