Als im Dezember 2013 ein 2-jähriges Mädchen im Süden von Guinea, unweit der Grenze zu Sierra Leone und Liberia, an der Ebola Krankheit verstarb, konnte noch niemand ahnen wie schwer und verheerend sich diese Epidemie weiterentwickeln würde. Diesem tragischen Tod folgte zunächst eine offizielle Pause. Offiziell deshalb, weil niemand genau weiß ob nicht doch weitere Fälle vorhanden waren. Das Meldesystem in der Region ist nicht besonders ausgeprägt und große Regionen werden nicht oder nur oberflächlich erfasst. Im März 2014 musste Guinea weitere Fälle melden, bei denen deutliche Ebola Virus Symptome ausgemacht wurden. Innerhalb weniger Tage folgten die Nachbarstaaten Sierra Leone und Liberia. Nachdem aus dem weiter entfernten Nigeria, dem Hauptverkehrszentrum für Flugreisen in diesem Gebiet Afrikas, gleichlautende Meldungen von Patienten mit der Ebola Krankheit eintrafen, unterlag gesamt Westafrika der genauen Beobachtung der WHO. Schließlich wurde am 08. August 2014 dieser Ausbruch der Ebola Krankheit zur Epidemie erklärt und die WHO rief den internationalen Gesundheitsnotfall aus.
Dabei ist die Lage in allen betroffenen Ländern zurzeit schwer zu beurteilen. Vor allem fehlen verlässliche Zahlen und niemand weiß derzeit genau, wie die Situation tatsächlich vor Ort aussieht. Dieser Ungewissheit liegen mehrere Faktoren zugrunde:

  • aus Angst vor einer Ebolainfektion sind in großen Gebieten Ärzte und medizinisches Personal geflüchtet, sehr viele Krankenhäuser und Dschungelkliniken sind geschlossen. Verschärfend kommt hinzu, dass einige dieser Menschen bereits infiziert waren und somit den Erreger durch ihre Flucht in andere Gebiete eingeschleppt haben. Zudem sind nun Patienten auf der Suche nach medizinischer Hilfe gezwungen weite Reisen anzutreten, was wiederum zur Verbreitung der Seuche beiträgt.
  • viele Patienten schämen sich davor mit ihren Ebola-Symptomen einen Arzt aufzusuchen, denn einer der Hauptüberträger ist sehr wahrscheinlich das sogenannte Dschungelfleisch, also Fleisch von Affen, Flughunden und Kleinantilopen
  • zudem hat mangelnde Aufklärung dafür gesorgt, dass den wissenschaftlich arbeitenden Krankenstationen wenig Vertrauen entgegen gebracht wird. Der Dorfmedizinmann genießt ein wesentlich höheres Ansehen und wird deshalb auch häufiger konsultiert
  • diese desolaten Zustände haben dazu geführt, dass keine verlässlichen Zahlen verfügbar sind, wobei ohnehin das Meldesystem für derartige Erkrankungen sehr lückenhaft ist, denn dieser Teil Westafrikas gehört zu den ärmsten Gebieten der Welt.
  • obendrein werden von einigen Stämmen die Ebola Virus Symptome schlicht ignoriert. Ihrem Lebensbild nach gibt es Ebola nicht, es sind nur böse Geister

Inzwischen hat sich die Epidemie aber tatsächlich wie ein böser Geist über Westafrika gelegt. Allein die offiziellen Zahlen sprechen von weit mehr als 2.000 infizierten Patienten mit eindeutigen Ebola Virus Symptomen und von über 1.200 Todesopfern, wobei eine hohe Dunkelziffer als sehr wahrscheinlich gilt. Bislang war ein Ausbruch von Ebola nur aus Zentralafrika bekannt, wo seit Mitte der 70er Jahre 20 Epidemien registriert wurden.


Bei dem vorangegangenen Auftreten von Ebola waren den Zahlen der WHO folgend 2.387 Menschen betroffen, von denen insgesamt 1.590 Patienten verstarben. Damit ist die derzeitige Ebola Epidemie in Westafrika mit jetzt schon über 2.330 Patienten und bereits mehr als 1.300 Toten – und es muss mit sehr vielen weiteren Opfern gerechnet werden und obendrein mit einer extrem hohen Dunkelziffer – größer als alle zuvor registrierten Ebola-Ausbrüche zusammen.

Die fünf Spezies des Ebolavirus werden wahrscheinlich durch Fledermausarten, Flughunde, Primaten und verschiedene Zwergantilopenarten übertragen. Die genaue Herkunft ist derzeit noch nicht bekannt. Es steht aber fest, dass sich das Virus nicht über die Luft überträgt, sondern ein direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Virusträgers zur Infektion notwendig ist. Neben Blut und Speichel zählt dazu auch Schweiß, Samenflüssigkeit und Stoffwechselausscheidungen. Außerhalb des Wirtes zeigt dieser Virusstamm eine hohe Überlebensfähigkeit. Er hält sich in Ausscheidungen erstaunlich lange, bleibt bis zu mehreren Tagen infektiös, und selbst Minustemperaturen übersteht das Virus problemlos. Bei -70 °C ist seine Überlebensfähigkeit nahezu unbegrenzt.

Nicht alle Ebolaviren sind dabei derart aggressiv und tödlich, wie die in Zentralafrika und jetzt erstmals auch in Westafrika vorkommenden Virenstämme. So wurden beispielsweise in Asien mehrfach Primaten und selbst Schweine positiv auf Ebola getestet. Die mit diesen Tieren beschäftigten Tierpfleger zeigten teilweise eine Antikörperbildung, erkrankten jedoch nicht am Ebolafieber. Anders ist dies bei den Spezies Taï Forest Ebolavirus, Sudan Ebolavirus, Zaire Ebolavirus und Bundibugyo Ebolavirus, die für das hämoragische Fieber bekannt sind und die mit einer Letalitätsrate von 50 bis 90 % einhergehen.

So ist der Hauptübertragungsweg die Schmierinfektion, wobei es schon ausreichen kann einen Gegenstand anzufassen, der zuvor von einem Träger des Ebolavirus berührt wurde. Ist das Virus in den Körper eingedrungen, zeigt es die erstaunliche Fähigkeit sich in beinahe allen Körperzellen einnisten und vermehren zu können. Dabei wird ein kristallines Gebilde produziert, das nach Reifung der produzierten Viren die Zellmembran durchstößt und die im Inneren befindlichen Ebolaviren ins Blut entlässt. Eine hohe Vervielfältigungsrate, die je nach Virusspezies teilweise nur wenige Stunden zur Produktion einer neuen Virusgeneration benötigt, ist kennzeichnend für Ebola. So treten zuerst Ebola Virus Symptome auf, die einer fiebrigen Erkältung ähnlich sind, also Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Augenschmerzen. Im weiteren Verlauf der Infektion kommt es zu starker Übelkeit mit Erbrechen, Hautausschlägen am gesamten Körper und heftigem Durchfall. Es folgen blutige Schleimhautinfektionen im Mund, Rachen, Genitalbereich und im Magen-Darm-Trakt die in schweren inneren Blutungen gipfeln. Dem folgen Nierenversagen und das Aussetzen des Herz-Kreislaufsystems. Eine sichere Diagnose ist nur über eine Laboruntersuchung mit dem Nachweis des Erregers möglich.

Zudem ist zurzeit eine sichere Behandlung der Ebola Symptome nicht möglich. Es sind verschiedene Medikamente verfügbar, die aber allesamt nicht am Menschen erprobt sind, weshalb keine Zulassung für ihren Einsatz vorliegt. Diese Experimentalpräparate werden aber eingesetzt, was die Hilflosigkeit der Ärzte beim Kampf gegen Ebola deutlich macht.

So wird viel Hoffnung auf das Medikament ZMapp gelegt. Mit diesem Präparat wurden ein amerikanischer Arzt und eine Missionarin aus den USA behandelt, die schnell eine deutliche Verbesserung ihres Gesundheitszustandes zeigten. Allerdings war die Verabreichung von ZMapp bei einem spanischen Priester erfolglos, der trotz intensiver Behandlung verstarb. So ist unklar, ob dieses Medikament tatsächlich wirksam ist. Erschwerend kommt hinzu, dass jeder Patient auf die Verabreichung von Medikamenten physiologisch unterschiedlich reagiert. Schwierig ist obendrein die Verteilung dieser Medikamente im Versuchsstadium. Weil nicht getestet und nicht zugelassen ist von allen Medikamententypen nur eine geringe Anzahl an Dosen überhaupt verfügbar.

Dabei zeigt sich das Grundproblem bei der Bekämpfung derartiger Seuchen deutlich. Die großen Pharmakonzerne beschäftigen sich nicht mit derartigen Erregern. Es sind eher die kleineren Unternehmen, die aber nicht über ausreichende Mittel verfügen um die kostenaufwendigen Tests durchführen zu können. Grund dafür ist die Prognose bei der Kalkulation derartiger Medikamente. In Zentralafrika oder Westafrika können nicht die Preise für Medikamente erzielt werden, die von den Pharmakonzernen als profitabel eingestuft werden. So sterben in Afrika beispielsweise jährlich über 1 Millionen Menschen an den Folgen von Aids, während es in Europa weniger als 10.000 sind.

1. Was sind Ebola Symptome?

Kommt es nach einer Infektion mit dem Ebolavirus zum Ausbruch des Ebolafiebers zeigen sich zuerst Symptome, ähnlich einer fiebrigen Erkältung. Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Gliederschmerzen, Augenschmerzen. Im weiteren Verlauf treten großflächig Hautausschläge auf, verbunden mit blutigen Infektionen der Schleimhäute im Mund, Rachen, Genitalbereich und Magen-Darm-Trakt, was zu schweren inneren Blutungen führt. Zudem sind die Patienten von heftiger Übelkeit mit Erbrechen geplagt. Im Endstadium kommt es nach dem Versagen der Nierentätigkeit zum Ausfall des Herz-Kreislauf-Systems und damit zum Tod.

2. Was ist der Ebola Krankheitsverlauf?

Die Inkubationszeit variiert relativ stark und beträgt je nach Patient zwischen 2 und 21 Tagen bis zum Ausbruch der Krankheit. Nach anfänglich erhöhter Körpertemperatur klagen die Patienten in der Regel schnell über Husten, Gliederschmerzen, schmerzende Augen. Bald danach tritt eine massive Übelkeit mit Erbrechen auf, wobei sich parallel ein großflächiger Hautausschlag zeigt. Die Schleimhäute im Mund, Rachen, Magen-Darm-Trakt und Genitalbereich sind stark gerötet, geschwollen, teilweise eitrig und beginnen schon bald heftige Blutungen zu zeigen. Besonders die starken inneren Blutungen führen in der Regel zeitnah zum Nierenversagen und dem Ausfall des Herz-Kreislauf-Systems, was unweigerlich zum Tod führt.

3. Was ist das Gefahrenpotenzial von Ebola in Deutschland?

Da derzeit immer mehr Fluggesellschaften ihre Flüge in die betroffene Region einstellen und an den Flughäfen ein besonderes Augenmerk auf Flüge aus Westafrika gelegt wird, ist die Gefahr einer Einschleppung von Ebola nach Deutschland relativ gering. Das Auswärtige Amt hat inzwischen alle Bundesbürger zum Verlassen des Gebietes aufgefordert. Die Deutschen Botschaften und Konsulate sind zwar noch offen, werden aber mit einer Minimalbelegschaft geführt und besondere Sicherheitsmaßnahmen wurden getroffen.

4. Ebola Westafrika: Wie wird das Ebola Virus übertragen?

Die genaue Herkunft des Ebolavirus ist derzeit noch unbekannt. Vermutlich wird das Virus durch Flughunde, Fledermäuse, Zwergantilopen und Primaten übertragen, zumeist beim Verzehr oder der Zubereitung des sogenannten Dschungelfleisches. Dabei handelt es sich um eine Schmierinfektion. Es ist also der Kontakt zu einer Körperflüssigkeit eines Virusträgers notwendig. Dabei hält sich das Virus außerhalb des Wirtskörpers erstaunlich lange, bis zu mehreren Tagen. So kann es zu einer Infektion kommen, wenn beispielsweise ein Gegenstand mit infiziertem Schweiß verseucht ist, der erst Tage später von einem gesunden Menschen angefasst wird.

5. Ebola Westafrika: Welche Gegenmaßnahmen wurden eingeleitet?

Gegenmaßnahmen sind äußerst schwierig durchzusetzen, was in der Größe des betroffenen Gebietes begründet ist. Es ist nicht möglich alle Wege zu kontrollieren, zumal das notwendige Personal dazu nicht vorhanden ist. Mit einer drastischen Einschränkung der Reisefreiheit wird versucht die Epidemie einzudämmen. Personen, die Fieber zeigen dürfen beispielsweise für 21 Tage ihre Häuser nicht mehr verlassen. Dies hat aber zur Folge, dass die betroffenen Bauern ihre Felder nicht mehr bestellen und nicht für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Inzwischen hat dies Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln in Westafrika nach sich gezogen, die bei 30 bis 100% liegen.

Zudem werden etliche Maßnahmen, wie das Reiseverbot, von Teilen der Bevölkerung ignoriert oder sabotiert. So wurde beispielsweise am 17.08.2014 eine Ebola-Klinik in Liberia Hauptstadt von bewaffneten Protestanten überfallen und geplündert. Die mehr als 20 dort unter untergebrachten infizierten Patienten wurde aus der Klinik vertrieben und halten sich jetzt irgendwo in Monrovia auf, was zu weiteren Infektionen führen dürfte.

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