Was ist ein Fieberkrampf?

Etwa 4 % aller Kinder bekommen einmal im Leben einen Fieberkrampf. Eltern sollten wissen, wie sie im Notfall reagieren müssen. Ein Fieberkrampf tritt in früher Kindheit in Verbindung mit einer fieberhaften Erkrankung auf. Der Anfall zeigt sich durch Zuckungen der Muskulatur und einen plötzlichen Bewusstseinsverlust. Meist dauert er nur wenige Minuten und hört ohne äußere Einwirkung wieder auf. Er wird nicht durch eine Infektion im Zentralnervensystem oder eine andere Störung des Gehirns verursacht. Es ist ein gelegentlich auftretender, spontaner Krampf im Kindesalter. Zwar ist der Zustand des Kindes für die Eltern beängstigend und wirkt auf sie oft lebensbedrohlich, doch ist der Anfall überstanden, bleiben keine Entwicklungsstörungen als Folgeschäden.

Die Ursache für einen Fieberkrampf

Ein Fieberkrampf wird meist von einer Infektion ausgelöst (Bildquelle: BigStock by spwidoff, Stock Foto 45883540)

Ein Fieberkrampf wird meist von einer Infektion ausgelöst (Bildquelle: BigStock by spwidoff, Stock Foto 45883540)

Auslöser eines Fieberkampfes sind Infektionserkrankungen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis oder grippale Infekte; auch die Genetik kann eine Rolle spielen. Daher sind keine Langzeittherapien oder prophylaktischen Maßnahmen notwendig. Es gibt Familien, in denen Fieberkrämpfe gehäuft auftreten. Außerdem gibt es familiäre Erkrankungen, in denen nach Fieberkrämpfen häufiger epileptische Anfälle vorkommen. Dafür sind mehrere Gene verantwortlich, doch der genaue Vererbungsmodus ist nicht komplett erforscht. Fieberkrämpfe können bei jeder Infektion auftreten. Häufig handelt es sich jedoch um Viren, die das Dreitagefieber hervorrufen. Bakterielle Erkrankungen sind deutlich seltener als Ursache festzustellen. Ein Fieberkrampf kann außerdem als Impfreaktion bei Impfungen gegen Masern und Keuchhusten auftreten.

Die Symptome eines Fieberkrampfes

Beim Fieberkrampf steigt die Temperatur schnell über 39°C an. Der gesamte Körper fühlt sich sehr heiß an. Am Anfang steht ein plötzlicher Bewusstseinsverlust, danach zieht sich die ganze Muskulatur krampfartig zusammen. Lässt die Spannung nach (atonische Phase), wird der kindliche Körper völlig schlaff. Nach etwa 20 Sekunden kommt es zu regelmäßigen Zuckungen. Der Fieberkrampf dauert insgesamt nur wenige Minuten. Anschließend ist das Kind benommen.
Ein Fieberkrampf kann auch als einfacher, generalisierter Krampfanfall auftreten. Der dauert nicht länger als einige Minuten und wiederholt sich bei einem fiebernden Kind in 24 Stunden kein zweites Mal. Kinder, die einfache Fieberkrämpfe hatten, besitzen ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine spätere Epilepsie.

Der Verlauf von einem Fieberkrampf

Bei den meisten Kindern verläuft ein Fieberkrampf unkompliziert und ist nach etwa 10 Minuten vorbei. Der Verlauf ist im Abschnitt „Symptome“ beschrieben.

Die Behandlung von Fieberkrämpfen

Ein Kind, das von einem Fieberkrampf geschüttelt wird, darf nicht festgehalten werden. Es sollte frei liegen, um sich nicht zu verletzen. Eltern müssen Ruhe bewahren und den Fieberkrampf einfach abwarten. Tritt ein solcher Krampf erstmalig auf, sollten sie das Kind in einem Krankenhaus gründlich untersuchen lassen. In jedem Fall ist der Arzt zu verständigen. Nach dem Krampf kann man dem Kind ein fiebersenkende Mittel gegeben. Idealerweise führt man vorsichtig ein Zäpfchen rein, weil das Kind nicht ansprechbar ist und Fiebersaft daher wahrscheinlich nicht schluckt.

Welche Hausmittel gibt es gegen den Fieberkrampf?

Die Anwendung von Wadenwickeln hat sich bewährt. Sie müssen lauwarm und dürfen keinesfalls kalt sein, da der Körper zum Herunterkühlen der Temperaturunterschiede bei kalten Wickeln zusätzliche Energie aufwenden muss.

Häufige Fragen:

  1. Ist Fieber bei Kindern immer gefährlich?
    Fieber bei Kindern ist meist ungefährlich. Erst ab einer gewissen Temperatur besteht Gefahr fürs Leben. Grundsätzlich hat Fieber eine sinnvolle Aufgabe, denn es aktiviert die Abwehrkräfte. Fieber zeigt an, dass sich der Körper verstärkt mit Krankheitserregern befasst und Abwehrstoffe bildet. Bei höheren Temperaturen laufen Abwehrreaktionen schneller ab. Sehr hohe Temperaturen führen bei Kindern in den meisten Fällen zu Fieberkrämpfen, bei denen die Ursache nicht klar ist. Auch hier vergeht das Fieber fast immer von alleine. Eine normale Körpertemperatur liegt bei 37 °C. Steigt sie über 38 °C, spricht man von Fieber. Erhöhte Temperatur wird mit 37,5 °C definiert. Auch sie kommt bei Erkältungen häufig vor. Eine echte Grippe wird meist von höheren Temperaturen begleitet. Bei über 39 und 40° C spricht man von hohem Fieber. Hinzu kommt es meist nach schweren Infektionen.Bei Kleinkindern und Babys kann Fieber Krämpfe begünstigen. Das ist aber kein Hinweis darauf, dass das Kind eine Epilepsie entwickelt. Die größte Gefahr bei anhaltendem Fieber ist der Flüssigkeitsmangel. Das kann zur Herz- und Kreislaufproblemen und zu Blutgerinnseln führen. Der Schwindel bedingt eine allgemeine körperliche Schwäche und auch Störung im Zentralnervensystem, die sich wieder normalisieren.
  2. Wie erkennt man einen Fieberkrampf im Schlaf?
    Ein Fieberkrampf kann sehr überraschend kommen. Da die Symptome mit Krämpfen beginnen, ist ein er relativ gut zu erkennen. Der ganze Körper ist betroffen, seltener verkrampften sich nur die Extremitäten. Das Kind wird blass, verdreht die Augen, hat einen starren Blick und der Körper zeigt Zuckungen. Bei manchen Kindern verfärben sich auch die Lippen. Die Atmung ist gepresst und das Kind kann das Bewusstsein kurzzeitig verlieren. Der Zustand kann schon nach 30 Sekunden vorüber sein. Sofort kommt die natürliche Gesichtsfarbe zurück und das Kind ist extrem müde.Was Eltern tun sollten:
    Sie sollten ihr Kind hinlegen und den Kopf mit einer Unterlage stützen. Um das Kind sollte Platz sein, damit es sich nicht verletzen kann. Auf keinen Fall dürfen sie die Krämpfe unterdrücken und das Kind festhalten. Wichtig ist es, die Atemwege freizuhalten und das Kind am Ende des Krampfes in die stabile Seitenlage zu bringen. Das gilt auch für den Fall, dass es sich erbricht. Enge Kleidung muss gelockert werden. Eltern müssen den Fieberkrampf abwarten. Sie sollten sich die Dauer des Anfalls merken und dem Arzt später mitteilen. Erleidet ein Kind den Krampf zum ersten Mal, sollten Eltern ein Krankenhaus aufsuchen und den Notarzt verständigen. Es ist immer wichtig, den Arzt hinzuzuziehen, um mögliche Erkrankungen wie beispielsweise eine Hirnhautentzündung frühzeitig zu erkennen.
  3. Welche Krankheiten lösen einen Fieberkrampf bei Erwachsenen aus?
    Fieberkrämpfe bei Erwachsenen sind möglich, aber äußerst selten. Sie bekommen nur dann Fieberkrämpfe, wenn eine Grunderkrankung vorliegt, zum Beispiel eine Epilepsie. Wie das Fieber Krämpfe auslöst, ist nicht genau geklärt. Die Krämpfe werden meist von Angehörigen beschrieben und es ist nicht eindeutig feststellbar, wie Fieber damit in Zusammenhang steht.
  4. Wie sieht ein Fieberkrampf aus?
    Fieberkrämpfe treten spontan auf, dauern nur kurz an und können sich in einer Periode von einigen Minuten mehrfach wiederholen. Das Fieber steigt auf über 39 °C oder 40 °C. Das Kind wird apathisch, ist glühend heiß und hat glasige Augen. Die Krämpfe können nur einen Körperteil betreffen oder den ganzen Körper schütteln. Komplizierte Fieberkrämpfe bringen ein erhöhtes Epilepsierisiko mit sich. Ein Fieberkrampf beim Kind hört immer von alleine wieder auf. In 40 % der Fälle zeigten auch andere Familienmitglieder Fieberkrämpfe.