Als Gynäkomastie (griech. gynä: Frau und mastos: Brust) wird die gutartige Vergrößerung des Brustdrüsengewebes beim Mann bezeichnet. Sie kann ein- oder beidseitig sowie mehr oder weniger stark auftreten und bewirkt ein weibliches Aussehen der Männerbrust. Zu unterscheiden ist diese echte Gynäkomastie von der Pseudogynäkomastie, die eingelagertes Fettgewebe im Drüsenkörper bezeichnet, das durch starkes Übergewicht entsteht. In allen Fällen wird dieser „Männerbusen“ als sehr unangenehm sowie peinlich empfunden und mindert oft das Selbstwertgefühl als Mann.

Ursachen Gynäkomastie

Die echte Gynäkomastie kann physiologische oder pathologische Ursachen haben. Die natürliche (und vorübergehende) Vergrößerung der Brust tritt durch ein vermehrtes Vorkommen von weiblichen Hormonen bei Neugeborenen (durch die Mutter), in der Pubertät sowie im Alterungsprozess auf. Jedoch kann Gynäkomastie auch aufgrund von Hormonstörungen (männlicher Hormonmangel, erhöhte Östrogenbildung), chronisch verlaufenden Erkrankungen (Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenerkrankungen, Alkoholmissbrauch) sowie durch Medikamente (z.B. bei der Behandlung eines Hodentumors) verursacht werden. Sehr selten ist Gynäkomastie ein Anzeichen für Brustkrebs.

Symptome von Gynäkomastie

Neben der offensichtlichen Größenzunahme der Brust auf einer oder beiden Seiten können auch Schmerzen auftreten. Dabei kommt es zu einem unangenehmen Spannungsgefühl in der Brust, einer Hautreizung der Brustfalte oder einer besonderen Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen. Besonders bei Bewegung des Gewebes können die Schmerzen auftreten. Zusätzlich führt die psychische Belastung durch die weiblich aussehende Brust oft zu einer Veränderung im allgemeinen Befinden.

Diagnose & Verlauf bei Gynäkomastie

Da eine Gynäkomastie zwar gutartig ist, aber gleichzeitig Symptom für andere Erkrankungen sein kann, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache der Vergrößerung des Brustgewebes festzustellen. Dabei wird nach der Medikamenteneinnahme und den chronischen Erkrankungen gefragt, die eine Gynäkomastie zur Folge haben können. Zusätzlich erfolgt eine körperliche Untersuchung inklusive einer Blutabnahme, um den Hormonstatus zu überprüfen. Damit eine Brustkrebserkrankung ausgeschlossen werden kann, wird eine Ultraschalluntersuchung oder Mammografie durchgeführt.

Behandlung bzw. Therapie von Gynäkomastie

Bei der Behandlung ist je nach Ausmaß der Gynäkomastie zu differenzieren. In der Regel wird zunächst von einem operativen Eingriff abgesehen und vesucht, die Ursachen zu beseitigen. Die natürliche Gynäkomastie, der meistens nur eine leichte hormonelle Störung zugrunde liegt, bildet sich normalerweise von allein zurück oder wird medikamentös behandelt. Gynäkomastie auslösende chronische Erkrankungen müssen behandelt werden.

Bei der Pseudogynäkomastie wird in der Regel Sport empfohlen. Nur wenn sich die Gynäkomastie trotz aller Vorkehrungen und Behandlungen nicht zurückbildet und die psychische Belastung zu groß ist, wird ein operativer Eingriff durch einen Chirurgen vorgenommen. Dabei wird je nach Ursache das überschüssige Fett abgesaugt oder das Drüsengewebe durch einen kleinen Schnitt am unteren Rand der Brustwarze entfernt.

Gynäkomastie vorbeugen

Vorgebeugt werden kann vor allem einer Pseudogynäkomastie durch Sport und vernünftige Ernährung. Allgemein ist es möglich, dass die Vergrößerung ganz natürlich und vorübergehend auftritt. Durch Rücksicht auf Leber, Nieren und allgemeine Gesundheit kann unter anderem eine Gynäkomastie vermieden werden. Zusätzlich sollte beim Nehmen von Hormonen oder hormonverändernden Medikamenten eine Vergrößerung des Brustdrüsengewebes in Betracht gezogen oder die Einnahme eingestellt werden. Auch nach einer operativen Entfernung des Gewebes ist weiter auf entsprechende Vorbeugung zu achten, da nur das Symptom, jedoch evtl. nicht die Ursache bekämpft wurde.

Medikamente & Hausmittel gegen Gynäkomastie

Medikamente sollten erst nach der Ursachenfindung durch ärztliche Hilfe und nach der Diagnose je nach gewählter Behandlungsmethode eingenommen werden. Von lediglichem übermäßigem Sporttreiben ohne Aufsuchen eines Arztes ist abzuraten, da einer Gynäkomastie einige andere Ursachen zugrunde liegen können.