Was sind Halluzinationen?

Halluzinationen sind Sinneswahrnehmungen, die ohne einen Außenreiz erlebt werden. Man spricht auch von Sinnestäuschungen. Der Betreffende hält sie für echte Sinneseindrücke, er kann also etwas hören, sehen, riechen oder fühlen, das nicht wirklich existiert. Er glaubt an der Realität seiner Wahrnehmung. Visuelle Trugbilder sind durch eine Störung im Zusammenspiel des visuellen Systems und von Gedächtnisstrukturen gekennzeichnet. Halluzinationen können als Folge einer organischen Erkrankung auftreten, es kommt aber auch unter Hypnose oder im Halbschlaf zu derartigen Sinnestäuschungen. Bei optischen Halluzinationen nimmt der Betreffende Lichtblitze, Menschen, Tiere, Gegenstände und andere Objekte wahr. Bei Geruchshalluzinationen glaubt der Betreffende, einen meist unangenehmen Geruch wahrzunehmen. Halluzinationen können bei allen Sinnesorganen festgestellt werden und es gibt fließende Übergänge. Selbst eine Unterzuckung kann zu Krisensituationen wie Übelkeit, Schwitzen, Herzjagen, Angstgefühlen und Bewusstseinseintrübung führen.

Die Ursache von Halluzinationen

Halluzinationen können durch eine gestörte Wahrnehmung entstehen (Bildquelle: BigStock by outsiderzone, Stock Foto 60667445)

Halluzinationen können durch eine gestörte Wahrnehmung entstehen (Bildquelle: BigStock by outsiderzone, Stock Foto 60667445)

Wahrnehmung ist ein konstruktiver Prozess, der durch Aufmerksamkeit, Erfahrung und Motivation gekennzeichnet ist. So erlebt jeder Mensch seine Umwelt anders und regiert auf Veränderungen seiner Lebensweise individuell.
Halluzinationen können unterschiedlich intensiv sein, doch hinter allen Sinnestäuschungen steckt ein einheitliches Prinzip. Die Wahrnehmungen reichen von leisem Murmeln bis zu lauten Schreien, von schemenhaften Bildern bis zu detailreichen menschlichen Figuren. Die Sinnestäuschungen können durch eine schwere Krankheit des Zentralnervensystems oder durch Drogen und Medikamente entstehen. Manchmal haben sie auch ganz harmlose Ursachen, beispielsweise zu wenig Schlaf. Ein häufiger Grund für Halluzinationen ist völlige Erschöpfung. Soziale Isolation oder schwere Migräne können zu optischen Sinnestäuschungen wie Flecken, Lichtblitze führen. Fieber, Austrocknung, Unterkühlung und Schlaganfall sind weitere mögliche Ursachen. Auch organische Erkrankungen des Gehirns wie Schädel-Hirn-Trauma, Epilepsie, Demenz oder Gehirnentzündung kommen infrage. Eine andere Ursache sind Stoffwechselerkrankungen, die sich auf Nerven des Gehirns auswirken. Da viele Medikamente in den Gehirnstoffwechsel eingreifen, beeinflussen sie auch die Aktivität der Nerven. Medikamente bewirken häufig eine verstärkte Ausschüttung von Hormonen und Nerven-Botenstoffen. Das kann die Verarbeitung von Sinneseindrücken massiv beeinflussen. Bei diesem Prozess spielt der Botenstoff Dopamin eine entscheidende Rolle. Wird zu viel Dopamin freigesetzt, kommt es zu teilweise heftigen Druckbildern.

Die Symptome von Halluzinationen

Wer an Sinnestäuschungen leidet, nimmt Dinge war, die in der realen Welt nicht vorhanden sind. Diese können relativ bizarr sein. Ob optische oder faktische Halluzinationen, der Betreffende hat das Gefühl, berührt oder festgehalten zu werden, sieht Erscheinungen oder riecht etwas. Die Trugbilder können so weit gehen, dass der Getäuschte sogar glaubt, ein Körperteil würde gerüttelt von außen bewegt. Es gibt Sinnestäuschungen, die vor dem Einschlafen oder direkt nach dem Aufwachen auftreten und zu Orientierungsstörungen führen. Als Nebenwirkung von Medikamenten (beispielsweise gegen Epilepsie, Parkinson und zur Vorbeugung von Malaria) können sogar Wahnvorstellungen entstehen. Sind in Verbindung mit Halluzinationen die Pupillen weit geöffnet, besteht der Verdacht auf eine Vergiftung. Dann ist sofort der Notarzt zu verständigen.

Der Verlauf von Halluzinationen

Sinnestäuschungen können in allen Facetten und allen Intensitäten auftreten. Sind sie nur schwach ausgeprägt, werden sie von den Betreffenden selbst gar nicht als solche erkannt. Sinnestäuschungen, die durch Schlafmangel entstehen, müssen nicht ärztlich behandelt werden. Treten Sie allerdings als Nebenwirkung von Medikamenten auf, ist unbedingt der Arzt aufzusuchen. Auch bei Drogen- und Alkoholmissbrauch ist eine Behandlung dringend erforderlich. Alle Halluzinationen, bei der Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit und Erregung auftreten, sollten psychiatrisch untersucht werden, denn es kann sich um eine Psychose handeln. Bei bizarren Wahrnehmungen wie kommentierenden Stimmen kann eine Schizophrenie die Ursache sein. Bei quälenden Halluzinationen, Antriebslosigkeit und ausgeprägter Niedergeschlagenheit besteht der Verdacht auf eine Depression.

Die Behandlung von Halluzinationen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Die Klärung der Ursachen kann allerdings sehr schwierig werden. Bevor es zur Sinnestäuschung kommt, kann der Körper bereits mit Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen, Fieber, oder psychischen Störungen konfrontiert werden. Belastende Erlebnisse, Trauer oder Drogen- und Alkoholkonsum müssen daher genau untersucht werden. Eine körperliche Untersuchung beim Hausarzt ist ebenso notwendig wie eine Blutanalyse. Da oft genug organische Ursachen hinter Sinnestäuschungen stecken, sollte man grundsätzlich einen Arzt aufsuchen, wenn sich Trugbilder in den Alltag schleichen. Von Schlafentzug bis zu einer Psychose kommt alles als Ursache in Betracht. Bei Verdacht auf Gehirnentzündung, Schlaganfall oder Demenz können eine Computertomographie Aufschluss geben. Augenärztliche und neurologische Tests sowie Untersuchungen beim HNO-Facharzt sollten durchgeführt werden. Zur Diagnose ist das Arzt-Patienten-Gespräch ungeheuer wichtig. Hierbei wird untersucht, welche Medikamente eingenommen werden oder wurden, wie das seelische befinden des Patienten ist und ob sich seine Lebensgewohnheiten beispielsweise verändert haben. All das können Indizien sein, die bei der Klärung der Ursachen helfen. Liegen organische Erkrankungen vor, werden sie mit Medikamenten behandelt.

Die Vorbeugung von Halluzinationen

Trugbilder müssen immer ärztlich behandelt werden, denn in der Regel liegt eine Grunderkrankung vor. Halluzinationen kann man nicht vorbeugen, außer sie entstehen infolge von ausgeprägtem Schlafmangel und extremer Erschöpfung. Hier ist das einzige sinnvolle Mittel genügend Schlaf.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Was sind akustische Halluzinationen?
    Bei akustischen Halluzinationen nimmt der Betreffende Geräusche unterschiedlicher Art und Stärke wahr. Das können Tiergeräusche aber auch Summen, schrille Klingeltönen und Ähnliches sein.
  2. Kann man Halluzinationen ohne Drogen haben?
    Trugbilder sind keineswegs immer Folge von Alkohol- und Drogenmissbrauch. Sie können die Begleiterscheinung vieler Erkrankungen sein. Sinnestäuschungen treten durch Stoffwechselstörungen des Gehirns ebenso auf wie durch Unterzuckerung. Auch organische Funktionsstörungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind möglich.
  3. Helfen Medikamente gegen Halluzinationen?
    Bei Halluzinationen können viele Medikamente eingesetzt werden. Handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns, müssen Psychopharmaka gegeben werden. In der Regel behandelt man die verursachende Krankheit mit Medikamenten.
  4. Kann es zu Halluzinationen im Alter kommen?
    Sinnestäuschungen können im Alter als Begleiterscheinung einer Demenzerkrankung auftreten. Auch Vereinsamung kann ein Grund sein. Ebenso können Epilepsie, Hirntumore und Schlaganfälle zu Sinnestäuschungen führen.
  5. Wie entstehen Halluzinationen im Schlaf?
    Sinnestäuschungen im Schlaf sind lebhafte, traumähnliche Vorstellungen und Bilder. Sie werden durch einen erhöhten Dopamin-Spiegel im Gehirn verursacht. Betroffenen nehmen sie beim Einschlafen oder direkt nach dem Aufwachen wahr. Sie kennzeichnen den Übergang von der Schlaf- in die Wachphase bzw. umgekehrt. Auch wenn sie häufiger von Ängsten begleitet werden, sind solche Trugbilder harmlos. Betroffene glauben beispielsweise, es befinde sich jemand im Raum.