Das Hämangiom ist ein gutartiger Blutgefäßtumor ähnlich wie ein Fibrom oder Lipom. Alle drei Tumorarten zeichnen sich dadurch aus, dass sie gutartig sind und die Gesundheit nicht akut gefährden, allerdings ein kosmetisches Problem darstellen.

Symptome und Begleiterscheinungen

Das Hämangiom, auch Blutschwamm oder Adergeschwulst genannt, kommt gehäuft im Säuglings- und Kleinkindalter vor. Etwa drei Viertel der Geschwulste sind bereits bei der Geburt eines Säuglings vorhanden. Früh geborene Kinder scheinen dabei häufiger von Blutschwämmen betroffen zu sein, als termingerecht geborene Babys. Hämangiome befinden sich zumeist im Kopf- und Nackenbereich. Die Ursachen der Adergeschwulste konnten bisher nicht endgültig geklärt werden, im Verdacht stehen Gefäßanomalien oder genetische Faktoren.

Das kapillare Hämangiom besteht aus vielen, sehr engen Kapillaren und kann eine Größe von einigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern erreichen. Beim kavernösen Hämangiom entstehen die Blutschwämme aus zu weiten Gefäßräumen, die sich mit Blut füllen. Das kavernöse Hämangiom ist häufig bereits bei der Geburt vorhanden. Beim senilen Hämangiom sind häufig viele kleine hellrote Knötchen am Oberkörper zu finden. Die senilen Blutschwämme treten ab dem 40. Lebensjahr auf. Im Falle von vermehrten Hämangiomen handelt es sich um eine sogenannte Hämangiomatose. Sie steht meist im Zusammenhang mit bestimmten Erbkrankheiten.

Das Hämangiom ist ein gutartiger Blutgefäßtumor, der die Gesundheit nicht akut gefährden, allerdings ein kosmetisches Problem darstellen. © Fotolia.com

Das Hämangiom ist ein gutartiger Blutgefäßtumor, der die Gesundheit nicht akut gefährden, allerdings ein kosmetisches Problem darstellen.
© Fotolia.com

Weiterhin muss zwischen subkutanen und kutanen Hämangiomarten unterschieden werden. Subkutan bedeutet der Blutschwamm befindet sich im Unterhautfettgewebe und schimmert als unscharfer, bläulicher Tumor durch die Haut. Bei der kutanen Form ist nur die oberste Hautschicht betroffen.

Therapie

Aufgrund der sehr hohen Rückbildungsrate wird von Ärzten ein abwartendes Prozedere empfohlen. Sollten wiedererwarten Komplikationen auftreten, kann eine Therapie notwendig werden.

  • Kryotherapie: Die Vereisung ist für kleine Geschwulste gut geeignet und hindert das Wachstum bzw. leitet die Rückbildung ein.
  • Farbstoffgepulste Laserung: Diese Therapiemöglichkeit ist vor allem für oberflächliche Blutschwämme geeignet. Auch Überbleibsel von ehemaligen Adergeschwulsten können behandelt werden.
  • Interstitielle Laserung: Diese Option kommt für ausgeprägte und tiefer liegende Hämangiome infrage. Hier wird das Geschwulst mit Hitze behandelt.
    Propranolol-Therapie: Die medikamentöse Therapie mit dem beta-Blocker Propranolol wird erst seit wenigen Jahren angeboten und eignet sich besonders für ausgedehnte oder bedrohliche Blutschwämme.
  • Chirurgische Exzision: Bei einigen Adergeschwulsten kommt nur die chirurgische Entfernung infrage.

Was ist ein Tumor

Ein Tumor ist eine Geschwulst oder eine Schwellung. Aufgrund unterschiedlicher Faktoren vermehrt sich das Zellgewebe unkontrolliert. Das Zellwachstum kann gutartig oder bösartig sein. Bösartiges Zellwachstum wird als Krebs bezeichnet.

Gutartiges Zellwachstum

Ein gutartiger Tumor kann auch ein Ödem oder eine Schwellung sein. Gutartige Tumore begrenzen sich auf eine einzige Stelle. Unterm Mikroskop sind die einzelnen Zellen von gutartigen Tumoren gut zu erkennen. Sie besitzen einen Zellkern und eine Zellwand. Sie werden als Adenome, Lipome oder Hämangiome bezeichnet und bilden keine Metastasen. Gutartige Geschwulste können leicht entfernt werden. Mit einer Entfernung gilt der Patient als geheilt.

Bösartiges Zellwachstum

Während ein gutartige Tumor keine gesundheitlichen Folgen hat, müssen böartige schnell behandelt werden. © Fotolia.com

Während ein gutartige Tumor keine gesundheitlichen Folgen hat, müssen böartige schnell behandelt werden.
© Fotolia.com

Beim bösartigen Zellwachstum wächst das Gewebe über die eigenen Gewebegrenzen hinaus, befällt das Nachbargewebe und zerstört es. Unter dem Mikroskop betrachtet zeigen sich die Zellstrukturen als unreif. Über die Blutbahn können Tochtergeschwülste im gesamten Körper gebildet werden. Sie werden als Metastasen bezeichnet. Die Metastasen schränken die Funktionsfähigkeit der befallenen Organe ein und zerstören sie. Wird eine bösartige Geschwulst entfernt, muss mit einer erneuten Erkrankung gerechnet werden. Deshalb sind anschließende Therapien wie Bestrahlungen, Chemotherapie und Nachsorgeuntersuchungen notwendig.

Symptome für gutartige Tumore

Gutartige Geschwulste bleiben lange Zeit unentdeckt und verursachen keine Symptome außer einer Schwellung oder einer tastbaren Gewebeveränderung.

Symptome bösartige Tumore

  • Magen: Gewichtsabnahme, fehlender Appetit, Schmerzen, Druckgefühl
  • Darm: Blut im Stuhl, Teerstuhl
  • Lunge: Bluthusten, Bronchialhusten, Lungenentzündung
  • Brust: Austritt von Sekret, tastbare Verhärtungen
  • Kopfbereich: Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen
  • Haut: sich verändernde Muttermale
  • Geschlechtsorgane: bei Frauen Schmierblutungen oder Blutungen nach den Wechseljahren

Zu den allgemeinen Anzeichen zählen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schluckbeschwerden und Ausscheidungen von Blut. Meist verursachen bösartige Geschwulste Schmerzen. Bei Blutuntersuchungen ist der Wert der Leukozyten stark erhöht. Der Wert des Hämoglobins kann auf eine Blutarmut hinweisen. Ursachen können neben einem Eisenmangel Erkrankungen von Magen, Darm oder Nieren sein.

Welche Arten gibt es?

Gutartige Tumoren werden als begine Tumore bezeichnet. Bösartige Geschwulste tragen die Bezeichnung maligne Tumore.

Therapie

Sie wird individuell auf das jeweilige Erkrankungsstadium abgestimmt. Bei gutartigen Tumoren reicht eine Beobachtung und Entfernung. Bösartige Geschwulste werden entfernt, bestahlt und mit einer medikamentösen Therapie behandelt. Dadurch soll das Wachstum des Krebses eingeschränkt werden. Eine Verbesserung der Lebensqualität kann zudem durch unterstützende Therapieformen wie Schmerztherapie, psychologische Betreuung, Hilfen im Alltag, Rehabilitation- und Krankengymnastik eine Verbesserung des körperlichen und seelischen Zustandes erreicht werden.

Die Plazenta

Die Plazenta ist ein Organ im weiblichen Körper während der Schwangerschaft. Die Eutheria bildet sich bei Menschen und ebenso bei den meisten höher entwickelten Säugetieren.

Bei einigen Beutelsäugern wächst ein, dem der Plazenta ähnliches Organ, während der Tragezeit ihres Nachwuchses, die Metatheria. Sie entwickelt sich aus Gewebeteilen der Mutter und des Embryos. Die Plazenta dient der Versorgung des Fötus mit Nährstoffen sowie eines geregelten Austausch von Sauerstoff und der Abgabe von Ausscheidungen des heranwachsenden Kindes. Die Verbindung zwischen dem Embryo und des Mutterkuchens ist die Nabelschnur.

Die Plazenta versorgt das Kind mit Nährstoffen und schützt die Mutter vor Infektionen. © Fotolia.com

Die Plazenta versorgt das Kind mit Nährstoffen und schützt die Mutter vor Infektionen.
© Fotolia.com

Voll ausgebildet wiegt die Plazenta bis zu 600 Gramm und kann einen Durchmesser von 15 bis 20 cm erreichen. Neben der Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Fötus übernimmt die Plazenta auch noch die Aufgabe, den Mutterleib vor Infektionen zu schützen. Nach der Entbindung wird sie vom Körper abgestoßen, als Nachgeburt. Früher wurde die Nachgeburt oft zur Herstellung von Arzneimitteln oder Kosmetika verwendet. Heute wird diese Methode nicht mehr angewendet, aus Angst vor ansteckenden Krankheiten, zum Beispiel Aids. Aber es kann Blut aus der Plazenta gewonnen werden, welches zur Erforschung und Gewinnung von Stammzellen genutzt wird. Die Erforschung der Plazenta birgt für die Wissenschaft noch viele Rätsel und Geheimnisse.

Eines davon ist der Zusammenhang zwischen dem Mutterkuchen und einem Hämangiom. Hämangiome sind meist gutartige Tumore, welche sich schon im Mutterleib am Fötus bilden können. Es gibt unterschiedliche Arten dieser Tumore. Zum Beispiel: Kapilläre, Kavernöse oder Sklerosierende. Bei 3-5 von einhundert normal geborenen Säuglingen kann diese Erkrankung auftreten. Das Risiko bei Frühgeburten ist bis zu 10 mal höher. Normalerweise bilden sich diese Tumore von alleine wieder zurück und stehen deshalb oft nur unter ärztlicher Beobachtung. Einige Vermutungen, im Zusammenhang zwischen der Entstehung von Hämangiomen und der Plazenta, bestehen durchaus. Man glaubt, das der Zeit ungleiche Wachstum von Plazenta und Embryo, für die Entstehung von sogenannten „Erdbeerflecken“ verantwortlich ist.

Kavernom

Ein Kavernom wird auch kavernöses Angioma oder Hämangiom genannt. Die Namen beziehen sich auf einen Zustand, bei dem Menschen eine angesammelte Gruppe von Blutzellen besitzen, welche sich gewöhnlich im Gehirn oder Hirnstamm befinden, die aufgeweitet oder gedehnt sind und welche sich mit der Zeit vergrößern können.

Ursachen von Kavernomen

Kavernome Anomalien treten bei Menschen aller Rassen und Geschlechter auf, wohingegen das Verhältnis von Mann zu Frau etwa gleich ist. Die Familiengeschichte kann besonders bei Patienten spanischer Abstammung ebenfalls positiv dazu beitragen, aber neuere Studien haben die Veranlagung zu diesen Fehlbildungen mit dem siebten Chromosom verbunden. Kavernome können in jeder Region des Gehirns gefunden werden, unterschiedlich groß sein und sich mit unterschiedlichen klinischen Krankheitsbildern präsentieren. In einer allgemeinen Bevölkerung von 1.000.000 werden in der Regel 0,5% oder 5.000 Personen mit einer solchen Fehlbildung dijagnostiziert werden, obwohl viele dieser Diagnosen nicht symptomatisch sind.

Symptome einer Kavarnomen Fehlbildung

Bei einem Kavernom befinden sich im Gehirn oder im Hirnstamm eine Gruppe von Blutzellen welche aufgeweitet oder gedehnt sind. © Fotolia.com

Bei einem Kavernom befinden sich im Gehirn oder im Hirnstamm eine Gruppe von Blutzellen welche aufgeweitet oder gedehnt sind.
© Fotolia.com

  • Kopfschmerzen
  • Progressive oder vorübergehende neurologische Defizite
  • Anfälle
  • Blutungen

Es ist wichtig zu wissen, dass eine solche Anomalie vorhanden sein kann und trotzdem keinerlei Symptome vorheanden sein müssen. In der Tat sind etwa 12% der Patienten asymptomatisch und bis zu ein Viertel aller Patienten werden eine Blutung von dem Kavernom in das umgebende Gehirngewebe erleben. Dies führt in der Regel zu plötzlichen und starken Kopfschmerzen, was oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird. Selten wird ein Patient auch eine Schwäche in den Armen oder Beinen entwickeln und schläfrig werden.

Das Risiko von Blutungen hängt jedoch von dem Bereich ab, wo sich das Kavernom befindet und sollte mit Ihrem Neurochirurgen besprochen werden. In den meisten Fällen sind jedoch die Symptome einer solchen Fehlbildung ausreichend, um einen Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRI) Scan zu rechtfertigen. Dies ist ein glücklicher Umstand, weil beide Arten von Scans in der Regel die Anwesenheit von einem oder mehreren dieser Anomalien finden werden.

Behandlungen

Chirurgische Eingriffe können verwendet werden, um Kavernome zu behandeln, die geblutet haben oder Anfälle verursachen, die nicht mit Medikamenten kontrolliert werden können. Zu den Arten der Behandlung, die verwendet werden können, gehören:

  1. Neurochirurgie – Eine Operation unter Vollnarkose zur Entfernung der Anomalie
  2. Stereotaktische Strahlentherapie – viele niederenergetische Strahlen von Radiation werden auf das Kavernom auf einmal ausgerichtet, ohne die Notwendigkeit für Narkosemittel
  3. Keine Behandlung

Die stereotaktische Strahlentherapie wird jedoch noch immer für die Behandlung dieser Fehlbildungen untersucht. Diese Methode wird nur verwendet, wenn die Position des Kavernoms eine Neurochirurgie zu gefährlich macht. Es ist außerdem nicht bekannt, wie wirksam die stereotaktische Strahlentherapie eine Blutung nach der Behandlung stoppen kann.

Behandlung von Blutschwämmchen

Ein Blutschwämmchen ist eine gutartige Geschwulst, die durch eine Erweiterung der Blutgefäße entsteht. Die medizinische Bezeichnung dafür ist Hämangiom. Blutschwämmchen sind immer gutartig, meistens sind sie ungefährlich und schmerzlos. Allerdings können sie ästhetisch störend sein, denn oftmals sind Gesicht oder Hals betroffen.

Die verschiedenen Formen der Blutschwämmchen

Ein Blutschwämmchen ist eine gutartige Geschwulst, die durch eine Erweiterung der Blutgefäße entsteht. © Fotolia.com

Ein Blutschwämmchen ist eine gutartige Geschwulst, die durch eine Erweiterung der Blutgefäße entsteht.
© Fotolia.com

Viele Neugeborene haben Blutschwämmchen, die meisten jedoch schrumpfen und verschwinden nach einigen Jahren. Sie wachsen etwa 18 Monate lang und bilden sich dann langsam zurück. Das dauert unterschiedlich lange, mitunter 3 – 10 Jahre. Manche Blutschwämmchen sind unauffällig, andere sind groß und entstellend. Nach dem Verschwinden bleibt oft eine Narbe zurück. Es gibt verschiedene Formen, bei Säuglingen unterscheidet man vor allem zwei Arten:

die kapilläre (oberflächliche) Form

  • sehr kleine Blutgefäße sind betroffen, das Hämangiom sieht erdbeerartig aus
  • es bildet sich meist selbst zurück

die kavernöse (tiefe) Form

  • wird unterteilt in kutanes und subkutanes kavernöse Hämangiom
  • das kutane Hämagiom ist ein rötlicher weicher Hautknoten, der sich von allein zurückbildet
  • das subkutane Hämangiom ist flach und schimmert bläulich, es verschwindet selte von allein

Verschiedene Behandlungsmethoden

Da die meisten Blutschwämmchen harmlos sind, müssen sie nicht unbedingt entfernt werden. Gerade bei kleinen Kindern sollten die Eltern abwarten, ob das Hämangiom von allein verschwindet. Gefährlich sind sie, wenn sie sich innerhalb des Körpers befinden, denn dort können sie lebenswichtige Organe behindern. In einem solchen Fall müssen sie sofort entfernt werden. Wer sich zu einer Behandlung entschließt, muss zuerst zu einer genauen Diagnosestellung.

Dazu wird das Hämangiom per Ultraschall untersucht. Die meisten Blutschwämmchen werden mit der Lasertherapie entfernt. Bei diesem medizinischen Verfahren werden die Blutgefäße durch einen Lichtstrahl zerstört. Oft bleiben feine Narben zurück, außerdem ist die Hautstelle sehr lichtempfindlich. Eine weitere verbreitete Methode ist die Entfernung mit Elektroagulation, dabei wird die betroffenen Stelle mit Hochfrequenzstrom erhitzt, die Äderchen werden verschweißt. Auch hierbei kann es zu einer Narbenbildung kommen. Eine weitere Methode ist die Vereisung (Kryotherapie), die wirkungsvoll, aber leider auch recht schmerzhaft und narbenbildend ist. Bei sehr großen kapillären Hämangiomen erfolgt die Entfernung mit Hilfe von Medikamenten. Je nach Größe und Tiefe des Blutschwämmchens können bei jeder Behandlungsmethode mehrere Sitzungen erforderlich sein.