Das Zervixkarzinom auch als Gebärmutterhalskrebs bezeichnet, ist ein lebensgefährlicher Tumor des Gebärmutterhalses. Der Gebärmutterhals verbindet die Gebärmutter und das obere Ende der Scheide der Frau. In dem Bereich des Muttermundes befindet sich eine Übergangszone zwischen den verschiedenen, aufgebauten Schleimhäuten der Scheide. In diesem Bereich kommt es oft zu Zellveränderungen. Sind die Veränderungen bösartig, so spricht man von Gebärmutterhalskrebs. Das Zervixkarzinom wird oft im Alter zwischen 45-55 Jahren festgestellt. Diese Erkrankung kann auch in der Schwangerschaft auftreten.

Ursachen für Gebärmutterhalskrebs

Man geht davon aus, dass für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, eine Infektion mit humanen Pappillonmavieren (HPV) verantwortlich ist. Diese werden beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Aber nicht jede Frau erkrankt mit einer HPV-Infektion an Gebärmutterhalskrebs, oft heilt diese ohne Folgen aus.

In den Ländern, wo Männer beschnitten werden, kommt das Zervixkarzinom seltener vor. Experten gehen davon aus, dass die beschnittenen Männer weniger das Virus in sich tragen und weitergeben. Es besteht auch der Verdacht, dass eine Infektion im Scheidenbereich mit anderen beim Geschlechtsverkehr übertragenden Erregern wie Herpesviren oder Chlamydien zur Krebsentstehung beitragen können, wenn eine Infektion mit HPV zusätzlich besteht. HPV-Infizierte Raucherrinnen haben ein deutlich erhöhtes Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, als HPV-Infizierte Frauen, die überhaupt nicht rauchen. Passivrauchen, eine vitaminarme Ernährung sowie Medikamente, die das Immunsystem schwächen, stellen ebenso Risikofaktoren für die Entstehung eines Zervixkarzinoms dar.

Symptome bei Gebärmutterhalskrebs

Zervixkarzinome bilden sich unauffällig und verursachen keine Schmerzen. Selten treten Schmierblutungen auf, die einen Hinweis geben könnten. Erst, wenn der Tumor eine bestimmte Größe erreicht hat und unter Geschwürbildung zerfällt, kommt es zu süßlich riechenden sowie fleischwasserfarbigen Ausfluss, unregelmäßige Blutungen sowie Blutungen beim Geschlechtsverkehr.

Behandelt man den Tumor nicht, wächst er in die Harnblase und dem Mastdarm sowie Harnleiter ein. Er zerstört diese ganz und es treten Folgeerscheinungen wie Lymphödem der Beine auf. Zudem kommt es zu Metastasen in anderen Körperregionen, weil die Tumorzellen sich über die Lymphgefäße und den Blutkreislauf verteilen und so sich vermehren und ansiedeln können.

Verlauf von Gebärmutterhalskrebs

Tastuntersuchungen und PAP-Tests sind ein wesentlicher Bestandteil einer Krebsvorsorgeuntersuchung und der Diagnostik. Findet der Arzt beim PAP-Test Anzeichen von Zellveränderungen, werden weitere Untersuchungen eingeleitet. Bei der Kolposkie betrachtet der Frauenarzt die Scheide und den Gebärmutterhals mit einer Lupe.

Besteht der dringende Verdacht auf Krebs, entnimmt der Arzt mehrere Gewebeproben. Ein Pathologe kann untersuchen, ob es sich um gut- oder bösartige Veränderungen handelt. Entdeckt dieser bösartige Zellen, gilt die Diagnose Gebärmutterhalskrebs als sicher. Um das Stadium der Krebserkrankung zu bestimmen, werden bildgebende Verfahren sowie Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanztomographie und Röntgen eingesetzt. Durch diese Verfahren stellt man fest, wie groß der Tumor ist und ob dieser Metastasen gebildet hat.

Zusätzlich wird eine Endoskopie durchgeführt, um abzuklären ob der Tumor sich bereits auf dem Darm und der Harnblase ausgedehnt hat. Auch Blutuntersuchungen werden eingesetzt.

Behandlung von Gebärmutterhalskrebs

Befindet sich der Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium (1/2), reicht meist eine Laserbehandlung aus. Der Arzt entfernt das auffällige Gewebe (Konisation). Dieses Verfahren wird mit einer elektrischen Schlinge durchgeführt, es ist bedeutend schonender als eine Operation mit einen Skalpell. Oft wird der Patientin auch vorgeschlagen, sofern die Familienplanung abgeschlossen ist, die Gebärmutter, der dazu gehörenden Lymphknoten im Beckenbereich und bei Frauen nach den Wechseljahren auch die Eierstöcke zu entfernen.

Beim Stadium 3 der Krebserkrankung hat der Tumor bereits die Beckenwand befallen. Die Ärzte raten hier zur Strahlen- und Chemotherapie.

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen

Die Frau sollte jährlich an der Krebsvorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt erscheinen. So können Zellveränderungen im Frühstadium entdeckt und behandelt werden. Beim Geschlechtsverkehr sollten immer Kondome verwendet werden, um das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken zu senken. Die Frau sollte sich gesund ernähren und auf keinen Fall rauchen.

Medikamente gegen Gebärmutterhalskrebs

Das Medikament Lopinavir wirkt gegen die humanen Papillomviren, die den Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Lopinavir töten gezielt HPV-Zellen, indem es ein antivitales System reaktiviert.