Ein Dekubitus wird umgangssprachlich auch Druckgeschwür genannt. Dabei handelt es sich um eine schlecht heilende Wunde. Die Wundheilung wird aufgrund der „schlechteren“ Durchblutung (Minderdurchblutung) stark verzögert.

Ursachen eines Dekubitus

Ein Dekubitus entsteht häufig bei bettlägerigen Menschen oder anderen, die ihre Liege- oder Sitzposition nicht häufig genug wechseln können. Dann wird viel Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt, was sich zunächst durch eine Rötung äußert. Durch den Druck werden die Zellen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was zu der Entzündungsreaktion führt. Diese Entzündungsreaktion ist gleichzeitig die leichteste Form des Dekubitus‘.

Um diese Art des Dekubitus (Grad I) auszulösen, reichen bereits einige Stunden.

Symptome eines Dekubitus

Die ersten Symptome eines Dekubitus bestehen in den Entzündungsreaktionen des Körpers an der betroffenen Stelle.

Verlauf der Erkrankung

Die vier Grade bei Dekubitus

Die vier Grade bei Dekubitus
(© Nanoxyde – Wikipedia.de)

Sollte in diesem Stadium der Druck nicht gemindert werden, kommt es zunächst zu einer Blasenbildung oder es kommt zu einer offenen Hautschicht. Die Schmerzen an dieser Stelle nehmen zu (Grad II).

Ein Dekubitus mit einem Schweregrad III geht mit einer Nekrose, d.i. das Absterben von Gewebeteilen aufgrund von Hypoxie, d.h. Sauerstoffunterversorgung. In diesem Stadium sind meist nicht nur die oberen Haut- und Gewebeschichten betroffen. Die Schmerzen nehmen in diesem Stadium ab, gleichzeitig reagiert der Körper mit einer Entzündungsreaktion am Wundrand.

Der schwerste Grad (IV) äußert sich darin, dass Knochen und Sehnen mitbetroffen sind oder offen liegen. Spätestens hier gibt es die Gefahr einer Sepsis und einer Osteomyelitis bzw. Ostitis (Entzündung des Knochenmarks bzw. des Knochens).

Man kann das Krankheitsbild des Dekubitus‘ auch nach dem Stadium einteilen: dabei unterscheidet man die Art der Wunde („sauber“ oder schmierig belegt), sowie daraus resultierende nekrotische Symptome und der Gefahr der Infektion des umliegenden Gewebes.

Die leichteste Form besteht demnach in der „sauberen“ Wunde, sowie keine Nekrose. Das mittlere Stadium macht sich durch den schmierigen Belag der betroffenen Stelle bemerkbar, wobei auch hier keine Nekrose auftritt. Wenn eine Nekrose auftritt, mit Gefahr der Infiltration des umliegenden Gewebes – mit eventueller Gefahr einer Sepsis – dann spricht man vom schwersten Stadium, wenn man dieser Klassifizierung folgt.

Diagnose eines Dekubitus

Die Diagnose eines Dekubitus erfolgt durch die oben angegebenen Symptome, sowie durch die Patientenanamnese. Bei den leichteren Graden des Dekubitus ist eine Blickdiagnose ausreichend. Wenn der Dekubitus jedoch weiter fortgeschritten sein sollte, können auch Röntgenaufnahmen oder andere bildgebende Verfahren notwendig sein, um den Grad der Schädigung festzustellen.

Therapie eines Dekubitus

Die Therapie eines Dekubitus ist keine einfache medizinische Angelegenheit. Das liegt an der zeitlichen Struktur der Wundheilung. Obwohl ein Dekubitus des Schweregrades III leicht innerhalb von Tagen entstehen kann, so besteht die Möglichkeit, dass sich die Wundheilung über Monate erstreckt. Prinzipiell können die Grade I – II mit lokalen Mitteln, z.B. mit Wundauflagen behandelt werden, um die Wunde so trocken wie möglich zu halten.

Sollte der Dekubitus schon weiter fortgeschritten sein, so wird oft ein chirurgischer Eingriff notwendig, um die nekrotische Stelle zu behandeln. Zusätzlich werden dem Patienten Antibiotika verschrieben, um die Ausbreitung zu verhindern. In manchen Fällen sind sogar Hauttransplantationen von Nöten.

Dekubitusprophylaxe

Prophylaktisch gegen Dekubitus ist es essentiell den bettlägrigen Patienten so oft wie möglich umzulagern und so den Druck auf einer Stelle zu entlasten. Auch von Bedeutung ist es, den Patienten zu mobilisieren. Da eine Rötung der Haut das erste Anzeichen dieser Erkrankung darstellt, sollte auch das Hautbild regelmäßig kontrolliert, die Haut gepflegt, sowie auf eine altersgerechte Ernährung geachtet werden. Vor allem bei Patienten, die bereits an einem Dekubitus leiden, sollte die Eiweißzufuhr erhöht werden (ca. 0,8g / kgKG – ca. 1, 25g /kgKG).

Mittel gegen einen Dekubitus

Als Mittel gegen Dekubitus kann man eine manuelle Lymphdrainage versuchen, da diese den Kreislauf anregt. Wer keine Antibiotika nehmen möchte, kann sich auch auf archaische Kriegsmedizin verlassen. Die Mayas und Ureinwohner Australiens haben sich auf Fliegenmaden verlassen, die das abgestorbene Gewebe abnagten und so die Wundheilung beschleunigen. Wer lieber zur Pflanzenheilkunde greifen möchte, der kann Zitronensaftlappen anwenden, oder Ringelblumensalbe auftragen.