Was ist ein Darmverschluss?

Von einem Darmverschluss (Ileus) ist die Rede, wenn der Stuhl aufgrund einer Einengung der Darmweite oder einer Darmlähmung nicht mehr weitertransportiert wird und sich aufstaut. Hierbei handelt es sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, die ohne Behandlung lebensbedrohlich verlaufen kann.

Die Ursachen für einen Darmverschluss

Für einen Darmverschluss können diverse Ursachen verantwortlich sein. Grundsätzlich werden zwei Erkrankungstypen unterschieden. Auslöser für einen mechanischen Ileus ist ein Hindernis, das die natürliche Darmpassage von innen oder von außen behindert oder vollständig blockiert. Verhindert eine Störung oder Lähmung der Darmmuskulatur den Weitertransport der Nahrung, liegt ein paralytischer Darmverschluss vor. Beide Formen treten zum Teil auch in Kombination auf.

Als Ursachen für den mechanischen Darmverschluss gelten beispielsweise Fremdkörper und Tumore, die das Darminnere verschließen. Da der Darm ein Hohlorgan ist, lässt er sich jedoch auch von außen zusammendrücken. Hierfür sind meist Verwachsungen und narbige Stränge verantwortlich, die sich noch lange Zeit nach einer Bauchoperation entwickeln und zu Beschwerden führen können. Seltener ist ein strangulierter Darmabschnitt der Auslöser für einen mechanischen Ileus.

Zum paralytischen Darmverschluss kommt es beispielsweise bei Durchblutungsstörungen, wie sie unter anderem bei einem Mesenterialinfarkt auftreten. Zu den weiteren Ursachen für den paralytischen Ileus zählen Entzündungen und Verletzungen im Bauchraum und Lähmungen der Darmmuskulatur durch zu hohe Harnsäurekonzentration, Elektrolytverschiebungen (Hypokaliämie) oder Vergiftungen mit Blei oder Opiaten.

An welchen Symptomen ist ein Darmverschluss zu erkennen?

Ein Darmverschluss verursacht immer sehr starke Bauchschmerzen (Bildquelle: BigStock by Axl_Images, Stock Foto 55880702)

Ein Darmverschluss verursacht immer sehr starke Bauchschmerzen (Bildquelle: BigStock by Axl_Images, Stock Foto 55880702)

Je nach Art und Auslöser macht sich ein Darmverschluss durch sehr unterschiedliche Krankheitszeichen bemerkbar. Ein akuter Ileus äußert sich zunächst durch unspezifische Symptome wie rasch einsetzende, starke Bauchschmerzen, eine brettharte, in manchen Fällen auch geblähte Bauchdecke, Übelkeit und Erbrechen. Einige Patienten leiden außerdem an Fieber und einem Kreislaufschock. Da die Nahrung nicht weitertransportiert wird, kann sich unter dem Erbrochenen auch angedaute Nahrung aus tieferen Abschnitten des Darms befinden.

Welchen Verlauf nimmt ein Darmverschluss?

Wie ein Darmverschluss verläuft, hängt nicht zuletzt von seiner Ursache ab. Die günstigste Prognose hat, sofern rechtzeitig behandelt, ein mechanischer Ileus, der sich infolge eines gutartigen Auslösers entwickelt hat. Bei fortdauerndem Bestehen geht jedoch jeder mechanische Darmverschluss in die paralytische Form über. Bei beiden Verlaufsformen sammeln sich innerhalb des Darms Verdauungssäfte an, die von der Darmwand nicht wieder aufgenommen werden. Daraus resultiert ein Flüssigkeitsmangel mit Blutdruckabfall, der eine Schock verursachen kann. Besteht der Darmverschluss länger, fängt die Darmwand gegebenenfalls an, sich selbst zu verdauen.

Erfolgt keine ausreichend schnelle Behandlung, können der Zusammenbruch der Darmbarriere oder ein Riss des entzündeten Darms die Besiedelung des Bauchraumes mit Darmkeimen nach sich ziehen. Der dadurch ausgelöste septische Schock und das anschließende Multiorganversagen führen unter Umständen zu einem tödlichen Ausgang. Die Sterberate bei einem Ileus wird mit 10 bis 25 Prozent beziffert. Sie ist stark davon abhängig, wie schnell eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird. Beginnt diese zügig, ist die Prognose gut. Da nicht immer sämtliche Auslöser vollständig beseitigt werden können, ist jedoch zum Teil mit erneuten Verschlüssen zu rechnen.

Auf welche Weise wird der Darmverschluss behandelt?

Da ein Ileus lebensbedrohlich verlaufen kann, erfordert er eine rasche Diagnose und Therapie. Wichtig ist es, bereits beim Verdacht auf einen Darmverschluss nichts mehr zu essen oder zu trinken. Unabhängig von der Ursache wird als Erstmaßnahme eine Magensonde gelegt, über die der Arzt versucht, den Mageninhalt abzusaugen, um den Darm zu entlasten. Infusionen dienen dazu, über den Darm verlorene Flüssigkeit und Elektrolyte zu ersetzen. Des Weiteren erfolgt die Verabreichung von Medikamenten zur Bekämpfung von Schmerzen und Übelkeit sowie zur Normalisierung der Darmaktivität.

Besteht die Gefahr des Durchbruchs der Darmwand oder ist das Bauchfell schon entzündet, steht unter den Therapiemöglichkeiten insbesondere die Operation im Vordergrund. Bei dem chirurgischen Eingriff werden für den Darmverschluss verantwortliche Verwachsungen, Einstülpungen des Darmes und etwaige Tumore beseitigt. Dabei kann es erforderlich sein, den Darm zu öffnen, um den stockenden Stuhl oder unterversorgte, bereits absterbende Darmabschnitte zu entfernen. Ist Letzteres der Fall, wird mitunter für einige Monate ein künstlicher Darmausgang angelegt, bis die Zusammenlegung der beiden unterbrochenen Darmenden möglich ist.

Bei einer bestehenden Infektion der Bauchhöhle wird diese antibiotisch gespült. Um eine nachfolgende Blutvergiftung zu verhindern, erfolgt außerdem während und nach der Operation die intravenöse Gabe von Antibiotika.

Wie lässt sich ein Darmverschluss vermeiden?

Gegen einen Darmverschluss ist Vorbeugung nur bedingt möglich. Wichtig ist, auf einen regelmäßigen Stuhlgang zu achten und schwer verdauliche Speisen weitgehend zu meiden. Da diese Erkrankung keinen Kerngesunden trifft, sollten bei bekannten Risikofaktoren deren Reduktion bzw. Behandlung im Vordergrund stehen.

Besonders häufig tritt der Darmverschluss nach einer Operation im Bauchbereich auf. Daher ist es ratsam, im Anschluss an einen solchen Eingriff Anzeichen für einen Ileus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und beim Auftreten von Beschwerden sofort einen Arzt aufzusuchen.

Welche Hausmittel helfen gegen den Darmverschluss?

Ein Darmverschluss ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der Hausmittel nicht weiterhelfen. Die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe ist unumgänglich.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Wie gefährlich ist eine Verstopfung bei Kindern?
    Nicht nur Erwachsene leiden unter Darmträgheit, sondern auch Kinder. Als gefährlich erweisen sich diese Verdauungsstörungen in der Regel nicht. Da Folgeprobleme auftreten können, sollten sie aber dennoch frühzeitig erkannt und behandelt werden. Einerseits sind die Schmerzen für den kleinen Patienten sehr unangenehm, andererseits besteht die Möglichkeit, dass sich der Darm ausweitet, wodurch das Kind nach und nach das Gefühl für den Stuhldrang verliert.
  2. Worauf ist bei einer Verstopfung in der Schwangerschaft zu achten?
    Tritt eine Verstopfung während der Schwangerschaft auf, ist dies meist hormonell oder durch den Druck der wachsenden Gebärmutter auf den Darmausgang bedingt. Eine weitere Ursache ist die Umverteilung der Flüssigkeit. Dem Nahrungsbrei wird vermehrt Wasser entzogen und im Gewebe eingelagert. Bei Darmträgheit in der Schwangerschaft sollten keine frei verkäuflichen und auch keine verschreibungspflichtigen Abführmittel eingenommen werden, ohne vorher einen Arzt oder die Hebamme zu konsultieren.
  3. Was ist ein mechanischer Darmverschluss?
    Ein mechanischer Ileus entsteht, wenn ein Hindernis, beispielsweise eingedickter Kot, ein Fremdkörper oder ein Tumor, den Darm unpassierbar macht. Von außen her können außerdem Verwachsungen oder narbige Stränge den Darm abdrücken. Auch das Einklemmen des Darmes in eine Lücke, wie beim Nabel oder Leistenbruch, gilt als mechanischer Darmverschluss.
  4. Wie wird eine Darmverschluss Behandlung durchgeführt?
    Bei einem Ileus ist eine schnelle Therapie erforderlich. Der mechanische Darmverschluss ist eine Indikation für eine sofortige Operation. Bei dieser werden im günstigsten Fall Verwachsungen gelöst. Liegt eine Strangulierung des Darms vor, ist meist eine Darmteilentfernung notwendig. Lässt sich die Ursache nicht chirurgisch beseitigen, kommen eine Bypassoperation zur Umgehung der Engstelle oder ein künstlicher Darmausgang als Behandlungsmöglichkeit infrage. Handelt es sich um die Vorstufe eines paralytischen Darmverschlusses, lohnt sich der Versuch, die Darmbewegung mithilfe von Medikamenten wieder in Gang zu setzen.
  5. Was sind gute Hausmittel gegen Verstopfung?
    Bei einer Verstopfung können Milchprodukte wie Buttermilch und Joghurt ebenso die Verdauung anregen wie Sauerkrautsaft, Koffein, Dörrobst oder in etwas Wasser eingerührter Milchzucker. Grundsätzlich ist es ratsam, bei Darmträgheit genügend Flüssigkeit – circa zwei bis drei Liter pro Tag – zu sich zu nehmen. Ausreichend Bewegung und Entspannungsübungen haben sich ebenfalls als Hausmittel gegen einen trägen Darm bewährt.