Was ist Colitis Ulcerosa?

Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms (Colon). Die Krankheit betrifft in den meisten Fällen den letzten Abschnitt des Dickdarmes, der als Mastdarm oder Rektum bezeichnet wird. Dort treten in der Regel die ersten entzündlichen Veränderungen der Darmschleimhaut auf. Vom Rektum aus kann sich die Entzündung jedoch weiter nach oben in die anschließenden Abschnitte des Dickdarms ausweiten.

Die Ursache für Colitis ulcerosa

Die Ursachen und Auslöser der Darmerkrankung konnten bis heute noch nicht umfassend geklärt werden. Forscher gehen davon aus, dass die Entzündungen in der Darmschleimhaut die Folge einer überschießenden Reaktion der körpereigenen Abwehr sind. Normalerweise schützt das Immunsystem den Organismus vor den krankheitsauslösenden Angriffen von Viren, Bakterien und Pilzen. Bei den Autoimmunkrankheiten, zu denen die Dickdarmentzündung vermutlich gehört, wehrt das Immunsystem auch körpereigene Stoffe ab. Im Falle der chronischen Entzündung muss es einen bis heute noch nicht identifizierten Faktor geben, der die körpereigene Abwehr dazu bringt, die Darmschleimhaut anzugreifen.

In der Analyse der Lebensumstände von Patienten zeigen sich nur wenige Risiken, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnten, an Colitis ulcerosa zu erkranken. Das Geschlecht scheint keine Rolle zu spielen. Die Statistik zeigt, dass genauso viel Frauen wie Männer an Colitis ulcerosa erkranken. Eine Häufung der Erstdiagnosen findet sich in einem Zeitraum zwischen dem 20. und dem 35. Lebensjahr. Allerdings kann die Dickdarmentzündung in jedem Lebensalter auftreten. Es können bereits Kleinkinder davon betroffen sein, es ist jedoch auch möglich, dass Colitis ulcerosa im Alter erstmals auftritt. Die Forschungen konzentrieren sich darauf, eine genetische Disposition für die Erkrankung an Colitis ulcerosa zu identifizieren. Auf eine Genveränderung als Auslöser für die chronische Entzündung der Darmschleimhaut weist hin, dass in einigen Familien gleich mehrere Mitglieder von Colitis ulcerosa betroffen sind.
Die Vermutung, dass psychische Probleme wie ständige Angstgefühle oder Stress die Krankheit verursachen, hat sich als nicht haltbar erwiesen. Allerdings können sich nach Ausbruch der Darmkrankheit die Symptome durch Überanstrengung und zu viel Stress verstärken.

Die Symptome von Colitis ulcerosa

Die Schmerzen bei Colitis ulcerosa treten immer schubweise auf (Bildquelle: BigStock by Poslovni-svet, Stock Foto 54870038)

Die Schmerzen bei Colitis ulcerosa treten immer schubweise auf (Bildquelle: BigStock by Poslovni-svet, Stock Foto 54870038)

Wer an der chronischen Darmentzündung erkrankt ist, leidet nicht ständig an den krampfartigen Beschwerden im Bereich des Dickdarmes. Colitis ulcerosa verläuft in Schüben. Es wechseln sich beschwerdefreie Phasen mit Zeiten ab, in denen der Patient vor allem an einem anhaltenden Stuhldrang und starkem Durchfall leidet. An der entzündeten Darmschleimhaut kann es zu Läsionen und zu der Bildung von Geschwüren kommen, die bluten können. Im akuten Schub verursacht der ständige Stuhldrang starke, krampfhafte Schmerzen. Bis zu 20 Mal am Tag muss der Patient die Toilette aufsuchen. Der Stuhl kann bei Colitis ulcerosa mit Blut und Schleim vermischt sein. Bei einem schweren und langandauernden Schub kann sich durch den Blutverlust eine Anämie entwickeln. Der Betroffene kann unter Herzrasen, Fieber und Gewichtsverlust leiden. Sind bereits Kleinkinder an Colitis ulcerosa erkrankt, kann es durch die Darmerkrankung zu Verzögerungen in der Entwicklung kommen.

Der Verlauf von Colitis ulcerosa

Der Zeitraum zwischen einem akuten Schub und einer beschwerdefreien Zeit kann Wochen, aber auch Jahre betragen. Jeder Patient entwickelt sein eigenes Beschwerdebild. Bei einem schweren Krankheitsverlauf von Colitis ulcerosa besteht die Gefahr, dass sich als Komplikation ein toxisches Megakolon entwickelt. Durch die starke Entzündung in weiten Bereichen des Dickdarmes kann sich das Darmrohr aufblähen. Der Patient leidet unter starken Schmerzen, er kann Fieber haben, und es besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen Schocks. Bei langjährig erkrankten Patienten wird gehäuft die Entwicklung von Dickdarmkrebs festgestellt.

Die Behandlung von Colitis ulcerosa

Die Behandlung des Patienten, der unter einem Schub der Darmentzündung Colitis ulcerosa leidet, hängt von dem akuten Beschwerdebild des Patienten ab. An erster Stelle steht die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten. Je nach Lage des betroffenen Dickdarmabschnittes kann die Verwendung von Zäpfchen oder von Einläufen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen ausreichend sein. In schweren Fällen der Erkrankung von Colitis ulcerosa ist die örtliche Anwendung von Kortison und die Gabe von Immunsuppressiva erforderlich. Durch diese Medikamente wird die Funktion des körpereigenen Abwehrsystems unterdrückt. In der beschwerdefreien Phase empfehlen die behandelnden Ärzte die Einnahme von 5-Aminosalicylsäure-Präparaten, um die Häufigkeit der Schübe zu verringern. Manche Patienten sprechen gut darauf an. Andere Betroffene entwickeln trotz der Einnahme regelmäßige Krankheitsschübe. Treten Komplikationen wie das toxische Megakolon oder starke Blutungen auf, muss operiert werden. Bei einem schlechten Ernährungszustand des Patienten sollte die normale Kost mit hochkalorischer Trinknahrung ergänzt werden. Wichtig ist, dass bei starkem Durchfall an eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit gedacht wird. Ansonsten kann der Flüssigkeitsverlust erhebliche Komplikationen hervorrufen. Die Therapie der chronischen Erkrankung wird rein symptomatisch durchgeführt. Heilen können Kortison und andere Immunsuppressiva die Krankheit nicht.

In der Alternativmedizin gibt es auch naturheilkundliche Behandlungsansätze

Der stark gerbstoffhaltige Tormentillwurzelstock wird wie die getrocknete Heidelbeere in der Naturheilkunde bei Durchfallerkrankungen eingesetzt. Das Enzym Bromelain aus der Ananas wirkt stark entzündungshemmend. Es gibt Fertigmedikamente, die das Enzym enthalten. In leichten Fällen von Colitis ulcerosa können naturheilkundliche Medikamente durchaus die Symptome während eines Krankheitsschubes lindern.

Die Vorbeugung von Colitis ulcerosa

Da die Hintergründe zu der Krankheitsentstehung von Colitis ulcerosa noch nicht eindeutig geklärt sind, gibt es keine Hinweise für Erfolg versprechende, vorbeugende Maßnahmen, die zumindest die Intensität des nächsten Schubes abmildern können. Eine Ernährung, die die Dickdarmentzündung heilt, gibt es nicht. Ernährungsexperten empfehlen jedoch, während eines akuten Schubes kaum Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Ballaststoffe regen genauso wie Rohkost und scharfe Gewürze die Verdauung an. Der Verzicht auf diese Nahrungsbestandteile kann sich beruhigend auf den Stuhldrang auswirken. In den beschwerdefreien Zeiträumen sollte der Patient, der an Colitis ulcerosa erkrankt ist, eine leichte und vollwertige Nahrung zu sich nehmen. Um den Organismus zu stärken, muss darauf geachtet werden, dass alle wichtigen Mineralstoffe, Vitamine und Nährstoffe ausreichend zugeführt werden.

Welche Hausmittel gibt es gegen Colitis ulcerosa?

Um die Symptome zu lindern, kann neben der schulmedizinischen Behandlung auch die Anwendung von Hausmitteln probiert werden. Anis-Kümmel-Fenchel-Tee wirkt beruhigend auf die Darmperistaltik. Zubereitungen aus Pflanzen mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wie Myrrhe oder Kamille können die Schleimhautentzündungen lindern. Leinsamen bildet beim Einweichen in Wasser einen Schleim, der die Darmschleimhaut schützend auskleidet. Da jeder Patient ein ganz individuelles Symptombild aufweist, sollte er in Absprache mit seinem behandelnden Arzt selbst feststellen, welche der genannten Hausmittel bei ihm eine Linderung der Beschwerden bewirken.

Häufig gestellte Fragen

  1. Was hilft bei Colitis ulcerosa?
    Colitis ulcerosa wird vom Arzt mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Meist genügt eine örtliche Anwendung. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Kortisonpräparate. Bei schweren Verläufen der Krankheit werden Immunsuppressiva verordnet.
  2. Warum ist bei Colitis ulcerosa Ernährung so ein wichtiges Thema?
    Die tägliche Ernährung kann auf die Intensität der Beschwerden einen starken Einfluss haben. Im akuten Schub sollte vor allem auf verdauungsanregende Ballaststoffe verzichtet werden.
  3. Wie verläuft eine Colitis ulcerosa Therapie?
    Die Therapie der Darmerkrankung wird im akuten Krankheitsschub symptomatisch vorgenommen. Dabei sollen die Medikamente vor allem die Entzündung der Darmschleimhaut eindämmen. In den beschwerdefreien Zeiträumen wird derzeit die Einnahme von 5-Aminosalicylsäure-Präparaten empfohlen, um die Anzahl der akuten Schübe zu vermindern.
  4. Wie realistisch ist eine Colitis ulcerosa Heilung?
    Nach dem Stand der heutigen Erkenntnisse ist die chronische Erkrankung nicht ursächlich heilbar. Mit den zur Verfügung stehenden Medikamenten, Hausmitteln und einer entsprechenden Schonkost können die Beschwerden gelindert werden. Typisch für die Erkrankung sind oft lange andauernde beschwerdefreie Phasen.
  5. Was sind wirksame Colitis ulcerosa Medikamente?
    Die Dauer, Intensität und Häufigkeit der akuten Schübe und der Zeiträume ohne Beschwerden ist bei jedem Patienten anders. Die von der Schulmedizin eingesetzten Medikamente können die Symptome der chronischen Krankheit lindern, aber die Krankheit nicht ausheilen.