Bei dem Guillain-Barré-Syndrom handelt es sich um ein akut auftretendes neurologisches Krankheitsbild. Dabei kommt es zu entzündlichen Veränderungen im peripheren Nervensystem.

Meistens sind die aus dem Rückenmark hervorgehenden Nervenwurzeln und die dazugehörigen Nervenabschnitte von dem Guillain-Barré-Syndrom betroffen. Bei der Krankheit können verschiedene Verläufe auftreten, die unterschiedlich lang sind. Die Entwicklung kann von Stunden bis hin zu Monaten dauern. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten und in der Regel sind Männer häufiger davon betroffen als Frauen.

Ursachen des Guillain-Barré-Syndroms

Bei dem Guillain-Barré-Syndrom sind die Ursachen noch nicht eindeutig bekannt. Jedoch scheint es so, dass das Immunsystem das körpereigene Gewebe angreift. Auch Infektionskrankheiten können für das Guillain-Barré-Syndrom verantwortlich sein. In seltenen Fällen kann die Krankheit auch nach bestimmten Impfungen auftreten. Auch bei HIV-Infizierten Menschen tritt das Syndrom häufig auf.

Symptome

Meistens beginnen die Symptome bei einem Guillain-Barré-Syndrom nach zwei bis vier Wochen. Dabei kann es zu uncharakteristischen Rückenschmerzen kommen und zu entfernten Missempfindungen von der Körpermitte. Weitere Anzeichen bei dem Guillain-Barré-Syndrom sind unter anderem Taubheitsgefühl in den Füßen und eine motorische symmetrische Schwäche in den Beinen sowie Muskelschmerzen. Dabei wird das Gehen unmöglich oder es fällt sehr schwer.

Des Weiteren kann es zu Schmerzen kommen, welche von den Nervenwurzeln ausgehen. Ebenfalls kann es zu Koordinationsstörungen beim Stehen und Gehen kommen, weil die Tiefensensibilität fehlt. Außerdem kann es zu einer Lähmung kommen, bei der man weder die Arme noch die Beine bewegen kann. Des Weiteren kann es zu Störungen der Blasen- und Darmentleerung kommen.

Diagnose

Bei der Diagnose vom Guillain-Barré-Syndrom spielen vorangegangene und unspezifische Infekte der Atemwege sowie des Magen-Darm-Trakts eine sehr große Rolle. Der Arzt wird das Nervensystem untersuchen und nach auffälligen Muskeln schauen.

Außerdem wird beim Guillain-Barré-Syndrom das Nervenwasser entnommen und untersucht sowie die Nervengleitgeschwindigkeit gemessen. Es kann auch eine Elektromyografie zum Einsatz kommen, welche die Aktivität der Muskeln aufzeichnet. Bei einer Gewebeentnahme aus den Nerven kann eine Entmarkung festgestellt werden. Manchmal gelingt auch ein Erregernachweis im Blut.

Behandlung und Therapie

Bei der Therapie vom Guillain-Barré-Syndrom kommt es zu einer intensivmedizinischen Überwachung. Dabei wird vor allem die Funktion vom Herz und Lungen konsequent überwacht. Manchmal ist ein Herzschrittmacher sowie eine Beatmung notwendig. Außerdem muss die Ernährung über eine Vene sichergestellt werden. Zudem kommen bei dem Guillain-Barré-Syndrom weitere Behandlungsmethoden infrage, nämlich Physiotherapie und eine psychische Betreuung sowie prophylaktische Maßnahmen.

Des Weiteren erfolgt eine medikamentöse Behandlung, bei der Antikörper in die Vene gegeben werden. Diese Maßnahme dauert in der Regel fünf Tage. Wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist, wird alle zwei Tage eine Plasmapherese durchgeführt, und zwar fünf Mal am Tag.

Guillain-Barré-Syndrom vorbeugen

Leider kann man gegen das Guillain-Barré-Syndrom nicht gezielt vorbeugen. Man kann ausschließlich gegen Komplikationen bei der Therapie vorbeugen. In dem Fall sollte man weitere Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt besprechen, da es immer auf die jeweilige Situation ankommt.

Medikamente und Hausmittel

Es gibt auch keinerlei Medikamente und Hausmittel, die man gegen das Guillain-Barré-Syndrom einsetzen kann. Nur in Kombination mit der Therapie werden vom Arzt Medikamente verordnet, wie z. B. Antibiotika gegen die Schmerzen. Außerdem können Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, um die Ernährung sicherzustellen. Des Weiteren können bei dem Guillain-Barré-Syndrom andere Hilfsmittel in Anspruch genommen werden, wie z.B. Rollstühle und Gehhilfen sowie einen Gehstock.