Unter dem Begriff Erythema nodosum wird eine entzündliche Erkrankung der Haut verstanden, die sich durch das Auftreten von charakteristischen Merkmalen auf der Haut zeigt.

Treten diese Entzündungen an mehreren Stellen auf der Haut in Erscheinung, bezeichnet man diese in der Mehrzahl als Erythrema nodosa.

Als Synonyme für Erythema nodosa werden die Bezeichnungen Knotenrose, Dermatitis contusiformis oder Erythema contusiforme verwendet.

Ursachen Erythema nodosum

Das Erythema nodosum erscheint oft in Folge einer zugrunde liegenden Erkrankung oder nach Einnahme bestimmter Medikamente. Eine sorgfältige Diagnose, Anamnese und klinische Untersuchung durch den Arzt ist unerlässlich, um Krankheiten ausschließen beziehungsweise die umgehende Behandlung entdeckter Krankheiten einzuleiten.

Beispielsweise müssen eine Sarkoidose, ein Morbus Crohn oder eine Colitis ulcerosa, sowie bakterielle und virale Infekte als Ursache für das Entstehen von Erythemata nodosa ausgeschlossen und gegebenenfalls behandelt werden.

Da auch bestimmte Wirkstoffe innerhalb bestimmter Arzneimittelklassen als Ursache für das Auftreten von Erythemata nodosa in Frage kommen, ist eventuell ein Wechsel der Medikamente erforderlich. Derartige unerwünschte Ereignisse können besonders bei Sulfonamiden und Penizillinen in besonderen Fällen auftreten.

Symptome bzw. Anzeichen bei Erythema nodosum

Das Erythema nodosum tritt in Form flachenr, leicht erhabener bis knotiger Infiltrate auf. Diese besitzen eine rote bis blaurote Färbung. Im temporären Verlauf kann eine gelblich-bräunliche Verfärbung eintreten. Die Haut ist an den effloreszierenden Stellen sehr empfindlich gegen Druck. Berührungen werden als unangenehm bis sehr schmerzlich beschrieben.

Diagnose & Verlauf bei Erythema nodosum

Die Entzündung ist im Bereich des Unterhautfettgewebes lokalisiert. Die Wände angrenzender Kapillaren sind ebenfalls betroffen und gehen regelmäßig mit einer Knötchenbildung einher.

Betroffen sind vielfach die beiden Streckseiten der Unterschenkel, der Knie- und der Sprunggelenksbereich. Die Arme und der Gesäßbereich bleiben oft verschont. Die Erkrankung verläuft oft unter starken Schmerzen.

Charakteristisch sind unscharf begrenzte Flecken beziehungsweise Knötchen unter der Haut, die infolge der Entzündung meist erhaben sind. Auffallend ist die sehr schmerzhafte Druck- bzw. Berührungsempfindlichkeit der Hautstelle, die farblich im Ton von rötlich-violett bis gelblich-grün variiert. Diese Farbschattierungen treten als Folge des Abbaus von Hämoglobin auf.

Das Erythema nodosum löst oft ein wenig spezifisches Krankheitsgefühl, eventuell Fieber aus. Derartige Symptome können ein Hinweis auf andere Erkrankungen sein, die differentialdiagnostisch abzuklären sind.

Im Allgemeinen wird das Auftreten eines Erythema nodosum als allergische Überreaktion des Typ III der Haut verstanden, die infolge einer zugrunde liegenden Erkrankung auftreten kann. Dabei kommen beispielsweise die folgenden Erkrankungen beziehungsweise Erreger in den Fokus des Arztes:

  • Sarkoidose
  • Löfgren-Syndrom
  • Tuberkulose
  • Streptokokken
  • Yersinien
  • Chlamydien
  • Katzenkratzkrankheit
  • Toxoplasmose
  • Enteritis
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Behçet
  • Rheumatisches Fieber

Als Auslöser können aber auch die folgenden Arzneimittelklassen in Erscheinung treten, wie beispielsweise:

  • Sulfonamide
  • Penizilline
  • Orale Kontrazeptiva

Bei einer Vielzahl von Patienten kann der Arzt, in der Regel der Hautarzt, die Diagnose eines Erythema nodosum bereits bei der Untersuchung stellen. Die Entzündung der Haut kann mit bloßem Auge festgestellt werden. Charakteristische Anzeichen für ein Erythema nodosum ist das Auftreten der Krankheitszeichen, wie der beidseitige Verlauf an den Unterschenkeln. Meist sind mehrere Knoten zu finden.

Im Gegensatz dazu sind bei einem Erysipel, die Unterschenkel nur einseitig betroffen. Die überwärmte Region ist hier oft purpurrot und zieht sich über eine größere Fläche.
Uncharakteristische Merkmale für ein Erythema nodosum bedürfen der histologischen Untersuchung, bei der das Feingewebe der Haut mikroskopisch untersucht wird. Das Feingewebe wird durch eine Hauprobe mit Hilfe einer Biopsie gewonnen.

In der Anamnese wird weiter nach den Ursachen für das Auftreten eines Erythema nodosum gefahndet. Hinweise können sich durch Fragen nach einer möglichen Schwangerschaft ergeben und ob bestimmte Arzneimittel eingenommen werden. Dabei ist auch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel von Bedeutung.

Vorangegangene Erkrankungen und Beschwerden, wie beispielsweise Halsschmerzen, Durchfall u.a. können Anzeichen für eine Infektion sein. Auch wird nach chronischen Grunderkrankungen und deren Behandlung gefragt.

Daran schließt sich die Entscheidung über das weitere Vorgehen an. Eventuell müssen Blut, Stuhl untersucht oder Röntgenaufnahmen der Lunge erstellt werden. Über den Besuch beim Spezialisten wird individuell nach den Bedürfnissen und Erfordernissen für den Patienten entschieden.

Behandlung bzw. Therapie von Erythema nodosum

Nach Anweisung des Arztes wird meist eine sympotmatische Therapie mit Kortison- haltigen Salben, meist als Okklusivverband, eine Verordnung entsprechender Schmerz- und entzündungshemmender Mittel sowie den Druck entlastende Maßnahmen angeordnet.

Erythema nodosum vorbeugen

Vermeidung von Infekten durch entsprechendes Verhalten und Hygiene, Meiden entsprechender Arzmittelklassen.

Medikamente und Hausmittel gegen Erythema nodosum

Da das Erythema nodusum lediglich das Symptom einer schwerwiegenden Erkrankung sein kann, muss der Arzt zur Abklärung auf jeden Fall umgehend aufgesucht werden.