Die Donovanosis ist eine Infektionskrankheit, welche die äußeren Geschlechtsorgane betrifft und mit Geschwürbildung einhergeht.

Die Donovanosis ist nach dem Tropenmedizininer Charles Donovan benannt, der sie als erster beschrieb, und wird auch als Granuloma inguinale oder Granuloma venereum bezeichnet. Sie wird durch Bakterien hervorgerufen. Die Donovanosis gehört zu den sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten und tritt typischerweise im jungen Erwachsenenalter auf.

Ursachen Donovanosis

Die Donovanosis wird durch ein spezifisches Bakterium namens Klebsiella granulomatis hervorgerufen. Dieses wird meist beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Beim Vaginal- oder Analverkehr kommt es häufig zu kleinen, kaum bemerkbaren Verletzungen der Schleimhäute. Beim Verkehr mit einem mit Klebsiella granulomatis infizierten Partner können diese Bakterien dann in das Gewebe eindringen und eine Donovanosis auslösen.
Wiewohl die Donovanosis weltweit vorkommt, tritt sie vor allem in tropischen und subtropischen Ländern auf, insbesondere Südamerika und Asien. Das Infektionsrisiko liegt für Männer ungefähr doppelt so hoch wie für Frauen.

Symptome bzw. Anzeichen bei Donovanosis

Donovanosis

Donovanosis am Penisschaft
(© de.wikipedia – Kauczuk)

Von der Infektion mit Klebsiella granulomatis bis hin zu den ersten Symptomen können mehrere Wochen vergehen. Es bilden sich kleine, rötliche Verhärtungen im Genital- oder Afterbereich, die mit Juckreiz einhergehen können. Bei Männern ist vor allem der Penisschaft betroffen, bei Frauen die inneren Schamlippen. Aber auch im Bereich des Anus, der Lendenregion, selten auch im Mund- und Rachenraum können die entsprechenden Symptome auftreten. Maßgeblich ist hierbei, in welcher Körperregion der Erreger in den Körper eingetreten ist.

Nach dem Abheilen der Knötchen bilden sich dann hautfarbene, kraterförmige Geschwüre, die teilweise tief ins Gewebe reichen, jedoch nicht schmerzhaft sind. Unbehandelt wachsen diese Geschwüre und breiten sich stetig weiter aus, was im schlimmsten Fall zu einer Verstümmelung der Geschlechtsorgane führen kann. Häufig kommt es zu Entzündungen der Geschwüre.

Diagnose und Verlauf bei Donovanosis

Durch die typischen Geschwüre kann die Donovanosis bei einer fachärztlichen Untersuchung leicht erkannt werden. In der Folge wird ein Abstrich oder eine Gewebeprobe genommen, welche unter dem Mikroskop untersucht wird. Auf diesem Weg können die spezifischen bakteriellen Erreger, welche die Erkrankung auslösen, im Labor nachgewiesen werden. Dies ist wichtig, um andere Erkrankungen mit teilweise ähnlichen Symptomen auszuschließen, etwa Syphilis oder Herpes.

Die Donovanosis ist medizinisch gut behandelbar. Eine frühzeitige Therapie ist wichtig, um Komplikationen und Narbenbildung durch die auftretenden Geschwüre zu vermeiden. Eine nicht oder zu spät erkannte Donovanosis kann jedoch schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Dazu zählen bleibende Schäden am Gewebe des Genital- und Afterbereiches sowie der Harnröhre. Aus einer Donovanosis kann sich ein gefährlicher Hautkrebs entwickeln. Auch eine Besiedelung innerer Organe mit dem Erreger wurde bereits beobachtet.

Behandlung bzw. Therapie von Donovanosis

Da Donovanosis von Bakterien hervor gerufen wird, kann sie mit Abtiotika behandelt werden, die die Erreger abtöten. Diese Behandlung erfordert eine Tabletteneinnahme über etwa drei Wochen hinweg. Wird in einem hinreichend frühen Stadium mit der Therapie begonnen, bilden sich die Geschwüre rasch zurück und eine Narbenbildung kann verhindert werden. Es wird empfohlen, auch in den Monaten nach der Abheilung regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen, um einen eventuellen Rückfall auszuschließen.

Um eine Neuansteckung zu vermeiden, sollten die Sexualpartner der betroffenen Person ebenfalls untersucht und behandelt werden. Bis zur vollständigen Genesung sollte der Patient auf Geschlechtsverkehr verzichten, um die eigene Genesung sowie die Gesundheit des Partners nicht zu gefährden.

Vorbeugung gegen Donovanosis

Die Donovanosis ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Zur Vorbeugung einer solchen Erkrankung ist es essentiell, sich durch Kondome und ein verantwortungsbewusstes Sexualverhalten zu schützen. „Safer Sex“ schützt nicht nur vor Donovanosis, sondern auch vor anderen schwerwiegenden Risiken. Im Falle der Donovanosis ist besondere Vorsicht geboten bei Sexualkontakten zu Menschen in tropische und subtropische Länder, da hier das Hauptverbreitungsgebiet dieser Krankheit liegt. Die meisten Donovanosis-Erkrankungen in Deutschland betreffen Reisende in den entsprechenden Gebieten.
Obwohl die Donovanosis mit charakteristischen Geschwüren im Bereich der Sexualorgane einhergeht, können auch Personen ohne sichtbare Symptome noch ansteckend sein.

Medikamente und Hausmittel gegen Donovanosis

Bei einer Donovanosis-Erkrankung kommen Antibiotika zum Einsatz. Hierbei sind Cotrimoxazol, Tetracyclin, Ciprofoxacin, Doxycyclin oder Erythromycin die Mittel der Wahl. Auf Grund der Gefahr von schwerwiegenden Komplikationen, die eine Donovanosis-Erkrankung mit sich bringt, sollte auf den Versuch einer Therapie in Eigenregie verzichtet werden. Auch wenn der Gang zum Arzt unangenehm sein mag, sollte eine Donovanosis unbedingt ärztlich behandelt und beobachtet werden.