Als Hydrocephalus oder umgangssprachlich auch „Wasserkopf“ wird eine Fehlbildung des Kopfes durch vermehrte Wassereinlagerungen bezeichnet. Diese tritt häufig im Baby- und Kleinkind-Alter auf, da sich die Schädelknochen in diesem Alter noch leichter verformen können.

Ursachen & Symptome bei Hydrocephalus

Hydrocephalus kann sowohl durch einen angeborenen Defekt als auch in Folge einer Vorerkrankung ausgelöst werden. Zu den angeborenen Defekten zählen unter anderem die Monosomie 4p, bei der auf dem Chromosom 4p ein Stück des Genoms fehlt, die Arnold-Chiari-Malformation, die durch eine Verschiebung von Kleinhirnteilen und der Medulla oblugata verursacht wird und komplexe Fehlbildungen des Gehirns oder der Knochenstruktur im Schädel.

Krankheiten oder Schädigungen, bei denen ein Hydrocephalus auftreten kann sind dagegen unter anderem die Toxoplasmose, eine Meningitis bzw. Enzephalitis, Hirnblutungen, Gehirntraumata oder auch eine Blutgruppen- bzw. eine Rhesusunverträglichkeit. Letztere tritt beispielsweise auf, wenn die Mutter die Blutgruppe A+ hat, der Embryo im Mutterleib die Blutgruppe A- besitzt. Der Embryo kann dann vom Immunsystem der Mutter angegriffen werden, was eventuell einen Hydrocephalus auslöst.

Das Merkmal der Krankheit ist, dass im Gehirn der sogenannte Liquor angelagert wird. Eigentlich ist diese Flüssigkeit sowohl für das Gehirn als auch für das Rückenmark vorgesehen und wird in einigen Ventrikeln im Gehirn produziert, um dann später in die entsprechenden Bereiche abgeleitet zu werden. Beim Hydrocephalus funktioniert diese Ableitung allerdings nicht korrekt, weshalb es zu einem Rückstau des Liquors im Schädelraum kommt und dieser dadurch regelrecht aufgebläht wird.

In Folge dessen kann es bei den Patienten (häufig Kinder, aber auch ältere Menschen) zu Doppelbildern, häufigem Erbrechen, Kopfschmerzen und Epilepsie sowie dem Ansteigen des Hirndrucks kommen. In einigen Fällen kann sich die Bildung eines Wasserkopfes auch auf die geistigen Fähigkeiten auswirken und so zu Behinderungen oder bei älteren Menschen auch zum Verlust der Kontrolle über die Blase und Demenz führen.

Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten

Je nach den Ursachen (also eine genetische oder Krankheitsbedingte Bildung) kann ein Hydrocephalus sich bereits bei einem Embryo im Mutterleib oder in den ersten Monaten nach der Gebur bilden, bevor sich die Knochennähte im Schädel verschließen. Die Deformierung des Kopfes ist gut erkennbar, weshalb ein Hydrocephalus bei Kleinkindern für gewöhnlich schnell diagnostiziert werden kann.

Bei älteren Menschen ist es dagegen schwierig, weil der Schädel dort nicht „anschwillt“. Allerdings sind Störungen beim Gehen, häufiges Wasserlassen und beginnende Demenz oft ein Anzeichen dafür, dass sich ein Wasserkopf in Folge steigenden Gehirndrucks bildet. Wird dieser rechtzeitig erkannt, können Gegenmaßnahmen getroffen werden. Dabei wird den Patienten ein Shunt, also eine Kanüle vom Schädel gelegt, die den Liquor in die Bauchhöhle oder die rechte Vorhofkammer des Herzens ableiten und zu einer Rückbildung des Schädels führen soll.

Medikamente, welche entwässernd auf den Liquor-Haushalt in den Ventrikeln wirken sollen, können zwar über einen kurzen Zeitraum den Innendruck des Gehirns absenken, allerdings gewöhnt sich ein Körper relativ schnell an solche Präparate und produziert dann wieder vorherigen Mengen den Liquor, weshalb eine Operation unabdingbar ist.

Vorbeugende Maßnahmen

Es gibt keine Medikamente oder Hausmittel, mit denen sich ein Hydrocephalus kuriert werden können. Allerdings ist es gerade während der Schwangerschaft möglich, eine Frühdiagnose (beispielsweise bei bereits bekannten Fällen von Hydrocephalus in der Familie) durch einen einfachen Ultraschall machen zu lassen.

Wird eine beginnende Bildung eines Wasserkopfes erkannt, kann eine Therapie in utero durchgeführt werden, bei der dem Embryo noch im Mutterleib Liquor aus dem Schädel abgeleitet wird. Bei Kindern und älteren Patienten kann dagegen nur eine regelmäßige Vorsorge-Untersuchung helfen, um eine ungewöhnliche Fehlbildung fest zu stellen und diese Zeitnah behandeln zu lassen, um anhaltende Beeinträchtigungen und Hirnschäden zu vermeiden.