Die Hausstauballergie (auch: Hausstaubmilbenallergie) ist eine überschießende Immunreaktion des Organismus auf den im Hausstaub befindlichen Kot der Hausstaubmilbe beziehungsweise auf zerfallene tote Milben selbst.

Die Auslösung der klassischen Allergiesymptome erfolgt über das Einatmen des Staubes sowie über den Kontakt mit Schleimhäuten. Die Hausstauballergie gehört zum Allergietyp I, der alle Allergiereaktionen des Soforttyps umfasst, die – wie beispielsweise auch die Insektengiftallergie oder der klassische Heuschnupfen – beim Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff unmittelbare körperliche Beschwerden auslösen. Die Hausstauballergie ist ein häufiger Befund und gehört zu dem am meisten diagnostizierten Allergiearten in Deutschland.

Ursachen einer Hausstauballergie

Die Hausstabmilbe

Die Hausstabmilbe
(© fda.gov)

Die Hausstauballergie entsteht durch eine inadäquate, heftige Reaktion der Immunabwehr auf den Kot von Hausstaubmilben sowie zerfallene tote Tiere. Da der natürliche Lebensraum dieser mikroskopisch kleinen Spinnentiere unter anderem (vor allem warme und feuchte) Wohnungen beziehungsweise Häuser sind, ist ihr gehäuftes Auftreten kein Zeichen für eine unsaubere oder unhygienische Wohnsituation.

Hausstaubmilben leben vor allem in Heimtextilien wie Decken, Kissen und Vorhängen, in Matratzen – was die Allergiesymptome der Betroffenen somit vor allem während der Nachtruhe verstärkt –, in Teppichen, Polstern oder Stofftieren. Eine bestmögliche Reduzierung dieser Aufenthaltsorte der Milben ist wichtig, um über Verminderung der Allergieauslöser den Leidensdruck bei Hausstauballergie-Patienten zu verringern.

Symptome & Anzeichen einer Hausstauballergie

Die Symptomatik der Hausstauballergie unterscheidet sich kaum vom Erscheinungsbild anderer Allergien wie beispielsweise dem Heuschnupfen. Typisch sind ein kontinuierlicher Fließschnupfen mit häufigem Niesen sowie ein starker Juckreiz der Augen in Verbindung mit einer allergischen Bindehautentzündung. Auch geschwollene oder gerötete Hautareale können auf eine Hausstauballergie hinweisen. Symptome wie Husten oder Anfälle von Atemnot sind besonders zu beachten, da sie darauf hinweisen können, dass sich auf dem Boden der Allergie ein Asthma Bronchiale entwickelt. In Abgrenzung zu anderen Allergien ist bei der Hausstauballergie eine über das ganze Jahr bestehende Symptomatik charakteristisch, wobei das Erscheinungsbild im Winter (längere Wohnungsaufenthalte, geheizte Räume) sowie nachts und frühmorgens (Hausstaubmilben in der Matratze) gravierender ist.

Diagnose einer Hausstauballergie

Der erste Verdacht auf eine Hausstauballergie ergibt sich durch das typische Beschwerdebild unter Berücksichtigung des örtlichen und zeitlichen Anfalls der Symptome. Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch den Pricktest beim Allergologen und / oder die Untersuchung des Blutes auf Antikörper gegen Hausstaubmilben. Eine rechtzeitige Abklärung des Allergieverdachts ist wichtig, um eine entsprechende Therapie einzuleiten, damit der möglichen Komplikation eines Asthma Bronchiale möglichst rasch vorgebeugt werden kann. Eine allergische Disposition begleitet den Betroffenen in vielen Fällen während seines gesamten Lebens. Durch Schaffung einer möglichst allergenfreien Wohnsituation, eine Hyposensibilisierung oder Therapieangebote aus der Alternativmedizin ist jedoch häufig eine deutliche und dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität von Hausstauballergikern zu erzielen.

Therapie & Behandlung einer Hausstauballergie

Bei Hausstauballergie gibt es eine ganze Reihe von Medikamenten, die die quälenden Allergiesymptome der Betroffenen wirkungsvoll lindern können. Eingesetzt werden vor allem Antihistaminika, Kortisonpräparate oder Sprays mit Adrenalin sowie entzündungshemmende und pflegende Produkte bei begleitenden Hautreaktionen.

All diese Arznei- und Pflegemittel sind jedoch eher zur kurzfristigen Symptombekämpfung geeignet. Eine langfristige Befreiung von Schnupfen, Niesreiz und tränenden Augen bietet die Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung). Diese spezifisch auf die Überanfälligkeit des heftig reagierenden Immunsystems abgestimmte Therapie kann besonders bei Kindern oder Patienten, die erst seit kurzer Zeit Symptome entwickeln, ein langfristiges Erfolgsrezept gegen Hausstauballergie sein.

Einer Hausstauballergie vorbeugen

Der Hausstauballergie als allergische Disposition kann nicht vorgebeugt werden – aber ihren Symptomen. Hauptziel ist es, die allergieauslösenden Stoffe so weit wie möglich zu beseitigen. Wichtigste Bausteine in einem ganzen Bündel von möglichen Maßnahmen sind die Sanierung der Matratze und die Verwendung von Allergikerbettwäsche, das Ersetzen von Teppichen durch glatte Böden, das Verwenden von Staubsaugern mit allergikerfreundlichen Filtern, häufiges feuchtes Wischen sowie das konsequente Durchlüften der Räume. Vorhänge, Kissen oder offene Bücherregale sind Staubfänger und sollten weitgehend gemieden werden. Bei Kindern mit Hausstauballergie ist es wichtig, deren Stofftiere gelegentlich in Folie verpackt ins Gefrierregal zu legen, um die Milben und damit die Hausstauballergie zu bekämpfen.

Hausmittel & Medikamente gegen Hausstauballergie

Mit Schwarzkümmelöl gegen die Hausstauballergie

Mit Schwarzkümmelöl gegen die Hausstauballergie
(© de.wikipedia – Haeferl)

Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es auch einige Hausmittel im Kampf gegen die Hausstauballergie. Vor allem die kurmäßige Anwendung von Schwarzkümmelöl oder eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C, das neben Zitrusfrüchten und Paprika auch vermehrt in rohem Sauerkraut enthalten ist, unterstützen den allergiegeplagten Organismus.

Hautreaktionen können mit entzündungshemmenden und kühlenden pflanzlichen Wirkstoffen wie beispielsweise Aloe vera gemildert werden.

Eine selbst hergestellte Tinktur aus Eukalyptus- und Speiseöl, die auf die vor dem Schlafengehen auf die Nasenschleimhäute aufgetragen wird, unterstützt nicht nur das freie Durchatmen während der Nachtruhe, sondern ist auch eine natürliche Barriere für die Milben, die die Hausstauballergie auslösen.