Hyperhidrose bezeichnet die übermäßige Schweißproduktion des menschlichen Körpers. Hierbei unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Form. Bei der sekundären Hyperhidrose ist meist die gesamte Hautoberfläche betroffen, bei der primären Hyperhidrose beschränkt sich das übermäßige Schwitzen auf einzelne Regionen des Körpers, wie beispielsweise den Achselbereich oder die Füße.

Ursachen Hyperhidrose

Ursachen der primären Form der Hyperhidrose konnten durch die Wissenschaft noch nicht eindeutig erforscht werden und sind bis heute relativ unklar. Da die Ursachen zwischen starken und krankhaften Schwitzen fließend sind, kommen auch für die sekundäre Hyperhidrose viele Faktoren in Betracht und es ist in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen, der die genaue Ursache untersucht. Gründe für das starke Schwitzen am ganzen Körper können beispielsweise Stress, hohe Temperaturen, scharfes Essen oder Medikamente sein. Denkbar sind aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder eine Überfunktion der Schilddrüse.

Symptome von Hyperhidrose

Die Symptome der Hyperhidrose unterscheiden sich aufgrund der verschiedenen Arten. Während bei der primären Hyperhidrose nur einzelne Körperstellen wie die Stirn, die Handflächen oder der Oberkörper betroffen sind, so rinnt bei einer sekundären Hyperhidrose der Schweiß am ganzen Körper entlang. Besonders stark betroffen sind hierbei meist Kopfbereich und Rücken.

Diagnose & Verlauf bei Hyperhidrose

Der erste Schritt ist das Vorgespräch beim Arzt, die sogenannte Anamnese. In diesem Gespräch bekommt der Arzt einen ersten Eindruck, wo die Ursache des übermäßigen Schwitzens beim Patienten liegen könnte. Weitere Schritte sind klinische Befunde wie die Gravimetrie oder der Jod-Stärke-Test. Bei der Gravimetrie wird mithilfe eines speziellen Filterpapiers, welches auf das betroffene Körperareal angebracht wird, die ausgesonderte Schweißmenge in einer gewissen Zeiteinheit ermittelt. Durch den Jod-Stärke-Test kann der Arzt feststellen, an welchen Stellen des Körpers der Patient am meisten schwitzt. Mithilfe von Stärkepulver und einer Jod-Lösung wird durch eine spezielle Färbung die Intensität der Schweißbildung ermittelt.

Behandlung bzw. Therapie von Hyperhidrose

Bei der sekundären Hyperhidrose ist es wichtig, die ursächliche Erkrankung abzuklären und zu behandeln. Für Betroffene der primären Hyperhidrose stehen diverse andere Methoden zur Verfügung. Spezielle Antitranspirants sorgen durch ihren hohen Aluminiumchlorid-Anteil dafür, dass die Drüsenausführungsgänge an den behandelten Stellen verstopfen und somit schweißfrei bleiben. Denkbar sind auch die die Behandlung mit Botox oder die operative Entfernung betroffener Schweißdrüsen.

Vorbeugung gegen Hyperhidrose

Wer unter starker Hyperhidrose leidet, sollte gerade bei heißen Temperaturen auf die Wahl seiner Kleidung achten – Naturfasern und atmungsaktive Stoffe sollten hier den Vorzug vor Polyester erhalten. Auch der Konsum von Alkohol, Zigaretten und Kaffee regen die Schweißproduktion an und sollten daher von den Betroffenen soweit wie möglich gemieden werden. Regelmäßige Saunagänge sorgen ebenfalls für eine geringere Transpiration im Alltag, da Sie den Körper besser an Hitze gewöhnen.

Medikamente & Hausmittel gegen Hyperhidrose

Als wirksamstes Hausmittel hat sich in der Vergangenheit Salbei erwiesen, schon im Mittelalter vertraute man bei Nachtschweiß auf die heilende Wirkung des Krauts. Insbesondere der regelmäßige Konsum von Salbeitee wirkt sich schweißmindernd aus. Sollte sich die übermäßige Schweißproduktion auch durch einen unangenehmen Geruch bemerkbar machen, empfiehlt sich eine Rasur der Achselhaare – Bakterien können sich dann nicht mehr so stark ausbreiten.