Clostridien sind grampositive sporenbildende Bakterien, die einen stäbchenförmigen Aufbau aufweisen. Hitzeresistenz zeichnet die kleinen Bakterien aus, die auch noch nach Stunden im kochendem Wasser überleben können. Sie kommen fast überall vor, sei es nun in Böden oder im Verdauungstrakt von höheren Lebewesen. Es gibt eine große Vielfalt an Arten von Clostridien, die jedoch fast alle bestimmt werden können. Sie können in drei größere Gruppen eingeteilt werden:

  1. Proteolytische Clostridien, welche zur Spaltung von Eiweißen dienen
  2. Harnsäure-spaltende Clostridien, die Substanzen wie Harnsäure spalten können
  3. Saccharolytische Clostridien, die vor allem an der Gärung von Kohlehydraten wie zum Beispiel Zucker, beteiligt sind

Clostridien in der Landwirtschaft

Clostridien weisen eine stäbchenförmigen Struktur auf. © Jezper - Fotolia

Clostridien weisen eine stäbchenförmigen Struktur auf. © Jezper – Fotolia

Saccharolytische Clostridien befinden sich im Boden und dienen als natürliche Düngerproduzenten in der Erde. Sie schaffen es, molekularen Stickstoff zu reduzieren und somit an sich zu fixieren. Saccharolytische Clostridien haben aber nicht nur positive Eigenschaften, denn sie geraten häufig mit Gülle in Kontakt, welcher auf die Erntefelder geschüttet wird. Ein zu hoher Anteil an Clostridien kann Menschen krank machen. Die Krankheit Botulismus spielt hier eine besonders große Rolle. Sie wird nämlich durch verdorbenes Fleisch oder schlechtes Gemüse übertragen, welches durch den hohen Einsatz des Bakteriums hervorgerufen werden kann. Beim Zerfall der Bakterienzelle kann es auch zu Tetanustoxin kommen, welches für die Krankheit Tetanus verantwortlich ist. Es gibt auch Bakterienarten, die eine Lebensmittelvergiftung auftreten lassen kann, diese werden als Gasbranderreger bezeichnet und führen zu schnellen gefährlichen Krankheitsverläufen.

Therapie gegen Clostridien

Durch eine Wundreinigung kann eine Wundinfektion behandelt werden. Es kommen außerdem Antibiotika zum Einsatz, welche das Bakterium zerstören. Bei Vorliegen eines Gasbrandes sollte eine Sauerstofftherapie durchgeführt werden. Von diesen gibt es jedoch nicht viele in Deutschland, weshalb der Patient schnell in die passende Klinik verlegt werden muss. Es ist ebenfalls sinnvoll, sich immer gegen Tetanus impfen zu lassen, damit diese Erkrankung gar nicht erst ausgelöst werden kann.

Tetanus

Tetanus ist eine häufig tödliche Infektionskrankheit. Oft wird diese auch Wundstarrkrampf genannt. Bei dieser Krankheit werden die muskelsteuernden Nervenzellen befallen und sie wird durch Clostridium tetani das Bakterium ausgelöst. Auch in der Gartenerde oder in dem Straßenstaub kommen die resistenten Sporen häufig vor. Infizieren kann man sich, indem diese Sporen in eine Wunde gelangen. Daraufhin vermehren sich die Bakterien und sondern Giftstoffe ab. Diese Giftstoffe nennt man auch Toxine. Da die Toxine für die Schädigung der muskelsteuernden Nervenzellen verantwortlich sind, verursachen diese auch die typischen Muskelkrämpfe. Des Weiteren ist das Toxin Tetanolysin herzschädigend.

Tetanospamin gelangt über Peripherie Nervenbahnen in das Zentralnervensystem und greift dort Proteine an. Diese Proteine werden auch Snare genannt. Diese sind nötig, zur Freisetzung der Neurotransmitter. 1899 entdeckte Knud Faber das Tetanustoxin und er ist auch der Grund für die erfolgreiche Impfstoffentwicklung gegen die auslösenden Clostridien Bakterien.

Gegen die Krankheit Tetanus gibt es eine hochwirksame Impfung. © Dan Race - Fotolia

Gegen die Krankheit Tetanus gibt es eine hochwirksame Impfung. © Dan Race – Fotolia

Die Inkubationszeit von Tetanus kann zwischen drei Tagen und drei Wochen betragen. In äußerst selten Fällen sind jedoch auch mehrere Monate möglich. Zunächst treten Symptome wie Schwindel, Unruhe, Muskelschmerzen, Gliederzittern, Mattigkeit, Ermüdungserscheinungen und Kopfschmerzen auf. Auch Schweisausbrüche sind möglich. Anschließend entsteht eine Verkrampfung im Kiefer, dadurch kann der Mund nicht mehr geöffnet werden. Diese Kieferklemme nennt man umgangssprachlich auch oft Teufelsgrinsen.

Anschließend kommt es zu einer Muskelentspannung der langen Rückenmuskulatur. Wenn diese unbehandelt bleibt, kann dies sogar zu Wirbelbrüchen führen. Behandelt man das Opfer nicht, so stirbt es durch Erstickung. Es besteht jedoch keine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch.

Impfung

Wenn eine vollständige Grundimmunisierung vorliegt und fristgerecht eine Auffrischungsimpfung durchgeführt wurde, ist eine Erkrankung an Tetanus ausgeschlossen. Im Jahr 2001 wurde die Meldepflicht in Deutschland für diese Art von Erkrankung aufgehoben. Wenn man von Tetanus befallen ist so hilft meist nur ausschneiden der Wunde oder gar eine Amputation des befallenen Körperteils. Dadurch kann sich der Infekt nicht weiter ausbreiten.

Die erste Impfung gegen Tetanus erfolgt bereits nach Vollendung des zweiten Lebensmonat. Sprich im Säuglingsalter. Der volle Schutz gegen diese Art von Erkrankung ist jedoch erst nach drei Impfungen vorhanden. Im Erwachsennalter wird meist eine Kombiimpfung gegen Diphtherie und Tetanus durchgeführt. Tetanus ist also eine tödliche Krankheit. Die Clostridien können auch Botulismus oder Gasbrand auslösen.

Botulismus

Unter Botulismus versteht man eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Fleisch oder verdorbene Gemüsekonserven. Nach ICD-10 ist die Krankheit unter A05.1 klassifiziert. Hervorgerufen wird der Botulismus durch ein Toxin, welches vom Bakterium Clostridium botulinum produziert wird. Es handelt sich um eine reine Vergiftung, welche deswegen nicht ansteckend ist. Botulismus beim Menschen ist laut dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

Heute hat diese gefährliche Krankheit genau wie andere ehemals gefährliche Krankheiten wie Tetanus, Gasbrand oder Clostridien dank hochwirksamer Gegenmittel viel von seinen Gefahren verloren. Inzwischen treten in Deutschland nur noch weniger als 10 Fälle von Botulismus pro Jahr auf. Ein tödlicher Ausgang der Erkrankung ist aber immer noch möglich.

Ursachen des Botulismus

Die Vergiftung wird durch den Verzehr verdorbener Lebensmittel aus Konserven hervorgerufen. In diesen Konservendosen konnte sich das anaerobe Botulinumbakterim vermehren und seinen Giftstoff produzieren. Äußerlich erkennbar ist das an dem meist aufgeblähten Aussehen der Konservendose. Um das Wachstum des Bakteriums zu verhindern, kommen bei der Lebensmittelherstellung Konservierungstechniken wie Pökeln oder Hitzesterilisation zum Einsatz. Auch im Honig können Sporen des Botulinumbakteriums enthalten sein. Das führt normalerweise beim Menschen zu keiner Vergiftung. Bei sehr empfindlichen Personen und Säuglingen können diese aufgenommenen Sporen allerdings im Darm aktiviert werden, sich dort vermehren und eine Vergiftung hervorrufen.

Symptome des Botulismus

Botulismus wird durch verdorbene Lebensmittel ausgelöst. © nikkytok - Fotolia

Botulismus wird durch verdorbene Lebensmittel ausgelöst. © nikkytok – Fotolia

Durch das Toxin des Botulinumbakteriums wird die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln blockiert. Oftmals sind zuerst die Muskeln der Augen betroffen, so dass der Betroffene doppelt oder verschwommen sieht und die Pupillen geweitet sind. Im weiteren Verlauf der Krankheit sind dann Gaumen-, Lippen-, Zungen- und Kehlkopfmuskel betroffen, wodurch Mundtrockenheit, Sprechstörungen und Schluckstörungen hervorgerufen werden. Schließlich sind auch die Muskeln der inneren Organe betroffen. Erbrechen und Durchfall treten auf. Am Ende tritt durch Lähmung der Atemmuskulatur und der Muskulatur des Herzens der Tod durch Ersticken oder durch Herzstillstand ein.

Behandlung des Botulismus

Vordergründig für die Behandlung ist es, das eventuell noch nicht aufgenommene Gift schnellstmöglich aus dem Verdauungstrakt zu entfernen. Symptome können durch entsprechende Medikamente gelindert werden. Essentiell ist die Gabe eines Gegengiftes, um das im Blut zirkulierende Toxin zu deaktivieren. Durch die Gabe des Gegengiftes beträgt die Sterblichkeit bei Botulismus nur noch 10 bis 15 Prozent der Krankheitsfälle. Ohne ein Gegengift enden etwa 90 Prozent der Botulismuserkrankungen tödlich. Schon eingetretene Lähmungen der Muskulatur entwickeln sich über mehrere Monate andauernd nur langsam zurück.

Gasbrand

Unter Gasbrand versteht man eine sich schnell entstehende, toxische Infektionskrankheit. Gasbrand wird auch als Gasödem oder Gasgangrän bezeichnet und ist sehr gefährlich. Diese Krankheit entsteht durch eine Weichteilinfektion mit Clostridien, die Gas bilden. Die Clostridien sind dabei die Erreger und kommen überall in der Natur vor. Sie haben die Fähigkeit Sporen zu bilden und sind auch in menschlichen Darm auffindbar. Dort wirken sie allerdings nicht krankheitserregend.

Da die Clostridien anaerobe Erreger sind, wird die Infektionskrankheit erst durch einen Sauerstoffmangel ausgelöst, der in zerstörtem Weichteilgewebe existiert. Der Gasbrand hat verschiedene Symptome. Nach einer Operation oder Weichteilverletzung kann sich nach einer Inkubationszeit von 5 – 48 Stunden, eine sich schnell ausbreitende Wundinfektion auffallen. Diese ist für den Patienten extrem schmerzhaft und zeigt sich als Rötung oder Hitze in dem betroffenen Wundbereich.

In vielen Fällen kann man, beim Betasten des Wundbereichs, ein Knistern vernehmen. Ist ein Patient vom Gasbrand betroffen, so kann es zum Versagen verschiedener Organe kommen. Ebenfalls können Atemstörungen, Kreislaufstörungen und hämolytische Anämie auftreten. Beim Gasbrand ist es notwendig sofort einen Arzt aufzusuchen und eine Therapie zu beginnen, da die Krankheit tödlich enden kann. In einigen Fällen müssen sogar Extremitäten amputiert werden. Anders als bei der Tetanus, gibt es gegen Gasbrand keine Impfung. Die Theraphie ist eine andere als die bei Botulismus.

Diagnose und Therapie

Bei Gasbrand handelt es sich um eine toxische Infektionskrankheit. © B. Wylezich - Fotolia

Bei Gasbrand handelt es sich um eine toxische Infektionskrankheit. © B. Wylezich – Fotolia

Durch Röntgenaufnahme und andere Einzelbefunde, sowie den mikroskopischen Erregernachweis, kann der Gasbrand diagnostiziert werden. Die Therapie dieser Infektionskrankheit ist in vier Teile gegliedert. Diese sind die chirurgische Intervention, die Antibiotika Therapie, die hyperbare Oxygenierung und die Intensivmedizin. Schon bei einem kleinen Verdacht auf Gasbrand muss die Therapie beim Patienten angefangen werden.

Das Ziel einer Operation ist, die Toxinlast durch Beseitigung vom infizierten Gewebe zu verringern. Außerdem muss der Sauerstoffmangel, der in dem betroffenen Gewebe herrscht, behoben werden. Dazu werden dem Patienten Antibiotika  gegen die Bakterien verabreicht, da beim Gasbrand auch Mischinfektionen auftreten können. Mit der hyperbaren Oxygenierung wird das infizierte Gewebe mit reichlich Sauerstoff versorgt und dadurch besser durchblutet. Bei sehr kranken Patienten, die nicht mehr transportfähig sind, kann diese Methode jedoch nicht eingesetzt werden. Aufgrund der Wirkungen des Erregers müssen zusätzlich Beatmungsgeräte oder Überwachungsmethoden eingesetzt werden.

Bakterien

Bekannt ist, von Bakterien und Viren wird man krank und viele Menschen erschrecken sich, wenn sie hören, dass zwischen uns überall Bakterien herumgeistern. Für das menschliche Auge sind sie unsichtbar, aber sie sind überall und es gibt sie in den unterschiedlichsten Arten. Als unsichtbare Begleiter besiedeln Billionen von Bakterien ständig unseren Körper, aber einige davon sind auch unser Freund und Helfer.

Bakterien sind Lebewesen die auch helfen

Sie bestehen nur aus einer Zelle, aber sie sind Lebewesen verschiedener Art. Es gibt kugelförmige, stäbchenförmige und schraubenförmige Bakterien und sie vermehren sich durch Zellteilung. Einige Bakterienarten in unserem Körper sind überaus nützlich, sie helfen bei der Verdauung, denn sie zersetzen bestimmte Kohlenhydrate im Dickdarm, welche wir nicht verwerten können. Auch gibt es z. B. Milchsäurebakterien, die während der Schwangerschaft das Embryo schützen.

Bakterienarten die krank machen

Andere Bakterienarten hingegen, wie die Clostridien (ein Darmbakterium) welche Sporen bilden, können uns auch richtig krank machen. Diese findet man auch in Lebensmitteln, daher können sie zu ernsthaften Problemen führen, wie z. B. Botulismus, eine lebensbedrohliche Vergiftung durch verdorbenes Fleisch. Auch die Salmonellen gehören zu einer besonderen Gruppe von Bakterien, die im Darm Giftstoffe bilden und dies wiederum führt zu schweren Durchfall-Erkrankungen. Auch Tetanus (Wundstarrkrampf) wir durch das Bakterium Clostridium tetani hervorgerufen.

Übertragung der Bakterien

Bakterien sind für den Menschen lebensnotwendig und gleichzeitig eine Bedrohung. © Jezper - Fotolia

Bakterien sind für den Menschen lebensnotwendig und gleichzeitig eine Bedrohung. © Jezper – Fotolia

Bakterien können über alle Körpersubstanzen übertragen werden, aber auch über die Luft, den Boden und im Wasser. Die Bakterienarten welche Sporen bilden können, sind sehr resistent und halten sich über Jahrzehnte auch bei widrigsten Umweltbedingungen. Risikofaktoren wie:

begünstigen die Infektion. Unser Immunsystem ist gegen die Bakterien relativ machtlos, denn wenn das Immunsystem dagegen arbeitet, rächt sich der Erreger, indem er giftige Substanzen freigibt. Schützen kann man sich vor den Bakterien durch

  • optimale Hygienebedingungen
  • Lebensmittel immer ausreichend erhitzen
  • Spüllappen und Schwämme täglich wechseln
  • Immer die Hände gründlich waschen

und insbesondere auf sauberes Trinkwasser achten. Nahrungsmittel wie Eier, Fleisch und Milch immer getrennt und bei unter 10 Grad lagern und auch die Kühlkette vom Supermarkt nach Hause darf nicht unterbrochen werden, dies gilt insbesondere bei warmen Temperaturen.