Botulismus ist eine lebensgefährliche, nicht ansteckende Vergiftung, die durch die Aufnahme infizierter Lebensmittel hervorgerufen wird und daher eine schwere Form der Lebensmittelvergiftung darstellt. Das Botulinumtoxin ist das gefährlichste und stärkste, bekannte Bakteriengift, welches die Signalübertragung zwischen Muskeln und Nerven blockiert.

Es gibt noch zwei weitere, seltener auftretende Formen von Botulismus:

  • Beim Säuglingsbotulismus wird die Botulismusvergiftung durch die Aufnahme von Honig, der die Sporen des Bakteriums enthält, bei Säuglingen ausgelöst.
  • Beim Wundbotulismus kann das Botulinumtoxin über infizierte Wunden in den Körper gelangen.

Gemäß Infektionsschutzgesetz ist bereits der Verdacht einer Botulismusinfektion meldepflichtig und muss dem Robert-Koch-Institut mitgeteilt werden.

Ursachen des Botulismus

Botulismus tritt häufig nach dem Verzehr von Lebensmitteln auf, die mit dem Bakterium Clostridium botulinum infiziert sind. Meist handelt es sich dabei um verdorbenes Fleisch, nicht fachgerecht eingekochte Lebensmittel oder Lebensmittel aus aufgeblähten Konservendosen, in denen sich das anaerobe Clostridium botulinum vermehren konnte.

Das Bakterium kommt in der Umwelt häufig vor, ist extrem widerstandsfähig gegen Frost, Hitze und Austrocknen und kann im Boden sehr lange bestehen. Unter Luftabschluss kann das Bakterium wachsen und vermehrt sich auch in Tierkadavern schnell. Mit dem Botulinumtoxin verunreinigte Lebensmittel können am Geruch bzw. Geschmack nach Buttersäure erkannt werden.

Symptome für eine Botulismusinfektion

Erste Symptome einer Botulismusvergiftung sind Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Erbrechen, aber auch Durchfall bzw. Verstopfung und Bauchschmerzen können auftreten. Im weiteren Verlauf kommt es zu Lähmungen, die sich in Sehstörungen (doppeltes oder verschwommenes Sehen, geweitete Pupillen),

Sprachstörungen sowie Schluckbeschwerden und ausgeprägte Mundtrockenheit äußern. Greift die Lähmung auf die Herz- oder Atemmuskulatur über, kann es zu Atemnot und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod kommen. Die Symptome können innerhalb weniger Stunden (durch Lebensmittel verursacht meist binnen 12-36 Stunden) oder auch erst nach 10 Tagen (z. B. bei Wundbotulismus) auftreten.

Diagnose und Verlauf von Botulismus

Bereits anhand der auffälligen Symptome nach dem Verzehr von Lebensmitteln kann ein Arzt Botulismus diagnostizieren, da häufig mehrere Personen betroffen sind. Zusätzlich können weitere Untersuchungen (z. B. Blut-, Stuhluntersuchung) die Diagnose sichern. Aufgrund der Wirkung des extrem gefährlichen Botulinumtoxins wird der Arzt bereits bei dem Verdacht einer Erkrankung an Botulismus umgehend mit der Therapie beginnen. Bis zur vollständigen Rückbildung der Lähmungserscheinungen kann es Monate dauern.

Therapie bei Botulismus

Vorrangiges Ziel einer Behandlung bei Botulismus ist die Beseitigung des Botulinumtoxins aus dem Verdauungstrakt sowie die Symptomlinderung. Hierzu wird zunächst ein Antitoxin verabreicht, welches das Botulinumtoxin unschädlich machen soll, damit es nicht in den Blutkreislauf gelangen kann. Gleichzeitig erfolgt eine Magenspülung und es werden Einläufe und Abführmittel verabreicht. Ist die Atemmuskulatur bereits beeinträchtigt, ist eine künstliche Beatmung erforderlich.

Botulismus vorbeugen

Einer Erkrankung an Botulismus lässt sich mit einfachen Mitteln vorbeugen:

  • Kein Lebensmittelverzehr aus Gläsern, die nicht dicht verschlossenen sind, bzw. aus aufgebläht aussehenden Konserven. Auch sollte auf das Verfallsdatum geachtet werden.
  • Vakuumverpackte Lebensmittel sollten bei einer Temperatur unter 8° Celsius gelagert werden, damit sich keine Keime darin vermehren können.
  • Lebensmittel im Falle eines Zweifels mindestens 15 Minuten bei 100° Celsius kochen, um das Botulinumtoxin zu zerstören.
  • Kinder unter 12 Monaten sollten keine mit Honig gesüßten Getränke bzw. Lebensmittel zu sich nehmen.

Medikamente bei Botulismus

Bereits bei dem ersten Verdacht auf eine Botulismuserkrankung wird ein Antitoxin in die Vene gespritzt, da es nur innerhalb von 24 Stunden ab Aufnahme des Botulinumtoxins Wirkung zeigt. Ein hochdosiertes Antibiotikum (z. B. Metronidazol, Penicillin G) kann zusätzlich verabreicht werden.