Bei Gicht handelt es sich um eine Krankheit, welche durch die Wohlstandsgesellschaft gefördert wird. Denn gerade in Ländern der Dritten Welt ist Gicht kaum bekannt.

Gicht

Bei Gicht (Hyperurikämie) handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Eine Ansammlung von zu viel Harnsäure im Blut führt zu Ablagerungen. Dieses Krankheitsbild tritt zunächst anfallartig auf und kann zu diesem Zeitpunkt durch ein Blutbild nachweisen. Die Erhöhung der Harnsäurekonzentration hat die Bildung von Harnsäurekristallen, den Urat-Kristallen, zur Folge. Diese lagern sich an den Gelenken ab. Betroffen sind auch Sehnen, Schleimbeutel und die Haut. Die Entstehung von Gelenkentzündungen oder gar Gelenkschäden ist zu beobachten. Obwohl akute Gichtanfälle wieder abklingen, ist eine Behandlung dringend anzuraten. Folgeerkrankungen wären Nierensteine oder andere Erkrankungen der Niere.

Ursachen für Gicht

Der Abbau der Purine ist für die Entstehung von Gicht verantwortlich. In drei Hauptgruppen kann man die erhöhte Harnsäurekonzentration einteilen.

  • Purine aus dem täglichen Essen
  • erhöhter Zerfall der Zellen durch Harnsäureüberschuss
  • zu geringe Ausscheidung der Harnsäure durch die Nieren

Eingeteilt wird die Gicht in die primäre und die sekundäre Form. Für die erste Form der Gicht ist ein angeborener Stoffwechseldefekt verantwortlich. Die Produktion und das Ausscheiden der Harnsäure stehen nicht im Gleichgewicht. Die zweite Form basiert auf anderen Erkrankungen. Leukämie und Nierenerkrankungen nehmen die vorderen Plätze ein. Medikamenteneinnahme kann die Gicht begünstigen.

Symptome der Gicht

Gekennzeichnet ist die Gicht vor allem durch extrem starke Schmerzen. Ohne Vorankündigung treten Gichtanfälle meist nachts auf. Typisch für Gicht ist die Berührungsempfindlichkeit der Gelenke. Sie sind in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt. Zu einer Schwellung in diesen Bereichen zeigen sich rötlich bis bläuliche Färbungen der Haut. Als Begleiterscheinung ist häufig Fieber zu beobachten. Ein akuter Gichtanfall kann nach einigen Stunden wieder abgeklungen sein. Er kann, wenn er nicht behandelt wird, auch mehrere Tage andauern. In diesen Fällen kann auch mit einer Häufung von Anfällen gerechnet werden. Symptome zeigen sich an weiteren Gelenken.

Diagnose von Gicht und deren Verlauf

Der Arzt kann seine erste Diagnose bereits, nach den Beschreibungen der Beschwerden von den Patienten, stellen. Meist sind die Grundgelenke der Zehen oder Hände betroffen. Sichtbare Veränderungen durch Rötungen und Schwellungen werden begleitet von starken Schmerzen. Fieber und Kopfschmerzen können auftreten. Um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen, ist eine Blutuntersuchung erforderlich.

Die Veränderung des Harnsäurewertes kann allerdings nur relativ kurze Zeit nachgewiesen werden. Hingegen das Blutbild die Veränderungen, welche auf eine Entzündung hindeuten, aufweist. Seltener wird eine Gelenkpunktion, zur Absicherung der Diagnose, angeordnet werden. Die entnommene Gelenkflüssigkeit wird mikroskopisch untersucht.

Eine weitere Form der Diagnostik ist das Röntgen. Die Veränderung des Harnsäurewertes kann allerdings nur relativ kurze Zeit nachgewiesen werden. Hingegen das Blutbild die Veränderungen, welche auf eine Entzündung hindeuten, aufweist. Seltener wird eine Gelenkpunktion, zur Absicherung der Diagnose, angeordnet werden. Die entnommene Gelenkflüssigkeit wird mikroskopisch untersucht.

Therapie bei einem Gichtanfall

Grundsätzlich werden bei einem akuten Anfall von Gicht folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Kühlen
  • hoch lagern des betroffenen Gelenkes
  • ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen
  • leichte Kost
  • eventuell Bettruhe
  • das Gelenk nicht bedecken

Der Arzt wird entzündungshemmende Medikamente verordnen. In einigen Fällen macht sich eine Injektion ins Gelenk erforderlich. Langfristig wird das Ziel verfolgt, den Harnsäurespiegel zu senken und diesen konstant zu halten. Colchicin ist daher bis zu mehreren Monaten einzunehmen. Zusätzlich wird der Arzt dem Patienten schmerzstillende Medikamente verschreiben.

Parallel dazu gilt es, die Ess- und Lebensgewohnheiten umzustellen. Fettreiche Nahrungsmittel werden durch gesunde Kost ersetzt. Das Trinken von Alkohol ist zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Bei Übergewicht ist dieses, durch viel Bewegung, zu senken.

Prophylaxe gegen Gicht

In erster Linie gilt es, seine Ernährung umzustellen. Hierbei ist es wichtig, dass man eine purinarme Kost wählt. Purin findet man verstärkt bei Fleisch, Fisch und Getränken, wie Bier. Auch in Gemüse, Salaten, Kartoffeln, Obst und Milchprodukten ist Purin enthalten. Diese Form wird aber nicht Harnsäure abgebaut. Die Mahlzeiten sind fettarm zuzubereiten.

Im Sommer bietet sich das Grillen an. Sonst können die Gerichte gedünstet werden. Nicht nur wegen der guten Figur, sondern zur Vorbeugung gegen Gicht, ist das Übergewicht zu reduzieren. Eben genannte Umstellung der Kost und zusätzlich ausreichend körperliche Betätigung sind hierbei sehr hilfreich. Die Flüssigkeitszufuhr sollte zwischen 2,5 – 3 Liter (Mineralwasser, Tee, verdünnte Fruchtsäfte) täglich betragen. Medikamente, welche die Gicht begünstigen, sollten in Absprache mit dem Arzt durch Alternativen ersetzt werden.

Medikamente & Hausmittel gegen Gicht

Der Verzehr von Kirschen hilft die Harnsäurekonzentration im Blut zu neutralisieren, da sie entzündungshemmende Stoffe beinhalten. Ausgezeichnete Wirkungen zeigen frischer Sellerie oder der Extrakt in Form von Tabletten. Besonders wirksam sind Wickel aus Brennsesselblättern, welche um das schmerzende Gelenk gelegt werden. Zur innerlichen Anwendung gibt es Brennsesselextrakt.

Als Medikament wird Allopurinol sehr häufig empfohlen, da es kaum Nebenwirkungen hat. Wie bereits erwähnt das Präparat Colchicin, aber auch die Einnahme, von Ibuprofen und Voltaren können zu guten Erfolgen führen. Prednisolon und die Teufelskralle führen zu guten Resultaten, vor allem da sie schmerzlindernd und entzündungshemmend sind.