Bei der Dysthymie handelt es sich um eine entfernte Form der Depression. Wörtlich übersetzt bedeutet Dysthymie “schlechte Laune”. Genau darin äußert sich diese Erkrankung zunächst. Bei dieser Form der affektiven Störungen kommt es bei den Betroffenen zu leichten depressiven Verstimmungen.Um das Krankheitsbild einer Dysthymie zu erfüllen, muss diese depressive Verstimmung chronisch sein. Sie muss an mindestens fünf Tagen der Woche über mindestens zwei Jahre hinweg auftreten, um das festgeschriebene Krankheitsbild zu erfüllen.

Diese Erkrankung hat eine Lebenszeitprävalenz von 4 bis 6 Prozent. Meistens tritt sie im frühen Erwachsenenalter auf. Doch die Hälfte aller Erkrankten bekommen diese Erkrankung bereits vor dem 25. Lebensjahr. Studien haben ergeben, dass Frauen wesentlich anfälliger für diese Krankheit sind und aus statistischer Sicht auch früher daran erkranken.

Symptome

  • ständige leichte depressive Verstimmung
  • Schlaflosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • innerliche Unruhe
  • Schuldgefühle
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Ängste
  • Vegetative Zustände
  • Körperliche Erschöpfung

Doch im Gegensatz zu wahnhaften Depressionen haben Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, sehr wohl noch einen Bezug zur Realität und können klare Grenzen zwischen Realität und Fiktion ziehen. Auch die Bewältigung des Alltags ist in den meisten Fällen problemlos möglich.

Ursächliche Faktoren einer Dysthymie

Ursachen für Dysthymie sind

  • neurochemische Ursachen
  • genetische Faktoren
  • aktuelle Lebenssituationen
    Die Verwendung von Johanniskraut ist eine wirksame Behandlungsmethode gegen Dysthymie. © Fotolia.com

    Die Verwendung von Johanniskraut ist eine wirksame Behandlungsmethode gegen Dysthymie.
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Wie bei einer bipolaren Störung, Depressionen oder Borderline liegen der Dysthymie unterschiedliche Ursachen zugrunde. Zum einen gehen Forscher und Mediziner von einer neurochemischen Ursache aus. Ein Mangel von Noradrenalin und Serotonin im synaptischen Spalt soll Ursache für eine derartige Erkrankung sein. Doch auch genetische Faktoren tragen ihren Anteil dazu bei. Sind viele Familienmitglieder an Depressionen, Burn Out oder Dysthymie erkrankt, steigt das Risiko, selbst auch daran zu erkranken. Natürlich spielt auch die jeweilige Lebenssituation eine entscheidende Rolle und kann ein Auslöser für eine derartige Krankheit sein. Hat man in seinem Alltag viel Stress im Berufs- oder Privatleben und kann diesen Stress nicht entsprechend bewältigen, verarbeiten und abbauen, ist dies nicht selten Grund für eine Erkrankung an Dysthymie.

Behandlungsmöglichkeiten

Da eine Dysthymie eine Krankheit ist, die mehrere Jahre andauert oder angedauert hat, bevor der Betroffene sich Hilfe sucht, ist auch die Behandlung eine langwierige Angelegenheit. Studien zu folge ist eine Therapie am erfolgreichsten, die sich Elementen aus der Psycho- und Pharmakotherapie bedient. Verschiedene Medikamente haben sich im Zusammenhang mit Dysthymie bereits als wirksam erwiesen und kommen daher bevorzugt zum Einsatz. Doch auch eine kognitive Verhaltenstherapie oder eine Therapie mit Johanniskraut sind anerkannte Behandlungsmethoden dieser Erkrankung.

Depression

Vor einiger Zeit war der Begriff Depression in Deutschland kaum jemandem ein Begriff. Mittlerweile gehen Wissenschaftler davon aus, dass mindestens 50 Prozent der Bevölkerung bislang an Depressionen erkrankt sind oder indirekt in seinem unmittelbaren Umfeld damit in Kontakt gekommen sind. Etwa 20 Prozent aller Bundesbürger leiden laut Statistik selbst an einer Depression oder haben daran gelitten.

Immer mehr Menschen leiden unter einer Depression, haben regelmäßig depressive Phasen, sind an Burn Out, Borderline oder Dysthymie erkrankt. Woran das vermehrte Auftreten derartiger Erkrankungen, zu denen auch die bipolare Störung zählt, ist bislang noch nicht eindeutig nachgewiesen.

Wer erkrankt an einer Depression?

Wer an einer Depression erkrankt und wer davon verschont bleibt, lässt sich nahezu nicht sagen. Jeder Mensch hat ein Risiko, an einer derartigen Krankheit zu erkranken. Dabei spielt es keine Rolle, welches Geschlecht oder Alter man hat. Auch die Gesellschaftsschicht und die soziale Stellung sind unwichtig. Des Weiteren spielt es keine Rolle, ob man Student, Schüler, Arbeitsloser, Rentner oder Auszubildender ist. Eine Depression kann man immer bekommen. Verwunderlich daran ist allerdings, dass es den Menschen in Deutschland vergleichsweise gut geht und im ersten Moment eigentlich kein Grund dafür zu erkennen ist, in Depressionen zu verfallen. Doch je besser es einer Nation augenscheinlich geht, umso mehr Menschen erkranken an diesser Krankheit. Betrachtet man die Menschen in der Dritten Welt, so haben Forscher herausgefunden, dass dort kaum jemand unter einer Depression leidet.

Ursachen

Eine Depression äußert sich in einer starken Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. © Fotolia.com

Eine Depression äußert sich in einer starken Traurigkeit und Niedergeschlagenheit.
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  • Einsamkeit
  • traumatische Erlebnisse
  • Scheidung
  • Arbeitslosigkeit
  • Ängste
  • keine planbare Zukunft
  • Aufwachsen ohne Vater oder/und Mutter
  • chronische Schmerzen
  • Alkoholismus
  • Zwänge
  • etc.

Manchmal mit tödlichem Verlauf

Vielen depressiven Menschen merkt man ihre Erkrankung am Anfang nicht an. Sie versuchen die Symptome, die ihnen selbst zu diesem Zeitpunkt oft bereits schon bewusst sind, zu vertuschen. Dies tun sie beispielsweise, in dem sie auf einmal auffällig aktiv sind und viel unternehmen. Andere Erkrankte täuschen auch übertriebene gute Laune und Fröhlichkeit vor, um ihre eigentliche Stimmungslage zu verbergen.

Andere Patienten wirken hektisch, sind überdreht und reden sehr viel. Auch Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit und Schlaflosigkeit sind Symptome einer Depression. Zudem wird alles davon überlagert, dass man alles auf der Welt negativ sieht und von einer starken Traurigkeit und Niedergeschlagenheit begleitet durch den Tag geht. Dadurch bekommen Betroffene schnell Minderwertigkeitsgefühle und sieht schwarz für die Zukunft, wodurch diese Erkrankung nicht selten auch von Suizidgedanken begleitet wird. 10 Prozent aller Betroffenen beenden die Krankheit mit einem Selbstmord.

Behandlungsmethoden

  • medikamentöse Behandlung
  • Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie

Das Burn Out Syndrom

Burn Out, ein schleichender Vorgang und eine ernstzunehmende Krankheit, die immer mehr Menschen betrifft. Anzeichen für einen Burn Out sind körperliche sowie seelische Erschöpfung. Obwohl dieses Symptom immer mehr berufstätige Menschen betrifft, gilt es bis heute nicht als typische „Berufskrankheit“.

Persönlichkeitsfaktoren des Menschen, die einen Burn Out begünstigen können.

Hoher Leistungsdruck sowie Stress in terminlichen Angelegenheiten können zu einem Burn Out führen. Wird der Arbeitnehmer ständig gefordert oder wird seitens der „Kundschaft“ starker Druck ausgeübt, wird es im Laufe der Zeit immer schwerer diesem Druck standzuhalten. Es wird in der Regel von fünf Persönlichkeitsfaktoren gesprochen, die zu einem Burn Out führen können. Ein gewisser „Perfektionismus“, ein wenig zu viel „Ehrgeiz“ sowie ein gewisses „Helfersyndrom“ können dazu führen, auf Dauer an einem Burn Out zu erkranken. Menschen die nicht „nein“ sagen können und mangelnde „Stressbewältigung“ können weitere Burn Out Faktoren darstellen.

Wie kann bei einem festgestelltem Burn Out geholfen werden?

Hoher Leistungsdruck und Stress können zu einem Burn Out Syndrom führen. © Fotolia.com

Hoher Leistungsdruck und Stress können zu einem Burn Out Syndrom führen.
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Als erstes sollten die Lebensgewohnheiten eines vom Burn Out betroffenen drastisch geändert werden, um zu alter Stärke zurückzufinden. Gegebenenfalls sollte in solch einem Fall auch ein Wechsel des Arbeitsplatzes in Betracht gezogen werden. Leidet die oder der Betroffene schon länger an den Symptomen des Burn Out ist gegebenenfalls auch eine kurative Behandlung in Erwägung zu ziehen. Auf jeden Fall sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Ursachen der Erschöpfungszustände gründlich aufzuklären. Im eigenen Interesse sollte versucht werden, sich für einen längeren Zeitraum von allen Verpflichtungen befreien zu lassen und sich gründlich auszuruhen.

Depression, Dysthymie sowie bipolare Störungen und Borderline Syndrom.

Auch andere Krankheiten oder Symptome können die Gesundheit negativ beeinflussen.
Viele Betroffene bemerken erst sehr spät die möglichen Folgen einer derartigen Krankheit. Borderline ist eine Erkrankung der Psyche, eine Depression hingegen kann ein relativ kurzfristiger Zustand sein. Allerdings gibt es Depressionen, die das gesamte Leben beeinflussen können. Hier sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, der gegebenenfalls auch entsprechende Medikamente verordnen kann. Unter dem Begriff Dysthymie versteht man eine leichte aber anhaltende depressive Störung, welche sich auf den Allgemeinzustand des Betroffenen auswirken kann. Die bipolare Störung erklärt sich in manisch-depressiven Erkrankungen, die Symptome sind von den Lebensumständen allerdings nicht abhängig sondern in anderen Ursachen zu suchen. Keines dieser hier beschriebenen Probleme sollte auf die leichte Schulter genommen werden, ein umgehender Arztbesuch schon bei kleinsten Unregelmäßigkeiten könnte hier eine gute Maßnahme zur Gesunderhaltung und Vorbeugung sein.

Die bipolare Störung

Eine bipolare Störung ist auch unter dem Synonym „manisch-depressive Erkankung“ bekannt. Im Mittelpunkt stehen hierbei starke Gefühlsschwankungen die von einem in das andere Extrem übergreifen. Ein passender Spruch aus dem Volksmund stellt dieses Krankheitsbild passend dar, wenn es heißt: „Himmel hoch jauchzend und zu tode betrübt“. Eine bipolare Störung ist also nicht mit der Dysthymie zu vergleichen, in der eine chronologische Despression, ohne manische Momente, vorliegt. Ebenso ist sie nicht mit der Borderline Krankheit zu verwechseln, die sich anhand einer impulsiven Persönlichkeitsstörung manifestiert.

Man kennt Stimmungsschwankungen von sich selbst. Es kommt vor, dass wir von schlechter Laune direkt in eine gute Stimmung wechseln. Das Krankheitsbild impliziert jedoch keine leichten Stimmungsübergänge, sondern vielmehr die erreichbaren Extreme. Der größte Unterschied dieser divergenten Stimmungsschwankungen ist der Ursprung der Ausbrüche. Bei einem nicht Erkrankten Menschen gründen sowohl gute als auch schlechte Launen als Reaktion auf dessen Umwelt. Durch einen Rückschlag im Alltag, wie eine Zurechtweisung, entwickelt man eine negative Stimmung. Ist dieser negative Impuls jedoch vorbei und betrifft einen nicht mehr, wechselt sich auch die eigene Stimmung. Kurz gesagt gründen sich die Launen eines nicht Erkrankten auf Impulse aus dessen Umwelt.

Bei einer bipolaren Störung treten extreme Stimmungsschwankungen ohne ersichtlichen Grund auf. © Fotolia.com

Bei einer bipolaren Störung treten extreme Stimmungsschwankungen ohne ersichtlichen Grund auf.
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Bei einer bipolaren Störung müssen jedoch keine Gründe vorliegen, vielmehr treten die Stimmungsschwankungen aus dem Nichts auf, oder gründen sich auf ehemals negative und bereits ausgestandene Situationen, bleiben aber in diesem depressiven Zustand bestehen. Diese Zustände sind nicht mit einem Burn Out zu verwechseln, der vielmehr das Gegenteil des bipolaren Krankheitsbildes darstellt. Bei diesem liegt eine emotionale und stimmungsbezogene Erschöpfung vor, die sich bis in die Leistungsfähig auswirkt und diese verhindert.

Der manisch-depressiv Erkrankte wandelt zwischen Manie und Depression. Diese Gemütszustände lassen ein geregeltes Leben beinahe unmöglich. Die Symptome der bipolaren Störung können unterschiedlich ausfallen. Mal bricht die Krankheit konzentriert auf, sodass es kaum eine Zwischenphase mit ausgeglichener Stimmung vorkommt, mal liegen längere Episoden dazwischen, in denen sich der Erkrankte symptomfrei fühlt und nicht zwischen den Extremen schwankt.

Seit ca. 2000 Jahren versucht die Forschung der bipolaren Störung auf den Grund zu gehen und deren Umstände genauer zu erforschen. Die Öffentlichkeit ist jedoch kaum von dieser Krankheit informiert, sodass es nur selten vorkommt, dass ein Erkrankter die Symptome an sich selbst feststellt und sich Hilfe bei einem Psychologen sucht. Würde die Aufklärungsarbeit intensiviert und die Erkrankten informiert, wäre es möglich das Krankheitsbild frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, sodass man dem an der bipolaren Störung Erkrankten zu einem geregelten und halbwegs ausgeglichenen Alltag verhelfen könnte. Dabei ist zu beachten, dass die bipolare Störung zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen gehört.

Das Borderline Syndrom

Borderline wird größtenteils bei jungen Erwachsenen festgestellt. Es handelt sich um eine schwere psychische Störung, der Patient ist gespalten, wechselhaft und orientierungslos in sich selbst. Die Bezeichnung „Borderline“ wurde im Jahr 1938 das erste Mal vom amerikanischen Psychoanalytiker Adolph Stern verwendet. Stern erklärte Borderline sei eine sehr heftige seelische Störung, die weder eine Psychose oder Neurose sei. So würden Psychose und Neurose aufeinander folgend auftreten.

Wie äußert sie sich die Erkrankung?

Der Betroffene will auf keinen Fall alleine sein und will sich jeder Trennung entziehen. Ob es die Beziehung zu den Eltern oder dem Lebenspartner ist, sie leben ständig in der Angst verlassen zu werden. Diese Angst kann durch minimale Sachen ausgelöst werden, z.B. eine Verabredung wird verschoben oder der Anruf vom Partner erfolgt später. Wer an Borderline erkrankt ist, bindet sich schnell, um nicht alleine zu sein. Diese Beziehungen sind meist von kurzer Dauer, da der Partner im Anfang sehr idealisiert wird, später aber der Vorwurf von Vernachlässigung entsteht. Borderliner haben eine gestörte Selbstwahrnehmung und Identität. Sie wissen überhaupt nicht was ihre Schwächen und Stärken sind, können nicht sagen, was für sie gut oder schlecht, richtig oder falsch ist. Sie kennen weder ihre Gefühle oder ihr Denken, geschweige denn ihre Empfindungen.

Menschen mit Borderline Syndrom handeln oft sehr extrem und spontan und besitzen ein unbeständiges Gefühlsleben. © Fotolia.com

Menschen mit Borderline Syndrom handeln oft sehr extrem und spontan und besitzen ein unbeständiges Gefühlsleben.
© Fotolia.com

Der Erkrankte ist oft sehr extrem und spontan in seinen Verhalten. Borderliner reagieren auf Erfahrungen des Lebens stärker als nicht erkrankte Menschen. Der Betroffene neigt dazu sich selbst zu töten oder zu verletzen. Durch die Selbstverletzung entlasten sich die Borderliner von den seelischen Druck und versuchen dadurch wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Der Betroffene ist disharmonisch und unbeständig in seinen Gefühlsleben. Diesen Stimmungsschwankungen ist der Erkrankte vollkommen ausgeliefert. Viele Borderliner sind oft sehr wütend und gereizt. Durch die nicht vorhandene Fähigkeit Gefühle zu kontrollieren, entstehen oft Streit und Handgreiflichkeiten mit anderen Personen.

Wie wird Borderline therapiert?

Folgende Therapien sind momentan die gängigsten:

  • klassische Psychoanalyse
  • analytische Psychotherapie
  • mentalisierungsbasierte Psychotherapie
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Gesprächspsychotherapie
  • Außerdem werden zusätzlich Medikamente wie Neuroleptika, Antidepressiva und Tranquilizer verordnet.