Eine Hornhautentzündung, auch Keratitis genannt, ist eine Entzündung der Hornhaut im Auge. Hierbei können eine oder auch mehrere Schichten der Hornhaut betroffen sein.

Insbesondere ältere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und Kontaktlinsenträger gehören zur Risikogruppe dieser Erkrankung.

Ursachen von Hornhautentzündungen

Für eine Hornhautentzündung kommen verschiedene Ursachen in Frage. Ein Großteil der Erkrankungen ist auf bakterielle Infektionen zurückzuführen. Verantwortliche Bakterien sind zum Beispiel Streptokokken, Pneumokokken oder Staphylokokken. Weitere Auslöser für eine Keratitis können Viren sein. Meist sind dies Herpes-simplex-Viren, Adenoviren oder Varizella-zoster-Viren. In seltenen Fällen sind Pilze an einer Hornhautentzündung beteiligt. Durch eine unzureichende Hygiene von Kontaktlinsen können ebenfalls Keime ins Auge gelangen. Aber auch nicht-infektiöse Auslöser kommen für eine Keratitis in Frage, so zum Beispiel Augenverletzungen, zu trockene Augen, unverträgliches transplantiertes Knochenmark, HIV, Diabetes mellitus, gewisse Krebserkrankungen, Medikamente die das Immunsystem angreifen oder genetische Veranlagung.

Symptome bei einer Hornhautentzündung

Typische Anzeichen einer Keratitis sind gerötete, trockene und schmerzende Augen, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit sowie ein getrübtes Sehvermögen. Zudem haben Betroffene häufig ein Fremdkörpergefühl im Auge. Darüber hinaus ist die Produktion von Tränenflüssigkeit meist deutlich eingeschränkt. Andere Symptome können allgemeines Unwohlsein, schnelle Ermüdung, Kopfschmerzen oder Schwindel sein. Insbesondere bei langwieriger Computerarbeit können sich die Beschwerden verschlimmern. Manche Hornhautentzündungen klingen nach einigen Tagen oder Wochen von selbst ab. Ein zügiger Gang zum Arzt ist in den anderen Fällen unerlässlich, da eine unbehandelte Keratitis zu dauerhaften Schäden führen kann. Im schlimmsten Fall droht eine Erblindung.

Diagnose der Hornhautentzündung

Der Arzt untersucht zunächst das Auge mithilfe einer Stablampe, um krankhafte Veränderungen festzustellen. So können beispielsweise Hornhautveränderungen wie eine Trübung, Ablösung oder Verletzung erkennbar sein. Der sogenannte Schirmer-Test diagnostiziert, wieviel Tränenflüssigkeit produziert wird. Hierzu wird ein Filterpapierstreifen in die Kante des Unterlids eingeklemmt. Wenn nach 5 Minuten nicht mindestens 10 Millimeter des Streifens angefeuchtet sind, liegt eine Störung der Tränenflüssigkeit vor. Eine weitere Methode ist der Bindehautabstrich. Dieser zeigt an, welche Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) für die Hornhautentzündung verantwortlich sind.

Therapie der Hornhautentzündung

Je nach vorliegender Ursache der Hornhautentzündung kommen entsprechende Behandlungen zum Einsatz. Im Falle der bakteriellen Keratitis nehmen die Betroffenen Antibiotika ein, in der Regel in Form von Augentropfen. Virenhemmende Medikamente heilen eine virale Keratitis und Fungizide werden gegen eine Pilzinfektion eingesetzt. Trockenheit in den Augen lässt sich mit Tränenersatzmitteln lindern. Bei gravierenden Ausmaßen der Hornhautentzündung (zum Beispiel bei Vernarbungen, Ablösungen und Geschwüren der Hornhaut) kann eine Hornhauttransplantation durchgeführt werden. Es ist möglich, Teile der Hornhaut, einzelne Schichten oder die gesamte Hornhaut zu verpflanzen.

Vorbeugung gegen Hornhautentzündung

Einer Hornhautentzündung kann vorgebeugt werden, indem die Risikofaktoren eingeschränkt oder verhindert werden. Hierzu gehören eine grundsätzliche Stärkung des Immunsystems mithilfe einer gesunden Lebensweise. Zudem gibt es Maßnahmen, die Kontaktlinsenträger berücksichtigen sollten. Eine gründliche und regelmäßige Reinigung der Kontaktlinsen sowie eine begrenzte Tragedauer können dazu beitragen, das Risiko einer Keratitis zu reduzieren. Desweiteren gilt für alle Menschen, die Augen nicht permanent mit Bildschirmarbeit zu belasten oder einer intensiven UV-Strahlung auszusetzen (Sonnenbrille, Schutzbrille im Solarium).

Medikamente & Hausmittel gegen Hornhautentzündung

Neben Antibiotika und Tränenersatzmittel, die vom Arzt verschrieben werden, können ein paar natürliche Hausmittel den Heilungsprozess unterstützen. Augentrost in Form von Kompressen oder Spülungen kann die Entzündungen und Schmerzen deutlich lindern. Augenspülungen mit lauwarmem Wasser oder einer Kochsalzlösung helfen gegen ein Fremdkörpergefühl im Auge. Das Auge sollte auf keinen Fall mit Kamille gespült werden, da diese die Schleimhäute reizen und den Zustand verschlechtern kann. Wattepads mit Kamillentee getränkt tun dem Auge hingegen sehr gut. Eine sanfte Augenmassage fördert die Produktion von Tränenflüssigkeit.