In Deutschland leiden statistisch gesehen 45 Prozent aller Menschen, die das 75 Lebensjahr erreicht haben, an Dysphagie. Es gibt jedoch bedauerlicherweise Betroffene in allen Altersgruppen. Während man somit schon von einer weiten Verbreitung sprechen kann, wissen jedoch die wenigsten Menschen hierzulande, was Dysphagie eigentlich genau ist.

Der Mediziner spricht von einer Dysphagie, wenn eine extreme anatomische Schluckstörung vorliegt. Diese Schluckstörung betrifft somit den ganzen Schluckvorgang. Es wird bei der Schluckstörung jedoch unterschieden zwischen einer oropharyngealer Dysphagie und einer ösophageale Dysphagie.

Ursachen einer Dysphagie

Die Ursachen sind bei älteren Menschen sehr selten psychisch bedingt. Die Medizin geht daher davon aus, dass gerade bei jüngeren Menschen psychische Ursachen umso häufiger die Ursache für die Störung ist. Eine einfache Formel hierfür kann also lauten: Je jünger der Patient umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Ursache für die Störung. Bei älteren Menschen wird davon ausgegangen, dass eine sogenannte Multimobidität – also das Zusammentreffen mehrerer Krankheitsbilder – hauptursächlich für die Dysphagie ist.

Symptome bei einer Dysphagie

Die auftretenden Symptome sind letztlich abhängig von der Art der Dysphagie. Bei einer oropharyngealer Dysphagie, die ihre Ursache im Rachenbereich hat, treten die Beschwerden bereits zu Beginn des Schluckvorganges auf, wodurch der Betroffene Teile seiner Nahrung einatmet und sich infolge der Nahrung oftmals verschluckt.

Schwere schmerzhafte Hustenanfälle sind die Folge. Bei einer ösophagealen Dysphagie spricht die Medizin von einer anatomischen Ursache. Flüssige oder feste Nahrung kann bei dem Betroffenen nicht vollständig die Speiseröhre hinablaufen, wodurch es zum reflexartigen Heraufwürgen der Nahrung kommt. Erbrechen ist hier in der Regel die Folge! Schmerzen, Sodbrennen oder ein beklemmendes Druckgefühl im Halsbereich geht zumeist mit dieser Form der Störung einher!

Diagnose einer Dysphagie

Wenn ein Patient den Verdacht hat, unter dieser Störung zu leiden, sollte er zeitnah einen Arzt aufsuchen. Dieser untersucht den Schluckakt und testet die Würgereflexe, die Zungenfunktion sowie alle bei dem Schluckakt betroffenen Muskeln. Es gibt jedoch auch klinische Diagnostikmöglichkeiten. Eine vollständige klinische Anamnese, eine sorgsame orofaziale Sensibilität sowie eine sorgsame Mundinspektion sowohl im Innen- als auch im Außenbereich gehören zu den klinischen Diagnostikmethoden. In seltenen Fällen wird eine Magenspiegelung und eine Röntgenuntersuchung durchgeführt.

Behandlung einer Dysphagie

Die Therapiemöglichkeiten bei einer Schluckstörung ist immer abhängig von der Ursache. Wenn eine Dysphagie psychische Ursachen haben sollte, kommt zur Behandlung eine Schlucktherapie bzw. alternativ eine Sprachtherapie in Betracht. Wenn die Dysphagie körperliche Ursachen haben sollte, ist es zunächst wichtig, abzuklären, ob keine schwere körperliche Erkrankung in Form von Tumoren etc. als Hauptursache für die Schluckstörung ist. In diesem Fall muss die Ursache eventuell operativ entfernt werden. Dieses ist allerdings sehr selten der Fall und die Dysphagie gilt mit dem Beseitigen der Ursache als geheilt.

Dysphagie vorbeugen

Durch eine allgemeingesunde Lebensweise kann eine Dysphagie bereits in jungen Jahren vorgebeugt werden. Alternativ können bei den ersten Anzeichen für ein Vorliegen dieser Störung bereits daheim Übungen vorgenommen werden, damit diese Störung nicht ausgeprägter in Erscheinung tritt.

Medikamente gegen Dysphagie

Es gibt die Möglichkeit, die Symptome einer Dysphagie durch die Einnahme von Hopfentabletten abzulindern. Diese Medikamente sind auf pflanzlicher Basis gehalten und beinhalten daher keine Suchtgefahr. Sie wirken beruhigend auf den menschlichen Organismus und der Betroffene verfällt nicht in Panik. Alternative medikamentöse Behandlungsmethoden sind der Medizin derzeitig nicht bekannt.

Es ist immens wichtig bereits frühzeitig bei einem Verdachtsmoment der Schluckstörung einen Arzt aufzusuchen, um schlimmere Folgen zu verhindern.