Blutkrebs, auch Leukämie genannt, bezeichnet eine relativ seltene bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks mit einer überschießenden Bildung von unreifen und nicht funktionsfähigen weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Durch diese verstärkte Vermehrung von unreifen weißen Blutkörperchen werden die Blutstammzellen, welche aus Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten bestehen, verdrängt. Man unterscheidet die myeloischen und lymphatischen Leukämien, wobei zwei unterschiedliche Zelltypen der Leukozyten betroffen sind. Beide Hauptgruppen der Leukämie werden wiederum jeweils in eine akute und chronische Form unterteilt. So gibt es die akute lymphatische Leukämie (ALL), die chronische lymphatische Leukämie (CLL), die akute myeloische Leukämie (AML) und die chronische myeloische Leukämie (CML).

Ursachen von Blutkrebs

Es gibt keine gemeinsame Ursache für Blutkrebs, zumal die Leukämie auch keine einheitliche Erkrankung ist. Es konnten Risikofaktoren, wie Radiostrahlung, Röntgenstrahlung, Chemikalien, bestimmte Medikamente und genetische Defekte ermittelt werden. Des Weiteren gelten auch das Rauchen und bestimmte Virusinfektionen als Risikofaktoren. Die akute lymphatische Leukämie (ALL) könnte wachstumsbedingte Ursachen haben, da sie hauptsächlich Kinder betrifft. Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) erkranken zwar erst meist im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, haben aber einen genetischen Defekt am Chromosom 22, bei welchem ein ganzer Abschnitt fehlt (Philadelphia-Chromosom).

Symptome bei Blutkrebs

Die Hauptsymptome von Blutkrebs sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, verstärkte Blutungsneigung, erhöhte Infektanfälligkeit, Leistungsschwäche und Fieber. Bei akuten Leukämien, wie ALL und AML, setzen die Symptome plötzlich ein, wobei der Krankheitsverlauf innerhalb von wenigen Wochen zum Tode führen kann. Eine chronische Leukämie kann lange Zeit symptomlos bleiben, bevor die ersten Beschwerden auftreten. Insgesamt sind die Symptome aber so unspezifisch, dass sie auch auf andere Erkrankungen zutreffen können. Die überschießende Produktion von unreifen weißen Blutkörperchen verdrängt die funktionsfähigen Blutzellen, sodass der Sauerstofftransport verringert wird und ein Mangel an Immunzellen und Thrombozyten (Blutplättchen) besteht. Das erklärt die Abgeschlagenheit, erhöhte Infektanfälligkeit und verstärkte Blutungsneigung.

Diagnose bei Blutkrebs

Bei Verdacht auf Blutkrebs gibt zunächst das Alter des Patienten und der Verlauf der Erkrankung Aufschluss, welche Form der Leukämie vorliegen könnte. So tritt bei Kindern, jedoch nicht bei Erwachsenen, meist die akute lymphatische Leukämie (ALL) auf. Die anderen Formen betreffen hauptsächlich Erwachsene. AML findet man in jedem Alter, die CML hauptsächlich zwischen 50 und 60 Jahren und die CLL meist im höheren Alter.

Die Diagnose wird durch ein Blutbild erstellt, wobei alle Blutbestandteile unter dem Mikroskop untersucht und die einzelnen Blutzellen gezählt werden. Wenn die Zahl aller funktionsfähigen Leukozyten, Erythrozyten und Thrombozyten normal ist, liegt kein Blutkrebs vor. Bei Auffälligkeiten wird durch eine Knochenmarksbiopsie die Diagnose abgesichert.

Therapie von Blutkrebs

Zur Therapie von Blutkrebs werden Chemotherapie, Bestrahlung und Knochenmarkstransplantationen eingesetzt. Bei der Chemotherapie verwendet man Zytostatika. Das sind Medikamente, welche die Zellteilung unterdrücken. Dabei wird das Krebswachstum gestoppt, allerdings auch das Wachstum gesunder Zellen. Die gesunden Zellen können sich jedoch nach der Behandlung wieder schnell regenerieren, während die Krebszellen absterben. Da die Krebszellen jedoch überall hin transportiert und von der Chemotherapie nicht vollständig erfasst werden, kann eine Bestrahlung verschiedener Körperregionen, z. B. des Schädels, sinnvoll sein.

Reicht Chemotherapie und Bestrahlung nicht aus, ist eine Knochenmarkstransplantation indiziert. Dabei können sowohl eigene als auch fremde Stammzellen übertragen werden. Vorher muss durch eine intensive Chemotherapie das kranke Knochenmark völlig zerstört werden, um dann die gesunden Zellen zu transplantieren. Die Heilungschancen von Blutkrebs sind bei diesen Therapien relativ gut.

Vorbeugung vor Blutkrebs

Zur Vorbeugung vor Blutkrebs können keine Empfehlungen gegeben werden. Auch zur Früherkennung gibt es noch keine Möglichkeit. Bei Auftreten ungewöhnlicher Symptome, wie lang anhaltender Müdigkeit, Blutungsneigung und Infektanfälligkeit sollte der Arzt aufgesucht werden. Allgemein wird das Meiden von Risikofaktoren empfohlen, wie giftige Chemikalien, ionisierende Strahlung (z. B. häufiges Röntgen) und Rauchen.

Medikamente gegen Blutkrebs

Neben der Chemotherapie werden häufig noch andere Medikamente zu Behandlung von Blutkrebs eingesetzt. So wird zum Beispiel Interferon-alfa (IFN-alfa) zur Stärkung des Immunsystems verwendet. Ein weiteres Medikament, Imatinib, gehört zur Standardtherapie bei der chronischen myeloischen Leukämie. Es stoppt das Zellwachstum. Andere Wirkstoffe sind Rituximab und Alemtuzumab, welche als künstliche Antikörper die Krebszellen zerstören können.