Ebola (Bigstock by krishnacreations, Stock Foto 48686618)

Ebola – das geheimnisvolle Virus

Als Peter Piot zusammen mit seinen Kollegen 1976 den ersten von inzwischen fünf Ebola-Viren entdeckte, ahnte niemand wie gefährlich dieser Erreger ist. Zwar waren im Gebiet um den Fluss Ebola in 55 Dörfern bereits etliche Menschen einem mysteriösen Fieber zum Opfer gefallen, dennoch hantierten die Forscher relativ unbedenklich mit kontaminierten Blutproben, da ihnen nicht klar war wie hochgradig infektiös dieser Virusstamm ist. Notdürftig mit etwas Eis gekühlt wurden derzeit infizierte Blutproben in einer simplen Thermoskanne zu weiteren Untersuchungen nach Europa gebracht. Schon sehr bald stellte sich heraus weshalb das Virus ein solch beispielloses Gefährdungspotential mit sich brachte.

Dabei muss unter den fünf Spezies dieses Virusstammes unterschieden werden. So ist der aus Asien bekannte Ebola-Virus mehrfach bei Affen und sogar bei Schweinen nachgewiesen worden. Menschen, die mit den Tieren umgegangen sind, wiesen Antikörper im Blut auf, erkrankten aber zu keiner Zeit an dem gefürchteten Ebola-Fieber. Anders die vier Virusarten Taï Forest Ebolavirus, Sudan Ebolavirus, Zaire Ebolavirus und Bundibugyo Ebolavirus. Sie lösen das hämoragische Fieber mit all seinen schrecklichen Folgen aus. Hier liegt die Sterblichkeit zwischen 50 und 90 %.

Krankheitsverlauf beim Menschen

Bis Dezember 2013 nur in Zentralafrika registriert, treten bei den Patienten nach einer Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen zuerst Fieber, Gliederschmerzen, schmerzende Augen und Husten auf. Schnell folgt Übelkeit mit starkem Erbrechen und großflächiger Hautausschlag. Im weiteren Verlauf der Ebola-Erkrankung kommt es zu heftigen Schleimhautentzündungen im Mund, Rachen, Magen-Darm-Trakt und Genitalbereich. Die Schleimhäute schwellen stark an und alsbald setzen eitrige Blutungen ein. Dies führt wiederum zu einer massiven Intoxikation des Blutes was ein Nierenversagen zur Folge hat. Schlussendlich kommt es zum Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems und somit zum Tod. Im Dezember 2013 wurde erstmals ein 2-jähriges Mädchen im Süden von Guinea mit der Todesursache Ebola bestattet. Es war das erste Auftreten der Seuche in Westafrika und der Beginn der bislang größten Ebola-Epidemie, seit das Ebolavirus bekannt ist.

Schmierwegsinfektion wahrscheinlicher Übertragungsweg

Die genaue Herkunft dieses Virusstammes ist derzeit noch unklar. Vermutlich erfolgen die Infektionen beim Umgang mit dem sogenannten Dschungelfleisch. Der Armut in diesen Ländern ist es zu verdanken, dass die Bevölkerung auch Affen, Flughunde, Fledermäuse, und Zwergantilopen als Nahrungsmittel nutzt. In diesen Tieren wurden die Viren zweifelsfrei nachgewiesen. Wahrscheinlich erfolgt die Infektion beim Umgang mit dem Fleisch dieser Tiere oder beim Verzehr, ist das Fleisch nicht ausreichend durchgegart. Das Ebola-Virus überträgt sich nicht über die Luft, es ist der direkte Kontakt mit einer Körperflüssigkeit eines Virusträgers notwendig, also das klassische Bild einer Schmierwegsinfektion. Allerdings zeigt das Virus außerhalb des Körpers eine hohe Widerstandsfähigkeit und ist selbst noch Tage nach dem Ausscheiden aus dem Körper infektiös. So kann es für eine Infektion ausreichend sein einen Gegenstand zu berühren, der Tage zuvor von einem Virusträger mit Schweiß, Urin, Speichel, Blut, Erbrochenem oder Exkrementen kontaminiert wurde.

Die Diagnose

Die anfänglichen Ebola-Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und Husten sind denen einer fiebrigen Erkältung sehr ähnlich. Kommen Hautausschlag und Schleimhautinfektionen hinzu, ist die eindeutige Diagnose nur durch eine Laboruntersuchung möglich, bei der das Virus nachgewiesen wird. Ein Ebola-Schnelltest, wie von anderen Erkrankungen bekannt, ist zurzeit noch nicht verfügbar. Erschwerend wirkt sich bei der Diagnose die Inkubationszeit aus, die mit 2 bis 21 Tagen einen relativ großen Spielraum bietet.

Die Therapie

Im Moment sind verschiedene Medikamente, allerdings nur in kleinen Mengen verfügbar. Denn alle Präparate sind nicht getestet und befinden sich allesamt im Versuchsstadium, ohne entsprechende Zulassung. So bleibt den behandelnden Ärzten nur übrig diese ungetesteten Medikamente zu verwenden, was zeigt wie groß die Verzweiflung beim Kampf gegen die Ebola-Seuche ist. Daneben werden Antibiotika gegen die Schleimhautinfektionen, Mittel zur Stabilisierung des Kreislaufs und Präparate zum Schutz der Nieren verabreicht, mit sehr bescheidenem Erfolg.

Da es aus dem Verbreitungsgebiet von Ebola kaum verlässliche Zahlen zu den infizierten Patienten und den Opfern gibt, kann nur von den festen Zahlen der registrierten Patienten ausgegangen werden. Dabei zeigte sich bei den bislang 21 dokumentierten Ebola-Ausbrüchen eine Sterblichkeit von 50 bis 90 %. So sind bis Dezember 2013 2.387 Ebola-Patienten von der WHO registriert worden, von denen 1.590 die Seuche nicht überlebt haben. Beim ersten Auftreten von Ebola in den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone, Liberia und Nigeria waren bis zum 19.08.2014 2.639 infizierte Personen erfasst worden, wovon bereits 1.316 verstorben sind. So verlegen sich die Hilfsorganisationen und Behörden darauf zu versuchen, die nicht infizierte Bevölkerung zu schützen. In Seuchengebieten werden Notstandsgesetze aktiv, die ein striktes Reiseverbot beinhalten. Zudem werden infizierte Personen auf Isolierstationen behandelt. Personen, die Fieber zeigen oder mit infizierten Menschen in Kontakt waren werden für 21 Tage unter Hausarrest gestellt. Allerdings sind in den teilweise schwer zugänglichen Gebieten derartige Maßnahmen kaum zu überwachen und nur teilweise durchsetzbar.

Vorbeugung

Da es weder eine Impfung noch eine Therapie gegen Ebolaviren gibt ist der einzige Schutz gegen diese Seuche das unbedingte Meiden der betroffenen Regionen. Sind Aufenthalte in Zentralafrika und seit Dezember 2013 auch in Westafrika unbedingt notwendig, sollten seuchenspezifische Schutzmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehört insbesondere eine strikte Einhaltung aller Hygienemaßnahmen, das täglich mehrfache Desinfizieren insbesondere der Hände mit geeigneten Mitteln, möglichst nichts anfassen, was nicht zuvor desinfiziert wurde. Kleidung sollte unbedingt aus langen Hosen und Oberbekleidung mit langen Ärmeln bestehen. Eine Kopfbedeckung ist ratsam. Bei Speisen sollte auf jede Art von Wildfleisch und Fleisch im Allgemeinen verzichtet werden. Vegetarische Mahlzeiten zu genießen scheint eine Alternative zu sein. Auch der Verzicht auf Tierprodukte, wie Eier, Butter oder Milch sollte in Betracht gezogen werden, solang nicht eindeutig geklärt ist, wo der Ursprung der Virusinfektion tatsächlich liegt.

Bildquelle:(Bigstock by krishnacreations, Stock Foto 48686618)