Immer mehr Menschen, besonders junge Frauen leiden an Essstörungen. Eine dieser sogenannten Essstörungen ist das Binge Eating. Binge Eating, auch bekannt als Binge Eating Disorder ist eine Form der Essstörung, bei der die Patienten unter unkontrollierten Essattacken leiden. Erst seit 1994 ist diese Krankheit als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt.Obwohl die Betroffenen selbst diese Essattacken als Belastung ansehen, können sie nicht aufhören zu Essen sobald sie eine Essattacke überkommt.

Ursachen des Binge Eating

Unkontrollierte Essattacken: Binge Eating

Unkontrollierte Essattacken: Binge Eating (© Grischa Georgiew – Fotolia.com)

Die genauen Ursachen für Binge Eating sind bisher nicht bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass, wie auch bei anderen bekannten Essstörungen, mehrere Faktoren für den Ausbruch der Krankheit auslösend sind. Einer der größten Faktoren scheint die allgemeine Unzufriedenheit mit sich selbst und der eigenen Figur zu sein. So haben viele Betroffene bereits meist vielfach missglückte Diätversuche hinter sich.

Doch auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle. So können zum Beispiel auch Frustration, Wut, Depressionen oder Langeweile zu Essattacken führen. Besonders Menschen in emotional schweren Situationen sind stark gefährdet. Zu guter Letzt spielt auch der in einigen Ländern herrschende Nahrungsmittelüberfluss, welcher sich natürlich auch auf das Kauf- und Lagerverhalten der Privathaushalte auswirkt, eine wichtige Rolle und kann ebenfalls als Ursache angesehen werden.

Anzeichen von Binge Eating

Eines der auffälligsten und stärksten Symptome im Zusammenhang mit dem Binge Eating sind die unkontrollierten und regelmäßigen Essattacken der Betroffenen. Nach diesen Essattacken tritt meist eine depressive Verstimmung und Schuldgefühle auf. Weniger auffällige Symptome für Außenstehende sind beispielsweise Schlafstörungen, Ängste oder Depressionen. Auch eine erhöhte Leistungsorientierung kann sich einstellen.

Diagnose und Verlauf bei Binge Eating

Bei einer Diagnose wird das Verhalten der Patienten auf bestimmte Faktoren überprüft. So gilt ein Patient an Binge Eating erkrankt, sofern er an mindestens zwei Tagen in der Woche unkontrollierte Essanfälle hat. Diese Essanfälle müssen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten andauern und von einem völligen Kontrollverlust während der Nahrungsaufnahme geprägt sein.

Im Gegenzug zu anderen Essstörungen unternehmen die Betroffenen keine größeren Anstrengungen um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Zudem leiden die Betroffenen nach einem Essanfall an Schuldgefühlen und Ekel vor sich selbst. Im weiteren Verlauf der Krankheit nehmen die Betroffenen immer mehr an Gewicht zu und ziehen sich zurück.

Behandlung von Binge Eating

Da das Binge Eating zumeist auf eine Psychische Ursache zurückzuführen ist, dient eine Psychotherapie als Behandlungsmethode. Zusätzlich müssen die Betroffenen lernen, aus dem Teufelskreis der Essattacken auszubrechen und ein regelmäßiges und bedarfsorientiertes Essen erlernen.

Binge Eating vorbeugen

Wie bei vielen anderen Krankheiten kann auch dem Binge eating nur bedingt vorgebeugt werden. Es gibt jedoch Faktoren, die helfen können, eine Essstörung zu verhindern beziehungsweise weniger anfällig für diese zu sein. So sollte man bereits früh versuchen seinen eigenen Körper zu akzeptieren wie er ist und sich in seiner Haut wohl fühlen.

Zudem ist es wichtig ein möglichst positives Selbstbild zu bekommen um ein gutes Selbstwertgefühl auszubauen. Auch Außenstehende können etwas tun. Sollte Ihnen bei Jemandem ein auffälliges oder unkontrolliertes Essverhalten auffallen, so versuchen Sie mit der Person darüber zu sprechen und eventuell zu einer Beratung und Hilfe zu motivieren. Durch frühzeitiges Erkennen und Eingreifen kann der Verlauf und seine Ausprägung positiv beeinflusst werden.

Medikamente und Hausmittel gegen Binge Eating

Bei einer Erkrankung an Binge Eating können Medikamente gegen Heißhunger eingenommen werden. Diese heilen die Krankheit jedoch nicht auf Dauer. Darüber hinaus können homöopathische Mittel gegen Stress und zur Entspannung eingenommen werden.