Nach dem ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen) wird das Asperger-Syndrom zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (Kapitel: F84) gezählt – die eigene Codierung lautet F84.5. Das Asperger-Syndrom weist starke Parallelen zu dem Autismus auf, hinzu kommen stereotype, einschränkende und sich wiederholende Interessen und Aktivitäten.

Der Unterschied zum Autismus liegt darin, dass weder die Sprache noch die kognitive Entwicklung eines Aspergers in der Entwicklung verzögert ist. Die meisten Menschen mit Asperger-Syndrom haben eine allgemeine und somit normale Intelligenz – sie fallen jedoch durch motorische Ungeschicklichkeiten auf. Auch die sozialen Interaktionen bereiten jenen Menschen Probleme – jene werden z. B. erschwert durch sich wiederholende und stereotype Verhaltensmuster. Die Kommunikation ist wie beim Autismus auch eingeschränkt.

Ursachen des Asperger-Syndroms

Das Asperger-Syndrom kann vielerlei Ursachen haben, 100% erwiesen ist dies bis dato allerdings noch nicht. Der österreichische Kinderarzt und Heilpädagoge Hans Asperger entdeckte das Asperger-Syndrom erstmals und suchte die Ursache für das Asperger-Syndrom in der Genetik. Er konnte nachweisen, dass mindestens ein Elternteil ebenfalls ähnliche Persönlichkeitsmerkmale aufweist. Jene Störung wird seiner Meinung nach über die Gene vererbt.

Manche Forscher begründen das Entstehen des Asperger-Syndroms auch über Entwicklungsstörungen von neuronalen Prozessen bzw. Netzen. Dies würde erklären, wie es zu einer Fehlverarbeitung von komplexen Informationen kommen kann.

Forscher konnten auch neuropsychologische Ausfälle bei Asperger-Patienten feststellen. Diese Ausfälle beziehen sich auf die Feinmotorik, Grobmotorik, visuelles Gedächtnis, visuelle Raumwahrnehmung und vieles mehr.

Symptome und Anzeichen bei Asperger-Syndrom

Menschen mit Asperger-Syndrom sind meist nicht fähig sich auf soziale Interaktionen einzulassen – sie wollen und können in den meisten Fällen nicht mit Gleichaltrigen interagieren. Ebenfalls können sie keine Emotionen in den Gesichtern anderer Menschen ablesen bzw. richtig interpretieren. Da sie ihre Emotionen nicht unterdrücken können, kommt es auch oft zu einem sozial und emotional unangemessenen Verhalten.

Manche Menschen mit Asperger-Syndrom fallen durch herausragende Intelligenz auf – sie beschränken sich hier stark auf bestimmte Tätigkeiten und weichen dann nur ungern von der Routine ab. Auch eine sprachliche Entwicklungsverzögerung kann teils verzeichnet werden. Die Sprache an sich wird dann allerdings perfekt beherrscht, doch manche Redensarten bereiten hier Probleme und führen desöfteren zu Fehlinterpretationen.

Auch der Sprachrhytmus, die Melodie, die Betonung etc. fällt bei Personen mit Asperger-Syndrom anders aus. Weitere Anzeichen für Asperger-Syndrom sind der mangelnde Blickkontakt, eine begrenzte Mimik und auch Gestik, eine unbeholfene Körpersprache und ein meist unangemessener Ausdruck.

Diagnose und Verlauf bei Asperger-Syndrom

Wie bereits erwähnt, wird das Asperger-Syndrom in dem ICD-10 mit F84.5 codiert. Wichtig für die Diagnose sind die qualitativen Beeinträchtigungen der sozialen Interaktionen und auch die eingeschränkten, sich wiederholenden und stereotypen Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten. Eine sprachliche oder kognitive Entwicklungsverzögerung darf hier nicht vorhanden sein, sonst fällt dies unter die Kategorie „Autismus“ bzw. „frühkindlicher Autismus“. Eine Sprachentwicklungsverzögerung muss hier folglich ausgeschlossen sein.

Behandlung bzw. Therapie von Asperger-Syndrom

Eine spezielle Therapie für Menschen mit Asperger-Syndrom gibt es nicht. Allerdings können die Symptome durch eine Verhaltenstherapie wie ABA (englisch: „Applied Behavior Analysis“) behandelt bzw. bearbeitet werden. Das Ziel jener Verhaltenstherapie ist es, das unangemessene und unangepasste Verhalten der Personen zu verringern um das Zusammeleben mit anderen Menschen somit zu erleichtern. Mit Hilfe der verschiedensten Verhaltenstherapien können soziale Fertigkeiten erkannt und auch erlernt werden – so wird den Patienten die Anpassung an ihr äußeres Umfeld ermöglicht und wesentlich erleichtert.

Wichtig zu erwähnen ist allerdings auch, dass nicht jeder Mensch mit Asperger-Syndrom behandelt werden muss. Manche Menschen mit Asperger-Syndrom wünschen sich auch keine Heilung – das Syndrom macht ihre Persönlichkeit und somit sie selbst aus.

Vorbeugung gegen Asperger-Syndrom

Da die Ursachen für das Auftreten des Asperger-Syndroms nicht eindeutig bestimmt werden können, ist es den Forschern auch nicht möglich zu erläutern wie man das Entstehen des Asperger-Syndroms vermeiden kann. Sollte man allerdings als Erwachsener selbst Auffälligkeiten bei sich feststellen, so kann es nicht schaden, sich die Meinung eines Arztes einzuholen.

Medikamente bei Asperger-Syndrom

Zur Behandlung von Menschen mit Asperger-Syndrom ist generell die Verhaltenstherapie empfohlen. Sollten allerdings verstärkt Symptome wie Aggressionen, Verstimmungen, Hyperaktivität oder Schlafstörungen auftreten, so werden hier Medikamente eingesetzt um den Patienten das Leben zu erleichtern.