Was ist Coxarthrose?

Coxarthrose ist die degenerative, Arthrose eines oder beider Hüftgelenke und wird in zwei Gruppen unterteilt: die primäre und sekundäre Coxarthrose. Der degenerative Verschleiß des Hüftgelenkknorpels ist weit verbreitet und nach der Kniearthrose die häufigste Form der Arthrose. Coxarthrose ist der Hauptgrund für künstliche Gelenke. Jährlich bekommen über 200.000 Patienten in Deutschland eine Hüftgelenkprothese. Um Operationen hinauszuzögern oder zu vermeiden, versucht man heute verstärkt, die Regeneration der Gelenkflächen einzuleiten.

Die Ursache für Coxarthrose

Coxarthrose ist eine normale Verschleißerscheinung, die mit zunehmendem Alter auftritt. Sie häuft sich nach dem 50. Lebensjahr. Es ist völlig normal, dass die Beweglichkeit des Hüftgelenks mit dem Alter abnimmt. Das allein ist noch kein Grund für eine Behandlung. Erst wenn die Beweglichkeit extrem eingeschränkt und mit starken Schmerzen verbunden ist, muss über eine Operation nachgedacht werden. Normalerweise ist Knorpel elastisch und speichert Wasser. Mit dem Alter gehen jedoch die Wasserspeicherfähigkeit und Elastizität des Bindegewebes zurück. Auch die Oberflächen der Gelenke werden rauer und können Bewegungen nicht mehr so gut abfedern. Verschlechtert sich die Hüftfunktion nicht altersgerecht, sondern auffällig schnell, handelt es sich in der Regel um eine behandlungsbedürftige Hüftarthrose, die Coxarthrose. Auch junge Menschen können eine Coxarthrose bekommen, wenn ihre Gelenke durch Sport oder andere Tätigkeiten übermäßig stark belastet wurden. Knorpelschwäche kann auch vererbt werden. Durch Bewegungsmangel oder als Nebenwirkung von Medikamenten tritt Coxarthrose ebenfalls auf.

Die Symptome von Coxarthrose

Coxarthrose ist die häufigste Ursache für Hüftprobleme (Bildquelle: BigStock by pdb1, Stock Foto 26249483)

Coxarthrose ist die häufigste Ursache für Hüftprobleme (Bildquelle: BigStock by pdb1, Stock Foto 26249483)

Coxarthrose kann sehr unterschiedlich ablaufen. Sie kann schmerzhaft sein und so starke Entzündungen erzeugen, dass der Schmerz unerträglich scheint. Im Endstadium versagt das Hüftgelenk meist vollständig. Viele Patienten mit Coxarthrose können sich kaum bewegen. Die Entzündung kann wieder abklingen und die Symptome gehen scheinbar zurück. Der Orthopäde muss eine Prothese einsetzen. Wird jedoch vorher eine behandelbare Ursache gefunden, kann der Verschleiß aufgehalten und die Hüfte gerettet werden. Typische Symptome sind Schmerzen in der Leistengegend, ein tiefsitzender Schmerz an der Lendenwirbelsäule, Anlaufschmerzen und Knieschmerzen. Trittschmerzen, die bei Belastung zunehmen, aber auch Schmerzen in Ruhestellung kommen hinzu. Das Hüftgelenk hat einen geringeren Bewegungsumfang. Typisch für Coxarthrose sind Schmerzen beim Drehen des Beines. Kann der Betroffene die Fußspitze mit gestrecktem Bein nicht nach außen drehen, weist das auf eine Hüftarthrose hin.

Der Verlauf von Coxarthrose

Man unterscheidet primäre und sekundäre Coxarthrose. Die primäre hat keine erkennbare Ursache, bei der sekundären Coxarthrose ist die Ursache bekannt. Die primäre Arthrose tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf. Im schlimmsten Fall führt die Abnutzung zum kompletten Abbau des Knorpels. Eine fortgeschrittene Hüftarthrose liegt dann vor, wenn man beim Gehen Schmerzen hat und sein Bein kaum nach außen drehen kann. Das Gelenk schmerzt auch ohne Belastung, die Schmerzen können bis ins Knie ausstrahlen. Eine Entzündung kann hinzukommen und sich auch äußerlich durch Schwellung und Rötung zeigen. Die Coxarthrose kann sich auch infolge von Übergewicht, einseitiger Belastung oder Unfällen ausbilden. Sie beginnt harmlos und zeigt sich später mit immer heftigeren Schmerzen.

Die Behandlung von Coxarthrose

Die Behandlung der Coxarthrose hängt vom Stadium der Krankheit ab. Hüftgelenkersatz spielt eine große Rolle. Auch nach Operationen ist immer eine begleitende Physiotherapie notwendig, die oft Monate dauert. Nach dem Eingriff haben Patienten eine gute Prognose, wieder schmerzfrei laufen zu können. Die konventionelle, nicht operative Behandlungsform setzt auf Kräftigung der Muskulatur und viel Bewegung. Krafttraining, Ausdauertraining und Fitnesssport werden empfohlen. Auch Gleichgewichtsübungen und Gelenkbelastung im Alltag müssen trainiert werden. Rehasport ist eine ideale Therapie. Skifahren, Fußball, Joggen, Tennis oder Squash sollten Betroffene unterlassen. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion wichtig, zudem sollte die Ernährung ausgewogen sein.

Die Vorbeugung von Coxarthrose

Um sich vor vorzeitigem Gelenkverschleiß zu schützen, kann man einiges tun. Wer sich viel bewegt und Sport treibt, hat ein geringeres Verschleißrisiko. Außerdem sollte man Übergewicht vermeiden oder abbauen. Ausdauersportarten wie Radfahren und Schwimmen sind zur Vorbeugung sehr geeignet. Wer Genussgifte vermeidet, sorgt auch für gesunden Knorpel. Bei Schmerzen sollte man möglichst früh zum Arzt gehen, so kann eine Arthrose rechtzeitig behandelt werden. Wer für Muskelaufbau sorgt, entlastet seine Hüftgelenke. Auch Medikamente sollte man nicht auf Dauer einnehmen, denn sie übersäuern den Körper und beeinträchtigen die Gelenkfunktionen. Ideal sind Vorgänge, die biologische Prozesse im Körper vorantreiben, beispielsweise Wärmeanwendungen und Umschläge. Nach Unfällen und Stürzen sollte man Hüftschmerzen immer vom Facharzt untersuchen lassen.

Häufig gestellte Fragen:

 

  1. Welche Arten von Arthrose gibt es?
    Man unterscheidet die primäre Arthrose, deren Ursache bislang nicht geklärt ist. Vermutet wird ein Ungleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit des Knorpels. Sie tritt vermehrt im dritten Lebensabschnitt auf. Die sekundäre Arthrose kann die Folge einer angeborenen Fehlstellung sein, aber auch infolge von Ernährungsfehlern oder Stoffwechselstörungen auftreten.
  2. Was ist Gonarthrose?
    Mit Gonarthrose ist eine Kniegelenksarthrose gemeint. Für die Gonarthrose gelten ähnliche Risikofaktoren wie für die Hüftgelenksarthrose. Zunehmendes Alter, starkes Übergewicht und auch das Geschlecht spielen bei der Erkrankung eine Rolle. Sie tritt bei etwa 20-40 % der über 60-Jährigen auf.
  3. Wie sieht eine Coxarthrose-Therapie aus?
    Die Therapie kann konservativ mit Physiotherapie oder operativ erfolgen. Der Hüftersatz dominiert jedoch. Physiotherapie und Bädertherapie gehören zu den konservativen Maßnahmen. An kann die Erkrankung mit Massagen, Kältetherapie oder Elektrotherapie behandeln. Zusätzlich werden meist schmerzstillende Medikamente gegeben. Mit einer umfassenden Physiotherapie kann man den Zeitpunkt für ein künstliches Hüftgelenk hinauszögern.
  4. Wie kann es zu einer Hüftgelenksarthrose kommen?
    Eine Coxarthrose kann ohne ersichtlichen Grund entstehen. Übergewicht, Fehlbelastung und Unfälle sind weitere Gründe. Ein kleiner Knorpelschaden kann schon der Auslöser sein. Die Schmerzen beginnen harmlos und werden immer stärker. Durch den Knorpelschaden verstärkt sich der Abrieb im Hüftgelenk erheblich. Der Knorpelschaden im Hüftgelenk erzeugt bei jeder Bewegung eine stärkere Reibung. Wie bei einem Stein in einem Schuh entstehen so oft beträchtliche Schmerzen. Das Gelenk wird noch mehr belastet und der Knorpel abgenutzt. Es kommt zusätzlich zu einer Entzündung, die das Gelenk ebenfalls schädigt.
  5. Was ist eine initiale Coxarthrose?
    Bei dieser Form der Arthrose tritt der Schmerz initial als Anlauf- oder Belastungsschmerz auf. Mit Fortschreiten der Krankheit nimmt er zu und dauert später auch in Ruhestellung an. Bei nasskaltem Wetter kommt eine Gelenksteifigkeit hinzu, im Spätstadium kann das Hüftgelenk eine deutliche Fehlstellung aufweisen.