Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, auch Pankreatitis genannt, ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Mediziner unterscheiden die akute von der chronischen Entzündung. Der folgende Artikel bezieht sich auf die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, die auch als Autolyse bezeichnet wird. Bei ihr werden Verdauungsenzyme zu früh, also immer noch innerhalb des Pankreas, aktiviert, was dazu führt, dass sie die Bauchspeicheldrüse angreifen und diese sich „selbst verdaut“.

Ursachen Bauchspeicheldrüsenentzündung

Gallensteine sind die häufigste Ursache für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung. Sie können in der Mündung vom Gallengang und Pankreasgangs in den Zwölffingerdarm festklemmen. Die Folge davon ist, dass Duodenalsaft zurückfließt, die darin enthaltene Gallensäure den Bauchspeicheldrüsengang schädigt und so ermöglicht, dass Enzyme wie die Phospholipase in den Pankreas gelangen kann. Einen ähnlichen Effekt hat sowohl chronischer als auch übermäßiger Alkoholmissbrauch. Durch den Alkohol wird jedoch die Bauchspeicheldrüse zusätzlich geschädigt, da er Strukturen innerhalb der Bauchspeicheldrüse angreift. Bei 15 % bleibt der Auslöser unerkannt. In seltenen Fällen können auch Infektionen, Medikamente, Nebenschilddrüsenüberfunktion, Hypertriglyceridämie, verschiedene Krebsarten oder Bauchverletzungen eine Entzündung verursachen.

Symptome einer Pankreatitis

Zu Beginn der Bauchspeicheldrüsenentzündung treten heftige Schmerzen im Oberbauch auf, der in den Rücken ausstrahlen kann. Das Gefühl des „Durchstochenwerdens“ kann ebenfalls vorkommen. Übelkeit und Erbrechen können wie Fieber weitere Symptome sein. Das Blutbild ergibt häufig erhöhte Werte für Magnesium, Kalium und Natrium. Auch Zucker und Fettwerte können erhöht sein. Eine erhöhte Serumkonzentration von Amylase, Pankreaslipase und Trypsin sowie eine erhöhte Leukozytenzahl sind weitere diagnostische Auffälligkeiten. Bei schweren Fällen sind äußerlich auch Bauchwasser- und Gelbsucht und Pleuraergüsse häufig. Ekchymosen, Cullen-Zeichen und Grey-Turner-Zeichen können dann ebenfalls auftreten.

Diagnose und Verlauf bei Pankreatitis

Die Untersuchung durch den Arzt ergibt häufig ein druckschmerzhaftes Abdomen und einen Gummibauch, die Laborwerte und die oben genannten Symptome erlauben es dann, die Diagnose zu festigen. Die Folgen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sind nicht zu unterschätzen. Wegen verschiedener Komplikationen wie Blutvergiftung und Herz-Kreislauf-, Nieren- und Lungenversagen kann eine Pankreatitis tödlich verlaufen. Außerdem kommt es häufig zu Pankreaspseudozysten oder -abszessen und Blutungen innerhalb des Pankreas. Bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind vor allem Kreislaufschocks und Calciumabfall zu verhindern. Spätfolgen können Verdauungsstörungen und Diabetes sein.

Behandlung und Therapie

Intravenöse Flüssigkeitsgabe verhindert einen Volumenmangelschock. Bei einer leichten Pankreatitis muss der Patient keine besondere Diät einhalten, auch wenn lange Zeit der Irrglaube herrschte, dass eine Nulldiät hilfreich sei. Bei einer Darmlähmung, die in schwereren Fällen auftreten kann, wird der Patient in der Regel über eine Nasen-Dünndarmsonde ernährt. Die Schmerzen werden mit Analgetika gelindert. Ergänzt wird dies durch die Behandlung der Ursache, wenn sie bekannt ist. Gallensteine werden mittels ERCP entfernt, Infektionen mit Antibiotika bekämpft.

Bauchspeicheldrüsenentzündung vorbeugen

Akute Bauchspeicheldrüsen lassen sich in der Regel nur schlecht verhindern. Eine gesunde Ernährung verringert jedoch die Wahrscheinlichkeit für Gallenstein. Auch das Vermeiden von übermäßigem und häufigem Alkoholkonsum erhöht die Chancen, nicht an Pankreatitis zu erkranken. Infektionen und eine Nebenschilddrüsenüberfunktion sollten behandelt werden. Auch eine verantwortungsvolle Einnahme von Medikamenten kann das Risiko einer Pankreatitis senken.

Medikamente gegen Pankreatitis

Gegen eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung gibt es keine Medikamente und erst recht keine Hausmittel. Es ist lediglich möglich, die Symptome zu behandeln, Kreislaufzusammenbrüche zu vermeiden und dem Körper dennoch Nährstoffe zuzuführen, sowie die Ursache zu behandeln, insofern sie bekannt und behandelbar ist. Im Falle einer akuten Krankheit ist deswegen unverzüglich ein Krankenhaus aufzusuchen.