Was ist FSME?

Die FSME ist eine durch Viren ausgelöste Form von Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündung. Sie ist nicht ansteckend. Durch einen Zeckenstich gelangen die Viren in die menschliche Blutbahn, wo sie die gefährliche Krankheit auslösen können. In bestimmten Regionen Deutschlands sind bis zu 5% der Zecken infiziert. Endemie-Gebiete gibt es in ganz Europa. Seit 2001 gibt es eine Meldepflicht. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen und kann für den Menschen gefährlich werden. Die FSME-Inkubationszeit beträgt etwa 14 Tage.

Die Ursache für FSME

FSME wird durch Zecken übertragen (Bildquelle: BigStock by Babar760, Stock Foto 24616181)

FSME wird durch Zecken übertragen (Bildquelle: BigStock by Babar760, Stock Foto 24616181)

Das Risiko für FSME hängt von der Aktivität der virustragenden Zecken ab, tritt also überwiegend im Sommer auf. Ist es im Herbst und Winter noch warm, kann es auch dann zu FSME-Erkrankungen kommen. Der Virenherd stammt von Kleinsäugetieren wie Mäusen, aber auch von Vögeln und Rotwild.

Die Symptome von FSME

Es gibt kein einheitlich definiertes Bild der Symptome. Charakteristisch ist jedoch, dass die Krankheit in zwei Phasen auftritt. Etwa zwei Wochen nach dem Stich mit einer infizierten Zecke kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. Nach einem bis zu 20 Tagen dauernden Intervall ohne Symptome kommt es zu erneuten Fieberattacken. Neurologische Beschwerden mit Lähmungen und Bewusstseinsstörungen treten zusätzlich auf. Gut die Hälfte der Symptome entfällt auf die Hirnhautentzündung (Meningitis), bei 30 % kommt es zu einer kombinierten Hirn- und Hirnhautentzündung. 20 % der Betroffenen erleiden außerdem eine Rückenmarksentzündung. Da die quer gestreifte Skelettmuskulatur befallen ist, zeigen sich auch Lähmungen an Armen und Beinen. Die Erkrankten haben zum Teil Sprechprobleme, Schluckbeschwerden oder epileptische Anfälle. Es kann sogar zu lebensbedrohlichen Lähmungen der Atemmuskulatur kommen. Lang andauernde Kopfschmerzen sind ebenfalls typisch für FSME. Sie können oft erst Monate nach der Erkrankung auftreten. Selbst bei leichten Krankheitsverläufen können noch viele Wochen lang Veränderungen der Persönlichkeit beobachtet werden. Doch selbst bei schwer verlaufenden Infektionen kommt es heute fast immer zur völligen Heilung.

Der Verlauf von FSME

Nur bei 30% der Infizierten zeigen sich Symptome mit zweiphasigem Verlauf. Zunächst treten alle Anzeichen einer Grippe auf mit Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel. Es folgt ein fieberfreies Intervall von etwa einer Woche. Bei 10 % kommt es nun zu Symptomen der Meningoenzephalitis mit Fieber, Erbrechen und neurologischen Reizerscheinungen. Vor allem ältere Menschen sind gefährdet, bleibende neurologische Schäden zu erleiden.


Die Behandlung von FSME

Die Krankheit wird durch entsprechenden Antikörper-Nachweis diagnostiziert. Man nimmt zwei Proben in zweiwöchigem Abstand. Die Behandlung erfolgt abhängig von den Symptomen, denn es gibt kein antivirales Medikament. Die Behandlung beschränkt sich daher auf die Linderung der Symptome und eine Vermeidung von hohem Fieber. Fast immer ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig, um bei Verschlechterung der Symptomatik schnell reagieren zu können. Wer einmal eine FSME-Erkrankung durchgemacht hat, ist gegenüber allen Varianten der Infektion lebenslang immun.

Vorbeugung vor FSME

Eine vorbeugende Impfung ist ein ausgezeichneter Schutz vor FSME. Die Immunisierung wird für Bewohner von Risikogebieten dringend empfohlen. Zur kompletten FSME-Grundimmunisierung müssen drei Impfungen in festen Abständen erfolgen. Später sind Auffrischungen im dreijährigen Abstand erforderlich. Am besten vermeidet man die Wahrscheinlichkeit von Zeckenstichen. Es empfiehlt sich, bei Wanderungen oder der Beerensuche zwischen Sträuchern Kleidung zu tragen, die den ganzen Körper bedeckt. Ist sie hell, lassen sich Zecken leichter erkennen. Nach dem Aufenthalt sollte man den nackten Körper gründlich nach Zecken absuchen. Zecken lieben die warm-feuchten Körperregionen, also Kniekehlen, Achselhöhlen und den Genitalbereich. Bei Befall muss die Zecke mit allen Teilen sofort entfernt werden. dafür eignet sich ein spezielles Entfernungsinstrument, mit dem man das Tier langsam aus der Haut zieht. Es darf auf keinen Fall mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Die Gefahr, dass Erreger der FSME abgegeben werden, ist dann wesentlich größer. Nachdem die Zecke entfernt ist, muss die Wunde desinfiziert werden. Kinder, die sich im Sommer viel im Freien aufhalten, sind gefährdet. Für sie gelten Schutzmaßnahmen vor FSME besonders.

Welche Hausmittel gibt es gegen FSME?

Die Infektion FSME kann man nicht mit Hausmitteln bekämpfen. Auch wird dringend davon abgeraten, bei Befall mit Hausmitteln wie Öl, Schmalz oder Knoblauch zu hantieren. Wer von einer Zecke gebissen wurde und Symptome von FSME zeigt, gehört unverzüglich zum Arzt bzw. in ein Krankenhaus, wo die Behandlung unter genauer Beobachtung erfolgt. Außerdem besteht in Europa Meldepflicht für die Infektion. Der beste Schutz ist Vorbeugung. Man sollte Risikogebiete meiden, sich entsprechend kleiden und bei erhöhtem Risiko eine vorbeugende Impfung durchführen lassen. Die Impfung schützt jedoch nicht vor allem Erregern der FSME, sondern nur vor einer gefährlichen Variante der Hirnhautentzündung.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Wann ist eine Auffrischung der FSME-Impfung sinnvoll?
    Eine Impfung sollte in regelmäßigen Abständen stattfinden. Die Wirkung lässt bei Kindern und Jugendlichen nach drei Jahren, bei Erwachsenen ab 50 nach fünf Jahren nach und muss daher aufgefrischt werden. Für die Grundimmunisierung sind drei Impfungen erforderlich.
  2. Wie verläuft eine FSME-Impfung?
    Die Impfung ist harmlos, es erfolgt nur einen ein kleiner, kaum spürbarer Stich in den Oberarm.
  3. Wie hoch sind die FSME-Impfung Kosten?
    Die Kosten für die Impfung werden in Deutschland von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
  4. Warum sollten Kinder nach einer FSME-Impfung nochmal zum Arzt gehen?
    Die Impfung darf bei Kindern ab einem Jahr durchgeführt werden und wirkt 3-5 Jahre. Wird erstmalig geimpft, ist die Auffrischungsimpfung von großer Wichtigkeit, da sonst kein ausreichender Schutz besteht. Hin und wieder kommt es zu leichten Impfreaktionen wie Fieber und Schwindel. Auch hierfür ist die ärztliche Kontrolle wichtig. In der Regel sind diese jedoch bei Erwachsenen stärker ausgeprägt als bei Kindern.
  5. Wo liegen die bekannten FSME-Risikogebiete?
    Das Risiko für FSME wird nach der Zeckenaktivität gemessen. Sie beschreibt, wie aktiv sich Zecken auf der Suche nach einem Wirt verhalten. Je höher die Aktivität, desto größer das Risiko, gestochen zu werden. Die größten FSME-Risikogebiete Deutschlands liegen in Bayern, Baden-Württemberg, im südlichen Rheinland-Pfalz und Teilen von Thüringen. Der Erreger ist jedoch in ganz Europa verbreitet. Man findet ihn vermehrt in Österreich, in der Schweiz, in den Mittelmeerländern, in Südschweden und im Baltikum. Es empfiehlt sich, vor Reisen in die entsprechenden Länder eine Impfung vornehmen zu lassen.