Der sogenannte anaphylaktische Schock ist eine allergische Sofortreaktion des körpereigenen Immunsystems auf bestimmte allergene Stoffe. Da bei wird der Botenstoff Histamin schlagartig freigesetzt, die Erweiterung der Blutgefäße senkt unmittelbar den Blutdruck so stark, dass die lebenswichtigen Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Das daraus resultierende Herz- und Kreislaufversagen kann ohne sofortige medizinische Behandlung lebensbedrohend sein.

Ursachen anaphylaktischer Schock

Insektenstich als Ursache für einen anaphylaktischen Schock

Insektenstich als Ursache für einen anaphylaktischen Schock (© Benshot – Fotolia.com)

Die Ursachen eines anaphylaktischen Schocks sind vielfältig: Neben Nahrungsmitteln wie Erdnüsse oder Hühnereier können Insektenstiche die Auslöser sein, aber auch bestimmte Medikamente wie Penicillin, sogar Tierhaare können anaphylaktische Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

Anaphylaktischer Schock Symptome

Auch die Symptome können je nach Schweregrad der Immunreaktion unterschiedlich sein. Die Mediziner unterteilen die Anaphylaxie, also die pathologische Reaktion des menschlichen Immunsystem, in vier Schweregrade ein, von denen der anaphylaktische Schock mit Grad 4 die schwerste Form darstellt. Die drei weiteren zeichnen sich beispielsweise durch Quaddelbildung auf der Haut aus (Grad 1), durch Atemnot und Übelkeit (Grad 2) oder durch Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit (Grad 3).

Diagnose und Verlauf

Weil die Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks oft diffus sind, unterschätzt man sie leicht. Treten die ersten Beschwerden sofort nach dem Kontakt mit dem Auslöserstoff auf, so ist dies ein Indiz für eine drohende pathologische Reaktion des Immunsystems. Alarmanzeigen wie tränende Augen, Juckreiz oder Kribbelgefühle in Händen und Füßen erscheinen harmlos, können aber Symptome einer anlaufenden anaphylaktischen Reaktion mit tödlichem Herz- und Atemstillstand sein. Eine schnelle Reaktion kann hier lebensrettend sein.

Notfallbehandlung und Therapie

Deshalb ist die allererste Aktion, sofort den Notarzt unter 112 zu rufen (Wichtig: nicht die 110, das ist der Polizeinotruf – ein Anruf dort kostet nur kostbare Notarzt-Einsatzzeit!). Den Betroffenen in die Schocklage bringen (Rückenlage, Beine hoch) und ggf. warm halten.

Wichtig ist es zudem, den Patienten zu beruhigen und nicht alleine zu lassen, bis der Notarzt eintrifft. Wenn möglich, sollte bei einem Insektenstich der Stachel vorsichtig entfernt werden. Dieser wird bei leichten Symptomen ein Antihistaminikum verabreichen, bei einem anaphylaktischen Schock injiziert er intravenös das Hormon Adrenalin. Es verengt sofort die erweiterten Blutgefäße, der Blutdruck und die Durchblutung lebenswichtiger Organe steigen, sodass sich die Herz- und Kreislauffunktionen wieder normalisieren.

Unterstützend gegen die allergische Reaktion wird ggf. noch das Hormon Kortison vom Arzt eingesetzt, auch Elektrolytlösungen sorgen für eine Verbesserung des Kreislaufzustandes.

Anaphylaktischem Schock vorbeugen

Menschen mit bekannten allergischen Reaktionen, z. B. nach Bienenstichen, sollten immer ein Notfall-Set bei sich tragen. Mittels eines Autoinjektors aus diesem Set kann sich der Allergiker direkt nach einem Insektenstich Adrenalin in den Oberschenkel spritzen. So werden die lebensgefährlichen Auswirkungen eines anaphylaktischen Schocks vermieden, der Betroffene behält seine Handlungsfähigkeit und kann ggf. per Handy weitere Hilfe herbeirufen.

Ein wichtiger Aspekt, wenn keine Begleitperson in seiner Nähe ist, etwa beim Joggen im Wald. Zum Notfall-Set können auch Kortison- oder Antihistaminikum-Präparate gehören. Die Anwendung des Injektors und die Einnahme der Medikamente sollte im Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker geklärt werden – insbesondere, wenn man einen Urlaub in einem fremden Land plant.

Medikamente

Im akuten Notfall gehören Adrenalin, Antihistaminika und Kortison zu den vom Notarzt eingesetzten Medikamenten. Hat der Patient die akute Krise überwunden, sollte ein Allergietest durchgeführt werden, um festzustellen, wogegen der Patient so extrem allergisch reagiert. Die Wiederholung eines anaphylaktischen Schocks lässt sich dadurch zukünftig maximal vermeiden. Bei einer Allergie gegen Insektengifte kann beispielsweise eine Impfkur gegen neuerliche Allergie-Schocks helfen. Bei diagnostizierten allergischen Reaktionen auf bestimmte Medikamente und/oder Nahrungsmittel sind diese zukünftig absolut zu vermeiden. Auch hier können Arzt und Apotheker Hilfen und Tipps für den Alltag geben.