Der medizinische Fachbegriff für Besenreiser lautet Teleangiektasien. Dabei handelt es sich um kleine modifizierte Venen, welche direkt unter der Oberhaut liegen. Sie sind als rot-bläuliche, netz- oder fächerförmige Gefäßstrukturen sichtbar.

Ursachen für Besenreiser

Eine Gewebeschwäche der Venenwände führt zu einer Fehlleistung der Venenklappen und bewirkt, dass der Abstrom des Blutes in Richtung des Herzens nicht mehr richtig funktioniert. Dies hat Blutstauungen in den betroffenen Venen zur Folge, weshalb diese sich erweitern oder auch knotenförmig verändern.

Symptome & Anzeichen bei Besenreisern

Die betroffenen Venen werden als Variezen bezeichnet, deren Entstehung als Varikose. Varizen gibt es in unterschiedlichen Formen. Handelt es sich bei den betroffenen Venen um sogenannte Stammvenen, spricht man von Krampfadern. Eine retikuläre Varikose liegt vor, wenn kleine Venenunter der Haut betroffen sind, deren Durchmesser 1-3 Millimeter beträgt.

Besenreiser hingegen bezeichnen Venen, deren Durchmesser weniger als einen Millimeter betragen. Der Begriff Besenreiser kommt aus der Botanik und bezieht sich auf das Besenreisig, welches zum Kehren diente und den Teleangiektasien optisch ähnelt. Besenreiser treten häufig an den Beinen, dort vornehmlich an der Oberschenkelvorderseite, Innenseite des Knies oder am Knöchel auf, da hier das Blut nach oben fließen muss, und dies zu einem erhöhten Druck auf die Venenwände führt. Theoretisch ist das Auftreten von Besenreisern allerdings an jeder Körpervene möglich. Einen messbaren Einfluss auf die reguläre Blutzirkulation hat die sogenannte Besenreiservarikosis nicht. Somit liegt keine Krankheit im medizinischen Sinne vor.

Eine Behandlung ist daher in der Regel nicht notwendig. Für die Betroffenen liegt lediglich ein kosmetischen und ästhetisches Problem vor, was einen beträchtlichen Behandlungswunsch der Patienten hervorruft.

Diagnose & Verlauf bei Besenreisern

Besenreiser können ein Hinweis auf ein tiefer liegendes Venenleiden sein. Daher sollte immer eine Untersuchung des kompletten Venensystems vorgenommen werden, bevor eine Behandlung begonnen wird. Laut einer Studie der Universität Bonn beträgt der Anteil der Venenkranken bei von Besenreisern Betroffenen lediglich bei 5%. Die Diagnostik erfolgt mittels Ultraschall und ist für die Patienten schmerzfrei. Wird dadurch eine krankhafte Veränderung des Venensystems ausgeschlossen, kann die jeweilige Therapie beginnen. Die Kosten für die Behandlung sind jedoch von den Betroffenen selbst zu leisten, da keine medizinische Notwendigkeit einer Behandlung vorliegt.

Behandlung & Therapie von Besenreisern

So werden Besenreiser behandelt

So werden Besenreiser behandelt (© mkrberlin – Fotolia.com)

Abhängig von Fläche und Art der Besenreiser stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. Besenreiser, die ganz oberflächlich liegen und nur vereinzelt mit einem Durchmesser von maximal 0,1mm auftreten, können mit speziellen Lasern behandelt und dadurch unsichtbar werden.

Nebenwirkung der Laserbehandlung können neben Rötungen, Blasen- und Quaddelbildung auch Narbenbildung und Hyperpigmentierung sein. Durch die Hitzeeinwirkung während der Behandlung kommt es zur Blutgerinnung der behandelten Vene. Diese werden anschließend vom Körper zersetzt und abgebaut. Die Äderchen verkleben daraufhin und sind in Folge dessen nicht mehr sichtbar.

Sitzen die betroffenen Venen tiefer in der Haut und sind größere Gewebeflächen von Besenreisern durchzogen, wird die sogenannte Sklerosierung / Sklerotherapie – auch bekannt als „Verödung“, angewandt. Dabei wird das Verödungsmittel direkt in den Besenreiser injiziert. Dies verursacht eine gewollte Entzündung der Venenwände, die daraufhin verkleben und das Blut zwingen, einen neuen Weg zu finden. Die Besenreiser werden dann vom Körper resorbiert. Je nach Befund sind 3-5 Sitzungen für eine vollständige Entfernung der Besenreiser nötig.

Vor der Sklerosierung sollte ein Allergietest durchgeführt werden, um allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel zu vermeiden. Ein Verzicht auf Alkohol und Nikotin ca. 2Wochen vor der geplanten Behandlung vermeiden eine mögliche Erhöhung des Blutdrucks. Nach der Behandlung sollte auf stark venenbelastende Aktivitäten (z.B. Squash oder Ballsport) verzichtet werden. Weiterhin sollte starke Hitze und hohe UV-Strahlung vermieden werden.

Besenreisern vorbeugen

Die gute Nachricht: Beruht das Auftreten der Besenreiser nicht auf einer erblichen Veranlagung, kann man mit einigen Maßnahmen Vorsorge treffen. An erster Stelle steht – wie sooft – ein gesunder Lebensstil. Dazu gehört eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ohne übermäßigen Nikotin- und Alkoholkonsum, dafür aber mit viel Obst und Gemüse und Bewegung.

Durch regelmäßige sportliche Betätigung kann dem Blutstau, welcher die Besenreiser verursacht, vorgebeugt werden. Auf venenbelastenden Sport, wie beispielsweise Ballsportarten sollte lieber verzichtet werden. Spezielle Venengymnastik kann die Venen gezielt unterstützen. Durch gleichmässiges Anspannen und Loslassen der Oberschenkel- bzw. Wadenmuskulatur wird der Blutfluss in den Waden angekurbelt. Entsprechende Übungen sind beispielsweise Kniebeugen, Gehen auf den Fersen und Fußballen im Wechsel, Radfahren auf dem Rücken liegend oder Gehen auf der Stelle.

Wer berufsbedingt viel sitzt, der sollte regelmässig die Beine hochlegen oder sich kurz bewegen. Alternativ können auf Kompressionsstrümpfe helfen, die dem Blutstau in den Beinen entgegenwirken. Bei Anfälligkeit für Besenreiser ist es ratsam, auf das Tragen hoher Absatzschuhe zu verzichten. Durch die unnatürliche Fußhaltung ist die Beindurchblutung nicht mehr optimal gewährleistet.

Medikamente & Hausmittel gegen Besenreisern

Weiter – und meist kostengünstigere Behandlungsmethoden sind auch im Bereich der Homöopathie und Cremes zu finden. Die jeweilige Wirksamkeit ist allerdings nicht nachgewiesen.

Die Homöopathie empfiehlt den Wirkstoff der Eberraute, Abrotanum. Dieser wirkt gefäßerweiternd im Kapillargebiet. Dadurch kann Venenverstopfungen vorgebeugt werden und eine Rückbildung bereits bestehender Besenreiser ist möglich. Bei Abrotanum handelt es sich um ein apothekenpflichtiges Heilmittel, das zwischen 5 und 15 Euro kostet. Das Kaliumchlorid ist ein weiterer Wirkstoff, der gefäßerweiternd wirkt. Im Schüsslersalz Nr.4 ist es hochkonzentriert vorhanden und wird meist als Salbe angewandt.

Auf dem Markt gibt es auch verschiedene Cremes, die zur Bekämpfung von Besenreisern empfohlen werden. Vitamin K -haltige Cremes gelten als besonders wirksam. Allerdings kann ausreichend Vitamin K auch durch eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse aufgenommen werden. Die Wirksamkeit der Cremebehandlung bleibt umstritten. Daher wird von großen Investitionen in die entsprechenden Produkte abgeraten.

Zur Behandlung von Besenreisern sind auch verschiedene Tabletten erhältlich. Durch den Extrakt der Rosskastanie soll auf natürliche Weise gegen Venenbeschwerden geholfen werden. Die Wirkstoffe der Rosskastanie dichten die Venenwände von innen ab. Dadurch werden Wasseransammlungen abgebaut und die damit verbunden Venenbeschwerden gehen zurück.

Leider gibt es für die Behandlung und die Prävention kein Allheilmittel und keinen garantierten Behandlungserfolg. Aber bei den zahlreichen Alternativen finden die meisten Patienten eine für sich passende Behandlungsmöglichkeit.