Im Bereich der Orthopädie und Chirurgie bezeichnet der Begriff Ganglion (Überbein) einen gutartigen Weichteiltumor, der im Bereich der Gelenkkapseln und Sehnenscheiden entsteht.

Unter der Haut der Betroffenen befindet sich ein Kammer, die Flüssigkeit enthält. Diese Flüssigkeit nennt man Mycin, sie ist zäh und klar und besteht zum größten Teil aus Hyaluronsäure. Äußerlich ist bei den Betroffenen ein Knoten auf der Haut zu erkennen, der etwa so groß wie eine Kirsche ist. Dass ein Ganglion ein Weichteiltumor ist, mag abschrecken. Hier bezieht sich die Bezeichnung „Tumor“ aber nur auf die vorliegende Schwellung. Ganglien treten meist an den Hand- oder Fingergelenken einzeln oder mehrfach auf. Weniger häufig kommen sie an Knie- oder Fußgelenkgelenken vor sowie an Schulter und Ellenbogen.

Betroffen sind größtenteils Personen zwischen 10 und 50 Jahren, am häufigsten trifft es allerdings Menschen zwischen 20 und 30 Jahren.

Ursachen für ein Ganglion

Warum sich ein Ganglion bildet, kann oft nicht genau geklärt werden. Es kann eventuell auf eine Schwache Gelenkkapsel sowie eine vermehrte Produktion der Gelenkflüssigkeit zurückgeführt werden. Durch die Flüssigkeit können Gelenkkapsel bzw. Sehnenscheide einen Riss bekommen. Die Folge ist, dass die Flüssigkeit ins umliegende Gewebe strömt und eine Zyste entsteht – das Ganglion. Diese Zyste bleibt mit der Gelenkkapsel vereint, dafür sorgen stielförmige Geschwulste.

Manchmal ist auch eine zuvor zugezogene Verletzung der Auslöser für das Ganglion. Weitere Ursachen für die vermehrte Bildung von Flüssigkeit können Reizzustände oder Überbelastung sein, Störungen, die von Geburt an existent sind oder Veränderungen im Zuge der Entwicklung.

Symptome bei einem Ganglion

Ein Ganglion am Handrücken

Ein Ganglion am Handrücken
(© Kulzerwi – Wikipedia.org)

Die Symptome können bei Erkrankung an einem Ganglion sehr unterschiedlich sein. Einige Betroffene können keine Schmerzen oder dergleichen feststellen. Andere Patienten hingegen klagen über heftige Schmerzen. Es ist auch möglich, dass die Beweglichkeit durch das Ganglion einschränkt wird. Kribbeln und Taubheitsgefühle entstehen, wenn das Ganglion die Nerven einengt.

Bei Ganglien am Handgelenk kann eine Schellung vorliegen, die bei Berührung schmerzt. Es ist aber auch möglich, dass das Ganglion am Handgelenk gar nicht sichtbar ist, es macht sich dann nur durch Gelenkschmerzen bemerkbar. Außerdem treten Schmerzen teilweise nur durch Beugung des Gelenks auf, wobei es möglich ist, dass der Schmerz bis in den Oberarm hineinreicht. Sitzt das Ganglion an der Hand, können Patienten mit der betroffenen Hand weniger stark zugreifen.

Diagnose und Verlauf von Ganglien

Erfahrene Ärzte erkennen meist schnell, dass es sich um ein Ganglion handelt. Bei der körperlichen Untersuchung können sie es im Bereich der Gelenke und Sehnenscheiden ertasten. Kann das Ganglion jedoch weder gesehen noch ertastet werden, muss eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung Aufschluss bringen. Denn mit Hilfe dieser Methode ist es möglich tumorartige Gewebeveränderungen zu erkennen.

Damit diese Veränderungen nun letztendlich als Ganglion entlarvt und eventuell bösartige Veränderungen ausgeschlossen werden können, wird der Arzt eine Magnetresonanztomographie durchführen oder den Patienten röntgen.

Eine noch einfachere Methode stellt das Durchleuchten dar. Die schmerzende Stelle am Körper wird hier mit Kaltlicht durchleuchtet. Ein Ganglion wird dadurch sichtbar, weil es einen flüssigen Inhalt hat. Einen Tumor kann man so nicht sichtbar machen. Das Ganglion ist eine gutartiger Weichteiltumor, dessen Verlauf günstig ist. Teilweise bedarf es oft gar keiner Behandlung, da sich das Ganglion von selbst zurückbildet. Behandelt man ein Ganglion nicht, können aber auch Schmerzen und Beweglichkeitseinschränkungen auftreten. Diese können operativ sowie mit nicht-operativen Maßnahmen beseitigt werden.

Behandlung und Therapie von Ganglien

Wie bereits angeführt, bildet sich ein Ganglion oft von allein zurück. Dabei behilflich kann die Ruhigstellung der betroffenen Körperstelle sein. Weitere Maßnahmen sind dann nicht nötig. Hat der Patient Schmerzen, wird er zunächst medikamentös behandelt und er sollte Krankengymnastik betreiben. Eine weitere Möglichkeit das Ganglion zu therapieren besteht in der Punktion. Dabei wird die Flüssigkeit im Ganglion abgesaugt.

Leider füllt sich das Ganglion nach dieser Behandlung in vielen Fällen wieder. Wird Hyaluronidease in das Ganglion eingespritzt, wird die sich dort befindliche Hyaluronsäure abgebaut. Danach saugt der Arzt die Flüssigkeit heraus. Um die Schwellung zu bekämpfen kann überdies auch Kortison eingespritzt werden. Schlagen all diese Behandlungen nicht an, oder hat der Patient sehr starke Schmerzen, wird das Ganglion operativ entfernt.

Einem Ganglion vorbeugen

Vor allem Menschen, die beispielsweise viel am PC arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko, ein Ganglion auszubilden. Das ist deshalb so, weil die Muskulatur bei bestimmten Tätigkeiten besonders stark angespannt ist und die Gelenke überlastet werden. Um dem vorzubeugen, sollten immer wieder Dehn- sowie Lockerungsübungen durchgeführt werden. Auch das Vermeiden von einseitiger Belastung kann dem Entstehen von Ganglien vorbeugen. Zudem ist das Einhalten von regelmäßigen Pausen bei der Arbeit am PC unabdingbar.

Medikamente & Hausmittel gegen Ganglien

Um das Ganglion zu behandeln, werden entzündungshemmende Medikamente verabreicht. Beispielsweise kann durch den behandelnden Arzt Kortison gespritzt werden. Nach einer OP ist es zudem möglich, dass der Patient Schmerzmittel zu sich nehmen muss.

Was die Hausmittel betrifft, so gibt es gegen Ganglien so richtig keine. Am besten ist immmer noch, die betroffene Region ruhig zu stellen oder mit bestimmten Übungen gegen das Ganglion anzukämpfen. Möglicherweise hilft auch schon das Tragen einer Bandage, die in jeder Apotheke auch rezeptfrei erhältlich ist.