Jeder Mensch besitzt 23 Bandscheiben, welche sich mit zunehmendem Alter abnutzen. Es kommt zu Verschleißerscheinungen in der Bandscheibe wie der Bandscheibenvorfall, die Osteochondrose und die Bandscheibenprotrusion. Während die Osteochondrose eine knöcherne Veränderung des Knorpelrings ist, ist die Bandscheibenprotrusion eine Vorwölbung des Faserrings.

Dabei ist die Bandscheibe einem Druck ausgesetzt und der innere Kern wird bis zum Rand des Faserrings verschoben. Hält der Faserring am Ende diesem Druck nicht mehr stand, so reißt dieser und es kommt zu einen Bandscheibenvorfall.

Mögliche Ursachen einer Bandscheibenprotrusion

Während der Körper in der Nacht ruht, wird der Gallertkern mit Wasser gefüllt. Diese Fähigkeit nimmt mit dem Alter ab. Dadurch verringert sich die Elastizität der Bandscheibe. Die Bandscheibe kann dem ausgeübten Druck nicht mehr richtig standhalten und es kommt zur Verwölbung des Faserrings. Auch wenig Bewegung und hohe Belastungen der Wirbelsäule erhöhen das Risiko.

Gegen Bandscheibenprotrusionen wird auf die Stärkung der Wirbelsäule gesetzt. © Fotolia.com

Gegen Bandscheibenprotrusionen wird auf die Stärkung der Wirbelsäule gesetzt.
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Welche Beschwerden können bei einer Bandscheibenprotrusion auftreten?

  1. In manchen Fällen bleibt eine Vorwölbung der Bandscheibe unbemerkt, da sich das Gewebe den Veränderungen dementsprechend anpasst.
  2. Es kommt zu Schmerzen in den betroffenen Wirbelbereichen.
  3. Durch den Druck werden die Gefäße und Nerven eingeklemmt. Dies kann zu Einschränkungen z.B. in den Armen führen und zur Verringerung der Beweglichkeit. Auch neurologische Störungen wie Reflexausfälle, Einschränkung der Empfindung und Taubheitsgefühle können Folgen einer Bandscheibenprotrusion sein.
  4. Tägliche Bewegungen wie das Strecken und in die Hocke gehen fallen schwerer.
  5. Es kommt zu einer Kraftminderung der Muskulatur.

Die Behandlung einer Bandscheibenprotrusion

Gegen Bandscheibenprotrusionen wird in der Behandlung vielmehr auf die Stärkung der Wirbelsäule gesetzt. Die Patienten erhalten Medikamente wie Analgetika, Kortison, lokale Betäubungsmittel und Antirheumatika durch Injektionen gezielt in den betroffenen Wirbelsäulensegmenten zur Behandlung der Schmerzen. Zusätzlich wird durch Physiotherapie die Wirbelsäule gestärkt. Gezielte Krankengymnastik, Wärmeanwendungen, Massagen und Akkupunktur dienen zur Stärkung der Muskulatur. In einer Rückenschule lernen die Patienten die richtige Haltung beim Sitzen, Stehen und auch beim Heben und Tragen. In schwereren Fällen müssen die Patienten für 23 Stunden täglich ein Korsett zur Stützung der Wirbelsäule tragen. All diese Therapien erfordern von den Patienten viel Geduld und Engagement. Es dauert mehrere Monate, bis sich die ersten Erfolge zeigen. Dank dieser Behandlungen sind in weniger als zehn Prozent der Fälle ein operativer Eingriff nötig. Die Bandscheibenprotrusion (Vorwölbung) kann aber ähnlich schmerzhafte Auswirkungen wie ein Bandscheibenprolaps (Bandscheibenvorfall) haben. Wenn keine neurologischen Ausfälle festzustellen sind, braucht man nicht unbedingt operieren. Je nach Befund eigenen sich mehrere konservative Behandlungsformen. Daher konzentriert sich die Behandlung der Bandscheibenvorwölbung auf die Linderung der Schmerzen. Eine deutliche Entlastung der Lendenwirbelsäule bringt die Stufenstellung, bei der die Beine im rechten Winkel auf eine zusammengerollte Decke oder einen entsprechenden Schaumstoffwürfel gelegt werden. Ist die Halswirbelsäule betroffen, können Orthesen helfen. Zur Stützung der Lendenwirbelsäule sind sie weniger zweckmäßig. Ausserdem gibt man Medikamente zur Entkrampfung und Schmerzstillung. Eine Gruppe der infrage kommenden Medikamente sind Antiphlogistika.

Was sind Antiphlogistika?

Antiphlogistika sind Wirkstoffe und Behandlungsmethoden, die Entzündungen eindämmen können. Eine akute Entzündung durch die Verschiebung der Bandscheibe kann in unterschiedlicher Stärke auftreten. Danach richtet sich auch die Dosierung der Tabletten. Die Wirkstoffe kann man ebenso als Zäpfchen oder Injektionen verabreichen. Es gibt sogar Antiphlogistika in Salbenform, die man auf die Haut aufträgt. Sie lassen sich lokal optimal einsetzen und wirken, ohne andere Organe in Mitleidenschaft zu ziehen. Viele Schmerzmittel haben den Nachteil, dass sie die Magenschleimhaut angreifen. Darum verschreibt der Arzt meist ein Magenwand schonendes Zusatzpräparat. Nicht steroidale Schmerzmittel wirken gleichzeitig auch fiebersenkend und werden auch bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Die Selbstheilung einer Bandscheibenprotrusion

Ist man von einer akuten Bandscheibenprotrusion betroffen, kann das zwar sehr unangenehm sein, dennoch besteht kein Grund zur Panik. Genau wie ein Bandscheibenvorfall kann auch diese Erkrankung von alleine ausheilen. Medikamente und Musiktherapie können helfen, akute Schmerzen zu lindern. Operationen sind viel seltener nötig, als Betroffene glauben. Im Laufe des Lebens nutzen die Bandscheiben ab und werden brüchig, vergleichbar mit einem Fahrradschlauch. Viele Patienten haben auch schleichende Schmerzen, die gar nicht akut auftreten. Erkrankte haben häufig Rückenschmerzen, die sich später auch auf die Beine ausbreiten, wenn Druck auf die Nerven entstanden ist. Wie stark die Schmerzen in den Beinen sind und wie lange sie bestehen, kann sehr unterschiedlich sein.

Das Schmerzgedächtnis „austricksen“

Heute vertrauen immer mehr Ärzte auch bei Bandscheibenprotrusion auf die Selbstheilungskräfte des Körpers. Auch Betroffene sollten dies tun. Die sind nämlich größer, als die meisten von uns annehmen. Im akuten Schmerzfall helfen entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente. Diese sollte man aber nicht nach eigenem Ermessen absetzen, denn sonst brennt sich der Schmerz ins Schmerzgedächtnis ein. Dauern Schmerzen länger als drei Monate an, erlernen das die sensiblen Nervenzellen und deuten selbst harmlose Nervenreize als Schmerz. Dieser Teufelskreis sollte verhindert werden – schmerzstillende Medikamente unterstützen dabei. Schmerzbeseitigung hat jedoch nur in der Anfangszeit Priorität. Bewegung ist ein wesentlich stärkerer Motor zur Heilung. Menschen mit Rückenleiden sollten sich auch bei akuten Beschwerden bald, häufig und regelmäßig bewegen. Ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft kann Wunder bewirken. Ferner sind alle gelenkschonenden Sportarten geeignet. Muskelaufbau ist einer der Hauptfaktoren zur Bekämpfung von Rückenleiden aller Art. Nur wer die Rückenmuskulatur konsequent aufbaut, beugt weiteren Verschleißerscheinungen vor.

Krankengymnastik

Durch gezielte Krankengymnastik lässt sich der Verschleißprozess der Wirbelsäule verlangsamen. Alle Übungen kann man individuell gestalten und daher sehr gezielt trainieren. Krankengymnastik kräftigt die Muskeln und beugt auch einem Bandscheibenvorfall vor. Sie eignet sich nicht zur akuten Behandlung, da die Anstrengung die Beschwerden verschlimmern kann.

 

Physikalische Therapie bei Bandscheibenprotrusion

 

Wärmebehandlung bei Bandscheibenprotrusion

Physikalische Therapien haben sich bei Bandscheibenleiden bewährt, denn ein Großteil heilt ohne Operation wieder aus. Die Wärmebehandlung ist eine davon. Da der Schmerz häufig durch reflektorische Muskelverspannungen ausgelöst wird, kann er durch Entkrampfung auch behoben werden. Intuitiv möchten Erkrankte die betroffene Körperstelle ruhig stellen. Das geschieht häufig, indem die Rückenmuskulatur angespannt wird. Dann ist zwar das betroffene Wirbelsegment ruhig gestellt, doch der Druck auf die Bandscheiben erhöht sich und damit auch die Belastung der Nerven. Die Schmerzen werden zwangsläufig größer. Die akute Behandlung der Bandscheibenprotrusion zielt also auf die Entlastung der Bandscheiben und der betroffenen Nerven. Bei der Wärmebehandlung erreicht man die Entlastung im warmen Wasser. Ein Vollbad ist perfekt dazu geeignet, Krämpfe und Verspannungen zu lösen. Eine ähnliche Wirkung kann man durch Fangopackungen oder Kurzwellenbestrahlung erreichen. Fangopackungen können Wärme gut leiten und speichern. Durch Wärme verbessert sich die Durchblutung und das Muskelgewebe wird lockerer. Die heilende Wirkung kann sich bis in tiefe Gewebeschichten ausbreiten. Im Zuge des angeregten Stoffwechsels werden Schlacken abgebaut und das gesamte Gewebe optimal versorgt. Manche Menschen reagieren gut auf Kälte. Auch diese Methode ist eine klassische Therapieform gegen Schmerz. Bei konsequenter Behandlung heilen die meisten Bandscheibenprotrusionen problemlos aus.

TENS -Elektrostimulation

Mithilfe der TENS-Elektrotherapie können Nerven elektrisch stimuliert werden. Das angeschlossene Gerät erzeugt Stromimpulse, die über die Haut in untere Gewebeschichten weitergeleitet werden. Die Stromimpulse können unterschiedlich intensiv sein. Durch den so erzeugten Gegenreiz zum Rückenschmerz leiten die Nerven den ursprünglichen Schmerzimpuls nicht mehr zum Gehirn weiter. Das Verfahren regt die Ausschüttung von Endorphinen an. Besserung stellt sich ein und der schmerzlindernde Effekt hält relativ lange an. Der Vorteil dieser Behandlung liegt darin, dass alle Stromimpulse individuell einstellbar sind. Eine Sitzung dauert ca. 20 Minuten und kann mehrmals täglich wiederholt werden. Die Elektrotherapie lässt sich auch Zuhause anwenden und ist für chronische Rückenschmerzen besonders geeignet.

Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall – wer hat dieses Wort nicht schon einmal gehört. Was gibt es demnach Schöneres, als gesund, fit und munter durch das Leben zu gehen. Umso wichtiger ist es auch, sich ausreichend zu bewegen und richtig zu ernähren, um zu jeder Zeit möglichst ohne Probleme oder Krankheitsanzeichen das Leben genießen zu können. Leider sind immer mehr Menschen betroffen von unterschiedlichsten Leiden und Schmerzen, die den Alltag nur unnötig schwer gestalten. Eine bereits sehr bekannte „Volkskrankheit“ sind Rückenbeschwerden jeglicher Art. Rückenschmerzen können das Leben extrem einschränken, je nach Intensität und Art des Schmerzes. Gerade bei einem eventuellen oder schon vorhandenen Bandscheibenvorfall sollte möglichst schnell reagiert werden.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Als Bandscheibenvorfall wird die Erkrankung der Wirbelsäule bezeichnet. Bei einem Bandscheibenvorfall treten Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal vor. Es gibt verschiedene Gründe, warum es zu einem Bandscheibenvorfall kommen kann. Häufig jedoch ist eine Überlastung der Bandscheiben das Problem, verursacht zum Beispiel durch Übergewicht. Andernfalls kann es sich auch um eine Spinalkanalstenose handeln, dies bezeichnet eine Verengung des Wirbelkanales.

Als Bandscheibenvorfall wird die Erkrankung der Wirbelsäule bezeichnet. © Fotolia.com

Als Bandscheibenvorfall wird die Erkrankung der Wirbelsäule bezeichnet.
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Wichtig ist es, sich bei Schmerzen untersuchen zu lassen, um einen möglichen Bandscheibenvorfall frühzeitig feststellen zu können. Oftmals sind auch einfach nur die Bandscheiben an sich schon vorgeschädigt und es ist eine konservative Behandlung möglich. Andernfalls müssen schwerere Vorfälle mit einer Operation behandelt werden. Beschwerden und Symptome sind meistens ausstrahlende Schmerzen in den Armen oder Beinen oder aber eine Art Taubheitsgefühl im Gebiet der eingeklemmten Nervenwurzel.

Maßnahmen bei einem Bandscheibenvorfall

Die häufigsten Maßnahmen sind unter anderem die physiotherapeuthische oder die osteopathische Behandlung. Diese wird auch bei einer Bandscheibenprotrusion angewendet. Die Bandscheibenprotrusion, auch Bandscheibenwölbung genannt, ist die Veränderung der Bandscheiben, bei der der Faserring (Anulus fibrosus) nicht durchgerissen, sondern nach außen vorgewölbt wird. Schlägt eine konservative Behandlung auch nach mehreren Wochen nicht an, kann es womöglich zu einer Operation kommen.


Vorbeugung ist wie so oft das A und O

Um es gar nicht so weit kommen zu lassen ist es also von großer Bedeutung sich so oft es geht zu bewegen und so wenig wie möglich zu sitzen bzw. dann unbedingt aufrecht und gerade zu sitzen. Wie in vielen anderen Körperbereichen ist es einfach von Vorteil Muskeln aufzubauen. Im Bereich der Bandscheiben ist dies vielleicht nicht ganz so einfach wie anderswo, aber durch gezielte Übungen und allgemein durch Sport lässt sich der gesamte Rücken gut trainieren. Je nach eigenen Vorlieben gibt es viele Möglichkeiten den Rücken zu stärken. Ob beim Joggen,Sschwimmen, Radfahren oder auch beim Tanzen oder Reiten. Zudem sollte man es vermeiden zu schwere Lasten zu tragen. Wer viel am Computer sitzt oder eben arbeitsbedingt sitzen muss, sollte sich gut über das richtige, ergonomische Sitzen am PC informieren. Es gibt mittlerweile viele Lösungen für die richtige, stundenlange Arbeit am Bildschirm. Alles in allem heißt die Devise also einfach, viel bewegen, bewegen und noch einmal bewegen – so beugt man dem Bandscheibenvorfall bestmöglich vor.

Die Bandscheiben

Die Bandscheiben des menschlichen Körpers sind vergleichbar mit Stoßdämpfern, die die Belastungen auf die Wirbelsäule abfedern. Betrachtet man die Wirbelsäule des Menschen, so besteht sie aus 33 – 34 Wirbeln; teilweise sind in einzelnen Bereichen Wirbelkörper miteinander verwachsen (Kreuzbein, Steißbein). Der Rest der Wirbelsäule besteht aus 24 freien Wirbeln. Um einerseits den aufrechten Gang des Menschen zu unterstützen und andererseits Erschütterungen des Körpers abzufangen, ist die Wirbelsäule selbst speziell geformt. Diese Form wird in der Seitenansicht deutlich (doppelte S-Form der Wirbelsäule). Da die einzelnen Wirbel dennoch knöchern oder knorpelig sind, reicht die Formung der Wirbelsäule allein nicht aus, um Erschütterungen beim Laufen oder ein Ananderreiben der Wirbel zu verhindern. Aus diesem Grunde verfügt unser Körper über eine weitere Pufferung: die Bandscheiben. Die Funktion der Bandscheiben wird anhand der folgenden Beschreibung des Aufbaus der Bandscheibe deutlich.

Der Aufbau der Bandscheibe

Die Bandscheiben bestehen aus einer festen Außenhaut aus Bindegewebsfasern, die einen gallertartigen, Flüssigkeit enthaltenden Zellkern umschließen. Bildlich kann man den äußeren Ring mit einer Zwiebel vergleichen, da dieser mit seinen verschiedenen Schichten den Faserring bildet. Wird Druck auf die Bandscheibe ausgeübt,verliert sie Flüssigkeit durch eine Membran. Sobald die Bandscheibe entlastet wird, insbesondere in der Nacht beim Liegen, saugt sie die Flüssigkeit wieder auf. Bildlich kann man sich dies wie einen Schwamm vorstellen, der sich voller Wasser saugt. Dieser Prozess erklärt auch, warum ein Mensch tagsüber bis zu 3 cm „schrumpft“.

Die Bandscheiben sind vergleichbar mit Stoßdämpfern, die die Belastungen auf die Wirbelsäule abfedern. © Fotolia.com

Die Bandscheiben sind vergleichbar mit Stoßdämpfern, die die Belastungen auf die Wirbelsäule abfedern.
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Dieser membrane Flüssigkeitsaustausch, der durch Be- und Entlastung der Bandscheibe geschieht, ist allerdings nach Abschluss der menschlichen Wachstumsphase, die ca. mit dem 20. Lebensjahr endet, die einzige Möglichkeit der Nährstoffaufnahme, da die Bandscheiben dann nicht mehr über Blutgefäße versorgt werden. Im Alter verliert eine Bandscheibe allerdings Flüssigkeit und damit auch an Elastizität. Man kann sagen, die Bandscheibe „trocknet langsam aus“ und der sie umschliessende Faserring bekommt allmählich Risse. Diese degenerativen Veränderungen der Bandscheiben führen am ehesten zur Bandscheibenprotrusion. Hierunter versteht man eine Vorwölbung der Bandscheibe. Der Faserring ist nicht oder nur geringfügig gerissen. Die Vorwölbung der Bandscheibe kann zwar Schmerzen verursachen, ist aber im Normalfall nicht mit einer Ausstrahlung in die äußeren Extremitäten verbunden. Grundsätzlich kann deshalb auch eine konservative Therapie in Form von Krankengymnastik, eine osteopathische Behandlung, unterstützt durch eine leichte medikamentöse Schmerztherapie, die die Beweglichkeit erleichtern soll, stattfinden.

Der Bandenscheibenvorfall

Der Bandscheibenvorfall unterscheidet sich von der Bandscheibenprotrusion dadurch, dass bei dem Vorfall der Faserring der Bandscheibe stärker zerstört ist und der gallertartige Kern aus dem Faserring austritt und in den Wirbelkanal, in dem das Rückenmark liegt, eindringt.In diesem Fall kann es sehr schnell zu einem Druck auf die Nervenwurzeln kommen, was dazu führt, dass Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen in den äußeren Extremitäten auftreten. Es ist sehr genau zwischen den Schädigungen zu differenzieren, um beurteilen zu können, ob eine konservative Behandlung (s.o.) oder nur noch ein operativer Eingriff Abhilfe schaffen können.

Die Osteochondrose

Handelt es sich sich hierbei um eine ganz neue Erkrankung der Wirbelsäule bzw. der Bandscheiben. Nein, die Osteochondrose zeigt einfache starke degenerative Veränderungen der Bandscheiben durch starke Belastung. Wie bereits beschrieben, regenerieren sich die Bandscheiben durch Flüssigkeitsverlust im Alter nicht mehr vollständig. Der Gallertkern der Bandscheibe verliert Wasser und verbleibt unter Belastung in einem zusammengedrückten Zustand. Der Abstand zwischen den Wirbeln wird dadurch geringer und die Elastizität nimmt ab. Die einzelnen Wirbel reagieren darauf durch eine vermehrte Knorpelproduktion an den Randleisten des Wirbels. Ziel ist es, den entstehenden höheren Druck – durch das Nicht-Funktionieren der Bandscheiben bedingt – auf eine größere Fläche abzuleiten. Die zunehmende Knorpelfläche führt letztendlich allerdings zu Reibungen zwischen den Wirbelkörpern, die Schmerzen verursachen.

Osteochondrose

Degenerative Veränderungen von Knochen, Knorpel und Gelenken werden als Osteochondrose bezeichnet. Dauerhafte Schmerzen im Lenden- und Nackenbereich sind die auffälligsten Symptome. Die Hauptursache der Osteochondrose liegt in einer dauerhaften Überbelastung der Wirbelsäule.

Ursachen und Arten der Osteochondrose

Man unterscheidet zwischen der Osteochondrosis dissecans, einer Zersetzung des Kochens, und der Osteochondrosis intervertebralis, was eine Überbelastung von Bandscheiben und Bandscheibenknorpeln bedeutet. Bei der ersten, eher seltenen Form der Osteochondrose kommt es zu degenerativen Knochen- und Knorpelveränderungen aufgrund mangelnder Umwandlung von Knorpelzellen in Knochenmaterial. Der Zersetzung kann eine Übersäuerung des Körpers zugrunde liegen, weshalb es zu einem Mineralstoffdefizit kommt, der eine Unterversorgung von Knorpeln, Knochen und Gelenken zur Folge hat. Die Osteochondrosis intervertebralis als zweiter Typus der Osteochondrose ist wesentlich häufiger. Durch dauerhafte Fehlhaltung, einen Bandscheibenvorfall oder eine Skoliose kommt es zu einer Überbelastung der Bandscheiben, bis diese sich nicht mehr regenerieren können. Die angrenzenden Wirbelkörper werden nicht mehr ausreichend abgefedert und die einzelnen Wirbel bilden zur Druckminderung knöcherne Auswüchse aus, um die Belastung auf eine größere Fläche zu verteilen. Reiben diese Verknöcherungen an angrenzende Wirbelkörper, machen sich Schmerzen bemerkbar. Je stärker die Wirbelsäule dabei verknöchert, desto unbeweglicher wird sie. Bei der Osteochondrose steigt zudem eine Instabilität der Wirbelsäule, was Verschiebungen der Bandscheiben, eine Bandscheibenprotrusion (Verwölbung) mit möglichem Bandscheibenvorfall, oder eine Spinalkanalstenose, also eine Verengung des Wirbelkanals, zur Folge haben kann. Neben den bereits genannten Ursachen Fehlhaltung, Übersäuerung, Bandscheibenvorfall und Skoliose können auch mangelnde Bewegung und Entzündungen der Bandscheiben Gründe für eine Osteochondrose sein.

Bei der Osteochondrose steigt eine Instabilität der Wirbelsäule. © Fotolia.com

Bei der Osteochondrose steigt eine Instabilität der Wirbelsäule.
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Symptome

Als deutlichstes Symptom treten Rücken- oder Nackenschmerzen auf, die dauerhaft und schwer beeinflussbar, aber auch akut sein können. Diese Schmerzen können bis in die Finger und Zehen austrahlen. Auch ein steifer Nacken, Kopfschmerzen und ein Bandscheibenvorfall können bei einer Osteochondrose auftreten. Durch Verengungen des Wirbelkanals, der so genannten Spinalkanalstenose, und den Verknöcherungen sind Lähmungen und neurologische Ausfälle die Folge.

Therapie

Da die Schmerzen bei einer Osteochondrose sehr stark ausfallen können, steht ihre Behandlung an erster Stelle einer Therapie. Die Schmerzbehandlung erfolgt medikamentös durch Schmerzmittel, Entzündungshemmer und muskelentspannende Präparate oder physikalisch mit Ultraschall, Strom- und Wärmebehandlung und Massagen. Die Umstellung auf eine ausgewogene und fleischarme Ernährung, sowie mehr Bewegung, können vorbeugend und therapierend eingesetzt werden. Eine Operation ist bei einer Osteochondrose nur dann dringend geraten, wenn Lähmungen in Blase und Mastdarm auftreten oder die Schmerzen anders nicht mehr gelindert werden können. Möglichkeiten sind hierbei eine Erweiterung des Spinalkanals, die Implantation einer Bandscheibenprothese oder die Versteifung des entsprechenden Wirbelkörpers mittel einer Platte.

Der Osteochondrose vorbeugen

Die häufigste Form der durch Wirbelverschleiß hervorgerufenen Osteochondrosis intervertebralis befällt meist Erwachsene. Der Verschleiß entsteht durch dauerhafte Fehlbelastung wie permanentes Sitzen oder Stehen. Bewegungsmangel begünstigt die Krankheit. Treten die ersten Symptome auf, kann der Patient bereits etwas zur Reduzierung der Symptome beitragen. Mit regelmäßiger Gymnastik kräftigt er die Muskulatur und stützt die Gelenke. viele verschiedene Übungen sind geeignet, daher lässt man sie sich am besten vom Physiotherapeuten zeigen. Mit der richtigen Ernährung kein kann man die Versorgung und Muskulatur ebenfalls unterstützen.

Spätfolgen der Osteochondrose

Vorbeugung, richtige Ernährung und Muskelkräftigung sind enorm wichtig, denn Spätfolgen können gravierend sein. Sind Wirbel befallen, löst sich der gallertartige Kern langsam aber sicher auf. Dadurch können die Wirbel aneinander reiben, was wiederum die Knochenmasse reduziert. Dieser Vorgang ist irreversibel und führt zu starken Schmerzen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten die betroffenen Muskelgruppen regelmäßig trainiert werden. Die Wirbelsäule wird entlastet und erneute Fehlhaltungen vermieden. Bei Osteochondrose der Gelenke löst sich das Knochengewebe mit der Zeit ab. Es kann sogar dazu kommen, dass kleinere Knochenpartikel abfallen und innerhalb des Gelenkes Schmerzen erzeugen. Auch dieser Vorgang ist nicht mehr umkehrbar. Bei schweren Krankheitsformen ist sogar eine Knochentransplantation notwendig.

Die Spinalkanalstenose

Rückenschmerzen sind Beschwerden, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Eine Spinalkanalstenose ist eine dieser Ursachen. Da sehr viele Menschen von Rückenschmerzen betroffen sind und diese sogar zu den sogenannten Volkskrankheiten zählen, ist es wichtig, sich über mögliche Ursachen zu informieren.

Was genau ist eine Spinalkanalstenose?

Bei einer Spinalkanalstenose, die auch als Spinale Stenose bezeichnet wird, handelt es sich um eine Wirbelkanalverengung. Besonders häufig ist das Krankheitsbild bei älteren Menschen zu beobachten, und zwar im Lendenwirbelbereich. Die Segmente der Wirbelsäule, die zwischen dem dritten und dem vierten Lendenwirbelkörper liegen, sind in etwa genauso häufig betroffen wie die Bereiche zischen dem vierten und dem fünften dieser Wirbelkörper. Ausgelöst wird die Spinalkanalstenose durch die hohe Belastung der Wirbelsäule, der diese während des gesamten Menschenlebens ausgesetzt ist, beispielsweise beim Gehen oder Laufen. Die Bandscheiben werden im Laufe des Lebens abgenutzt und es kommt zu einem Höhenverlust der Bandscheibe. Zudem kommt es zur sogenannten Osteochondrose oder Osteochondrosis (inter)vertebralis, einer Verschleißerkrankung der Wirbelsäule mit der Bildung von Ausziehungen an den Wirbeln. Sowohl Elastizität als auch Form der Bandscheiben werden dadurch beeinträchtigt. Die Folge: Der Spinalkanal (also der Rückenmarkskanal) verengt sich und erhält eine Form, die einer Sanduhr gleicht.

Die Spinalkanalstenose kann eine Ursache von Rückenschmerzen sein. © Fotolia.com

Die Spinalkanalstenose kann eine Ursache von Rückenschmerzen sein.
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Was sind die Folgen einer Spinalkanalstenose?

Die Spinalkanalstenose wirkt sich nicht immer gleich aus. Es kann beispielsweise dazu kommen, dass eine gesunde oder relativ gesunde Bandscheibe in den Zwischenraum (zwischen die Wirbel) gleitet und verrutscht. So wird dann Druck auf den Spinalkanal ausgeübt und die Beschwerden (z.B. Rückenschmerzen) beginnen. Auch eine Bandscheibenvorwölbung (auch Bandscheibenprotrusion) ist eine mögliche Folge. Zu den möglichen Symptomen einer Spinalkanalstenose gehören neben den Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich auch Lähmungserscheinungen bis hin zum Querschnittssyndrom und / oder Empfindungsstörungen. Letztere treten allerdings eher selten und vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf. Bemerkt ein Patient diese oder ähnliche Symptome ist auf jeden Fall – wie immer in Gesundheitsfragen – ein Arzt zu konsultieren, beispielsweise ein Orthopäde oder auch der Hausarzt als erster Ansprechpartner.

Gibt es geeignete Therapieformen bei einer Spinalkanalstenose?

Je nach Beschwerdebild und je nach Stadium der Erkrankung können verschiedene Maßnahmen angeraten sein. Dazu gehört beispielsweise eine rein krankengymnastische Therapie. Hier wird Gymnastik dazu eingesetzt, um die Muskulatur zu stärken und die Bandscheibe zu entlasten. Gerade bei starken Schmerzen werden häufig auch schmerzstillenden Medikamente zum Einsatz kommen. Auch Übungen zur Entspannung in ganz unterschiedlichen Therapieformen sind möglich. Darüber hinaus kann in manchen Fällen auch eine Elektrotherapie helfen. Ob eine Operation angebracht ist, muss individuell entschieden werden. Der Chirurg kann beispielsweise eine sogenannte Dekompression durchführen, also den Spinalkanal wieder erweitern.

Spinalkanalstenose im höheren Lebensalter

Im Zuge der sich ändernden Altersstruktur in der Bevölkerung haben Neurologen und Orthopäden immer häufiger mit degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule im Alter zu tun. Die symptomatische lumbale Spinalkanalstenose ist, anders als die Bandscheibenprotrusion, sicher am schwierigsten zu behandeln. Häufig wird operiert, obwohl eine konservative Therapie durchaus sinnvoll wäre und hohe Heilungschancen bietet. Auch wenn sich eine Wirbelkanalverengung im Alter über 65 Jahre fast immer mit neurologischen Defiziten zeigt, muss nicht zwingend operiert werden. Viele Ärzte ordnen sich lediglich dem hohen Erwartungsdruck der Patienten unter. Bei 20 % der Operationen stellen sich anschließend Komplikationen ein. Vor der Behandlung sollten immer eine genaue Anamnese und eine Röntgenuntersuchung stehen, wenn es sein muss auch durch verschiedene Fachärzte.