Nicht wenige Menschen in Europa leiden unter Beschwerden, die durch ein Hohlkreuz verursacht werden. Als dieses wird die unverhältnismäßige Krümmung der Wirbelsäule im Lendenwirbelbereich bezeichnet. Bei dieser Fehlhaltung wird das Becken nach vorn verlagert, während die Wirbelsäule sich in Richtung Bauchbereich wölbt, wodurch dieser auffällig hervortritt. Um für entsprechendes Gleichgewicht zu sorgen, verlagert sich der Brustkorb nach hinten. Nicht selten erscheint der untere Rücken dabei wie unbeweglich.

Hintergründe dieser Fehlhaltung

Die Ursachen hierfür sind unterschiedlicher Natur und nur selten angeboren. Eine dieser Ursachen ist Bewegungsmangel oder Stunden langes Sitzen beispielsweise am Arbeitsplatz, an dem die Möbel nicht den ergonomischen Richtlinien entsprechen. Dieses kann zu Haltungsschäden, zu denen auch das Hohlkreuz zählt, führen. Dabei wird vermutet, dass das Krankheitsbild des Vorfuß- beziehungsweise Zehenspitzengehens etwas mit der Verformung der Wirbelsäule zu tun hat, dar die Wirbelsäule sich an die veränderte Körperhaltung anpasst.

Speziell bei nur gering ausgeprägter und dennoch unter ständiger Spannung stehender Rückenmuskulatur entwickelt sich ein Hohlkreuz. Dabei werden Bänder und Sehnen verkürzt, was wiederum zum unbeweglichen unteren Rücken führt. Daraus resultieren Folgen wie das dafür typische Hohlkreuz, Schmerzen und die Gefahr von Wirbelsäulenerkrankungen.

Krankheitszeichen und deren Verlauf

Eine Hohlkreuzbildung ist ziemlich schnell zu erkennen. Dabei gehören Verspannungen zu den anfänglichen Symptomen. Je mehr die stützende Brust- und Rückenmuskulatur dabei geschwächt wird, können sich im Laufe der Zeit Rückenschmerzen einstellen. Die durch die Verkürzung der Sehnen und Muskeln hervorgerufene Unbeweglichkeit des unteren Rückens kann wiederum zu Bandscheibenvorfällen führen.

Dabei ist es nicht selten, dass in dem zu eng gewordenen Kanal der Wirbelsäule Wirbelenden gegeneinanderdrücken beziehungsweise Nerven gequetscht werden. Je augenfälliger sich ein Hohlkreuz abzeichnet, desto größer ist das Risiko, dass die erhöhte Belastung der Wirbel zu Erkrankungen der Wirbelsäule führt.

Symptome & Behandlung von einem Hohlkreuz

Die Bildung eines Hohlkreuzes mit speziellen Übungen vermeiden

Die Bildung eines Hohlkreuzes mit speziellen Übungen vermeiden (© RioPatuca Images – Fotolia.com)

Nicht nur Mediziner erkennen auf den ersten Blick die typische Verformung des Rückens. Augenfälliger wird das Ganze, wenn sich die typischen Symptome wie Rückenschmerzen, Verspannungen, Schmerzen durch Nervenquetschungen, ein unbeweglicher unterer Rückenbereich und nicht selten ein Bandscheibenvorfall einstellen.

Je rascher man dieser Fehlhaltung entgegen wirkt, desto größer sind die Chancen, dass Betroffene von Symptomen dieser Art verschont bleiben. Zu Beginn dieser Erkrankung ist es bereits förderlich, für genügend Bewegung zu sorgen und ganz bewusst auf die richtige Körperhaltung zu achten. Auch leichte Dehnübungen und optimale Sitzhaltungen beispielsweise durch ergonomische Stühle helfen, der Fehlhaltung entgegenzuwirken. Inzwischen werden in vielen Bezirken auch Rückenschulen angeboten, in denen Betroffene Kurse absolvieren können, in denen sie Übungen erlernen, die sie auch zu Hause problemlos anwenden können.

Wie sich ein Hohlkreuz vermeiden lässt

Ausreichend Bewegung führt zu einer verbesserten Körperhaltung. Auf diese Weise lässt sich bereits schon im Kinder- und Jugendalter ein Hohlkreuz vermeiden. Zusätzlich sollte dabei auch auf die richtige Körperhaltung geachtet werden. Zeichnet sich bereits ein Hohlkreuz ab, sollte man dies bereits zu Beginn von einem Orthopäden abklären lassen und entsprechende Maßnahmen einleiten, zu denen beispielsweise die Rückenschule gehört.

Gesunde Körperhaltung

Betroffene sollten stets auf eine gesunde Körperhaltung achten und eventuelle Fehlhaltungen immer wieder korrigieren. Das erfordert anfangs etwas Aufmerksamkeit, wird aber später zur „Gewohnheit“. Zudem sollten die für das Hohlkreuz verantwortlichen Muskeln vorsichtig trainiert und gedehnt werden. Speziell dazu gehören der Rückenstrecker, die Brustmuskulatur und die Hüft- und Gesäßmuskeln.

Als Gegenpart für die Rückenmuskeln sollte auch die Bauchmuskulatur gekräftigt werden, dar diese wiederum den Rücken unterstützt. Spezielle Übungen hierfür gibt es viele. Allerdings ist es sinnvoll, sich eine entsprechende Anleitung entweder in der Rückenschule oder von einem Physiotherapeuten zu holen, dar man bei einigen Übungen auch vieles verkehrt machen kann.

Generell lässt sich sagen, dass ein konsequentes, regelmäßiges Training zur Besserung der Beschwerden beiträgt, sodass Betroffene wieder mehr Lebensqualität erlangen.