Cellulite ist eine Veränderung des Fettgewebes der Haut, die vor allem bei Frauen im Gesäß- und Oberschenkelbereich vorkommt. Ergebnis ist eine dellenförmige Hautoberfläche, die an Orangen erinnert. Cellulite ist nicht entzündlich und gesundheitlich unbedenklich. Sie resultiert aus einer Bindegewebsschwäche. Mindestens 85 % aller Frauen über 20 Jahren sind von ihr betroffen. Bei Männern kommt Orangenhaut hingegen kaum vor, was an der unterschiedlichen Strukturierung der Haut liegt.

Ursachen für Cellulite

Das weibliche Unterhautgewebe ist durch das Bindegewebe gitterartig unterteilt. Das Kollagen verläuft dabei senkrecht zur Hautoberfläche und die Strukturen sind parallel zueinander. Zugleich sind die Fettkammern nicht im Unterhautgewebe verankert. Das macht das Bindegewebe wesentlich dehnbar, was notwendig ist, da die Strukturen bei Hormonveränderungen ihr Volumen wechseln und als Nahrungsreserve bei Schwangerschaften fungieren. Schwellen sie an, werden die Kollagenbänder sichtbar, Cellulite entsteht.

Symptome von Cellulite

Dellen durch Cellulite

Dellen durch Cellulite (© Karyna Chekaryova – Fotolia.com)

Cellulite verursacht keine körperlichen Beschwerden, sondern äußert sich nur optisch durch die typischen Dellen. Problematisch wird dieses kosmetische Problem erst dann, wenn die Patientin darunter leidet und sich weniger attraktiv fühlt. Das Vermeiden von beinfreier Kleidung oder Bademode aufgrund dieses Problems deutet auf eine psychische Belastung hin, die ein wesentlich schwerwiegenderes Problem sein kann, als die Cellulite an sich.

Diagnose und Verlauf bei Cellulite

Es werden drei Stadien von Cellulite unterschieden. Am Anfang äußert sich Cellulite nur bei einem Kneiftest. Wird die Haut am Oberschenkel oder Gesäß leicht zusammengekniffen, werden Dellen sichtbar, ansonsten sind sie jedoch nicht zu entdecken. Im zweiten Stadium sind sie bereits im Stehen deutlich sichtbar. Im letzten Stadium sind die Unebenheiten auch im Liegen auffallend. Das Fortschreiten ist dabei nur schwer aufzuhalten, da das Bindegewebe mit zunehmendem Alter auch schwächer wird.

Behandlung bzw. Therapie von Cellulite

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten von Cellulite, die sich jedoch fast vollständig als unwirksam erwiesen haben. Falls Übergewicht besteht, kann dessen Reduzierung jedoch eine erhebliche Besserung bewirken. Fettabsaugungen empfehlen sich jedoch nicht, da das Bindegewebe dabei nicht gestärkt wird und die Besserung des Hautbilds nur kurzfristig auftritt. Den meisten Cremes, Bädern oder minimalinvasive Methoden fehlt ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirkung, sodass sich davon nicht all zu viel versprochen werden sollte.

Cellulite vorbeuegen

Vorbeugende Maßnahmen sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Sport, damit das Bindegewebe alle Vitamine und Mineralien erhält, die es benötigt, um elastisch zu bleiben. Außerdem kann eine Reduzierung des Körperfetts durch einen gesunden Lebensstil das Problem verkleinern. Vitamin C gilt als gut für das Bindegewebe, während Nikotin, Alkohol und Koffein die Gefäße verengen und Cellulite so verstärken können. Wichtig ist die Förderung der Durchblutung, weswegen vor allem Ausdauersport hilfreich ist. Zugleich werden dadurch die Muskeln gestärkt und Fett reduziert, was ebenfalls dabei helfen kann, Cellulite hinauszuzögern. Auch regelmäßige Massagen werden als hilfreich eingeschätzt.

Medikamente und Hausmittel gegen Cellulite

Wirksame Medikamente sind noch unentwickelt und auch Hausmittel, die wirklich helfen, sind unbekannt. Jedoch können Anwendungen wie Umschläge mit Kartoffeln, Petersiliensud oder Wechselduschen sind jedoch auch nicht schädlich und können dazu beitragen, das Wohlbefinden zu verbessern. Gleiches gilt für das Einreiben der betroffenen Stellen mit Meersalz oder Algenextrakt. Die beste Möglichkeit, mit dem Problem umzugehen, ist jedoch sich bewusst zu machen, dass, Männer Cellulite in der Regel nicht einmal wahrnehmen, nahezu jede Frau betroffen ist und es auch maßgeblich von der Veranlagung abhängt, wann und wie stark sich die Dellen zeigen.