Nach einer fettigen Mahlzeit kann es am Abend oder in der Nacht zu einer Gallenkolik kommen. Die Gallenkolik kann 15 Minuten bis 6 Stunden andauern.Es kommt zu plötzlichen und sehr starken Schmerzen in Oberbauchbereich unter dem rechten Rippenbogen. Hinzu können noch Übelkeit, Erbrechen und eine starke Blässe kommen. Viele Patienten nehmen die Schmerzen jedoch nicht am rechten Oberbauch wahr, sondern meistens im Bereich des mittleren Bauches und in der rechten Schulter oder im rechten Rücken.

Es kommt häufig zu einem Dauerschmerz, der sehr lange anhält und teilweise unerträglich werden kann, sodass viele Patienten ins Krankenhaus fahren, da sie fälschlicherweise denken, dass es sich um eine Blinddarmentzündung handeln könnte. Bei einer Nierenkolik sind die Schmerzen ebenfalls sehr stark, kommen jedoch immer wieder in Schüben und bleiben nicht konstant bestehen.

Ursachen einer Gallenkolik

Es kann viele Ursachen für eine Gallenkolik geben. Häufig liegt es an Gallensteine, welche von der Gallenblase durch die Gallengänge wandert. Wird der Gallenblasengang nun verstopft, so tritt die Gallenkolik auf. Der Körper zieht die Gallenwände zusammen, dadurch kann der Gallenstein weiterwandern, jedoch führt dies zu den starken Schmerzen, die oben in den Symptomen beschrieben sind. Fettreiche Nahrung löst diesen Vorgang häufig aus, da die fettige Nahrung die Gallenblase anregt, mehr Gallenflüssigkeit abzusondern, die dann in die Gallengänge wandert. Die Flüssigkeit spült nun die Gallensteine weiter in die Gallengänge, wo die Muskeln sich anschließend zusammenziehen.

Ganz selten können jedoch auch andere Auslöser zu einem Gallenkolik führen. Eine Funktionsstörung der Gallenblase kann eine Gallenkolik auslösen. Durch eine sehr lange andauernde künstliche Ernährung kann es ebenfalls zu einer Gallenkolik kommen. Zu den anderen Ursachen zählen noch ein Tumor in der Gallenblase oder eine Infektion der Leber.

Diagnose

Eine Gallenkolik kann über längere Zeit Schmerzen verursachen.

Eine Gallenkolik kann über längere Zeit Schmerzen verursachen.

Bei einer Untersuchung wird vom Arzt das Murphy-Zeichen geprüft. Der Arzt tastet den Bauch ab und wartet auf die Schmerzreaktionen des Patienten. Teilweise kann ein Arzt sogar die Gallenblase ertasten. Durch eine Blutuntersuchung kann die Krankheit ebenfalls ausgemacht werden, da die weißen Blutkörperchen erhöht sind und die Blutsenkungsgeschwindigkeit beschleunigt ist.

Es kann ebenfalls eine Sonographie durchgeführt werden, damit eine Gallenkolik erkannt werden kann. Durch die Sonographie können auch ganz kleine Gallensteine erkannt werden.

Therapie

Es sollte nichts gegessen werden und auch keine kalorienreichen Getränke getrunken werden, da diese die Schmerzen noch mehr verstärken können. Bei sehr starken Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, der anschließen entkrampfende Mittel verabreichen kann und teilweise auch Schmerzmittel verschreibt.

Die kleinen Gallensteine können anschließend ihrem normalen Gang in den Darm nachgehen. Es kann jedoch passieren, dass einige Steine schon zu groß geworden sind. Diese können vom Arzt entfernt werden.

Wie entstehen Gallensteine?

Gallensteine entstehen, wenn schlecht lösliche Bestandteile der Gallenflüssigkeit, zum Beispiel Cholesterin, verklumpt. Es entstehen kleine kristalline Steine. Solange diese keine Beschwerden verursachen, bleiben sie meist unentdeckt und müssen auch nicht behandelt werden. Gallensteine sind ein sehr weit verbreitetes Leiden. Ca. 7 % der Männer und 14 % der Frauen leiden darunter. Da der Frauenanteil doppelt so hoch ist, vermutet man hormonelle Ursachen, auch die Einnahme der Antibabypille scheint Gallensteine zu begünstigen.

Es scheint auch eine genetische Komponente zu geben, da die Bildung von Gallensteinen familiär gehäuft auftritt. Solange die Steine klein sind und durch die Gallengänge passen, machen sie keine Beschwerden. Solche Steine mit einem Durchmesser von einem Millimeter werden auch als Gries bezeichnet. Die größten Gallensteine haben dagegen einen Durchmesser von mehreren Zentimetern. Die großen Gallensteine machen zunächst auch keine Beschwerden.

Gallenkolik

Die gefürchteten Gallenkoliken entstehen erst, wenn sich ein Stein in den Gallengängen einklemmt. Der Körper versucht dann durch die krampfartigen Bewegungen, den Stein weiter zu befördern. Die Schmerzen sind sehr intensiv und treten anfallsartig auf. Ist der Stein aus dem Gallengang heraus, hören die Schmerzen abrupt wieder auf. Kann der Stein nicht weiterbefördert werden, staut sich die Galle und es entstehen Komplikationen durch Entzündungen. Die Schmerzen lokalisieren sich meist im rechten Oberbauch, dadurch sind sie gut von einer Nierenkolik zu unterschieden, die ähnliche Schmerzen verursacht. Ein Symptom für eine verstopfte Gallenblase kann auch der entfärbte Stuhl sein, dieser sieht dann nicht braun sondern weiß aus. Manchmal tritt auch eine leichte Gelbsucht auf.

Entfernung der Gallenblase

Zur Vorbeugung von Gallensteinen wird das Vermeiden von Fett empfohlen

Zur Vorbeugung von Gallensteinen wird das Vermeiden von Fett empfohlen

Die Steine sammeln sich in der Gallenblase. Diese wird durch die ständige mechanische Reizung empfindlich für Entzündungen. Im schlimmsten Fall platzt die Gallenblase. Deshalb muss die Gallenblase mitsamt den Steinen entfernt werden. Hierzu stehen heute minimalinvasive Operationsmethoden zur Verfügung. So kommt es zu einer größtmöglichen Schonung des Patienten. Kein Vergleich zu der großen Bauchöffnung, die früher zur Entfernung der Gallenblase nötig war.

Die Operation zählt heute zu den Standardoperationen und verläuft in der Regel komplikationslos. Das Leben ohne Gallenblase ist meist ebenfalls problemlos. Manchmal tauchen Schwierigkeiten im Anschluss an fettreiche Mahlzeiten auf, da die Galle wesentlich an der Fettverdauung beteiligt ist. Die Menge an Gallenflüssigkeit ist jetzt begrenzt, da die Gallenblase ja nicht mehr als Speicherorgan zur Verfügung steht.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Gallensteinen wird das Vermeiden von Fett empfohlen, es sollte eine ballaststoffreiche Ernährung bevorzugt werden. Hohe Blutfettwerte begünstigen die Entstehung von Gallensteinen, Schwangerschaften gelten ebenfalls als Risiko. Übergewicht sollte generell vermieden werden. Sind die Gallensteine nicht allzu groß, kann man versuchen sie auf medikamentösem Weg aufzulösen.

Auch eine Behandlung mit Ultraschall zur Zertrümmerung der Steine ist möglich. Beides wird aber selten praktiziert, da immer wieder neue Steine entstehen. Dagegen sind neue Steinbildungen nach einer Entfernung der Gallenblase sehr selten zu beobachten.

Die Gallenblase

Die menschliche Gallenblase ist ein Hohlorgan, welches zwischen 6-10cm lang sein kann und bis zu 50ml fassen kann. Sie sitzt an der Unterseite der Leber und ist von ihr eingebettet. Viele glauben irrtümlicherweise das die Gallenblase gleichzeitig auch die Galle wäre.

Lage

Die Blase der Galle liegt innerhalb des Bauchfells und ist an Ober- und Hintereseite mit der Leber verwachsen. Sie hat Kontakt zum Zwölffingerdarm, der Bauchspeicheldrüse und einem Teil des Dickdarms.

Die Blutversorgung erfolgt so gut wie immer durch die Gallenblasenarterie und zusätzlich durch einzelne Gefäße aus der Leber, die mit Blut versorgen.

Funktionen und Körpervorgänge

Die Gallenblase ist kein essentielles Organ, spielt aber eine wichtige Rolle bei der Verdauung fettreicher Nahrung. Damit der von der Leber täglich produzierte Gallensaft nicht unnötig in den leeren Darm weitergeleitet wird, wird dieser in der Gallenblase abgelegt. Dort wird er eingedickt, konzentriert und bei der nächsten fettreichen Nahrungsaufnahme an den Zwölffingerdarm weitergegeben. In diesem ist der Gallensaft dann für die weitere Fettverdauung zuständig. Auch eine Nierenkolik kann schwere Schmerzen auslösen.

Krankheiten und Probleme der Gallenblase

  • Gallensteine (Steinbildung in der Gallenblase)
  • Gallengries (feine kristallisierte Körner)
  • Gallenkolik (ähnlich wie bei einer Nierenkolik)
  • Gallenblasenentzündung
  • Reizgallenblase (Gallenprobleme)
  • Porzellangallenblase (Kalkige Verhärtung)
  • Gallenblasenpolypen (Gutartige Tumoren)
  • Gallenblasenkrebs (Spätfolge von Gallensteinen)
  • Postcholezystektomiesyndrom (Beschwerden nach Gallenblasenoperation)
  • Gallensäureverlustsyndrom (Durchfall durch Dünndarmerkrankung)

Was passiert, wenn die Gallenblase platzt?

Durch eine Gallenblasenentzündung und durch viel Eiter kann die Gallenblase platzen. Da die Gallenwand nun aufgebrochen ist, läuft der Inhalt daraufhin in den Bauchraum. Die Bakterien können eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen und dies kann ohne Therapie für den Menschen lebensbedrohlich werden.

Untersuchungsarten der Gallenblase

  • Ultraschall: Die Steine werfen Schatten
  • Blutbild: bei Entzündungen sind die Leukozyten und das CRP erhöht
  • ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatografie): Im Gallengang festhängende Steine werden durch ein Endoskop entfernt

Therapiemöglichkeiten bei einer Kolik

  • krampflösende Schmerzmittel
  • Antibiotika gegen die Entzündungen
  • bei schweren Fällen Gallenblasenentfernung
  • tauchen Koliken immer wieder auf, dann ist eine Minimalinvasive Chirurgie unverzichtbar

Nierenkolik – Wissenswertes

Die Nierenkolik ist wie die Gallenkolik ein plötzlich auftretender sehr starker, krampfartiger Schmerz. Dieser breitet sich bei einer Nierenkolik normalerweise von der Lendengegend bis zum Abdomen aus. Ursache für eine Nierenkolik ist ein Verschluss einer der drei Engstellen, die zwischen Niere und Harnblase physiologischer Weise vorhanden sind. Dieser entsteht, ähnlich der Gallenblase, durch Nierensteine, Blutgerinnsel oder abgestorbenes Nierengewebe, die beim herabwandern des Harnleiters eine Engstelle völlig verschließen. In Folge dessen versucht die umliegende Muskulatur durch Kontraktionen, die die Nierenkolik verursachen, den im Harnleiter befindlichen Stein weiter zu transportieren, was die krampfartigen Schmerzen verursacht.

Was macht die Nierenkolik so gefährlich?

Durch den Verschluss, der, wie auch in der Galle durch Gallensteine, meist durch Nierensteine entsteht, verhindern diese den Abfluss des Urins in die Harnblase. Der dadurch entstehende Rückstau des Harns in die Niere kann zu einem völligen Funktionsverlust dieser führen. Aus dieser Problematik kann dann zusätzlich die so genannte septische Harnstauungsniere entstehen die durch Vergiftung im schlimmsten Fall zum Tode führen kann. Auch eine Gallenkolik in der Gallenblase verursacht starke Schmerzen.

Wie wird eine Nierenkolik behandelt?


Patienten die unter einer Nierenkolik leiden werden in erster Linie schmerzlindernd und krampflösend medikamentös behandelt. Um die Krämpfe zu mindern sollte die Nierengegend zusätzlich gewärmt werden.

Den Weitertransport des Nierensteins unterstützt der Patient durch viel trinken und ausreichend Bewegung. Außerdem werden pH-neutralisierende Medikamente verabreicht um einer überschüssige Harnsäurebildung, die ein Auslöser für die Bildung von Nierensteinen und der damit verbundenen Nierenkolik sind, entgegen zu wirken.

Ist der Stein zu groß um über den Urin mit ausgeschieden zu werden gibt es weiter Behandlungsmöglichkeiten. Hier wird an erster Stelle die Zertrümmrung des Steins durch Ultraschall oder Laser angewendet, sodass dieser in mehrere kleiner Steine zerbricht und somit über den Urin mit ausgeschieden werden kann. In schwierigen Fällen oder bei besonders großen Steinen wird eine operative Entfernung dieser empfohlen.

Symptome einer Nierenkolik

  • kaum ertragbare Schmerzen im Lendenbereich bis in den Bauch ausstrahlend
  • blutiger Urin
  • Schweißausbrüche
  • Erbrechen
  • Schmerz kann durchgehend bestehen oder mit schmerzfreien Phasen abwechseln

Was ist die Galle?

Mit Galle ist die grünlich-gelbe Flüssigkeit gemeint, die sich in den Gallenwegen und der Gallenblase befindet. Umgangssprachlich wird sie häufig mit der Gallenblase verwechselt, wenn von einer „Gallenoperation“ gesprochen wird.

Wozu die Galle gut ist

Im menschlichen Körper findet der Fettabbau im Zwölffingerdarm statt. Fett ist bekanntlich nicht in Wasser löslich oder mit Wasser mischbar. Nur durch das Kauen zerkleinert – und von der Magensäure weitgehend unbeeinflusst – passiert das Fett den Magen in großen Zusammenschlüssen oder Tropfen. Käme es in einer solchen, unbehandelten Form im Darm an, wäre ein Abbau durch die fettspaltenden Enzyme schwierig oder gar unmöglich.

In der Regel gilt: je größer die Oberfläche (also je kleiner die Tröpfchen) umso einfacher und schneller ist der Abbau des Fettes durch die Enzyme möglich. Ähnlich wie beim Einsatz eines Spülmittels beim Abwasch werden die Fettpartikel durch das Gallensekret mit dem Wasser in eine Emulsion verwandelt, einem System aus feinst verteilten Fetttröpfchen im Wasser. Um eine Entmischung zu verhindern, wird ein Emulgator benötigt. Im Verdauungssystem fungiert die Galle als ein solcher Emulgator.

Aus was die Galle besteht

Hauptsächlich besteht die Gallenflüssigkeit aus Wasser. Darin sind Elektrolyte gelöst und Enzyme enthalten. Zusätzlich enthält es Cholesterin sowie Abfall- und Abbauprodukte aus Blut und Leber, zum Beispiel Bilirubin, einem Abbauprodukt des Blutfarbstoffes Hämoglobin. Für die Farbe der Galle sind die Gallenfarbstoffe verantwortlich: das je nach Konzentration gelbe bis rote Bilirubin und das grüne Biliverdin.Im Gegensatz zum sauren Magenmilieu ist die Galle leicht alkalisch.

Zusammensetzung:

  • 82 % Wasser
  • 12 % Gallensalze und Enzyme (Phosphatasen)
  • 4 % Lecithin und Phospholipide
  • 0,7 % nicht verestertes Cholesterin
  • Abbauprodukte der Leber

Der Körper geht mit den Bestandteilen der Gallenflüssigkeit sparsam um und recycelt sie immer wieder.

Wozu die Gallenblase dient

In der Leber wird täglich etwa ein halber Liter Gallenflüssigkeit produziert, die durch den Leber-Gallengang (oder auch Hauptgallengang genannt) zum Darm hin abgegeben werden. Wenn zwischen den Mahlzeiten weniger Galle im Darm benötigt wird, fließt ein Teil davon zur Zwischenspeicherung in die Gallenblase.

Erkrankungen

Gerät die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit aus dem Gleichgewicht, kann es zur Bildung von Kristallen und Ablagerungen kommen, den Gallensteinen. Diese machen oft keine Beschwerden. Verstopfen oder blockieren sie jedoch Gallengänge, wird eine schmerzhafte Kolik ausgelöst, die sogenannten Gallenkolik. Staut sich das Sekret, kann es darüber hinaus zu einer Gallenblasenentzündung kommen. Therapien bestehen aus Zertrümmern oder Auflösen dieser Teilchen bis hin zu operativer Entfernung der ganzen Gallenblase. Da die Gallenblase lediglich zur Speicherung der Galle dient, lässt es sich bei Einhaltung einer einfachen Diät gut leben. Auch eine Nierenkolik kann zu starken Schmerzen führen.