Eine Glaskörpertrübung äußert sich durch kleine Fädchen, Pünktchen oder „Mücken“ vor den Augen, die andere nicht sehen können. Es handelt sich dabei um kleine Fasern, die sich tatsächlich im Auge befinden und die durch eine Verformung des Glaskörpers sichtbar werden. Fast jeder Mensch kennt im Laufe des Lebens diese Symptomatik, sie ist jedoch im Normalfall nicht gefährlich für das Auge.

    Kurzsichtigkeit lässt die Symptome der Glaskörpertrübung her erkennen. (© Fotolia.com)

Kurzsichtigkeit lässt die Symptome der Glaskörpertrübung her erkennen. (© Fotolia.com)

Schon in der Jugend beginnt der Glaskörper allmählich, sich zurückzubilden. Dies geschieht bei jedem in einem anderen Tempo, wobei Kurzsichtigkeit die Symptome der Glaskörpertrübung meist etwas früher sichtbar macht. Der Glaskörper nimmt den Großteil unseres Auges ein. Er besteht aus einer geleeartigen Masse, die wiederum aus zwei Substanzen besteht: einer bestimmten Säure-Verbindung und kollagenhaltigen Fasern, die für die nötige Stabilität des Glaskörpers sorgen. Die Glaskörpertrübung entsteht, wenn sich diese Fasern durch die Zurückbildung des Glaskörpers etwas zusammenballen, dadurch dass der Augapfel etwas schrumpft und sich ein wenig von der hinteren Augapfelwand löst.

Die Ballung der Fasern ist das, was wir als Mücken (Mouches volantes), Fäden und Pünktchen oder Würmchen vor dem Auge wahrnehmen. Am besten sieht man diese Faser-Teile, wenn man auf einen hellen Hintergrund schaut. Mögliche andere Wahnehmungen bei der Glaskörpertrübung sind außerdem Lichtblitze. Wenn bei der Abhebung von der Netzhaut Blutgefäße eingerissen werden, kann es zu leichten Blutungen im Auge kommen. Wahrgenommen wird der Riss durch eine Art „Ascheregen“. Meist sind diese Risse harmlos, jedoch sollte trotzdem in diesem Fall der Augenarzt aufgesucht werden, denn in ganz seltenen Fällen kann die Ablösung zu einem Netzhautriss und später zu einer Netzhautablösung führen.

Durch die Glaskörpertrübung wird die Sehschärfe normalerweise nicht beeinflusst, eher wirken die Symptome auf einige Patienten lästig, vor allem wenn man ihnen viel Aufmerksamkeit widmet. Im Laufe der Zeit nehmen die Symptome jedoch ganz von alleine wieder ab. Die Fasern lösen sich nämlich so weit von der Netzhaut, dass sie nicht mehr wahrgenommen werden können. So wird in fast allen Fällen von einer operativen Behandlung der Glaskörpertrübung abgeraten, auch, wenn Patienten zeitweise starke nervliche Beeinträchtigungen dadurch erfahren. Erst, wenn sich die Glaskörpertrübung so extrem äußert, dass tatsächlich das Sehvermögen beeinträchtigt ist, kann eine Glaskörper-Operation (Vitrektomie) in Erwägung gezogen werden.

Mouches volantes

Mouches volantes oder auch „fliegende Mücken“ ist ein verbreiteter Begriff für die Glaskörpertrübung, eine Krankheit des Auges. Betroffene sehen kleine Fäden, Würmchen, Punkte oder Flecken vor den Augen, vor allem wenn sie auf einen hellen Untergrund sehen, zum Beispiel auf den Computerbildschirm, eine weiße Wand oder in den Himmel.

So etwa sieht ein stark betroffener Mouches volantes vor einem Abendhimmel. (Foto: Ralf Kopp, Darmstadt, Germany/Deutschland)

So etwa sieht ein stark betroffener Mouches volantes vor einem Abendhimmel. (Foto: Ralf Kopp, Darmstadt, Germany/Deutschland)

Die Erscheinungen bewegen sich und scheinen vor dem Gesichtsfeld zu „schwimmen“. Die Mouches volantes bewegen sich mit, wenn man den Blick in eine andere Richtung lenkt. Sie sind meist nur undeutlich erkennbar und können mit dem Blick auch nicht fixiert werden, sondern scheinen immer „wegzuschwimmen“, wenn man sie genauer betrachten möchte.

Viele Menschen sind von den Mouches volantes betroffen. Es handelt sich dabei um eine Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut, sodass Teile der Netzhaut von dem Auge sichtbar werden. Der Glaskörper, aus dem der größte Teil des Auges besteht, schrumpft im Laufe des Lebens etwas zusammen. Dabei hebt sich der Glaskörper leicht von der Netzhaut ab, sodass sich zwischen den Kollagenfasern, die den Glaskörper umgeben, Verdichtungen bilden können. Eine einzelne Faser ist für unser Auge nicht zu sehen, aber diese Verdichtung kann sich später als leichte Trübung oder eben die typischen Mouches volantes zeigen.

Grundsätzlich sind die Mouches volantes völlig harmlos. Wer sich jedoch darauf konzentriert oder unter besonders vielen Mouches volantes leidet, kann sich von ihnen sehr gestört fühlen. Je mehr Aufmerksamkeit man diesen Fasern schenkt, desto störender ist der Eindruck, den sie hinterlassen. Trotzdem ist eine Behandlung bzw. Operation in fast allen Fällen keine Option und wird von kaum einem Arzt empfohlen. Die Symptome verschwinden nämlich im Laufe des Lebens von allein wieder, da sich die Fasern von der Netzhaut weg bewegen und deshalb früher oder später für unser Auge nicht mehr zu sehen sind. Auch eine ernsthafte Beeinträchtigung der Sehschärfe kommt nur in Einzelfällen vor.

Sollten die Mouches volantes wirklich Schuld an einer Verschlechterung der Sehschärfe sein, kann im Ernstfall eine Operation angesetzt werden, die sogenannte Glaskörper-Operation (Vitrektomie). Weitere Faktoren, die zu einer Operation führen, sind Veränderungen, die auf eine Netzhautablösung hindeuten. In diesem Fall kann die Ablösung zur Erblindung führen, jedoch ist solch eine Ablösung äußerst selten.

Netzhautablösung

Bei einer Netzhautablösung kann es bei Nichtbehandlung zur Erblindung kommen, sodass schnelles Handeln gefordert ist. Sie kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten ist ein Netzhautriss, der durch eine Glaskörperabhebung entstehen kann, für die Netzhautablösung verantwortlich. Diese Glaskörperabhebung ist ein normaler Vorgang, von dem alle Menschen betroffen sind. Sie führt zu der Glaskörpertrübung, auch bekannt als „Mouches Volantes“, „fliegende Mücken“. Bei diesem Phänomen sehen die Betroffenen kleine Mücken, Fäden oder Pünktchen vor den Augen, wenn sie gegen einen hellen Untergrund schauen.

Gefahr Netzhautriss

Ein frisch operierter grauer Star kann eine Netzhautablösung begünstigen. (© Fotolia.com)

Ein frisch operierter grauer Star kann eine Netzhautablösung begünstigen. (© Fotolia.com)

Normalerweise ist die Abhebung des Glaskörpers ungefährlich, solange sie in einem gewissen Rahmen geschieht und langsam im Laufe des Alters voranschreitet. Ein erhöhtes Risiko auf einen Netzhautriss besteht, wenn die Abhebung des Glaskörpers durch Gewalteinwirkung geschieht, beispielsweise bei einem Aufprall des Augapfels. Weitere Krankheiten, die eine Netzhautablösung begünstigen sind Kurzsichtigkeit und ein frisch operierter Grauer Star. Ebenso können entzündliche Prozesse oder Tumore hinter einer Netzhautablösung stecken. Bestimmte Verwachsungen in Form von Binde- und Narbengewebe, die an der Netzhaut angehaftet sind und sich mit der Zeit zusammenziehen, können ebenfalls zu einer Netzhautablösung führen.

Symptome

Symptome können schon auftreten, bevor es überhaupt zur Netzhautablösung kommt. Wenn zum Beispiel bei ruckartigen Augenbewegungen Lichtblitze auftreten, die besonders im Dunkeln zu sehen sind, kann es sich um ein Symptom der Netzhautablösung handeln. Ausgelöst werden die Lichtblitze durch einen an der Netzhaut ziehenden Glaskörper. Auch ein sogenannter „Rußregen“ vor den Augen, der sich zeigt als plötzlich auftretender Schwarm schwarzer Mücken, Rußteile oder Punkte kann ein Hinweis auf eine bevorstehende Netzhautablösung sein. Wenn sich die Netzhaut bereits ablöst, hängen die Symptome von der Stelle ab, von der sie sich ablöst. Meist beginnen die Symptome mit einem eingeschränkten Gesichtsfeld und je mehr die Netzhautablösung voranschreitet, desto weniger kann der Patient noch erkennen. Es kann auch sein, dass eine Art Vorhang von oben oder von der Seite wahrgenommen wird. Im schlimmsten Fall kann das Auge erblinden, sofern keine Behandlung erfolgt.

Therapie

Bei den Vorstufen der Netzhautablösung kann es genügen, eine Therapie mit Laserstrahlen zu durchlaufen. Ist die Netzhautablösung jedoch schon erfolgt, muss operiert werden (Vitrektomie). Die Prognose der Krankheit hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Ablösung bemerkt worden ist. Deshalb sollte gleich bei den ersten Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden.

Vitrektomie

Mit dem Begriff Vitrektomie bezeichnen Mediziner ein Operationsverfahren, mit dem eine vollständige oder partielle Entfernung des Glaskörpers (lat. corpus vitreum) vorgenommen wird. Der Glaskörper ist eine gallertartige Substanz, die zwischen Linse und Netzhaut liegt und einen großen Teil des Augapfels ausfüllt. Dieser Eingriff, meist in lokaler Betäubung durchgeführt, wird bei Erkrankungen wie z.B. Netzhautablösung, Makuladegeneration und diabetischer Retinopathie notwendig. Ziel der Vitrektomie ist, die Auswirkungen dieser Augenerkrankungen, die unbehandelt zur Erblindung führen, abzuwenden.

Operationsvorgang

Über drei winzige Einschnitte in der Lederhaut wird ein Zugang zum Glaskörper geschaffen. Je nach Diagnose wird der Glaskörper oder Teile davon bzw. krankhafte Gewebeteile abgesaugt. In einen dieser Schnitte wird eine Infusion gelegt, die den im Auge notwendigen Druck stabil hält. In die anderen beiden Zugänge werden Lichtquelle und chirurgische Instrumente für die therapeutische Behandlung eingebracht. Nach dem Entfernen des Glaskörpers wird das dadurch entstandene „Vakuum“ im Augapfel mit Silikonöl alternativ mit Gas oder Salzlösung aufgefüllt. Dies stabilisiert den Augapfel.

Risiken und Folgen

Die Vitrektomie ist trotz moderner Technik immer noch eine risikobehaftete Operation. (© Fotolia.com)

Die Vitrektomie ist trotz moderner Technik immer noch eine risikobehaftete Operation. (© Fotolia.com)

Operationstechnisch birgt die Vitrektomie heutzutage kein sonderliches Risiko. Filigrane, hoch präzise chirurgische Instrumente und moderne minimal-invasive Technik haben frühere Operationsrisiken bei der Vitrektomie deutlich reduziert. Minimale Zugangsöffnungen reichen, um bei der Vitrektomie mit feinen Kanülen in den Glaskörperraum einzudringen. Die verbleibenden Mikrolöcher verschließen sich auch ohne chirurgische Naht.

Ein folgenschwerer, risikobehafteter Eingriff, der eine eng gestellte Indikation verlangt, bleibt das Verfahren der Vitrektomie dennoch. Bei einer großen Zahl an Patienten kommt es postoperativ nach etwa 1 bis 2 Jahren in Folge der Vitrektomie zur Ausprägung des Grauen Stars. Diese Trübung der Linse ist nicht konservativ zu beeinflussen, sondern erfordert eine Kataraktoperation, bei der die getrübte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Patienten im höherem Lebensalter entgehen der Diagnose Grauer Star ohnehin kaum und tolerieren deshalb die in Folge der Vitrektomie vorgezogene Katarakt-Operation.

Bei jüngeren Patienten müssen Nutzen und wahrscheinlicher Spätschaden einer Vitrektomie besonders kritisch bewertet werden. Das Risiko des verfrühten Auftretens des Grauen Stars kann durch die Vitrektomie in eine Lebensphase vorverlegt werden, in welcher ein Katarakt noch lange nicht zu erwarten wäre.

Die Netzhaut

Die Netzhaut (Retina) ist einer der wichtigsten Bereiche im Auge. Wir brauchen sie, damit wir die einfallenden Lichtstrahlen als Bild erkennen können. Dafür ist die Netzhaut mit einer komplexen Struktur aufgebaut.

Aufbau und Funktionsweise

    Die innere Schicht der Netzhaut wandelt Licht in elektrische Impulse um, die das Gehirn in Bilder umwandelt. (© Fotolia.com)

Die innere Schicht der Netzhaut wandelt Licht in elektrische Impulse um, die das Gehirn in Bilder umwandelt. (© Fotolia.com)

Die Sehsinneszellen befinden sich vor einer lichtdurchlässigen Pigmentschicht. Die Netzhaut ist 0,1 bis 0,5 Millimeter dick und besteht aus zwei Schichten, der äußeren und der inneren Schicht. Die äußere Schicht wird als retinales Pigmentepithel bezeichnet. Sie ist verantwortlich für den Stoffwechsel des Vitamin A, für die Lichtabsorbtion, den Ausgleich der Wärme der Aderhaut, für die Entsorgung der sich ständig erneuernden, abgestorbenen Photorezeptorzellen und sie sorgt für eine äußere Blut-Retina-Schranke, damit nur winzige Moleküle von der Aderhaut in die Netzhaut gelangen können.

Die innere Schicht der Netzhaut heißt auch neurosensorische Netzhaut und ist wesentlich komplexer aufgebaut als die äußere Schicht. Sie besteht aus einer Rezeptorschicht und großen, bipolaren Ganglienzellen. In der Photorezeptorschicht wird einfallendes Licht in elektrische Impulse umgewandelt. Sie besteht aus etwa 120 Millionen Stäbchen und 6 Millionen kleiner Zapfen. Die Zapfen sorgen dafür, dass wir kleine Objekte sehen können, Farben erkennen und im Hellen sehen, wohingegen die Stäbchen für das Sehen bei Nacht und schlechter Beleuchtung verantwortlich sind.

Die Zapfen sind nicht so lichtempfindlich wie die Stäbchen, weswegen wir in der Dämmerung keine Farben mehr sehen können. Die Ganglienzellen sorgen dafür, dass die einkommenden Informationen des Lichts gefiltert werden und bessere Kontraste entstehen. Sie leiten die elektrischen Impulse bis zu der Photorezeptorschicht weiter. Ein Bereich, der nur aus Zapfen besteht und somit die Stelle des schärfsten Sehens ist, ist die Makula (Fovea centralis).

Erkrankungen der Netzhaut

Tritt eine Erkrankung an der Netzhaut auf, ist diese immer schmerzfrei, da die Netzhaut keine Schmerzfasern besitzt. Erkrankungen, die in diesem Bereich auftreten können, sind zum Beispiel die Glaskörpertrübung, Gefäßerkrankungen der Netzhaut (Diabetische Retinopathie, Retinale Venenverschlüsse, Retinale Arterienverschlüsse, Morbus Coats oder Frühgeborenenretinopathie), Degenerative Netzhauterkrankungen (Altersbedingte Netzhautspaltung, altersbedingte Makuladegeneration), entzündliche Erkrankungen (Netzhautablösung oder Gefäßentzündung, AIDS-bedingte Veränderungen), Dystrophische Erkrankungen (Makuladystropien, Retinopathia Pigmentosa), Tumore der Netzhaut (Retinoblastom, Astrozytom, Blutschwämmchen) oder medikamentös bedinge Retinopathien, zum Beispiel durch das Malariamedikament Chloroquin.

Um Krankheiten an der Netzhaut vorzubeugen, empfiehlt es sich, spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig Kontrollen beim Augenarzt durchführen zu lassen.